Der Januar wurde gemeinhin als der “Monat der Weichenstellung” für die Restsaison beim TSV 1860 München bezeichnet. Und der Auftakt zum Auftakt oder die Weichenstellung zur Weichenstellung ist gelungen. Nach einer Schrecksekunde mit einem 0:2-Rückstand schlugen die Löwen gestern eiskalt zurück.

Wehen die erste Hürde im “Monat der Weichenstellung”

Als erste Prüfung in diesem Monat der Weichenstellung bekam es Sechzig gestern mit dem SV Wehen zu tun. Eine Mannschaft, die meines Erachtens traditionell unterschätzt wird und sich für die Löwen in den letzten Jahren immer als harte Nuss herausgestellt hat. Die Wiesbadener spielen traditionell hohes Pressing, bringen ein hohes Laufpensum auf den Rasen und sind meist vor dem gegnerischen Tor sehr effektiv. Und genauso zeigten sie sich gestern im Sechzgerstadion.

2:0 Rückstand ohne schlechter zu sein

Die Gäste lagen in der 23. Minute mit 2:0 in Führung, obwohl die Löwen wahrlich nicht schlechter agierten als die Wiesbadener. Sie nutzen suboptimales Abwehrverhalten nach einer Ecke aus und spielten einen Konter mit einer strittigen passiven Abseitsstellung eiskalt zu Ende. Wäre Sechzig ähnlich effektiv gewesen, hätte es zu diesem Zeitpunkt 2:2 stehen müssen.

Wo war der Geist von Belek?

Zwangsweise setzte bei mir im Gehirn ein Rückblick auf die Spiele gegen Mannheim und Magdeburg ein. Was, wenn die Leistung im Trainingslager nur eine Eintagsfliege war? Oder Rostock gar mit angezogener Handbremse gespielt hätte? Und der Geist von Belek möglicherweise irgendwo zwischen der türkischen Mittelmeer-Küste und Giesing abhanden gekommen sein sollte? Oder ihm der Geist, der seit knapp zwei Jahren die Geisterspiele begleitet, den Zutritt zum Sechzgerstadion verwehrt hätte? Ich fürchtete also das Schlimmste…

Die Löwen beschwören den Geist von Belek

Neue mentale Stärke

Aber der Geist von Belek hatte es ins Sechzgerstadion geschafft. Die Löwen ließen sich nicht aus der Spur bringen und wirkten trotz des unglücklichen Rückstands nicht verunsichert. Ganz im Gegenteil: sie schlugen eiskalt zurück. Ich verortete eine neue mentale Stärke, an der es besonders bei den Heimniederlagegen gegen Waldhof und Magdeburg gefehlt hatte. Und so gelang es Sechzig noch vor der Pause, den Anschlusstreffer zu erzielen (Belkahia, 36. Minute). Die Löwen nahmen die mentale Stärke mir in den zweiten Durchgang. Direkt nach der Pause drückte der TSV ordentlich auf die Tube und Neudecker hatte bereits zwei gute Aktionen, ehe Salger zum Ausgleich einnetzte (50. Minute).

Harter Fight bis zum Schlusspfiff

Schließlich war es ein virtueller Neuzugang namens “STEFARD LEXDECKER” (siehe Liveticker), der den Siegtreffer besorgte. STEfan LEX lenkte den Freistoß von RichARD NeuDECKER zur Führung ins Wehener Tor. In der Schlussphase drückten die Gäste mit lupenreinem Kick-and-rush vehement auf den Ausgleich. Aber die Löwen schienen auch mental gefestigt genug, um dem Ansturm zu begegnen. So gingen sie mit drei Punkten vom Platz und stellten somit die Weichen auf Erfolg.

Wichtige Weichenstellung gelungen

Ich bin mir sicher, dass dieser Sieg die Mannschaft extrem nach vorne bringt. Dieses Spiel noch zu drehen, sollte der Mannschaft weiteres Selbstvertrauen einflößen. Auch die Art und Weise wie der Rückstand gedreht wurde und dass der TSV 1860 München zu keiner Sekunde auf dem Feld verunsichert wirkte, geben mir Hoffnung, dass in dieser Saison doch noch was gehen kann. Die Weichenstellung in den Monat der Weichenstellung ist schon mal gelungen. Nun liegt es an der Mannschaft, die mentale Stärke in das Spiel gegen den KSC mitzunehmen und den KSC zur Verzweiflung zu bringen, wie der gestrige Torschütze Stephan Salger die Marschrichtung ausgab.

Schade nur, dass man nach einem solchen Spiel alleine am Grünspitz den Siegesglühwein auf die Löwen trinken muss.

“Auf die Löwen!”

Am Dienstag hoffentlich wieder!

 

 

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insgesammt eine gute Leistung. nur den Rückstand hätte es aus meiner Sicht nicht gebraucht. aber okay am ende drei wichtige Punkte geholt. weiter Löwen!

So gut fand ich die Leistung grundsätzlich nicht – da ist vieles schief gelaufen. Allerdings konnte die Mannschaft durch ihren Siegeswillen das Ruder nochmal rumreißen und drei wichtige Punkte holen.

Mit dem extremen Willen von gestern müssen wir auch in das Spiel am Dienstag gehen! Nur so gehts!