Das letzte Mal im alten Wildpark

Heute vor drei Jahren führte der Drittligaspielplan die Löwen zu einem – leider wenig erfolgreichen – Sonntagsausflug in den Karlsruher Wildpark. Kurz zuvor hatten schon die ersten Abrissarbeiten am Stadion begonnen. Offiziell war das Spiel der 16. Runde das erste von zahlreichen folgenden auf der “Baustelle Wildpark”. Die schön anzuschauende, irgendwie englisch anmutende Gegentribüne rechts vom Gästeblock präsentierte sich der Anhängerschar aus München an diesem Nachmittag zum letzten Mal. Am Saisonende stiegen die Badener zusammen mit dem VfL Osnabrück in die 2. Bundesliga auf, das Stadion ist – im laufenden Spielbetrieb – inzwischen weitgehend neu errichtet und man befindet sich aktuell in der letzten Bauphase.

Beste Stimmung und – wie eigentlich immer in Karlsruhe – jede Menge Pyrotechnik im Löwenblock

 

Ein Traum für Fußballromantiker: Die alte Gegentribüne im Wildpark

 

Die Nordkurve war das erste “Opfer” der Umbaumaßnahmen

Hoffnungen auf den zweiten Auswärtssieg zerschlagen sich schnell

Als Tabellenzehnter reiste das Team von Daniel Bierofka an diesem Novembertag zum Tabellendritten. Der Aufsteiger aus der Regionalliga war durchwachsen in die Saison gestartet, der bis dahin einzige Auswärtssieg war im August beim späteren Absteiger in Aalen gelungen.

Und auch in Karlsruhe ging es gleich denkbar schlecht los: Schon nach vier Minuten markierte Anton Fink mit einem Rechtsschuss das 1:0 für die Hausherren. In der 29. Minute erzielte Simon Lorenz nach einer Ecke von Philipp Steinhart den viel umjubelten Ausgleich für 1860. Der Gästeblock hatte sich noch nicht wieder beruhigt, da klingelte es allerdings erneut auf der anderen Seite: Marvin Pourie überwand mit einem Linksschuss Marco Hiller. Fünf Minuten später kam es noch dicker: Der Löwentorhüter konnte einen Eckball der Karlsruher nur unzureichend klären und legte so ein weiteres Tor für den KSC auf. Torschütze: David Pisot. Mit 3:1 ging es in die Pause, die Hoffnungen auf zumindest einen Punkt für die Löwen schwanden.

Anschlusstor durch Grimaldi kommt zu spät

Nach dem Seitenwechsel brachte Daniel Bierofka geballte Offensivpower und wechselte Stefan Lex und Sascha Mölders für Felix Weber und Quirin Moll ein. Beide hatten in der Folge ihre Torchancen. Sechzig gab sich nicht geschlagen, hatte aber auf der anderen Seite auch Glück, dass die Gastgeber mit diversen Konterchancen leichtfertig umgingen. So blieb es bis zum Schluss trotz des Zwei-Tore-Rückstands spannend. Leider ein paar Minuten zu spät, nämlich erst in der Nachspielzeit konntet Adriano Grimaldi per Kopf das 2:3 aus Sicht der Löwen erzielen, dann war Schluß in Karlsruhe.

Auch die Haupttribüne mit ihren eigenwilligen Stacheln am Dach fiel später dem Umbau zum Opfer

Im weiteren Saisonverlauf sorgten vor allem Heimsiege dafür, dass die Löwen Ende März den Klassenerhalt scheinbar in der Tasche hatten und mit einem weiteren Jahr in der 3. Liga planen konnten. Scheinbar. Mit sechs Pleiten in Serie brachte sich die Bierofka-Truppe dann nochmal in akute Abstiegsgefahr, die erst am vorletzten Spieltag mit einem Last-Minute-3:2 über Fortuna Köln gebannt werden konnte. Der KSC stieg am Saisonende als Zweitplatzierter in die 2. Liga auf, wo er sich in den folgenden zwei Spielzeiten halten konnte. Zu einem Wiedersehen mit dem Zweitligisten und Gegner vom 25. November 2018 kommt es trotzdem noch in dieser Saison: Am 18. Januar gastieren die Badener im DFB-Pokal-Achtelfinale auf Giesings Höhen.

Die Aufstellung der Löwen

Daniel Bierofka setzte am 25.11.2018 in Karlsruhe auf folgende Mannschaft des TSV 1860:

Hiller – Weber (46. Mölders), Berzel, Lorenz, Willsch (74. Paul), Steinhart – Wein, Moll (46. Lex), Bekiroglu – Karger, Grimaldi

Tore:
1:0 Fink(4.)
1:1 Lorenz (29.)
2:1 Pourie (30.)
3:1 Pisot (35.)
3:2 Grimaldi (90.+1)

 

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