Die Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e.V. am vergangenen Sonntag hatte Einiges zu bieten. Natürlich haben wir uns an das Liveticker-Verbot gehalten und keine Infos aus dem Zenith nach außen dringen lassen. Hier kommt unsere Zusammenfassung mit Teil 2:

Bericht des Schatzmeisters

Nach dem Bericht des Präsidenten konnte Schatzmeister und Vizepräsident Heinz Schmidt ein grundsätzlich recht positives finanzielles Ergebnis präsentieren. Bei einer Gesamtleistung inklusive Spenden kam er auf ein Volumen von 3.967.046 € und einen Jahresüberschuss in der Gewinn und Verlustrechnung von 434.135 € für 2018/2019. Im darauffolgenden Geschäftsjahr war es bei einer fast identischen Gesamtleistung von 3.962.226 € ein Jahresüberschuss in der Gewinn- und Verlustrechnung von 398.868 €.

Auftritt von Marc-Nicolai-Pfeifer, Bericht der Kassenprüfer

Auch KGaA-Geschäftsführer (Finanzen) Marc-Nicolai Pfeifer war vor Ort und bekam seine Redezeit. Er dankte für die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten (Gesellschafter und Angestellte sowie Ehrenamtliche) und durfte zu Ende seines Auftritts noch das “Du” von Präsident Robert Reisinger angeboten bekommen. Der Bericht der Kassenprüfer beinhaltete keinerlei Überraschungen.

Entlastung des Präsidiums und des Verwaltungsrates

Nach dem Bericht des Verwaltungsrats durch Sascha Königsberg wurde das Präsidium entlastet: es gab keine Gegenstimme. Auch bei der Entlastung des Verwaltungsrates stimmte keiner der Anwesenden dagegen.

Wahl der Verwaltungsräte

Im Anschluss wurde die Wahl des Verwaltungsrates (9 Plätze bei 10 Kandidat*innen) für die kommenden 3 Jahre durchgeführt. Dabei kam es zu folgendem Ergebnis: Sascha Königsberg (226 Stimmen), Sebastian Seeböck (218), Dr. Markus Drees (215), Christian Groß (214), Nicolai Walch (210), Beatrix Zurek (199), Robert von Bennigsen (175), Norbert Steppe (173) und Gerhard Mayer (166.) dem höchsten Vereinsgremium an. Karl Sochurek (33) ist somit nicht im Verwaltungsrat vertreten. Die Gewählten nahmen die Wahl an.

Wahl der Ehrenräte

Nach dem Verwaltungsrat wurde direkt der Ehrenrat (4 Kandidat*innen für 3 Plätze) gewählt mit folgendem Ergebnis: Dr. Klaus Leipold bekam 175, Stephanie Dilba 152 und Dr. Nikolaus Schmitt-Walter 147 Stimmen. Oliver Zeitler ist mit 78 Stimmen Nachrücker.

Wahl der Kassenprüfer und des Seniorenvertreters

Für die Ämter der Kassenprüfer und des Seniorenvertreters hatten sich jeweils nur genau so viele Kandidaten beworben, wie Plätze zur Verfügung standen. Daher erfolgte die Abstimmung offen. Dr. Peter Janka bekam 245 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen, Anton Bauer 180 Ja-Stimmen bei  67  Enthaltungen in der Wahl der Kassenprüfer. Beide nahmen die Wahl an.  Als Seniorenvertreter gewählt wurde Franz Josef Killer mit 228 Ja-Stimmen bei 19 Enthaltungen.

Satzungsänderungsanträge

Es standen zwei Anträge zur Satzungsänderung zur Abstimmung.

Satzungsänderungsantrag von Eduard Bauer

der erste, von Eduard Bauer, wollte in zwei Antragspunkten eine Brief- bzw. Onlinewahl im e.V. bewirken. Im ersten Antragspunkt sollten die Mitglieder einer Aufnahme der Online- und Briefwahlmöglichkeit in der Satzung zustimmen, Antragspunkt 2 sollte das Präsidium verpflichten, sollte Antragspunkt 1 nicht durchgehen, sich gegen das Votum der Mitglieder dennoch zu einer entsprechenden Aufnahme zu bewegen. Antrag 2 hätte jedoch die Kompetenzen des Präsidiums überschritten: weder darf das Präsidium eigenmächtig die Satzung ändern, noch sich gegen das Votum des höchsten beschließenden Organs des e.V., der Mitgliederversammlung, hinwegsetzen. Letztlich kam Antragspunkt 1 zur Abstimmung, dessen 8 Ja-Stimmen jedoch 218 Nein-Stimmen gegenüberstanden, sodass der Antrag mit großer Deutlichkeit abgelehnt wurde.

Satzungsänderungsantrag von Peter Schaefer

Der Satzungsänderungsantrag von Peter Schaefer befasste sich letztlich mit dem Gegenteil: da es zu erwarten bzw. zumindest nicht auszuschließen ist, dass eine Novelle des Vereinsrechts nach den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie Online-Versammlungen und -Wahlen in den Gesetzestext des Bürgerlichen Gesetzbuches erfolgen könne, sei es nun notwendig, den mehrfach (und kurz zuvor bestätigten) Willen der Mitglieder, Online-Versammlungen bzw. -Wahlen (auch Briefwahlen) abzulehnen, explizit in die Satzung des e.V. mit aufzunehmen. Der Änderungsantrag wurde mit der Ausnahme versehen, dass Präsidium und Wahlausschuss in eigenem Ermessen (und nur im Falle eines wichtigen Grundes wie der hinreichend konkreten Gefährdung der Gesundheit der Teilnehmenden bei einer Präsenzveranstaltung oder ähnlich hoch gewichteten Gründen) ausnahmsweise für den Einzelfall die Durchführung einer Online-MV beschließen dürften.

Hierauf gab es Wortmeldungen des Verwaltungsrats, die die Ausnahmeregelung als zu “schwammig” betrachteten und eine Unterwanderung des eigentlichen Zwecks der Ausnahmeregelung durch klagende Mitglieder befürchteten. Antragsteller und Verwaltungsrat einigten sich in der darauf folgenden offenen Diskussion auf eine gemeinsame Nachbesserung und Neustellung des modifizierten Antrags für die nächste Mitgliederversammlung, woraufhin der Antragsteller den Antrag zurückzog.

Wahl des Wahlausschusses

Hierauf wurde der Wahlausschuss gewählt, dessen Wahl satzungsgemäß das Präsidium in Person von Präsident Robert Reisinger durchführte und überwachte. Die 5 Plätze wurden unter den 6 angetretenen Kandidat*innen wie folgt verteilt: Evert Koenes (219 Stimmen), Christian Poschet (217), Veronika Seemann (210), Peter Schaefer (127) und Arnold Geißler (121) wurden gewählt, nicht gereicht hat es für Reinhard Schmid, der 83 Stimmen erhielt.

Fragen aus dem Plenum

Kurz vor Ende der Veranstaltung wurde Robert Reisinger noch von einer Fragestellerin aus dem Plenum, die offensichtlich den Saal erst deutlich nach dem Bericht des Präsidenten betreten hatte, zur Stadionthematik (“liegt ein 5-Jahres-Mietvertrag für das umgebaute Sechzgerstadion vor?”), einer Jobgarantie für Michael Köllner (“Wieso stellen Sie als Präsident des e.V. öffentlich eine Jobgarantie für Michael Köllner aus?”) zur Rede gestellt.

Reisinger stellte einerseits klar, dass die gestellten Fragen KGaA-Thematiken beträfen und vorher KGaA-Geschäftsführer Pfeifer hätten gestellt werden müssen und stellte vehement und unmissverständlich klar, dass man pünktlich zu erscheinen habe, wenn man zu einer Mitgliederversammlung käme, da zu den Übrigen Fragen bereits alles gesagt worden sei.

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Finde es tott, dass hier ein Bericht über die MV veröffentlicht wird.

Zum Punkt “Fragen aus dem Plenum”

An anderer Stelle wurde behauptet, die vehemente Äußerung von Präsident Reisinger sei unangemessen bzw. unsouverän gewesen. Wie haben Sie die Situation eingeschätzt?

Hat RR auf die Frage zur Jobgarantie für MK geantwortet?

Beim Punkt “Aussprachen” gab es genau eine Wortmeldung, und bei der ging es um corona.

Die Frage nach Köllners Jobgarantie kam am Ende der Veranstaltung unter “Sonstiges” von einer Dame, welche die ersten 4 Stunden der Versammlung gar nicht da war und somit auch alles verpasst hat. Als die Veranstaltung quasi bereits vorbei war, begann sie Reisinger mit unsachlichen Fragen zu torpedieren. Da Reisinger aber bereits 4,5 Stunden als Präsident und Versammlungsleiter absolviert, und alle Fragen bereits vorher beantwortet hat, antwortete er der Fragestellerin ziemlich genervt, was für einige Anwesenden möglicherweise als “unsouverän” angesehen wurde.

Danke

Ist natürlich ein fetter Skandal, wenn der Präsident auf Nachfrage einer Zeitung erklärt, den Trainer gut zu finden. Das geht gar nicht. Reisinger hat es aber in seinem Rechenschaftsbericht auf der Versammlung auf die Spitze getrieben und in seine Anerkennung für die geleistete Arbeit auch noch Gorenzel einbezogen. Wahnsinn, oder? Was erlaubt sich dieser Mann noch alles. Wirkt völlig enthemmt.