Am gestrigen Montag bescherte uns das Internetportal transfermarkt.de die neuen Marktwerte der Spieler in den einzelnen Ligen. Auch beim TSV 1860 hat sich so einiges getan. Hauptsächlich sind dabei positive Veränderungen zu vermerken, einige Akteure sind aber auch ein klein wenig abgerutscht. Speziell bei den Spielern aus der eigenen Jugend gibt es bei den Löwen viel Positives zu berichten. Tendenz: Der Marktwert des TSV 1860 steigt!

Acht Spieler des TSV 1860 haben Marktwert erhöht

Fangen wir aber mal ganz allgemein an: Wie hat sich denn der Gesamtmarktwert der Mannschaft seit der letzten Aktualisierung der Marktwerte im Winter verändert? Der Kader wurde seit Januar insgesamt um 275.000 € teurer. Acht Spieler des TSV 1860 haben somit seit Januar ihren Marktwert erhöht. Dabei haben lediglich der langzeitverletzte Tim Linsbichler und Keanu Staude, die verletzungsbedingt kaum bzw. gar nicht zum Einsatz kamen, ihre Werte verschlechtert.

Abgänge mit negativem Vorzeichen vor der Marktwertänderung sind Dennis Erdmann und Leon Klassen. Erdmanns Entwicklung vom Stammspieler der vorletzten Saison zum Ergänzungsspieler war ausschlaggebend für seine Senkung des Marktwertes. Leon Klassen wurde zu selten eingesetzt, um wenigstens auf Vorjahresniveau zu bleiben.

Shootingstar Semi Belkahia

Die Entwicklung seit Beginn der vergangenen Saison ist noch beeindruckender. Um satte 800.000 € haben sich die Marktwerte der Spieler der Löwen seit September 2020 verbessert. Der Gesamtwert des Kaders inklusive Zu- und Abgänge im Winter hat sich sogar um 1,1 Mio. € gesteigert. Das klingt im ersten Moment unlogisch. Mit dem Abgang von Martin Pusic verlor der TSV 1860 München 325.000 €, durch die Neuzugänge Merveille Biankadi (350.000 €) und Keanu Staude (325.000 €) konnte jedoch hier der Gesamtwert des Kaders im Winter gesteigert werden. Zusätzlich mit den vier oben schon angesprochenen Spielern, die jeweils 25.000 € an Wert verloren, geht diese zunächst falsch erscheinende Rechnung dann doch auf.

Den größten Sprung diese Saison hat Semi Belkahia gemacht. Seit Saisonbeginn verteuerte sich der junge Innenverteidiger um 250.000 €. Ich persönlich finde, dieser Wert ist zu niedrig angesetzt. Laut unserem Datenportal ist Semi in der 3. Liga der drittbeste rechte Innenverteidiger der Rückrunde. Er lässt dabei Spieler mit deutlich höherem Marktwert wie beispielsweise Ehlers von Dynamo Dresden, der 1 Mio. wert sein soll, hinter sich.

Dennis Dressel zu niedrig bewertet

Ebenfalls einen großen Satz in Puncto Marktwertverbesserung hat Dennis Dressel zu verzeichnen. 100.000 € mehr als zu Beginn der vergangenen Saison ist er nun wert. Und auch das ist mir zu wenig! Er wird als bester Defensiver Mittelfeldspieler der 3. Liga von Wyscout geführt. Der teuerste Spieler in dieser Liste (Angelo Stiller, Marktwert 2,5 Mio €) rangiert drei Plätze hinter Dennis Dressel, der allerdings 2,05 Mio. € weniger wert sein soll. Entweder ist hier der Wert von Stiller zu hoch oder der von Dressel zu niedrig angesetzt. Champions League-Einsätze für Stiller hin oder her. Was zählt ist das Tagesgeschäft. “Mit voller Hose ist leicht stinken” sag ich immer. Und in dem Kontext meine ich damit, dass ein Spieler wie Stiller, wenn er in der Champions League auflaufen darf, natürlich leicht gut aussehen kann mit all den Stars um ihn herum in einer Mannschaft, die selten Angriffe der Gegner überhaupt dorthin kommen lässt, wo sich Stillers Wirkungsbereich befindet.

Hiller, Steinhart und Greilinger jetzt teurer

Marco Hiller, Phillipp Steinhart und Fabian Greilinger verbesserten sich seit dem Saisonstart um je 75.000 €. Hiller und Steinhart sind somit nun 325.000 € wert, Greilinger 200.000 €. Hiller wird als drittbester Torhüter der Liga geführt, Steinhart als zweitbester Linksverteidiger. Greilinger taucht in der Liste der 25 Besten Spieler auf seiner Position nicht auf. Hillers Marktwert halte ich im Vergleich mit den Herren, die vor ihm positioniert sind (Kolke und Broll), für angemessen. Wenn man allerdings sieht, für welche Summe Mantl, der weit hinter Hiller rangiert, von Unterhaching nach Salzburg wechselte, und auch was der Torhüter vom Absteiger aus der Seitenstraße wert sein soll, denke ich, dass das ebenfalls ein zu niedriger Preis ist.

Bei Steinhart sehe ich den Marktwert als angemessen an. Aufgrund von Alter, Erfahrung und möglichem Steigerungspotential und im Vergleich mit seinen ligainternen Konkurrenten auf dieser Position passt der Wert recht gut.

Hohe Erwartung an Fabian Greilinger

Fabian Greilingers Steigerung ist seiner Performance in der ersten Saisonhälfte geschuldet. Er hatte in der zweiten Saisonhälfte weniger Einsätze von Beginn an. Mit nur vier Einsätzen in der Startelf hat er seine Quote diesbezüglich im Vergleich zu Hinrunde halbiert. Eine leichte Stagnation in der Entwicklung des Marktwertes ist also nicht unlogisch. Eine Statistik zeigt jedoch klar, dass er ein brandgefährlicher Spieler ist und seinen Marktwert in Zukunft noch gehörig steigern wird. Er ist der relativ zur Einsatzzeit ligaweit am häufigsten gefoulte Spieler, die mehr als 1.200 Spielminuten vorweisen können. Wenn er also den Ball hat, ist er oft nur mit unfairen Mitteln zu stoppen. Das lässt mich positiv in die Zukunft blicken. Vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass er in jedem Spektrum seines Könnens aufgrund seines Alters noch gewaltiges Entwicklungspotential hat.

Routiniers und Talente legen zu

Um jeweils 50.000 € haben sich die beiden Routiniers Quirin Moll und Sascha Mölders und die beiden Talente Erik Tallig und Niklas Lang steigern können. Dass Molls starke Leistung in der Saisonhälfte diese Steigerung zur Folge hat, ist selbsterklärend. Die Marktwerterhöhung eines 36-jährigen Spielers der von 175.000 um 28,57% des Ausgangswertes auf 225.000 kletterte, ist schon etwas Besonderes.

Die Steigerung bei Tallig entspricht wohl seiner Leistung. Dieser Wertzuwachs, der rein in der ersten Saisonhälfte erzielt wurde, ist angemessen. Lang hatte bei nur sechs Einsätzen während der gesamten Saison 214 Minuten für den TSV 1860 München auf dem Platz gestanden. Gegen den KFC Uerdingen und die SpVgg Unterhaching stand er in der Startelf und machte seine Sache sehr gut. Als 18-jähriger Debütant kann er absolut zufrieden sein. In einer normalen Saison, in der die zweite Mannschaft auch gespielt hätte, wäre die Wertsteigerung sicherlich noch größer ausgefallen.

Reservisten von 1860 mit höherem Marktwert

Fünf weitere Spieler (darunter die beiden Ersatztorhüter Tom Kretzschmar und György Szekely, sowie die Feldspieler Lorenz Knöferl, Johann Djayo, Maxim Gresler) werteten sich um 25.000 € auf. Hier scheinen Vertragsverlängerungen und Profidebüts für die Erhöhung der möglichen Transfersummen gesorgt zu haben.

Die bisher nicht genannten Spieler der Löwen haben ihren Wert auf dem Onlineportal weder steigern können noch verringert. Verwunderlich ist das für mich vor allem bei Richard Neudecker. Richy war zwar schon bei Saisonbeginn mit 475.000 € der vom Preis her wertvollste Spieler, den die Löwen laut transfermarkt.de haben. Meiner Meinung nach hätte es aber bei ihm schon noch ein bisschen nach oben gehen dürfen. Die Datenplattform Wyscout sieht ihn als besten zentralen Mittelfeldspieler der 3. Liga. Von daher ist es mir unverständlich, weshalb sein Wert nicht gestiegen sein soll. Der gleich alte Christiansen vom SV Waldhof (wechselt ablösefrei zur SpVgg Fürth) rangiert in der Tabelle der besten zentralen Mittelfeldspieler neunzehn Plätze hinter Richy Neudecker, konnte seinen Marktwert aber auf 500.000 € steigern. Die Logik dahinter erschließt sich mir nicht ganz. Sei’s drum. Auch bei Daniel Wein und Marius Willsch verstehe ich nicht, warum sie bei den gezeigten Leistungen im Wert stagnierten.

Das eh schon relativ hochpreisige Trio Merveille Biankadi, Stephan Salger und Stefan Lex ist hingegen wohl bei der preislichen Ansetzung auf transfermarkt.de ganz gut dabei, bedenkt man Alter, Leistung und Entwicklungspotential. Ebenso verhält es sich mit den restlichen Ergänzungsspielern Ahanna Agbowo, Matthew Durrans, Marco Mannhart und Milos Cocic, die sich während der Saison im Marktwert nicht verbessert haben.

Vier Spieler mit Wertverlust

An Marktwert verloren haben – wie oben erwähnt – lediglich vier Spieler des TSV 1860. Alle sanken im Preis um 25.000 €. Bei Keanu Staude, der viel Pech zuerst mit einer Coronainfektion und dann mit einer Verletzung hatte, kann ich mir das nicht wirklich erklären. In den Spielen, die er mitgemacht hat, hat er im Rahmen dessen, was für ihn bezüglich Teambindung und Spielpraxis möglich war, gut agiert. Zwei Scorerpunkte bei nur drei Spielen, die er von Beginn an absolviert hat (fünfmal wurde er eingewechselt), können sich durchaus sehen lassen. Zudem hat er elf Schussvorlagen in 369 gespielten Minuten vorzuweisen. Das ist relativ zur Einsatzzeit der Bestwert im Team des TSV 1860 München. Den knappen Verlust von 25.000 € dürfte Staude also – falls er fit bleibt – bis zur nächsten Marktwertaktualisierung wieder egalisiert haben.

Dennis Erdmanns Mutation vom Stammspieler zum Bankdrücker – zuerst hinter Moll, dann hinter Belkahia – erklärt dessen Wertverlust von selbst. Klassen, der kaum Einsätze hatte, und Linsbichler, der während der kompletten Saison aufgrund einer hartnäckigen Verletzung ausfiel, sind die anderen beiden. Der Wertverlust der beiden bei transfermarkt.de ist wie bei Erdmann logisch.

Positives Fazit bezüglich Marktwert bei 1860

Das Fazit der Marktwertentwickung der Löwen ist also durchwegs positiv zu sehen. Von 4,93 Mio. € vor der Saison 20/21 steigerte sich der Marktwert der Mannschaft des TSV 1860 auf 6,03 Mio. €. Ein Riesensprung von über 22% des Ausgangswertes nach oben, den ähnlich wie das Abschneiden in der Tabelle vor der Saison wohl kaum jemand für möglich gehalten hätte. Die meisten der Spieler sind dabei noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Kommende Saison wird dieser Trend sicherlich weitergehen.

Spieler wie Marco Hiller, Fabian Greilinger, Erik Tallig, Niklas Lang, Semi Belkahia, Richy Neudecker, Keanu Staude und Tim Linsbichler (davon bin ich fest überzeugt) werden in Puncto Marktwert nächste Saison kräftig zulegen, sofern sie von Verletzungen verschont bleiben. Trainer Michael Köllner wird zusammen mit seinem Stab alles dafür tun, dass sich diese Spieler und die gesamte Mannschaft weiterentwickeln, sodass wir alle unsere Freude daran haben.

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