Gerüchte rund um die Heinrich-Wieland-Sraße

Geht jetzt alles ganz schnell? – Seit einigen Tagen ist ja bereits an verschiedenen Stellen über die akuten wirtschaftlichen Probleme des Fußballprojekts Türkgücü München zu lesen. Steht Türkgücü kurz vor der Insolvenz? Da es sich um einen Drittligakonkurrenten handelt, ist dies natürlich auch ein Thema für die Anhänger des TSV 1860. Das Ligaspiel des 22. Spieltags im Olympiastadion zwischen beiden Vereinen fiel letzten Samstag dem Corona-Ausbruch bei den Löwen zum Opfer.

Ein zweites Uerdingen?

Laut Informationen, die unserer Redaktion zugespielt wurden, könnte es bereits heute soweit sein, dass sich Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny auf den Weg zum Insolvenzgericht München machen muss. Wie es dann in der Heinrich-Wieland-Straße weitergeht, weiß keiner so genau. Eine Blaupause könnte aber der tiefe Fall des KFC Uerdingen aus der vergangenen Saison darstellen: Den Krefeldern wurden am 12. Februar 2021 wegen eines Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens 3 Punkte abgezogen. Da Uerdingen die erforderliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die laufende Saison 2021/22 nicht nachweisen konnte, wurde das Team an das Ende der Abschlusstabelle gesetzt. Heute steht der ehemalige FC Bayer 05 Uerdingen mit neun Punkten aus 22 Spielen auf dem letzten Platz der Regionalliga West. Zehn Punkte fehlen zum rettenden Ufer. Droht dem ambitionierten Projekt aus Neuperlach ein ähnliches Schicksal?

Für den 20er-Kader: Spieler zahlen Hotelzimmer

Das Portal liga3-online.de berichtete bereits heute Vormittag (erneut) über die angespannte finanzielle Lage bei Türkgücü. Unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung war dort unter anderem zu lesen, was sich rund um das Gastspiel beim SC Freiburg II am Dienstag zugetragen hat: Um Kosten zu sparen, wollte man bei den Verantwortlichen auf die Nominierung der erlaubten 20 Spieler verzichten und mit einem reduzierten Kader anreisen. Damit aber aus dem Team niemand zu Hause bleiben musste, haben die Akteure angeblich ein zusätzliches Hotelzimmer im Breisgau aus der Mannschaftskasse bezahlt.

Sechzger.de bleibt natürlich an der Sache dran und hält Euch auf dem Laufenden, ob Türkgücü tatsächlich schon heute die Insolvenz anmelden muss.

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Der Verein war von Anfang an eine Totgeburt und wurde nur mit viel Geld künstlich am Leben gehalten. Was die Macher nie verstanden haben, war die Tatsache, dass es zwar in München eine große Anzahl von ehemaligen Gastarbeiterfamilien aus der Türkei gibt, aber diese inzwischen Minimum in der zweiten oder dritten Generation hier leben und sich oft schon assimiliert haben. Die jungen Deutschen aus diesen türkischstämmigen Familien gehen ganz selbstverständlich zu Bayern oder Sechzig und wissen mit dem Ansatz von TürkGücü wenig anzufangen. Das war in den achtziger Jahren noch ganz anders, als dieses Fußballprojekt schon mal unter diesem Namen startete, auch einen Investor hatte, aber eine ganz andere Fußballbegeisterung hervorrief. Aber das war noch eine andere Zeit, die Leute waren damals noch nicht so integriert und hatten eine Sehnsucht nach “türkischen” Fußball. Ich kann mich da aus eigener Erfahrung an die Zeit erinnern, da war wirklich was los. Aber selbst da klappte es schon nicht ohne Geldinfusionen von außen.

Aber diese Zeiten sind nun endgültig vorbei und lassen sich auch nicht mehr künstlich wiederbeleben. Dann hat man es noch mit einem Strategiewechsel versucht und eher auf die Multi-Kulti-Schiene gesetzt. Aber das war so was von künstlich und eher aus der Verzweiflung geboren. Ein PR-Rohrkrepierer.

Mich wundert nur, warum dieser Investor Kivran es nicht im letzten Jahr dabei belassen hat, das Ganze abzubrechen und in die Insolvenz zu schicken, wie er es eigentlich vor hatte. Stattdessen noch absurdere Pläne mit Börsengang und weiter in den Schornstein gejagten Millionen. Ich hoffe dieses traurige Kapitel wird bald beendet.

Ist doch schön wenn Spieler mal für ihr Hotelzimmer zusammenlegen, das Projekt Türk Gücü steigt oder fällt mit dem spportlichen Erfolg der ersten Mannschaft, im Moment fällt es eher