Für unseren Gegner am Samstag vorab eine Taktikanalyse zu erstellen, fällt sehr schwer, denn es gibt außer den namentlichen Mannschaftsaufstellungen kein taktisches Schema von den Freundschaftsspielen des SV Meppen, an dem man sich orientieren könnte. Welches System hat der Neuzugang auf der Trainerbank, Thorsten Frings, gegen die Löwen wohl im Köcher?

Ich will dennoch – anhand der Aufstellungen in diesen Partien – eine Prognose wagen, womit Michael Köllner und seine Mannen morgen Nachmittag zu rechnen haben.

Im letzten Freundschaftsspiel der Emsländer gegen den Landesligisten FC Schüttorf 09, das Meppen mit 7:3 klar – aber wegen der drei Gegentore in Halbzeit eins nicht wirklich so standesgemäß wie erwartet – gewann, schickte Thorsten Frings in den beiden Spielabschnitten fast komplett unterschiedliche Teams auf den Rasen. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass es morgen gegen die Löwen – zumindest im Mittelfeld – die defensivere Variante aus Halbzeit zwei wird, die den Vorzug erhält.

Da der Verteidiger Hassan Amin (#7), der offensive Mittelfeldmann Luka Tankulic (#10) sowie Ex-Löwe und Linksaußen Valdet Rama (#27) beide Halbzeiten spielten, sehe ich diese Spieler, sowie den defensiven Mittelfeldspieler Florian Egerer (#16), der in der zweiten Halbzeit des Spiels gegen Schüttorf zum Einsatz kam, als gesetzt.

Ansonsten weiß wohl nur Thorsten Frings zum jetzigen Zeitpunkt, wer am Samstag für den SVM zu Beginn der Partie auf dem Platz stehen wird. Wäre ich Trainer der Meppener, würde ich gegen den Ball auf jeden Fall eine destruktive Variante im Mittelfeld wählen und mit zwei Sechsern auf gleicher Höhe vor einer Viererabwehrkette agieren. Das würde bedeuten, dass Frings besagtem Florian Egerer – nachdem Kapitän Thilo Leugers (#8) noch an einer Fersenverletzung laboriert – den Ex-Löwen Nicolas Andermatt (#6) zur Seite stellt. Der etatmäßig zentrale Mittelfeldspieler kann auch auf der Sechs spielen, und wäre wegen seiner eigentlichen Funktion im Zentrum bei eigenem Ballbesitz vermutlich für die Spieleröffnung über die Mitte zuständig.

In der Viererkette erwarte ich den erfahrenen Steffen Puttkammer (#22) neben Neuzugang Lars Bünning (#19, kam von BVB II) in der Innenverteidigung, Hassan Amin auf der linken und Markus Ballmert (#15) auf der rechten Seite in der Außenverteidigung. Die beiden würden in diesem System bei eigenem Ballbesitz ins Mittelfeld aufrücken, um dort ein personelles Übergewicht zu schaffen.

Im offensiven Mittelfeld wird Luka Tankulic versuchen, den Dreiersturm mit Dejan Bozic (#33) oder Julius Düker (#26) in der Mitte, Valdet Rama links und René Guder (#18) rechts in Szene zu setzen.

Zum Abschluss des heiteren Spielerratens ist auch noch die Torwartfrage offen. Der Meppener Stammtorhüter Erik Domaschke (#32), der seit 2017 diese Position innehat, bekam diesen Sommer Konkurrenz aus Bremen: Der zwanzigjährige Luca Plogmann (#1) ist bis Ende dieser Saison von Werder an den SVM ausgeliehen. Nun stellt sich die Frage: Macht es für den abgebenden Verein Sinn, einen Spieler zu verleihen, wenn er vermutlich beim neuen Verein gar nicht spielt? Bei diesem Tauschgeschäft spielen wohl auch die alten Bande zwischen Bremen und Frings, der jahrelang für Werder gespielt hat, eine Rolle. Kann Luca Plogmann also den fast 15 Jahre älteren Erik Domasche von seinem Stammplatz verdrängen? Ich lasse mich da gern überraschen….

Die zweite taktische Variante, die Frings wählen könnte, wäre ein 4-4-2-Raute breit-System. In diesem Fall müssten vermutlich René Guder und Nicolas Andermatt für Marcus Piossek (#11), der den Part im linken Mittelfeld übernehmen könnte und Janik Jesgarzewski (#3), der für die rechte Seite eine Option wäre, weichen. Der erst kürzlich nach einer Knöchelverletzung ins Training zurückgekehrte Neuzugang aus Kaiserslautern Christoph Hemlein (#17) wird vermutlich in Thorsten Frings‘ Überlegungen noch keine Rolle spielen.

Mögliche Aufstellungen des SV Meppen (je nach Spielsystem):

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