Nach den Einlassungen von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zur Stadiondiskussion rund um das Grünwalder Stadion im Interview mit der Abendzeitung, über das wir gestern berichteten, haben sich die Organisationen PRO1860, Sechzig im Sechzger und die Freunde des Sechzgerstadions heute mit einem offenen Brief an Reiter gewendet. Wir dokumentieren diesen Brief hier.

“Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Reiter,

seit Jahren wird die dringend notwendige Ertüchtigung des Grünwalder Stadions hinausgezögert. Bis heute fehlen nachvollziehbare und belastbare Hintergründe zu Aussagen über Kapazität und Lärmschutz. Zwar gab es ein zahlreiche Ankündigungen zum Ausbau des Sechzgerstadions – echter politischer Wille ist bisher jedoch kaum zu erkennen. Wir, PRO1860, Sechzig im Sechzger (SiS) und Freunde des Sechzgerstadions (FdS), haben in den vergangenen Wochen intensive Gespräche in der Löwenfanlandschaft geführt. 

Schon im Vorfeld wurde deutlich, dass eine mögliche Olympiabewerbung abseits von Aspekten wie dem Ausbau des ÖPNV oder einer geringen Chance auf zusätzlichen Wohnraum unter Löwenfans – Stand jetzt – wenig bis gar keine Zustimmung findet. Unsere frühere Anfrage an Sie, wie die Landeshauptstadt München bei erfolgreicher Olympiabewerbung mit den Rugby-Wettbewerben im Sechzgerstadion verfährt und wie stimmberechtigte Fans für den Bürgerentscheid gewonnen werden können, blieb bislang unbeantwortet.

In Ihrem Interview mit der Abendzeitung vom 7. September betonen Sie nun, die Entscheidung zum Umbau sei „tatsächlich unabhängig von Olympia“. Aus diesem Grund sehen wir derzeit keinen Anlass, die Diskussion über eine Olympiabewerbung fortzuführen. Dabei geht es um weit mehr als ein Bauprojekt: Es geht auch um Ihre Rolle als Oberbürgermeister.

Viele Löwenfans nehmen Sie heute weniger als Gestalter, sondern eher als Verwalter wahr – jemand, der Infrastrukturprojekte nicht nachhaltig vorantreibt.

Ihr Wahlkampfversprechen, das Sechzgerstadion ernsthaft auszubauen, ist bisher nicht eingelöst. Wir fordern klare Prioritäten: Erst die Umsetzung des Stadionausbaus, der wöchentlich Fußball und gelebte Tradition in München verankert, dann die Diskussion über Großprojekte wie Olympia – oder eine transparente Strategie, die Synergien nutzt.

Solange das Sechzgerstadion in der Schwebe bleibt, können wir keine positive Argumentation zugunsten einer Olympiabewerbung finden oder gar unterstützen. Zeigen Sie, dass die Stadt München Fans, Tradition und Sport nicht nur im Wahlkampf ernst nimmt. 

Wir erwarten, dass die Stadt nun endlich konstruktiv gemeinsam mit dem TSV 1860 nach Lösungen sucht. Der Ansatz, die Kapazität auf 25.000 zu erhöhen, sollte dabei nochmals intensiv und ergebnisoffen geprüft werden. 

Nutzen Sie die Chance – für das Stadion, für die Löwen, für München und nicht zuletzt für Ihre mögliche Wiederwahl.

Mit freundlichen Grüßen PRO1860 / Sechzig im Sechzger / Freunde des Sechzgerstadions”

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Vorstopper

Boah ey, was der User da erzählt ist schon Hardcore. Die Mehrzweckhalle am Flughafen ist beschlossen und wird gebaut. Menschen kommen heute von überall um sich für viel Geld solche Events reinzuziehen, da spielen die dreißig Minuten in der S Bahn keine Rolle, zumal Riem verkehrstechnisch nicht vernünftig erschlossen ist. Vor allem ist ein Stadion keine Halle und höchstwahrscheinlich wird die Olympiahalle modernisiert. Für die HV von BMW und Allianz ist sie immer noch gut genug. Dann immer dieses Gerede von dem angeblich riesigen Potential im Kaiserklo gab es in der ersten Saison viel Stadiontourismus, dann noch das Dortmund Spiel und Katastrophengeglotze gegen Kiel und Regensburg.
Wenn jetzt ein paar besonders schlaue inklusive flauschigem Blogger oder WuBfdTSV( mit ihren fünfundvierzig Followern) davon blubbern der Bau in Riem könne durch Einnahmen aus der Vergabe der Namensrechte finanziert werden, der hat auch dem Hendlbrater geglaubt, der behauptete Fröttmaning werde mit den Erlösen aus dem Parkhaus bezahlt.
Wenn München etwas nicht braucht, dann ein viertes Stadion in dem dann maximal 22 Spiele pro Saison stattfinden.
Baut endlich das Sechzger aus!

Last edited 5 Monate zuvor by Vorstopper
Claus

Viele Löwenfans nehmen Sie heute weniger als Gestalter, sondern eher als Verwalter wahr”

Das ist in meinen Augen noch sehr freundlich formuliert, besonders wenn man mal kurz über den (Fußball-)Tellerrand hinausschaut: Da halte ich Reiter für einen greisen Grüß-August, der völlig damit zufrieden ist, einmal im Jahr das Wiesn-Bierfass anstechen zu dürfen.

Kurz mal zur Erinnerung: Gasteig-Renovierung – seit Jahren geschlossen, es gibt aber noch nicht einmal einen beschlossenen Plan, wie’s weitergeht. Nahverkehrs-Ausbau: Tram-Westtangente plant/baut man jetzt seit Jahrzehnten. Derweil fährt weder die U-Bahn noch die Tram auch nur einen Tag im Jahr pünktlich ohne größere Ausfälle. Klar beschlossene Radweg-Ausbauten (Volksentscheid!) werden vielleicht St.Nimmerlein mal realisiert. Im Wohnungsbau verfehlt man seit Jahren zuverlässig jedes selbst-gesteckte (also ohnehin schon niedrige) Ziel. Die Stadtwerke versenken Geld in irgendwelchen Nordsee-Windparks, gleichzeitig gibts bis heute keine ordentlichen Angebote an die Bürger für Solarzellen-auf-dem-Dach oder Elektroauto-Ladestationen. Während sich andere Großstädte wie Paris oder Wien mit zig Projekten auf den Klimawandel einstellen, verscherbelt man in München lieber die Innenstadt an die IAA.

Zurück zum Fußball: Was erwartet sich der TSV 1860 also von der Stadt? Und da kann die Antwort m.E. nur ein “wir nehmen das lieber selbst in die Hand” sein. Also: Stadion in Erbpacht von der Stadt übernehmen, einen soliden Ausbauplan für 25′ bis 28’000 Leute entwerfen, die Finanzierung klären (Sponsoren, Genossenschaft à la St.Pauli…) und die Genehmigung durchsetzen. An dem Standort wird seit über 100 Jahren Fußball gespielt, und das mit deutlich mehr Zuschauern. Da gibt es keine sachlichen Gründe gegen eine Genehmigung, das ist nur vorgeschobenes Theater einer unwilligen, lethargischen Stadtverwaltung.

Last edited 5 Monate zuvor by Claus
Chemieloewe

👍Sauber, voll auf den Punkt gebracht! Stimme Dir 1860%ige zu!

Last edited 5 Monate zuvor by Chemieloewe
SpeziSpezl

Der Löwe neigt aufgrund der ruhmreichen Vergangenheit ja gern mal zum Größenwahn. Welche 40.000 sollen das Stadion gegen jede Woche voll machen? Klar haben wir ein riesiges Potenzial und wenn wir aufsteigen, gegen Schalke und Hertha spielen mach ich mir keine Sorgen. Wenn wir im Pokal die Roten ziehen kriegen wir auch 200.000 Karten verkauft. Auch in der zweiten Liga spielen wir aber mal gegen Paderborn oder Preussen Münster. Wenns mal sportlich nicht so ansehnlich wird dann haben wir doch auch im Grünwalder Lücken auf der Tribüne, auch wenns offiziell ausverkauft ist.

Außerdem, wenn wir 2047 dann im Riemer Stadionwegen wilden Investorentscheidungen die Ligalizenz nicht bekommen und wieder in der Regio starten müssen, gibts dann das große Comback im Sechzgerstadion?

Mutloewe

Oh mei, der rote Reiter und seine Lehrerpartei SPD.
Man berücksichtigt im Kollegium sämtliche Meinungen, diskutiert was nicht sein darf und nicht sein kann, verliert sich in der Suche nach Kompromissen die es nicht gibt – Verantwortungsdiffusion statt klarer Linie. Aber man hat Jahre diskutiert und dann geht es selbstgefällig in die Pfälzer Weinstuben.
Ein bisserl Amigo derfst scho sei, wennst was bewegen willst in dera Stodt. Aber man muss es halt im Kreuz haben und Verantwortung übernehmen. Mit dem Reiter wird das nichts. Aber pünktlich vor Wahlen aus dem Loch kriechen und den Köder auslegen. So bläd samma fei ned, Herr Reiter!

randpositions_loewe

Wenn es nach der CSU gegangen wäre, stünde das Stadion schon längst nicht mehr.

daFlori

Ich bin selbst in meiner Kindheit schon im Sechzger gewesen, würde es gerne sehen nochmal Bundesliga und internationale Spiele dort zu erleben. 25.000 und dann?!? Selbst wenn es die gäbe. Durch den Hype der WM 2006 werden wir in Zweit- und Bundesligazeiten eher ein Stadion um die 40.000 benötigen. Reiter selbst sagt nun, dass 45K in Riem möglich wären.

Klar weiß ich, dass jetzt kommt, wer soll das bezahlen? Aber es gibt für mich eine Lösung. Die Stadt hat mit der neuen Eventarena in Freising Konkurrenz bekommen was Konzerte angeht. Die Olympiahalle kann da nicht mithalten. Die Chefin des Olympiaparks Marion Schöne hat gesagt, es fehlt etwas zwischen Olympiastadion und Halle, so mit Fassungsvermögen bis 45K (https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/jetzt-kommen-magere-jahre-olympiapark-chefin-marion-schoene-im-az-gespraech-art-1071057). Das wäre genau so ein Stadion das Reiter ansprach.

Es gibt Stadien die für Konzerte geeignet und gleichermaßen für den Fußball gebaut sind. Hinzu käme, dass es die Stadt vermutlich billiger käme ein neues Stadion in Riem zu bauen, als das Sechzger für 25.000 erstligatauglich auszubauen. Zudem verliert die Stadt nicht Topacts an Konzerten an die Stadt Freising, was neben Einnahmen auch Werbung ist.

Schlagt also der Stadt vor das Stadion für uns und die Konzertbesucher zu bauen. In der Sommerpause Konzerte, ansonsten Ligabetrieb. Durch die 45K Zuschauer, die wir meiner Meinung nach in höheren Ligen locker bringen, hätten wir zudem trotz Miete noch einen Gewinn.

Was aber auch wichtig ist: Wir verzwergen uns nicht und Generationen haben eine Chance an Vaters Hand ins Stadion zu gehen.

Das Sechzger kann sogar im Ist-Zustand renoviert und erhalten bleiben, für die Amas und unsere Frauen. Auch ich werde da weiterhin hingehen, denn cih liebe das Sechzger wie es ist, nicht wie es sein kann. Es wird weiterhin ein Amateurstadion benötigt. Unsere DNA bleibt dadurch und durch die 114 erhalten. Die Finanzierung des Stadions wäre auch geklärt.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Sechzger, aber selbst Aachen, Essen, wo ich zuletzt war, haben lautere, moderne und zukunftsfestere Arenen als wir. Würde das Sechzger nochmal 35.000 bis 40.000 fassen können, wäre ich sofort dabei und würde sagen: Alternativlos. Aber wenn sogar schon bei 25.000 ein großes Fragezeichen steht – der politische Wille ist eben nicht da – dann muss man die Realität anerkennen.

Sagt man dem Reiter, stelle das Stadion in Riem hin, sorge dafür, dass das Sechzger saniert wird im Erhalt, dann bleibt alles wie es ist und wir haben obendrein eine Zukunft. Es soll zudem das letzte Grundstück in Riem sein, was übrigens einleuchtet. Was passiert, wenn wir eines Tages wieder international spielen, dank Christian Werner habe ich da wieder Hoffnung, dann werden wir Generationen ausschließen die im 18K- oder 25K-Sechzger keinen Eintritt mehr haben. Schon jetzt kommen viele nicht ins Stadion 63x ausverkauft heißt auch Stagnation.

Und baut man dann so vernünftig, dass man in Riem auch noch ein Bier bei Socialising trinken kann, dann saufen wir auch in unsere eigene Tasche. Wer dennoch die Wirte in Giesing unterstützen will fährt die 10 Minuten mit der U-Bahn zum feiern rein.

Es wäre also Win-Win-Win.

Kraiburger

Wenn das Stadion in Riem (bei dem ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann wo das stehen und wer das zahlen soll) dann auch 63x in Folge ausverkauft ist, ist dass dann auch Stagnation? Was kommt danach? Wenn wir nämlich erstmal 69x international spielen – dank Christian Werner habe ich da wieder Hoffnung – dann sind wir auf Gedeih und Verderb der Riemer Verzwergung ausgeliefert!

Und sind wir uns doch mal ehrlich: Nichts ist naheliegender, als dass wir sehr, sehr zeitnah international spielen. Aachen hat das ja auch vorgemacht, damals, im Europacuphype nach der WM 2006. Als sie genauso ein Stadion, wie von dir gewünscht, gebaut haben.

Dass das nach 19 Jahren das erste mal ausverkauft war, weil sie vor lauter fehlendem Geld statt nach Barcelona und Baku für lange Zeit nur nach Bonn und Bochum-Wattenschein gefahren sind.

daFlori

Der Vertrag der ausläuft müsste der Containerplatz von Kloiber sein. Das war vor Jahren schon mal im Gespräch. Was Aachen angeht: Ja, ist schief gegangen, aber auch das Stadion ist nun in städtischer Hand. Und uns kannst du nicht mit der Alemannia vergleichen, was das Fanpotential angeht. Es ist vielleicht nicht naheliegend, dass wir bald international spielen, aber die 2. Liga ist greifbar. Und selbst da gehe ich von durchschnittlich 30.000 aus. Das Potential haben wir. Und wie gesagt, die Stadt benötigt einen Konzertort für bis zu 45K, das wurde mal geäußert, da man sonst Topacts woanders hin verliert. Das wäre die Chance einer Finanzierung durch die Stadt. Und wie gesagt, ich liebe das Sechzger, aber seit 30 Jahren geht da nix. „Es gähd hoid ned“ sagte KHW. Er hat bisher Recht behalten. Zumindest was das Sechzger angeht. Ich schätze dich und viele andere sehr, die für unser Sechzger kämpfen. Aber man muss nicht immer gleich jede andere Meinung schlecht reden, und deren Verkünder durch den Kakao ziehen. Will man ernsthaft was voran bringen, dann setzt man sich auch mal mit anderen Meinungen auseinander. Und prüft zumindest ob das ne Option ist. Zumal die eigenen Studien auch ergeben haben, dass wir mit Neubau besser dastünden (u.a. Mueller-Studie)

Last edited 5 Monate zuvor by daFlori
Stefan Kranzberg

Die Realität in der 2. Liga sah anders aus. Von 30.000 im Schnitt keine Spur. Das mag in einem neuen Stadion kurzfristig anders sein, aber darauf verlassen und damit planen sollte man nicht.

_Flin_

1860 hat ein Zuschauerpotential von dauerhaft 25.000 Zuschauern. Das wird von den Menschen mit den grossen, teuren Träumen nur leider gerne ignoriert.

In allen vorherigen Saisons wurden höhere Schnitte alleine durch einzelne, gut besuchte Spiele wie gegen die Seitenstrasse oder den FCA erzielt.

Ob das Olympiastadion oder Kaiserklo war.

Urloewe

Das ist für mich ein völlig falsches Argument.
Zuschauerpotentiale verändern sich.
Kommen erst die Erfolgsfans dazu, bist du schnell bei 100 000.
Das soll aber jetzt kein Argument für ein Stadion in Riem sein.
Bin absolut für das GWS.

1860ZELL

Dann wollen wir einmal hoffen, dass das Gesetz der Serie bei 1860 nicht zum Tragen kommt. Mehr als 50 % der Aufsteiger aus der 3. Liga befinden sich nach kurzer Zeit wieder in der gern verspotteten Pleiteliga und die Erfolgsfans verbleiben lieber auf der häuslichen Coach.

Leonie60

Die Konzertarena hat 450 Mio gekostet!

Was glaubst was ein Stadion plus Grundstück und Infrastruktur kostet?

Du schreibst:
“Hinzu käme, dass es die Stadt vermutlich billiger käme ein neues Stadion in Riem zu bauen, als das Sechzger für 25.000 erstligatauglich auszubauen”.

Wenn du tatsächlich glaubst, die Stadt baut 60 ein Stadion ist dir nicht zu helfen!

michl60

Ich weiß ja nicht, was zu eingenommen hast, ich würde es aber absetzen. Die Stadt soll uns ein Stadion bauen, wie weit bist du denn von der Realität weg? Eher baut uns Ismaik ein Stadion. Die Stadt hat nicht einmal Geld zum Einstellen neuer Mitarbeiter und dann sollen die uns ein Stadion für 50 oder noch mehr Millionen hinstellen 😂😂 Verfolgst du die Finanzlage der Kommunen in Deutschland nicht?

Christian

Aber einen Umbau für Pro 1860 soll die Stadt schon bezahlen?

michl60

Es ist ein städtisches Gebäude, also ist die Stadt auch für die Instandhaltung verantwortlich, wer auch sonst. Wie umgebaut werden soll liegt dann natürlich auch in städtischer Hand

Benjisson

Ich wüsste nicht das Pro1860 ein Stadion hat!

daFlori

Michl, der erstligataugluche Ausbau des Sechzgers wird über 100 Millionen kosten. Ein Neubau käme bei Kosten-Nutzen-Betrachtung günstiger. Das Stadion gehört der Stadt. Die will sparen. Das wäre ein Weg.

Kraiburger

Also Flo, bei aller Liebe.

Aber das Kloiber-Gelände ist nicht nur zu klein für ein 25.000er, es hat auch keine Parkplätze und keinen Verkehrsweg zum ÖPNV.

Da fehlt mir schon sehr die Phantasie, wie du auf dieser nicht erschlossenen Fläche incl Grundstück, Finanzierung, ÖPNV und Parkplätzen ein taugliches Stadion für unter 100 Millionen hinstellen willst.

Vielleicht schaust dir die Fläche erstmal nochmal auf googlemaps an und setzt dich ein wenig mit den Münchner Baukosten auseinander.

daFlori

Da hab ich mich ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ich glaube nicht, dass es unter 100 Mio. machbar ist. Ich bin aber sicher, dass es sich für die Stadt betriebswirtschaftlich mehr rechnet ein 45K-Stadion, das für Konzerte und Fußball genutzt wird, hinzustellen, als das Sechzger für im Idealfall am Standort Giesing auszubauen. Was die Infrastruktur angeht, es wäre leicht den Anschluss mittels einer Brücke zu schaffen. Parkplätze sind an der Messe genug vorhanden. Das Gelände müsste meinem Dafürhalten nach ausreichen. Dass Großveranstaltungen dort möglich sind haben due Adelekonzerte gezeigt. Weißt du, innerlich hoffe uch immer, dass ein paar von uns mehr wissen bezüglich des Ausbaus unseres Sechzgers und es fertige Pläne für mehrere Ausbaustufen gibt. Deswegen tede ich mir auch die verkorkste Ostkurve schön, weil ich glaube, dass von Anfang an der Plan bestand draufzusatteln. Wenn dem so wäre bin ich ja beruhigt. Sber es sind mittlerweile so viele Jahre ins Land gegangen und selbst der ehemalige KGaA-Chef Mueller hat mit der Studie andere Ergebnisse erzielt, so, dass mur einfach der Glaube fehlt. Mehr Transparenz wäre daher wünschenswert, wenn es andere Erkenntnisse gibt. Ich liebe unser Sechzger, aber ich liebe unseren Verein einfach mehr. Und deshalb habe ich solche offenen Gedanken. Sollte ich im Lotto gewinnen, dann kaufe ich die Häuser auf der Seite der Haupttribüne um Platz zu schaffen für den Ausbau, auch das habe uch schon überlegt. Das ändert aber erst mal nichts daran, dass wir in alle Richtungen denken sollten. Es wäre ja auch denkbar das Sechzger zu einem Konzertstadion auszubauen, nur das Problem mit den Anwohnern kannst halt nicht wegdiskutieren. Die regen sich ja schon auf, wenn der Stadionsprecher Durchsagen macht.

Thomas Enn

2012 wurde vom Merkur immerhin genau dieses “Kloiber-Gelände” als Standort für ein 40.000-Mann Stadion in Riem genannt:

https://www.merkur.de/lokales/muenchen/1860-stadion-rueckschlag-riem-plan-2550015.html

Parkplätze sollten ja für die Messe vorhanden sein, aber der Weg zur U-Bahn ist über 30 Minuten. Insgesamt also mindestens eine Tristesse a la Allianz Arena…

(Screenshot Google Maps)

Screenshot-2025-09-10-092750
Kraiburger

Und vielleicht will Dieter Reiter während seiner Amtszeit als Verwalter unbedingt noch einen “potenten Nachmieter” für das kloiber-Gelände präsentieren, deshalb macht er jetzt soviel Druck.

Allerdings hätte er jetzt auch 12 Jahre Zeit gehabt, sich wirklich um Sechzig zu kümmern.

Wenn der Artikel von 2012 ist, dann wäre ja jetzt eben genau jene 12 bis 13 Jahre Zeit gewesen, dass sich irgendjemand drum kümmert. Aber in dieser Zeit ist das Gelände weder lukrativer, noch billiger, noch unsere Finanzlage besser geworden.

Aber als Alternative zum alternativlosen Sechzger soll es herhalten.

“Alternative für Sechzig” offensichtlich. Wie bei den anderen die sich so nennen, dann ebenso ohne Ahnung und ohne Alternative, aber hauptsache mit ordentlich Krawall.

Langweilt mich!

Thomas Enn

Mich auch.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Firma Kloiber ja ihren Mietvertrag vielleiht doch nicht verlängern will. Weil warum sollte Reiter dann damit an die Öffentlichkeit gehen, anstatt einfach das Mietverhältnis weiterlaufen zu lassen.

michl60

Das glaubst du doch selbst nicht, dass du für 100 Millionen ein neues Stadion mit kompletter Infrastruktur bekommst

Stefan Kranzberg

Die Stadt darf gar kein neues Stadion bauen, das nur dem TSV 1860 zugute kommt.

Kraiburger

Aber sie darf ein olympiataugliches Rugbystadion für 25.000 Besucher bauen, das im Sinne der vielgepriesenen Nachhaltigkeit an einen Fußballverein langfristig vermietet wird. Das wäre das, was ich eine win-win-Situation nennen würde.

Benjisson

Günstiger? Verkehrsanbindung? Parkplätze? Stadionbau? Bitte nochmal vernünftig nachdenken!

Urloewe

Es sollte keine Denkverbote geben.
Deshalb finde ich deine Gedankengänge gut und interessant.
Sollte die Stadt tatsächlich ein solches Stadion wollen, wäre das eine echte Chance. So recht mag da kaum einer dran glauben. 60 wird das nie stemmen können, der Investor, der es baut, ist wohl noch nicht geboren.
Ansonsten wo wollen wir denn hin in Zeiten der Kommerzialisierung des Fußballs, in denen die Roten wie ein Sargdeckel aus Beton über der 1. Bundesliga liegen.
Wollen wir wirklich Vizemeister werden und 100 Mio für einen Spieler ausgeben, um Championsleague zu spielen?
Oder konzentrieren wir uns lieber auf das, was uns auszeichnet, das Bodenständige, die Verwurzelung in Giasing, das städtische Stadion an der Grünwalder Straße, etwas Einzigartiges und Liebenswertes, was es selten in Deutschland noch gibt.
Insofern mir sind tatsächlich 18000 in Giesing lieber als 45000 in Riem. Deinen Ansatz kann ich trotzdem gut verstehen. Für den Erfolg möchte ich persönlich den wertvollen Schatz, den wir da haben, nicht aufgeben.
Trotzdem sollten wir offen diskutieren und nicht von vornherein alle neuen Gedanken abkanzeln.

Kraiburger

Von “offen diskutieren” kann aber nur sehr wenig Rede sein, wenn der emotionale Eingangspost bereits davon spricht “Wer trotzdem sein Bier in Giesing trinken will, der ist ja immer noch in 10 Minuten im Stadion”, wobei ein Blick auf die Apps zeigt, dass die Strecke nicht in weniger als 50 Minuten zu schaffen ist. Darunter eine halbe Stunde Fußmarsch über das Baumagelände und einer Autobahn.

Ich mag es halt nicht, wenn uns hier sogenannte Alternativen präsentiert werden, wenn diese auf den zweiten Blick nicht ansatzweise existieren.

Leonie60

völlig realitätsfremd ist auch, dass man unter 100 Mio was neues baut. Da geht nix unter 400 Mio und das ist noch sehr wohlwollend gerechnet.