(Ein Kommentar von Stephan Tempel statt “Sechzig um Sieben”)
In all die guten bzw. sehr guten Meldungen vom gestrigen Tage rund um den TSV 1860 wollte eine nicht so ganz hineinpassen – das MVV-Ticket wurde für die Jahreskarten gekündigt und folgende Begründung war auf der offiziellen Homepage zu lesen:
„Allerdings war das Kombiticket für den Münchner Nahverkehr mit Abgaben im hohen sechsstelligen Bereich ein sehr großer Kostenfaktor, dem sich Marc-Nicolai Pfeifer gleich zum Start seiner Tätigkeit als neuer kaufmännischer Geschäftsführer ganzheitlich gewidmet hat.
Verschiedene Umfragen zeigten, dass das auf den Eintrittskarten enthaltene Ticket für die Nutzung des MVV-Gesamtraums in einer regulären Saison ohnehin lediglich von rund 50% der Ticketinhaber tatsächlich genutzt wird. Gerade im Hinblick auf die neue Spielzeit, in der bis auf Weiteres keine Zuschauer zu den Spielen zugelassen werden und danach noch nicht sicher ist, ob und wenn ja wie viele Zuschauer ins Grünwalder Stadion kommen dürfen, wäre es fahrlässig, den Vertrag in der ursprünglichen Form aufrecht zu erhalten. Insbesondere ein Heimspiel mit 15.000 Löwenfans scheint coronabedingt leider noch in weiter Ferne zu sein.
Folglich wird der TSV 1860 München in der kommenden Spielzeit die Kombi-Ticket Vereinbarung aussetzen.“
Natürlich erscheint diese Begründung sinnvoll, insbesondere so lange überhaupt keine Fußballfans in den Stadien zugelassen sind – faktisch ist es aber eine Preiserhöhung – und zwar je nach Wohnort eine saftige:
Beispiele gefällig? Ich schreibe diese Zeilen in München-Sendling, eine MVV-Karte besitze ich nicht, weil ich diese für den Arbeitsweg nicht benötige, ins Stadion fahre ich mit dem Bus. Demnach kostet mich jedes Spiel zukünftig 6,60 Euro mehr.
Ein Sitzpplatz neben mir: Mein Bruder kommt aus Mammendorf, in die Arbeit fährt er mit dem Auto, zu den Löwen wie gewünscht mit dem MVV. Zukünftig kostet das 16,60 Euro – je Person und je Spiel.
Rutschen wir ein paar Plätze weiter bei der Sitzplatz-Jahreskarte, zum Schwager: Der wohnt und arbeitet in Wasserburg, zu den Löwen fährt er wie gewünscht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehrkosten dafür zukünftig: 22,50 Euro – je Spiel.
Selbst wenn man davon ausgeht, dass wir nach entsprechenden Hygienekonzepten bei reduzierter Zuschauerzahl nur jeder 5 Spiele besuchen können, sind das je nach Wohnort 33, 83 oder 112,50 Euro mehr. Bei fünf Fußballspielen.
Stutzig macht auch folgender Satz in der Pressemitteilung:
“Die Einsparungen durch den Verzicht auf das MVV-Ticket in der Saison 2020/21 werden anteilig in eine Etaterhöhung der Profimannschaft fließen”
Anteilig? Wohin fließt denn der andere Teil?
Wie schaut das bei euch aus, Löwenfans: Seid ihr auf das MVV-Ticket angewiesen – oder wohnt ihr nah genug am Sechzgerstadion oder habt ohnehin eine Jahreskarte? Wir sind gespannt auf eure Rückmeldung:
Anmerkung: In einer früheren Version stand, dass es nachdem die reduzierte MWSt nicht weitergegeben wurde die zweite Preiserhöhung wäre. Nachdem die Leistung der Jahreskarte erst mit dem letzten Spiel als erbracht gilt und somit der Zeitpunkt des Kaufes unerheblich ist, wird bei den Jahreskarten der volle MWSt.-Satz fällig. Der Artikel wurde entsprechend angepasst, wir bitten die Falschinformation zu entschuldigen.












