TSV 1860 und Stadt München – man sollte meinen, dass man diese beiden Parteien in Hinblick auf das Grünwalder Stadion in Einklang bringen kann. Die Wahrheit sieht bekanntlich seit Jahren anders aus und beide Verhandlungspartner schieben sich munter den Schwarzen Peter zu. Immerhin ließ Bürgermeisterin Verena Dietl in der AZ nun durchblicken, dass man sich mit dem Thema “spieltagsbezogenes Namensrecht” auseinandersetze.

Ständiger Austausch mit dem TSV 1860

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man ja fast darüber schmunzeln, dass OB Dieter Reiter dem TSV 1860 vorwirft, man höre von den Löwen “fünf Monate nichts”, während Verena Dietl angibt, es gebe “einen ständigen Austausch zwischen dem Bewertungsamt und 1860.”

Aktuell geht Dietl davon aus, dass der Stadtrat im ersten Quartal 2023 über den Um- und Ausbau des Grünwalder Stadions entscheiden werde. Bis dahin seien allerdings noch eine entscheidende Fragen zu klären, u.a. die Höhe der Miete, die der TSV 1860 zu stemmen habe.

“Ich habe mir von der Verwaltung darstellen lassen, was möglich ist. Und ich bin sehr angetan. Die Stadt berechnet nun vieles mit ein und kommt den Löwen entgegen. Das läuft sehr in ihrem Sinne.”

Hinsichtlich der Abgabe an den MVV sieht die Bürgermeisterin jedoch keinen Spielraum.

Dietl: “Sprechen über spieltagsbezogenes Namensrecht”

Eine Möglichkeit zur Generierung weiterer Einnahmen sieht Verena Dietl in der Vermarktung des Stadionnamens.

Das wäre dann ein spieltagsbezogenes Namensrecht. Darüber sprechen wir auch. (…) Aber erst einmal muss die Stadtverwaltung prüfen, welches Vorgehen rechtlich möglich ist. Und das tut sie derzeit intensiv. (…) Ich habe das sofort aufgegriffen, von Sechzig ein konkretes Konzept angefordert. Jetzt geht es um die Frage, wie es umsetzbar ist. (…) Wenn es eine Möglichkeit gibt, bei der die Vereine profitieren, fände ich das gut.”

Die Bürgermeisterin stellte jedoch klar, dass auch sie – ähnlich wie OB Dieter Reiter – noch immer auf ein Bekenntnis des TSV 1860 zum Grünwalder Stadion warte.

“Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass es im Grünwalder klappt. Aber wenn Sechzig sich nicht längerfristig zum Stadion bekennt, können wir nicht viel investieren.”

Übernehmen die Löwen das Grünwalder Stadion?

Sollten sich Stadt und TSV 1860 hinsichtlich des Ausbaus nicht einig werden, stellt Dietl den Löwen die Übernahme des Sechzgerstadions in Aussicht.

“Wenn Sechzig das Stadion übernehmen würde, könnten sie auch selbst bauen. Das können die Löwen gern prüfen und überlegen, ob sie das machen wollen.”

Ob sich das rechnet? Und wo sieht Verena Dietl den TSV 1860 in zehn Jahren?

“Das Grünwalder Stadion ist die Heimat der Löwen. Insofern wünsche ich mir grundsätzlich immer, dass sie da spielen. Auf der anderen Seite will man als Fußballfan natürlich auch immer, dass der eigene Verein ganz oben mitspielt. Ich würde sagen: Am allermeisten wünsche ich mir, dass München die Heimat der Löwen bleibt.”

Bild: CR Fotos

5 4 votes
Artikelbewertung
Vorheriger ArtikelOB Reiter heizt Stadiondiskussion beim TSV 1860 erneut an
Nächster ArtikelLöwen-TV überträgt Testspiele
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Das letzte Zitat klingt gar nicht gut. Das impliziert ja indirekt, dass 1. Liga im Sechzgerstadion komplett unmöglich ist.

Allerdings:

Wie oft war das GWS schon quasi abgerissen und wie oft wurde schon gesagt, die Löwen würden dort nie wieder mit der 1. Mannschaft spielen?

Weil die Wahrheit dahinter den schwelenden Streit der beiden Gesellschafter ( auch zu Klärung Grundstücksteilung am Trainingsgelände für Neubau Halle e.V. am Parkplatz ) unberücksichtigt lässt. Stichwort 3-Monatsfrist Präsidium an kgaA seit der MV im Juli ! Ismaik selbst war 5 Jahre nicht mehr in München und sein Adjudant AP wie Der ehem. Betriebsrat MAN können hier wohl nichts Sinnvolles bewegen.
Das Stadionthema ist seit eh und je DAS Streitthema..
ein gemeinsamer Zukunfts-Lösungsweg kann eigentlich nur eine Verknüpfung von erforderlichen GWS-Umbau ( besser auf 22000 ) und Nutzung Oly werden…Stichwort 10+7 in jeweils sanierten vorhandenen beiden Stadien Münchens , wenn man auch hier zwischen den Zeilen liest. Warum eigentlich nicht, wenn beide Umbauten durch die Stadt finanziert werden und so der KGaA nach dem Wiederaufstieg mehr flüssiges Kapital ( TV- und Sponsorengelder) für den verbesserten Kader bleibt. ?
Die Fehler der Vergangenheit gilt es dann zu vermeiden !