Desillusionierte Löwen fahren nach Hannover. Nachdem man nach der enttäuschenden Niederlage gegen den VfB Stuttgart II gedanklich Abschied von jeglichen Aufstiegsträumen genommen hat, steht der nunmehr trockene Ligaalltag schon wieder vor der Tür. Auf gleicher Strecke wie der rote Erzfeind geht es nach Hannover, wo man auf den Aufsteiger aus Garbsen trifft, der aktuell gut in Form ist. Die Löwen treffen auf den Turn- und Sportverein Havelse 1912 e. V.!
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Vor der Saison waren die Havelser als einer der klaren Abstiegskandidaten gehandelt worden und so präsentierte man sich auch in der Hinrunde. Nur 13 Punkte und Rang 19 standen nach dem ersten Durchgang zu Buche. Nach vier Spielen in der Rückrunde hat man nun schon fast halb so viel Punkte geholt, rangiert aber mit 19 Punkten noch immer auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Abstand auf Platz 17, beträgt aber “nur” noch 5 Punkte, was eine Rettung nicht mehr komplett ins Reich der Träume verschiebt.
Besonders in der Offensive sind die Niedersachsen stark unterwegs und haben nur ein Tor weniger als unsere Löwen erzielt. Dafür ist die Defensive mit bisher 47 zugelassenen Gegentoren alles andere als sattelfest, nur der der Schweinfurter Keeper muss öfter hinter sich greifen. Nachdem man in August, September und Oktober nur einen Punkt holen konnte (1:1 in Rostock), ist man nun besser in Form. Nach der Winterpause fertigte man Hoffenheim II mit 4:0 ab und siegte gegen die schwächelnden Auer. Dazwischen musste man sich aber RWE geschlagen geben und hatte letzte Woche in Osnabrück mit 0:2 das Nachsehen.
Wintertransfers
Nachdem der Kader in der Hinrunde klar zu schwach für die dritte Liga war, obwohl man oftmals ansprechende Leistungen zeigte, bekam Trainer Samir Ferchichi (40) einige Verstärkungen im Kampf um den Klassenerhalt.
Zuerst musste man aber einen Abgang verdauen. Stürmer John Posselt (22) wurde von Paderborn per Leihe nach Regensburg weitergereicht – sechs von 25 Toren (24%) musste man also ersetzen. Als direkter Ersatz holte Havelse den 25-jährigen Christopher Schepp von Rot-Weiß Oberhausen nach Niedersachsen. Nachdem es in der Regionalliga nicht mehr lief, konnte er in Liga 3 bisher zwei Scorer beitragen.
Für die Defensive lieh man Dennis Duah (22) von Dynamo Dresden, nachdem dieser in der Hinrunde bereits nach Cottbus ausgeborgt worden war und dort nicht wie gewünscht zum Tag kam. Für das Mittelfeld verpflichtete man den Österreicher Manuel Polster bis Saisonende fix von Lausanne-Sport. In der Schweiz war er bisher an Stade Nyonnais verliehen. Der 23-Jährige hat Erfahrung in der österreichischen Bundesliga und der Conference League vorzuweisen. Außerdem holte Havelse den vereinslosen Tormann Norman Quindt (29) zurück, der zuvor in Emden (RL-Nord) das Tor hütete.
Stadion
Die Löwen spielen ihr Auswärtsspiel in der angestammten Heimstätte der Hannover 96 Amateure und Ausweichquartier des TSV Havelse, dem “Eilenriedestadion“. Ein temporäre Übersiedelung ist notwendig, da das heimische “Wilhelm-Langrehr-Stadion” nicht den Statuten der 3. Liga entspricht.
Das Stadion ist Teil des NLZ der 96er und benannt nach dem angrenzenden Stadtwald “Eilenriede“. Im Zuge der Ausbauarbeiten für die Drittligatauglichkeit wurde die Kapazität auf 5.001 Plätze mittels Stahlrohrtribünen erhöht. Die heutige Anlage ist Nachfolger des 1922 eröffneten “alten Eilenreidestadion“, einer typischen Betonschüssel mit überdachter Haupttribüne und Kapazität von ca. 18.000 Plätzen. Diese Haupttribüne ist seit dem großen Umbau im Jahre 2016 eine Hintertortribüne. Damals wurde das Spielfeld um 90° gedreht, aufgrund der Holzbänke ist eine Nutzung aber leider nicht möglich. Die andere Hintertorseite wurde freigelassen. An den Längsseiten errichtet man moderne überdachte Tribünen, die sowohl Sitz- als auch Stehplätze beherbergen. Alles in allem ein interessantes kleines Stadion, dass aber den Bildern nach zu urteilen naturgemäß nicht mit dem Charme des alten Rund mithalten kann.
Das vom Mäzen Gustav Brandt gestiftete Stadion wurde 1916 von der Stadt Hannover in Auftrag gegeben. Eigentlich war die Bauzeit von Seiten des Geldgebers auf fünf Jahre begrenzt worden, nach seinem vorherigen Ableben wurde aber Aufschub gewährt. Zur Eröffnung am 25. Mai 1922 wurde des “Stadion der Stadt Hannover” genannt. Der von Brandt gewünschte Name “Hindenburg-Stadion” war politisch nicht mehrheitsfähig. Trotzdem wurden die in der Schenkungsvereinbarung geregelte Würdigung Hindenburgs im Stadion auf einer Säule vorgenommen. Anfangskapazität war 25.000, welche aber bis zu einem Rekord von 54.800 in einem Länderspiel 1937 ausgeweitet wurde. Für Hannover 96 war das Stadion immer nur Ausweich- und Jugendspielstätte. Während der Zeit des deutschen Faschismus hieß das Stadion dann offiziell “Hindenburg-Kampfbahn”. Nach dem Krieg wurde es 1951 von den Briten als Eilenriedestadion an die Stadt zurückgegeben.
Das Hinspiel
Im Hinspiel sah es längere Zeit nach einem klaren Sieg für die Löwen aus und der TSV 1860 führte nach Toren von Volland und Haugen zum Ende der ersten Hälfte mit 2:0. Außerdem war es die erste Partie von Marvin Rittmüller im Löwentrikot.
Dann ließ man sich aber wieder einmal die Butter vom Brot nehmen, eingeleitet durch ein Eigentor von Niederlechner. Posselt setzte dann in Minute 89. mit seinem Ausgleich noch einen drauf und Frust machte sich breit im Grünwalder Stadion. Doch dann kam die sechste Minute der Nachspielzeit. Dann kam ein letzter Angriff. Dann kam Patrick Hobsch. 3:2! Aus! Sieg! Das Stadion erbebte als knapp 15.000 Löw*innen ihre Freude in den Giesinger Nachthimmel schrien!
Der 24. Spieltag im Überblick
| Freitag | 19:00 Uhr | FC Viktoria Köln 1904 – FC Erzgebirge Aue |
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| Samstag | 14:00 Uhr | 1. FC Saarbrücken – VfB Stuttgart 1893 II |
| 14:00 Uhr | FC Hansa Rostock – VfL 1899 Osnabrück | |
| 14:00 Uhr | TSV Havelse 1912 – TSV 1860 München | |
| 14:00 Uhr | SV Wehen Wiesbaden – MSV 02 Duisburg | |
| 14:00 Uhr | SC Verl 1924 – TSG 1899 Hoffenheim II | |
| 16:30 Uhr | Rot-Weiss Essen – SSV Jahn Regensburg | |
| Sonntag | 13:30 Uhr | FC Energie Cottbus – SV Waldhof Mannheim |
| 16:30 Uhr | SSV Ulm 1846 Fußball – Aachener TSV Alemannia |
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| 19:30 Uhr | 1. FC Schweinfurt 05 – FC Ingolstadt 04 |












