Der 1.FC Magdeburg hat den TSV 1860 München klar und deutlich mit 5:2 besiegt. Vor allem in einer desaströsen ersten Halbzeit ließen die Löwen jegliche Tugenden vermissen.

Nach der Heimniederlage gegen Waldhof Mannheim bekam es der TSV 1860 München mit dem aktuellen Tabellenführer aus Magdeburg zu tun. In den weißen Sondertrikots zur Weihnachtszeit wollten die Löwen gegen den formstarken FCM punkten.

Michael Köllner reagierte gleich drei Mal. Für den gelbgesperrten Steinhart begann Greilinger als Linksverteidiger. Außerdem spielten Moll (für Belkahia) und Willsch von Beginn an. Deichmann rutschte in die Offensive, Bär machte für ihn Platz und saß auf der Bank.

Trauerminute TSV 1860 München Gegen Magdeburg Für Weltmeister Horst Eckel
Trauerminute für den verstorbenen Weltmeister Horst Eckel vor dem Anpfiff

Denkwürdige 45 Minuten

Mit ein wenig Verzögerung ging es am heutigen Samstag im Grünwalder Stadion los. Nach einer Schweigeminute für den verstorbenen Weltmeister Horst Eckel ging es los. Es dauerte nicht lang, ehe es das erste Mal im Tor der Löwen klingelte. Krempicki erzielte ohne große Mühen das 0:1, nachdem der Ball von Moll´s Füßen direkt aufgelegt wurde (5.).
Aber auch Magdeburg war in der Defensive nicht sattelfest und so gab es bereits drei Minuten später die große Ausgleichschance für den TSV 1860. Lex wurde im Strafraum elfmeterwürdig gefoult. Erneut schritt nicht Sascha Mölders zum Punkt, dieses Mal übernahm Dennis Dressel die Verantwortung. Sein Schuss war nicht schlecht, aber Reimann im Tor der Gäste konnte parieren und zur Ecke klären.

Magdeburg trifft gegen den TSV 1860 mit nahezu jeder Gelegenheit

Doch es bot sich erneut die Gelegenheit zum frühen 1:1. Sascha Mölders tauchte nach tollem Pass von Biankadi frei vor dem Magdeburger Tor auf, doch auch er scheiterte am Keeper des FCM. Wie es besser geht, zeigten die Gäste auf der anderen Seite. Nach einer Ecke kam Müller an den Ball, ließ Mölders mit einem einfachen Haken stehen, spazierte noch 10 Meter durch den Löwen-Strafraum und schloss dann mit links zum 0:2 ab (14.). Schier unglaublich wurde es dann nach 17 Minuten. Gegen vier (!) Spieler des TSV 1860 setzte sich Krempicki an der Strafraumgrenze spielerisch durch und erzielte das 0:3 für Magdeburg.

Während Mölders freistehend erneut vergab (19.), legte erneut ein Löwenspieler für die Gäste auf und sorgte für den nächsten Treffer. Von Greilingers Fuß sprang der Ball direkt zu Schuler, der sich mit Tor Nummer 4 ebenfalls in die Torschützenliste eintragen durfte (28.). Es war immernoch nicht der Schlusspunkt in einer unglaublichen ersten Halbzeit. Neudecker foulte Schuler im Strafraum, den fälligen Elfmeter versenkte Atik zum 0:5 (42.). Pünktlich hatte Schiedsrichter Glaser dann ein Einsehen mit den weißgekleideten Löwen und bat die Mannschaften in die Kabinen.

Magdeburg schaltet zwanzig Gänge zurück, TSV 1860 glückt der Ehrentreffer

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde Lex erlöst und wurde durch Bär ersetzt. Magdeburg beschränkte sich in der Folge – gott sei Dank, muss man sagen – auf das Nötigste und zeigte nicht mehr den unbedingten Willen aus der ersten Halbzeit in der Offensive. Gegen diesen TSV 1860 München in der aktuellen Verfassung reichte allerdings auch das mühelos. Die Löwen waren völlig von der Rolle und in den wenigen aussichtsreichen Momenten wollte ihnen einfach nichts gelingen.

67 Minuten dauerte es, ehe sich der bemitleidenswerte Marco Hiller erstmals auszeichnen konnte. Atik hatte einen Schuss auf das lange Eck abgefeuert, den der 24-Jährige mit einer Flugeinlage zur Ecke klären konnte. Kurz danach dann der Anschlusstreffer: nach einer Hereingabe von Biankadi erzielte Greilinger das 1:5 aus Sicht der Löwen (71.).
Danach wollte zumindest Baris Atik den alten Abstand wieder herstellen, scheiterte jedoch sowohl beim Freistoß (73.) als auch per Schuss (74.) erneut an Hiller, der wohl als einziger Spieler bei den Löwen annähernd Normalform erreichen konnte.

Biankadi trifft spät

Danach verflachte das Geschehen auf dem Platz wieder, viele Auswechslungen auf beiden Seiten prägten die Schlussphase. Kurz vor Schluss ertönte dann noch ein zweites Mal die Torhymne im leeren Grünwalder Stadion. Willsch hatte von rechts auf Biankadi zurückgelegt, der sich gut durchsetzte und zum 2:5 traf (88.). Die letzte Offensivaktion hatten dann trotzdem die Gäste vorzuweisen. Obermair scheiterte allerdings an Hiller. Danach war Schluss.

Der 1.FC Magdeburg feiert mit einem völlig verdienten 5:2-Auswärtssieg gegen den TSV 1860 München die vorzeitige Herbstmeisterschaft. Die Löwen liegen nach zwei Niederlagen in den letzten Heimspielen 2021 auf Rang 11 und haben aktuell acht Punkte Rückstand auf Platz 3 sowie sechs Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone.

Kommenden Samstag geht es zum Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund II, die parallel einen 0:3-Auswärtserfolg beim SC Verl feiern konnten. Anpfiff ist am Samstag, den 11.12.2021 um 14:00 Uhr im Stadion Rote Erde.

Aufstellung TSV 1860: 1 Hiller – 11 Greilinger, 6 Salger, 5 Moll, 25 Willsch – 14 Dressel – 19 Biankadi (88. 8 Tallig), 31 Neudecker (75. 16 Goden), 20 Deichmann, 7 Lex (46. 15 Bär) – 9 Mölders (C) (75. 22 Linsbichler)

Tore: 0:1 Krempicki (5.), 0:2 Müller (14.), 0:3 Krempicki (17.), 0:4 Schuler (28.), 0:5 Atik (42.), 1:5 Greilinger (71.), 2:5 Biankadi (88.)

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Es geht noch schlechter: Gladbach liegt daheim gegen Freiburg zur Halbzeit 6:0 zurück.

Robert reisinger hat gesagt köllner steht nicht in frage. Robert ist der chef. Er hat ahnung und bestimmt den weg des vereins!

Seltsames Spiel gegen Tabellenführer. Wenn Sascha diese Chance am Anfang macht und Dressel auch trifft wäre es interessant geworden und da jeder Abwehrfehler bestraft wurde…
Es bleibt ein Rätsel, was nun zweimal in der ersten Halbzeit so schief laufen konnte, in jedem Fall sollte die Kaderplanung insbesondere zur Abwehrreihe hinsichtlich 2022 und neue Saison schnellstens überdacht und im Idealfall von einem Gorenzel-Nachfolger angegangen werden. Diese Saison gilt es nur noch zu retten !

Solche Trikots pushen einen dazu, wie ein gnädiges Engerl zu spielen 😜