Livetickerverbot auf MV: Statement des Präsidiums

Nachdem ein Online-Blog sich in Artikeln und auf YouTube über das Verbot des Live-Tickers bei der Mitgliederversammlung (Sechzger.de berichtete) echauffierte, veröffentlichte der e.V. am Dienstag folgendes Statement des Präsidiums um Präsident Robert Reisinger. Es deckt sich mit dem, was er auch auf der Mitgliederversammlung dazu ausgeführt hatte (worüber vorstehend angesprochene Medien jedoch nicht berichteten).

Die Erklärung im Wortlaut auf tsv1860.org:

Verehrte Mitglieder, liebe Löwinnen und Löwen,

wir haben uns im Präsidium im Vorfeld der Mitgliederversammlung vom Wochenende länger mit der Thematik von Live-Tickern beschäftigt und überlegt, was das Beste für die Versammlung, die Mitglieder und den Verein ist.

Es gibt ein Informationsbedürfnis von Vereinsmitgliedern und interessierten Anhängern ohne Mitgliedschaft, die die Versammlungen des TSV 1860 nicht besuchen können oder möchten. In Presseberichten verschiedener Tageszeitungen und Online-Medien sowie auf der Vereinswebsite finden diese spätestens am Folgetag, meist aber bereits direkt nach Veranstaltungsschluss, alle relevanten Informationen zum Verlauf der Versammlung aus verschiedener Perspektive geschildert.

Bis zu fünf miteinander um Aufmerksamkeit im Netz ringende Live-Ticker aus der Halle, wie wir sie auf Mitgliederversammlungen zuletzt hatten, dienen keinem Erkenntnisgewinn der Mitglieder mehr. Es ist ein unguter Wettbewerb entstanden, bei dem die meisten Klicks sammelt, wer am schnellsten und aggressivsten nach draußen kommentiert.

Live-Ticker sind ein wunderbares Instrument zur Begleitung von Sportwettkämpfen. Für die Wiedergabe komplexerer Sachverhalte sind sie nur bedingt geeignet. Es sind durch den Einsatz von Live-Tickern in der Vergangenheit Zerrbilder unserer Versammlungen entstanden, die dem Verein nicht gut tun. Die Mitgliederversammlung ist das höchste beschließende Organ des TSV 1860. Wir wünschen uns eine respektvolle Haltung davor.

Es darf nicht sein, dass Mitglieder auf der Versammlung ihres eigenes Vereins sich nicht mehr persönlich zu Wort zu melden trauen, weil sie befürchten müssen, nur Sekunden später im Internet angegriffen oder lächerlich gemacht zu werden.

Das trifft nicht auf alle Medien gleichermaßen zu. Das ist uns bewusst. Wir können und möchten aber keine subjektive Auswahl treffen. Deshalb haben wir uns entschieden, neben Film- und Videoaufnahmen auch auf Live-Ticker aus der Halle zu verzichten.

München, den 25. Oktober 2021

 

Robert Reisinger (Präsident), Heinz Schmidt (Vizepräsident), Hans Sitzberger (Vizepräsident)

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Wie sich für mich immer mehr herausstellt, bekommt OG mit seiner thematischen Ausrichtung des Blogs immer mehr Schwierigkeiten. Das liegt zum einen daran, dass der e.V. deutlich an Klarheit in seiner Wahrnehmung und Kommunikation gewonnen hat. Die Einbindung der Mitglieder des e.V. (höchstes beschließende Vereinsorgan), die Kontinuität im Verwaltungsrat und Präsidium tragen ebenso zu einer positiven Entwicklung des e.V. bei.
Jetzt kommt aber das Problem dieses Blogs. Diese Entwicklung des e.V. wird von OG konsequent ignoriert. Ich weiß nicht ob er es absichtlich macht oder wirklich durch seine gesetzten Themenschwerpunkte im Blog erst gar nicht in die Lage kommt, diese Erkenntnis zu erlangen.
Kurzum, OG macht sich von Tag zu Tag mit seiner “kritischen” Berichterstattung über den e.V. immer unglaubwürdiger. Die Notwendigkeit kritischen Hinterfragens ist selbstverständlich der Kern journalistischer Arbeit und darf nicht in Abrede gestellt werden. Aber nur der “Kritikes” wegen Meinungen zu produzieren, ist für mich klare Themaverfehlung, und hat mit Journalismus nichts zu tun, sondern ist schlicht Meinungsmache.

Den eingeforderten Respekt kann ich nachvollziehen, er sollte sich nur mal selbst hinterfragen, ob er den auch bei kritischen Tönen z.B. auf der Versammlung der Dame entgegengebracht hat.

Hier ist zu berücksichtigen, dass es der Dame sichtlich darum ging, Herrn Reisinger zu kritisieren, und dies zu Themen, die – wäre sie früher gekommen – alle schon ausführlich auf der MV vom Präsidenten besprochen waren oder gar nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fielen. Sie hätte zu KGaA-Fragen auch gern Pfeifer befragen können, der hatte auch seine Redezeit, aber da war sie auch noch nicht da. Aber ja, die Reaktion hätte etwas besonnener ausfallen dürfen- man darf aber nicht vergessen, dass genau diese Person zu den zitierten Online-Helden gehört, die keine Möglichkeit auslässt, das Präsidium bei jeder sich bietenden Gelegenheit unsachlich und teilweise unwahr zu kritisieren.

Ich war auch da und habe das ähnlich wahrgenommen, trotzdem war die Reaktion unsouverän und ausgesprochen schwach und
so reagiert er doch öfter bei Kritik. Generell fand ich seinen Auftritt aber mal wieder nicht
überzeugend, aber ich bin da evtl. auch nicht objektiv.

Für dich könnte der Mann auch Wasser in Wein verwandeln und du fändest es „mal wieder nicht überzeugend“ 😉

Wenn er Wasser in Bier verwandelt ändere ich gerne meine Meinung, aber mal ehrlich und abgesehen von Sympathie oder Lagerdenken,
fandest du seinen Auftritt diesmal überzeugend?

Wir haben vermutlich unterschiedliche Maßstäbe zur Bewertung. Deine Frage klingt wie an einen Juroren bei Let‘s Dance. Mit reinen Haltungsnoten tue ich mich schwer. Was vom Präsidium (nicht nur von R) inhaltlich vorgetragen wurde, kann ich alles unterschreiben. Dazu ein sehr gutes wirtschaftliches Ergebnis. Hab sie aus voller Überzeugung entlastet. Du meinst aber wahrscheinlich nur den Profifußball?

Last edited 9 Monate zuvor by Fränzn

Also das Thema Turnhalle hat mich zumindest nicht überzeugt.Viele andere Punkte waren aber durchaus gut!

sind Sie auch ein Anhänger der Forderung “nur der Profifußball” zählt?

Gut, dass 1860 einen Präsidenten hat, der auch mal nach der Devise handelt, jetzt geht mir der Profifußball mal am A… vorbei und auf die elende Bevorzugung der KGaA zulasten des Breitensports verzichtet

Wenn jemand XXX-MAL unsachlich und diffamierend attackiert wurde, hat er das Recht, emotional zu reagieren. Das zu kritisieren halte ich wiederum für unsouverän, ausgesprochen schwach und einseitig

Findest du das in seiner Position auf einer MV wirklich angemessen? Dann haben wir eben verschiedene Sichtweisen, wie sich ein Präsident von 60 zu verhalten hat. Aber das haben wir ja sowieso.

Das ist die einzige Dummheit, die er von dem Kneipier KHW übernommen hat. Dieser reagierte immer sehr grob, wenn man ihm widersprochen hatte. Ansonsten sind die Leistungen von Präsident Reisinger um Längen besser als dass was der Metzgermeister mit dem Millionengrab AA und Abstieg in die 2. BL hinterlassen hat.

Zudem ist RR hoch anzurechnen, dass er die unsägliche Subventionierung des Profi-Fußballs durch den Verein begrenzt hat. Von der Vermeidung der Insolvenzen von e.V und KGaA ganz zu schweigen. Während KHW dem FCB Millionen in den Rachen geworfen hat, ist es RR gelungen von dem FCB den Verzicht auf 25 Millionen € Konventionalstrafe wegen der Aufkündigung des AA-Vertrages zu erreichen

Stunden zu spät auf einer Versammlung aufzutauchen, um dann am Saalmikrofon energisch Aufklärung zu verlangen über Themen, die alle die pünktlich waren, längst gehört haben. Dafür brauchst echt Eier. Die Dame hatte in der Vergangenheit schon mehrfach schrille Auftritte auf Versammlungen. Ist mir noch gut aus 2019 in Erinnerung. Ist halt ihr Ding. Soll froh sein, dass es keinen Live-Ticker gab 😉

Immer das gleiche Spiel von den ARGE-Sympathisanten. Erst Stunk verbreiten und sich dann wegen der berechtigten Zurechtweisung in Selbstmitleid suhlen