In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Hier geht es um den 5:0-Sieg am Samstag Nachmittag im Hannoveraner Eilenriedestadion gegen den TSV Havelse. Der erste Sieg im Kalenderjahr 2026.
Uli (Löwenfan aus Hamburg. Diesmal mit kurzer Anreise):
Fast schon ohne Erwartungen, nur mit dem Gedanken, eine „besondere Spielstätte“ zu besichtigen, bin ich von Hamburg nach Hannover gefahren. Auch zum Fachsimpeln hatte ich mir einen alten Kollegen aus Hannover besorgt – pünktlich zum Spiel war ich da.
Wenn man bedenkt, wie der Platz aussah und wie schwer sich die Standbeine der Spieler und der Rollweg des Balls auf diesem wohl südlichsten Teil der Lüneburger Heide taten, hätte man gerne noch mehr Eintrittsgeld gezahlt…
So gesehen war es dann durchaus erfreulich, dass die Löwen doch noch Ansätze für schöne Spielkombinationen und dann auch das Tor fanden. Gut für‘s Punkte- und Torekonto – und alle, die schreiben, dass es ja nur der Tabellenvorletzte war, soll der Blitz treffen. Ich wünschte aber trotzdem, dass unsere 1.860 mitgereisten Fans (die anderen 52 „Schlawiner“ kamen aus Garbsen) „Nie mehr 3. Liga!“ nicht nur für den TSV Havelse gesungen haben.
Markus Kauczinski (bei MagentaSport):
Es war ein Kampfspiel. Das war auf dem Boden nicht anders zu erwarten. Und über den Kampf sind wir irgendwann auch ins Spiel gekommen. Vielleicht einen Tick zu hoch, weil Havelse schon auch gekämpft hat bis zum Schluss. Aber wir haben das gut gemacht. (…) Wir haben lange gewartet. Das Jahr 2026 fängt für uns jetzt erstmal an. (…) Wir haben auch am Anfang des Jahres ordentliche Auftritte gegen stärkere Gegner gehabt. Heute haben wir endlich mal das Ergebnis eingefahren.
Peter (Reakteur bei sechzger.de):
Die Löwen fahren endlich mal einen Kantersieg ein und fertigen Havelse mit 5:0 ab, obwohl eine Vielzahl von Chancen ausgelassen wurde. Dabei waren die Gastgeber keineswegs so schlecht wie sich das Ergebnis liest. Dass Havelse kein Tor erzielt hat, ist eigentlich ein Wunder. Die Löwen haben noch viel Arbeit vor sich und der Aufsteiger viel zu viele Spielanteile. Auch waren einige Tore dem schwachen Schlussmann und der Schlussoffensive der Niedersachen zu verdanken. Für heute dürfen wir uns freuen, aber wenn eine limitierte Mannschaft wie Havelse die Löwen im Pressing vor derartige Probleme stellt, wird es gegen stärkere Gegner düster aussehen. Erstmal bleibt aber die Freude über 5:0 und das weitere Debüt eines Spielers aus dem NLZ.
Ferchichi Samir (Trainer TSV Havelse bei MagentaSport):
Ich glaube, dass wir die ersten 15, 20 Minuten nicht im Spiel waren, wir waren nicht gut auf dem zweiten Ball und gehen dann meines Erachtens nach auch gerecht mit 0:1 in die Halbzeit, obwohl wir ja gerade auch in der letzten Hälfte der ersten Halbzeit dann schon Spielstruktur hatten. Zweite Halbzeit – muss man sagen – hat uns 1860 gezeigt, was es heißt, effizient zu sein. Ich glaube, wir haben schon die eine oder andere gute Chance, aber sind dann zu kompliziert und zu verkopft vor’m Tor. Auf der anderen Seite wird halt jeder Ball eiskalt bestraft. Und dann ist das Ergebnis auch in der Höhe bitter, aber dann muss man halt sagen, dass am Ende die effizientere Mannschaft hier klar gewonnen hat.
Patrick Hobsch (bei MagentaSport):
Der Sieg tut uns heute unfassbar gut. Ich glaube, am Ende geht’s relativ hoch aus. Zwischenzeitlich war das schon ne enge Kiste. Ich glaube, wenn Havelse irgendwie mal ein Tor macht hier auf dem Platz, dann kann das Spiel auch ganz anders aussehen, weil hier schon immer das auch ne wilde Partie ist. Aber wir sind hochzufrieden, dass wir am Ende gewinnen konnten, dass wir viele Tore gemacht haben, dass wir hinten auch – seit langer Zeit – mal wieder keines bekommen haben. Das tut uns auch extrem gut.
Leon (ganz neuer Redakteur bei sechzger.de):
Endlich der erste Sieg im Jahr, wenn vermutlich auch ein, zwei Spiele zu spät. Sigurd Haugen im Sturm zuzusehen macht mega Spaß. Der Rasen komplett bodenlos, im Gegensatz zum Schiriteam, welches einem zur Abwechslung mal keinen Grund zum Aufregen gibt. Das zeigt: Es geht auch ohne den Scheiß-VAR in der dritten Liga!
Florian Riedel (spielender Havelser Sportdirektor und sechzger.de-Talkgast im September 2025 – nach seinem letzten Spiel als Profi):
Deshalb lieben wir doch alle den Fußball. Der kann halt so brutal sein und manchmal eben auch nicht so märchenhaft, wie man sich einen Abschied vorstellt. Nichtsdestotrotz ist es jetzt eben wichtig, dass genau das die Mannschaft mitnimmt. 5:0 tut weh, aber es geht nächste Woche weiter und es ist noch lange nichts verloren und ich glaube die Mannschaft hat den Geist das auch wieder aufzufangen.











Was Peter sagt, entspricht exakt meinen eigenen Gedanken. Was ich noch anmerken möchte, ist, dass Thomas Dähne trotz dem zu Null keinen guten Tag hatte. Gefühlt jeder Abschlag ging ohne Bedrängnis direkt in die Beine des Gegners. Da finden wir wieder einen anderen guten Tormann, falls Dähne nicht verlängert oder zu teuer kommt.
Naja, bei diesen Bodenverhältnissen fand ich es eher erstaunlich, wie oft die eigenen Mitspieler zu Thomas Dähne zurückgepasst haben.
War ein Kartoffelacker und das ist an sich ein super Torwart.
Leut, seid’s mir net bös, aber die Abschläge des Torwarts, bei denen der Ball den Boden gar nicht berührt, haben nix mit dem Kartoffelacker zu tun.
Waren paar Unzulänglichkeiten dabei, die aber nicht schlimm sind. Im Gesamtpaket ist der Torwart top. Beim Thema Geschwindigkeit und Kreativität gibt’s im Sommer reichlich Verbesserungspotenzial. Da muss nachjustiert werden.
Nach einem zu Null Spiel, den eigenen Torwart zu kritisieren ist schon etwas skurril.
Zumal der top ist. Dann waren halt paar Unzulänglichkeiten dabei, naund. Auf dem Rübenacker kann das passieren. Wir haben ganz andere Baustellen als den Torwart.
Der Hobsch war übrigens auch top gestern. Eine richtige Kampfsau und kaum bekommt er mal eine brauchbare Flanke, Tor .. 👍
mM nach hat u.a. auch der viel gescholtene Danhof seinen Job konsequent erledigt
Er bekommt eben zuwenig brauchbare Flanken. Das ist der Punkt!
Der ist auch ein herausragender Stürmer, wenn er Flanken bekommt. Im Strafraum weiß der zu glänzen. Wenn es gute Außenbahnspieler gibt, die ihn mit Flanken füttern, dann ist Hobsch eine Waffe.
Den darfst halt nicht von Anfang an bringen gegen dynamische und spielstarke Gegner, wenn man über Umschaltmomente kommt und das Pressen wichtig ist. An sich ist der aber definitiv wichtig für den Kader.
Hobsch ist ein super Stürmer für die 3 Liga, passt aber nicht zum Spielsystem, dass sich der Doktor ausgedacht hat. Da es die Spieler die ihn mit Bällen versorgen im System gar nicht existieren.
Ja, weil wir keine Außenspieler haben.
Der Hobsch hat hinten mitgearbeitet, er kann nicht überall sein. Aber klar, er hat seine Stärken im gegnerischen Strafraum.
Der rackert ja eigentlich immer, das kann ich ihm nicht absprechen. Stark ist er, wenn er mit Flanken gefüttert wird. Beim Pressen und bei den Tiefenläufen ist er nicht gut. Man muss wissen, wie und wann man ihn einsetzt, dann funktioniert er.
Der Dähne ist in Liga 3 ein überdurchschnittlich guter Torhüter. Ich weiß nicht was die Kritik soll.
Dähne war zu Beginn der Saison mit dem Fuß richtig stark, schon die letzten Spiele waren in dieser Richtung von ihm nicht gut, ich hoffe er findet zurück in die Spur.
Grundsätzlich ein bodenloser Platz! Alles weitere kann man da eigentlich gar nicht bewerten.
Bin auf das Spiel gegen Hansa gespannt, erwarte aber nicht zu viel…
Gegen Hansa geht traditionell wenig. Hoffentlich wird diese Bilanz mal durchbrochen..