Nach dem Kantersieg des TSV 1860 München gegen Energie Cottbus widmen sich die Giesinger Gedanken am Sonntagmorgen der fantastischen Leistung der Löwen – leider aber auch mutwilliger Sachbeschädigung in den Toiletten des Gästebereichs.

TSV 1860 spielt Cottbus an die Wand

Löwenfans, seid ehrlich: auch am Tag danach wacht man heute morgen noch mit einem Lächeln auf, das man wahrscheinlich den ganzen Schlaf über im Gesicht hatte. Was haben wir da gestern für ein perfektes Heimspiel erwischt? Die Sonne schien strahlend vom Himmel, das Grünwalder Stadion war wieder einmal ausverkauft – und dann zaubern die Mannen von Patrick Glöckner gegen einen Aufstiegsaspiranten die beste Saisonleistung auf den Rasen. 90 Minuten Offensivpower, 90 Minuten zum Genießen, 90 Minuten mit fünf (oder auch sechs…) Treffern für weiß-blau. Löwenherz, was willst du mehr?

Tatsächlich waren in meinem Freundeskreis gleich drei Bekannte vor dem Anpfiff schon absolut optimistisch, was die Partie gegen Energie Cottbus anging. Die Tipps von Mario und Christian sind als Beweis im Liveticker nachzulesen, Redaktionskollege Thomas Spiesl empfing mich bestens gelaunt vor der Stehhalle und sagte das 3:0 zum Pausenpfiff voraus. Auch Stadionsprecher Sebastian Schäch, der gestern die Löwenfans wieder einmal hochmotiviert anpeitschte, hatte wohl so etwas wie eine Vorahnung. Er wünschte sich vor der Partie eine Revanche für die klare Niederlage in Cottbus. Respekt meine Herren, ich hätte das so nicht erwartet!

Umso froher bin ich, dass die Löwen mit dem dritten Heimsieg in Folge das Abstiegsgespenst wieder ein gutes Stück mehr aus Giesing vertrieben haben. Allen Widrigkeiten zum Trotz: Schiedsrichter Felix Bickel erwischte mit seinem Team – vorsichtig formuliert – nicht seinen besten Tag. Es hätte Tage und Ergebnisse gegeben, da hätte man sich beim TSV 1860 nach dem Schlusspfiff tierisch über diese unglaubliche Szene nach vier gespielten Minuten aufregen müssen.

Cottbus zerstört die Wand – allerdings neben dem Platz

Doch gestern war es nach wenigen Minuten schon (fast) vergessen: die Mannschaft um Kapitän Jesper Verlaat spielte wie entfesselt, Cottbus hatte dem nichts, aber auch gar nichts entgegen zu setzen. Zu Buche steht der bislang höchste Saisonsieg – vor allem aber ist ein wenig Durchatmen im Abstiegskampf angesagt. Mit mindestens fünf Punkten Vorsprung auf die gefährliche Zone gehen die Löwen in die Englische Woche mit den Duellen gegen den SV Sandhausen und Waldhof Mannheim. Mit zwei weiteren Siegen gegen die direkten Konkurrenten könnte man einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Einen Wermutstropfen hatte der gestrige Tag dann allerdings doch noch parat. Nach Schlusspfiff machten Bilder aus dem Gästeblock schnell die Runde. Sie zeigten völlig demolierte Toiletten – wieder einmal muss man leider sagen. Es ist, warum auch immer, zu einer Art Volkssport geworden, bei Auswärtsspielen die sanitären Anlagen zu beschädigen und zu verwüsten. Eine Entwicklung, die nicht nur bei uns in der Redaktion sehr kritisch gesehen wird. Dabei haben die Taten gleich mehrere verheerende Auswirkungen: zum einen muss jemand für den entstandenen Sachschaden aufkommen, zum anderen leidet das Image der Fußballfans unter dieser sinnlosen Zerstörung. Kollegen, die mit Fußball nichts am Hut haben, fragen einen montags in der Arbeit mittlerweile nicht mehr nach dem Ergebnis, sondern ob die Züge und Toiletten am Wochenende verschont wurden. Man kann nur hoffen, dass diese wenigen Unvernünftigen endlich zur Besinnung kommen und solche Ereignisse sehr schnell der Vergangenheit angehören.

So bleibt am Tag danach zumindest die Erkenntnis: Cottbus zertrümmert – und das ist mit gemischten Gefühlen doppeldeutig gemeint.

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Stepanek

Bei allem (und sehr großem) Respekt vor Eurer Arbeit und dem damit verbundenen Engagement, aber jetzt muss ich Euch doch eine kritische Frage stellen.

“…Eine Entwicklung, die nicht nur bei uns in der Redaktion sehr kritisch gesehen wird. …” und “…Man kann nur hoffen, dass diese wenigen Unvernünftigen endlich zur Besinnung kommen und solche Ereignisse sehr schnell der Vergangenheit angehören.” Davon hat man in Eurer Berichterstattung der letzten Wochen aber nicht viel mitbekommen. Wenn Ihr mal über solche Aktionen aus der Gruppe der “Aktiven Fans”, oder sind das eher Ultras, oder gar Hooligans, berichtet, dann lese ich in der Regel den Versuch der Verharmlosung oder gar Rechtfertigung heraus.
Ein klares Bekenntnis und die Verurteilung von Straf- und Gewalttaten, Sachbeschädigungen, Diebstahl und anderen Vergehen wäre ein erster Schritt die Dinge wieder auf ein “erträgliches” Maß zu reduzieren.
Also diskutiert diese Thematik intern mal zu Ende und kommt zu einer Entscheidung.
Wo möchte sich Sechzger.de hier in Zukunft positionieren?

Und nur zur Info, ich weiß wo von ich rede, am Ende der Saison werde ich bei 13 von 19 Auswärtsspielen dabei gewesen sein und in den letzten Monaten gab es bei jeder Fahrt Ärger mit einer Gruppe von ca. 200 – 300 Menschen die sich als Fan der Löwen bezeichnen.