Diese Veranstaltung hat schon Tradition. Und in so bewegten Zeiten wie den aktuellen beim TSV 1860 geben traditionelle Einrichtungen den Fans und Mitgliedern vielleicht ein wenig Halt. Gestern Abend lud die Fan-Vereinigung PRO1860 alle Interessierten ins Wirtshaus im Schlachthof, damit diese sich dort ein Bild machen konnten, von jenen Kandidaten, die auf der für den 21. Juni angesetzten Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e.V. auf einen der drei zu besetzenden Plätze im Verwaltungsrat gewählt werden wollen. Rund 150 Gäste kamen und erlebten einen weitgehend entspannten Abend. Auch möglich bei den Löwen in diesen Tagen! Moderiert wurde die Veranstaltung auch heuer in bewährter Manier von Moderator Peter Kveton vom Bayerischen Rundfunk.
Rückblick in die Jahre 2024 und 2025
Nachdem es im Jahr 2024 auf der Sechzgeralm am Trainingsgelände bei der Präsentationsveranstaltung der Kandidat*innen für den Verwaltungsrat, der kurz später komplett neu gewählt wurde, noch hitzig und aufgeregt zugegangen war, da das sogenannte Bündnis Zukunft 1860 kurz zuvor einen Lagerwahlkampf rund um Gesellschafter Hasan Ismaik ausgerufen hatte, präsentierten sich im vergangenen Jahr in der Nachtkantine im Münchner Werksviertel nicht nur zwei VR-Kandidaten als Nachrücker, sondern obendrein gleich vier Personen, die in das höchste Vereinsgremium, das Präsidium gewählt werden wollten – und letztlich auch wurden. Auf dieser Veranstaltung ging es allerdings wesentlich harmonischer zu, als noch im Jahr zuvor.
Begrüßung des Vorsitzenden
Und so verhielt es sich auch gestern Abend im Schlachthof. Der PRO1860-Vorsitzende Alexander Zeilhofer begrüßte alle Anwesenden und appelierte an die Zuhörer*innen, auch anderen Meinungen, als der eigenen Raum und Platz zu gewähren. Was, wie sich im Laufe des Abends zeigte, eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre.
Ein neuer Kandidat für den Wahlausschuss

Matthias Braumandl als erster auf der Bühne

Michael Graeter irritiert mit seiner Vorstellung

Dominik Heckmair – der jüngste Kandidat
Zurück zur Sachlichkeit führte dann die Vorstellung von Dominik Heckmair (34), von Beruf Wirtschaftsprüfer und Löwenfan aus der Westkurve. Er möchte naturgemäß die Kompetenzen aus seinem Beruf dem Verwaltungsrat zur Verfügung stellen. Auf die Frage, ob er – im Falle seiner Nichtwahl zum Mitglied im Verwaltungsrat – dem Verein als Kassenprüfer zur Verfügung stehen würde, antwortete er mit einem klaren und überzeugenden: “Ja!” Bleibt Heckmair zu wünschen, dass dies nun nicht dazu führt, dass ihm massenhaft Löwenmitglieder die Stimme verweigern, damit er seine ganze Kompetenz in die ihm angetragene Aufgabe legen kann.
Uwe Seeman mit zweiter Kandidatur – für ein neues Amt

Der Dauerkandidat: Karl Sochurek
Zum wiederholten Mal kandidiert Karl Sochurek (74), Zahnarzt aus München für den Verwaltungsrat. Im vergangenen Jahr (als es allerdings nur um einen einzigen Nachrückerplatz ging) hatte er die Meldefrist verpasst und ausnahmsweise nicht kandidiert. Im Jahr 2024 kam er – als einer der wenigen Kandidaten, der weder von PRO1860 noch vom “Bündnis Zukunft” als Wahlvorschlag benannt worden waren – auf nur zwölf (!) abgegebene Stimmen. Aufgerieben zwischen den Blöcken kann man das wohl nennen. Vorherige Kandidaturen (z.B. im Jahr 2021 und 2018) waren ebenfalls erfolglos. In seiner Vorstellung machte er vor allem deutlich, dass ihn das regelmäßige Scheitern nicht umwerfe und dass er es mit Humor nehme. Wirklich viel Herzblut und Engagement steckt Sochurek alkerdings auch nicht in seine Kandidaturen. Im Jahr 2024, als wir von sechzger.de allen Kandidaten wortgleiche Fragebögen schickten (und später veröffentlichten) war er einer von nur vier Kandidaten, die – mit Verweis auf die satzunggemäßen Aufgaben des Verwaltungsrats – auf diese Chance, sich auf unserem Fanportal zu präsentieren, verzichtete. Heuer fand er immerhin den Weg in den Schlachthof und sorgte mit seinem Auftritt durchaus für Heiterkeit unter den Anwesenden.
Unser Mann für den VR: Jan Walla
Keinen Hehl machen wir von sechzger.de daraus, dass wir hoffen, dass unser ehemaliger, sehr engagierter Redaktionskollege und Vorstand im Verein Sportbezogenes Lebensgefühl e.V. (bekanntlich die organisatorische die Basis des Fanportals), Jan Walla (33) in den Verwaltungsrat des TSV 1860 einzieht! Er stellte in seiner Vorstellung vor allem sein Wirken auf sechzger.de in den Vordergrund und die Expertise in Organisations-, Satzungs- und Strukturfragen, die 1860 betreffen, die er sich bei der Redaktions- und Recherchearbeit erworben habe. Das viele Fans bewegende Thema “50+1” ist für den jüngsten Kandidaten im Bunde eine Herzensangelegenheit. Und die Fage aus dem Auditorium, wie er mit möglichen Anfeindungen aus den Sozialen Medien – z.B. aufgrund seines verbalen Schlagabtauschs mit Trainer Köllner vor einigen Jahren – umgehe, antwortete Jan das einzige richtige: “Ich lese das nicht!”
Grußworte von Verwaltungsrat Seeböck
Nach der Vorstellung der Kandidaten und einer längeren Pause trat Verwaltungsrat Sebastian Seböck auf’s Podium und ließ die Geschehnisse der letzten Woche kurz Revue passieren. Hierbei machte er besonders klar, dass niemand einen Masterplan verfolge um Hasan Ismaik loszuwerden und die KGaA in die Insolvenz zu treiben, sondern, dass die Gremien nur dafür kämpften, einen wie auch immer gearteten Spielbetrieb zu sichern und zu übergeben.
Danach richtete er den Blick nach vorne und schwor die Löwenfans darauf ein, zusammen zu stehen und mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Er bat um Vertrauen in die Arbeit der Gremien und drückte sein Bedauern aus, viele Details nicht mit den Anwesenden teilen zu dürfen. Im Zuge der kurzen Fragerunde wies außerdem Roman Beer, der am Rande der Veranstaltung auch wieder die Bücher zur Deutschen Meisterschaft 1966 anbot, noch einmal darauf hin, wie wichtig es sei, die aktuellen Stadionpläne konsequent weiter zu verfolgen. Wie auch in Bezug auf den Profifußball, biete sich hier gerade eine vielleicht einmalige Chance für den TSV 1860.
Nun gehen zumindest jene Mitglieder, die die Veranstaltung von PRO1860 besucht und dem Vorgetragenen aufmerksam gelauscht haben, gut informiert in die Mitgliederversammlung am übernächsten Sonntag, den 21. Juni im Zenith!
















Wie kann es sein, dass man noch immer das Märchen von den angeblich zahlreichen Mitglieder, die vor der Präsidiums- und VR-Wahl nach Hause gegangen sein sollen, erzählen darf. Ich habe die exakten Zahlen nicht parat, aber es waren doch noch über 2.000 Stimmberechtigte damals anwesend, von wegen da wären alle schon zuhause gewesen.
Aber in der heutigen Zeit darf man scheinbar alles, immer und immer wieder behaupten, obwohl es nachweislich falsch ist.
Auf alle Fälle ist für mich Herr Gräter alleine deshalb schon nicht wählbar, so ernst wie er es mit der Wahrheit und den Fakten nimmt.
ich meine, dass bei der Wahl max. 40 Personen nicht mehr anwesend waren. Sollte man im Protokoll nachlesen können.
Nun, da hat wohl der Graeter die Wahl mit der Auszählung verwechselt. 🤔