So, zwei Nächte drüber geschlafen. Aber immer noch ist dieses 2:5 nicht aus meinem Kopf. Ich wünschte, es wäre anders und es wäre mir egal. Den Blick nach vorne richten auf das Spiel in Dortmund, auf das ich mich schon die ganze Saison freue. Es mag einfach noch nicht gelingen. Und das, obwohl ich das Desaster vom Samstag nur 20 Minuten lang ertragen musste.

Weisheiten eines Vierjährigen

Nach dem 0:3 war Schluss. Zumindest für mich. Nicht, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, sondern weil mein vierjähriger Sohn neben mir auf der Couch saß, dem ich meine zunehmend schlechte Stimmung nun wirklich nicht zumuten wollte. Vor dem Spiel hatte ich ihm noch erklärt, dass die Löwen heute in weißen Trikots spielen würden. “Und der Gelbe ist der Marco, schaut besser aus als orange” war seine Antwort. Ich hätte ihn auffressen können.

Nach ein paar Minuten stand es bekanntlich 0:1. Der lapidare Kommentar meines Sohnes:

“Vielleicht hätten die Löwen doch besser in ihren eigenen Trikots spielen sollen.”

Irgendwie hat es mich tatsächlich ein wenig mit Genugtuung erfüllt, dass die kindliche Naivität die Sinnlosigkeit des Weihnachtstrikots gnadenlos entlarvt hat.

“Papa, warum spielen die Weißen denn nicht mit?”

Es folgten die Gegentore 2 und 3, ich wurde ob der Hilflosigkeit auf dem Platz (und auf der Couch) zunehmend grantig. Ach was, ich hab innerlich gekocht! Was für eine Scheiße! Nach der Demütigung in der ersten Halbzeit am Dienstag gegen Mannheim dachte ich, der Tiefpunkt sei erreicht. Weit gefehlt. Und wieder brachte es ein Vierjähriger auf den Punkt.

“Papa, warum spielen die Weißen denn nicht mit?”

Gute Frage, keine Antwort. Aber genau der richtige Zeitpunkt, um dem Grauen ein Ende zu bereiten. Fernseher aus – der Vorteil von Geisterspielen. Ritter spielen. Tempo kleine Schnecke. Eine Wohltat. Nicht immer, aber zumindest am Samstag Nachmittag.

Und am Samstag fahr ich trotzdem nach Dortmund

 

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Dortmund gibts Karten??
Echt?

Ich habe schon nach dem 0:2 ausgeschaltet und bin spazieren gegangen, das war bei weitem sinnvoller 😄

“Tempo kleine Schnecke” – sehr schön.
da kommt man wahrlich runter .

wär eigentlich auch ein gutes Motto für unsere beiden Restpartien bis Weihnachten ..