Abrechnung mit Anthony Power – Teil IV

Kommen wir nun zum letzten Teil der vierteiligen Serie, in welcher wir den Artikel in der Stadionzeitung der Fanszene “Da Brunnenmiller” nochmals dokumentieren wollten. Die Teile I, II und III verlinken wir der Vollständigkeit halber nochmals hier. Hier geht es nunmehr um die ungeschickte Stellungnahme der KGaA sowie Power’s Auftreten in seinen privaten Social Media Accounts.

 

Die völlig unnötige Stellungnahme bzgl. Markenrechten

 Dass Anthony Power im diplomatischen Dienst – trotz aller aus LinkedIn aufgeführten Skills – eine absolute Fehlbesetzung wäre, ist spätestens jetzt allen bekannt. Trotzdem ist es im negativen Sinne immer wieder bewundernswert, wie er es schafft, völlig unnötig Öl ins Feuer zu gießen. Ob unmittelbar oder über das Ausüben von Druck. Mitte Juni 2022 war es wieder einmal so weit. Auf der offiziellen Homepage erschien, ohne große Not, eine Mitteilung mit dem Titel „Fortbestehen der Markenrechte“. Darin wurde detailliert erläutert, bei welchen Bild- und Wortmarken die „TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA“ die Lizenzinhaberin ist. Unverhohlen wurde gedroht: „Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA behält sich das Recht vor, gegen jeden, der lizenzrechtlich geschützte Bild-, Wort- und Wort/Bildmarken ohne Genehmigung verwendet, vorzugehen“. Damit wurde gegen die jahrzehntelange Abmachung verstoßen, dass die Fanclubs ohne kommerzielle Interessen die Logos nutzen können, was vor allem den bei der ARGE eingetragenen Fanclubs entgegenkam.

Aufgeführt wurden dabei eigentlich alle gängigen Wort- und Bildmarken, die auch rund ums Stadion durch die Fans verwendet werden. So sind verschiedene Varianten des Löwen und Wortmarken wie „Münchner Löwen“, „Sechzig“ oder „TSV 1860“ dargestellt. Was bezweckt man damit? Es ist davon auszugehen, dass die Stellungnahme vor allem auf Geheiß Anthony Powers veröffentlicht wurde. Die Löwenfans zu verunsichern und ggf. gegen Kuttenträger und Besitzer von selbstgemachten Fahnen oder Zaunfahnen vorzugehen, wie es bereits 2019 im Zuge der Abmahnungen/Klage gegen Löwen passiert ist? Ein absolutes No-Go! Bitte spring nicht über jedes Stöckchen, Marc-Nicolai, und lass solche Stellungnahmen bleiben. Dadurch verscherzt Ihr es Euch unnötig mit den eigenen Fans, während kommerzielle (Internet-)Anbieter anscheinend ungeschoren davonkommen. Hier warten wir bis heute vergeblich auf eine derart entschiedene Kampfansage und/oder Klagen.

 

Powers Social-Media-Kanäle 

Power „glänzt“ aber auch gerne mit seinem privaten Instagram-Profil. Zwar stellt er hier durch den von ihm gewählten Namen A.power60 Bezug zu 1860 her, aufgrund der regelmäßigen Posts und Stories, die geteilt werden, handelt es sich allerdings klar um ein privates Profil. Nichtsdestotrotz gelingt es ihm auch hier, keine Chance auszulassen, um gegen Fans – das seiner Aussage nach “höchste Gut” des Vereins – zu schießen. Innerhalb weniger Tage antwortete er der Kurve auf die an ihn per Spruchband adressierte, sachliche Kritik („Wer Mitarbeiter bedroht und die eigene Macht über Sechzig stellt, Fans verklagt und den e.V. verarscht, dessen Tage sind gezählt. Unsere Forderung: Power muss weg“) mit einem grammatikalisch ausbaufähigen, aber für uns verständlichen, Instagram-Post: „Just because to don’t see the Beast it’s doesn’t mean the Beast isn’t there. Be careful.“ Und weiter: „The problem with opinion even idiots are allowed to have them.“

Entgleisung Anthony Powers auf Instagram: „Just because to don’t see the Beast it’s doesn’t mean the Beast isn’t there. Be careful.“ Und weiter: „The problem with opinion even idiots are allowed to have them.“
Entgleisung Anthony Powers auf Instagram, Quelle: Screenshot privat

Dass mit den hier erwähnten Idioten die Fanszene der Löwen gemeint ist, lässt sich beim Hashtag #tsv1860 nicht wegdiskutieren. Neben der Drohung („be careful“/“seid vorsichtig“) und der Beleidigung („idiots“/Idioten), die offensichtlich der Kurve gilt und einem offiziellen Vertreter einer Merchandise GmbH alles andere als würdig ist, hat dieses Statement auch ein Positives: Jetzt erkennt offensichtlich auch A. Power die Meinungsfreiheit an. Warum dann all der Terz der letzten Jahre und Wochen?

Bereits 2019 (!) äußerte sich Ismaik zum damaligen Doppelhalter-Zensur-Gate (Stichwort: Verdammt ich lieb dich, ich lieb dich nicht“), wie folgt: „Es gab von meiner Seite nie den Auftrag, ein Foto auf der Website […] zu bearbeiten. Davon distanziere ich mich. Ich stehe für Meinungsfreiheit in der Löwenfamilie […]”. Herrn Power wäre anzuraten, seine Testosteron-Schübe besser im Fitnessstudio als im Internet auszuleben, denn auf solche „Kommunikationskills“ können wir bei den Löwen gerne verzichten.

Kritik und Meinungsfreiheit

Ihr merkt es: Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass wir als aktive Fanszene berechtigte ­– von der Meinungsfreiheit gedeckte – Kritik auch in Zukunft immer anbringen werden (gerne verweisen wir auch auf den Artikel in Ausgabe 60 „Wir sind der Verein – eine Haltung ohne Kompromiss“). Das durchgestrichene Konterfei ist dabei eine Symbolik, die wir mit unseren Argumenten zu untermauern wissen! Alles, was darauf an Reaktionen zurückkommt – ob von Seiten einzelner Vertreter der Merch GmbH oder der KGaA – wirkt wenig bis gar nicht durchdacht und abgesprochen. Es herrscht unprofessionelle und vereinsschädigende Narrenfreiheit.

Die Profifußball-Abteilung und der e.V. täten gut daran, darauf hinzuwirken, dass das Gebaren von A. Power endlich Konsequenzen hat. Ebenso wäre es dringend an der Zeit – jetzt wo wir schon beim Thema „Accounts in den Sozialen Medien“ sind – offenzulegen, welche (widersprüchlichen) Redakteure sich hinter dem durch gekaufte Likes frisierten Facebook-Account „Ismaik1860“ verbergen. Es wären die ersten Schritte hin zu einem glaubwürdigen #gemeinsam.

 

Es bleibt wie es ist: Power muss weg!

PS: Die angekündigte Spende der Merchandising GmbH zugunsten der Familie von Moritz ist ein feiner Zug, keine Frage. Nichtsdestotrotz gilt es auch hier im Sinne der Sachlichkeit zu differenzieren, denn vergangene Taten oder Verhaltensweisen können dadurch weder beschönigt, noch entschuldigt werden.

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Was unbedingt noch erwähnt werden muss, ist der Umgang mit Eichin, Runjaic und dessen Co Trainer. Nach der Beurlaubung hatten diese kein Gehalt mehr bezahlt bekommen, wegen angeblichen vereinsschädigenden Verhaltens.
Sie mussten das ausstehende Gehalt einklagen und haben soweit ich weiß alle Recht bekommen. Es ist dem TSV ein enormer Schaden der eh schon sehr belasteten Reputation entstanden. Plus der ganze Aufwand mit Gericht, Anwalt usw. Dieser Vorgang fällt auch unter die Regie von A. Power.

Und es gäbe noch einige weitere unangenehme Anekdoten dieserPerson aus der Amtszeit als sog. GF der KGaA im Herbst und Winter 2016/17 zu erzählen…es ist und bleibt ein Muss: AP muss weg von Sechzig !