Am 11.12.2004 spielten die Amateure des TSV 1860 München in der damals drittklassigen Regionalliga Süd bei den Stuttgarter Kickers und erkämpften sich bei Eiseskälte ein respektables 0:0. Trotz torloser Partie und ereignisarmer 90 Minuten hat sich mir das Datum im Gedächtnis eingebrannt. Warum? Der Grund ist ganz einfach: An diesem Tag feierte Fabian Johnson nicht nur seinen 17. Geburtstag, sondern direkt auch sein Debüt im Seniorenbereich.

Jung und hochtalentiert

Schon zuvor war Johnson, der vom FC Sportfreunde München aus der Säbener Straße an die Grünwalder Straße gewechselt war, vom damaligen NLZ-Leiter Ernst Tanner als “hochtalentiert” bezeichnet worden, eine große Karriere wurde ihm von vielen Seiten prophezeit. Der Allrounder, der abgesehen von Torwart quasi alles spielen kann (bevorzugt auf den Außenpositionen), stieg schnell auf und kam bereits im März 2006 zu seinem ersten Einsatz in der 2. Bundesliga. Nach 90 Partien in der 2. Liga zog es den gebürtigen Münchner zum VfL Wolfsburg in die 1. Bundesliga und von dort aus weiter zur TSG Hoffenheim. Dort avancierte er zum Stammspieler und Leistungsträger und wechselte zur Saison 2014/15 zu Borussia Mönchengladbach, wo er bis zum Sommer die Stiefel schnürte.

Europameister mit Deutschland, WM-Teilnehmer mit den USA

Von der U17 bis zur U21 durchlief Johnny sämtliche Auswahlmannschaften des DFB; gekrönt wurde die Nationalmannschaftskarriere durch den EM-Titel 2009 (u.a. an der Seite von Manuel Neuer, Jerome Boateng, Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels und der Ex-Löwen Daniel Adlung und Sebastian Boenisch). Im Jahr 2011 wechselte er jedoch in der Verband der USA und debütierte unter Jürgen Klinsmann bei der 0:1-Niederlage in Frankreich. Bei der WM 2014 absolvierte Johnson alle vier Spiele der Amerikaner bis zum Aus im Achtelfinale gegen Belgien.

Neue Station oder Karriereende?

Aktuell steht Fabian Johnson ohne Verein da, was doch etwas verwundert, wenn man sich die Flexibilität des Spielers anschaut; vielleicht ist aber auch gerade diese Variabilität der Schwachpunkt, da er auf keiner Position als absoluter Experte angesehen wird. Es gab lose Kontakte in die MLS, zu einem Engagement indes kam es nicht. „Fabian ist ein Spieler, der mit seiner Flexibilität noch manchem Bundesligisten helfen könnte. Aber wir sind nicht nur auf die Bundesliga fixiert. Es ist noch nichts konkret, aber ich bin zuversichtlich, dass wir einen neuen Verein finden“, stellt sein Berater Robert Schneider fest. Es gäbe da ja durchaus einen Verein ganz in der Nähe seines Elternhauses, der sich bestimmt nicht gegen eine Verpflichtung wehren würde, wenn sie finanziell machbar wäre. Aber das ist ein ganz anderes Thema… Dass Johnson den Löwen im Herzen trägt, zeigt nicht zuletzt der Umstand, dass er das NLZ über Jahre hinweg als Sponsor unterstützt hat.

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