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13.06.1964: TSV 1860 wird Pokalsieger!

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TSV 1860 finale pokalsieger

Am 13.06.1964 krönte sich der TSV 1860 zum Pokalsieger und qualifizierte sich damit für den Europapokal, wo die Löwen ein Jahr später das Finale erreichten.

Unter den zigtausend Löwenfans, die sich vor 62 Jahren auf den Weg ins Neckarstadion nach Stuttgart machten, war auch der Vater unseres Autors Stefan Kranzberg, der uns (und Euch) an seinen Erinnerungen teilhaben lässt. Viel Spaß!

Erinnerungen eines Zeitzeugen

Bereits am frühen Morgen des 13.06.1964 fuhren wir von München aus mit dem Auto nach Stuttgart. Wir, das waren ich (damals gerade 18 geworden), ein Arbeitskollege und zwei ältere Männer, mit denen wir schon des Öfteren auf einer Wiese an der Naupliastraße in Giesing Fußball gespielt hatten. Es war schon ein riesiges Erlebnis, wie viele Löwenfans mit ihren Fahrzeugen Richtung Schwaben unterwegs waren, um 1860 zu unterstützen. Der große Favorit war ja die Eintracht, zumal wir uns im Halbfinale beim 4:1 nach Verlängerung gegen Altona sehr schwer getan hatten.

Wir hatten eine große Sechzgerfahne dabei, die wir auch mit auf den Stuttgarter Fernsehturm nahmen. Für uns war das natürlich etwas ganz Besonderes, zumal es damals in München den Olympiaturm noch gar nicht gab. Aufgrund der Fahne wurden wir von vielen Besuchern jedoch nur belächelt, aber wie heißt es so schön: Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Als wir im Stadion ankamen, war es bereits brütend heiß. Spielbeginn war um 16 Uhr, die Hitze war schier unerträglich und keiner von uns wollte mit den Spielern auf dem Platz tauschen. Trotzdem entwickelte sich ein spannendes Spiel mit vielen Tormöglichkeiten. Als Kohlars in der 43. Minute das 1:0 für die Löwen erzielte, war der Jubel natürlich riesengroß, denn schon vorher waren wir uns einig, dass die Mannschaft gewinnen würde, die zuerst trifft.

TSV 1860 wird Pokalsieger 1964

In der zweiten Halbzeit musste dann (wenn ich mich nicht täusche) Berti Kraus verletzungsbedingt raus und damals durfte ja noch nicht gewechselt werden. Diese Hitze und nun auch noch Unterzahl… Die Eintracht machte mächtig Druck auf unser Tor, doch die Löwen machten ihrem Namen alle Ehre und kämpften bis zum Umfallen. Umso größer war die Erleichterung, als Rudi Brunnenmeier in der 63. Minute das 2:0 für 1860 erzielte und der Jubel kannte keine Grenzen. Uns war klar: Das lassen sich die Löwen nicht mehr nehmen!

Frankfurt gab sich zwar noch nicht geschlagen, doch trotz Unterzahl brachte Sechzig dieses Ergebnis souverän über die Zeit und sicherte sich den DFB-Pokal. Als Kapitän Rudi Brunnenmeier den Pokal überreicht bekam, floss nicht nur auf dem Platz die ein oder andere Freudenträne. Wie wir heute wissen, standen uns damals goldene Jahre bevor: Europapokalfinale und Meisterschaft sollten folgen. Damals jedoch genossen wir den Moment und die Heimfahrt war wie ein weiß-blaues Meer, da alle ihre Fahnen aus den Autos hängen ließen.

Einen tollen Bericht zum Pokalfinale 1964 findet Ihr in der ARD Mediathek!

Autoren: HJF & Stefan Kranzberg

 

Neue Verhandlungsdetails: Sollten die Fans für Ismaik gerade stehen?

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Regen an der 114, dank Ismaik?

Mittlerweile ist es gewiss: Seit dem vergangenen Donnerstag ist offiziell klar, dass der TSV 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga erhalten wird. Grund hierfür ist eine nicht erfüllte Lizenzauflage zum Stichtag am 3. Juni. Was die Hintergründe der gescheiterten Verhandlungen angeht, kommen aber immer wieder neu Details ans Licht. Im Mittelpunkt steht Investor Hasan Ismaik. Der Jordanier kündigte wenige Tage vor Ablauf der Frist überraschend zwei bestehende und verbindliche Darlehensverträge – und das ohne tragfähigen Grund und damit rechtlich unwirksam. Zu dieser Einschätzung der Rechtslage kommen mehrere mit der Angelegenheit befasste Anwaltskanzleien.

Doch warum brauchte die KGaA diese Kredite? Diese Darlehen waren notwendig geworden, um Unterdeckungen auszugleichen, die durch erhöhte Budgets unter Verantwortung der HAM-Seite im Juni 2025 entstanden waren. Durch ihre Stimmenmehrheit im Aufsichtsrat (der von HAM besetzte Vorsitz hat bei Gleichstand eine doppelte Stimme) hatten die Investorenvertreter Budgeterhöhungen gegen die Stimmen der e.V.-Räte durchgesetzt. Das auszugleichende Defizit war also seitens HAM hausgemacht und lange bekannt.

Zwei Verträge – und einer ging dem e.V. zu weit

Als sich Präsident Gernot Mang und der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Bergmaier nun am maßgeblichen 03. Juni den Fans stellten und die bittere Nachricht vom Zwangsabstieg überbrachten, sprach Bergmaier von zwei unterschiedlichen Vertragsversionen für eine kurzfristige Notfinanzierung.

Eine Version habe die Zustimmung von HAM gefunden, die andere die des e.V. Die KGaA hätte laut Bergmaier mit beiden Modellen leben können – was angesichts ihrer existenzbedrohenden Lage kaum überrascht. Wer ums Überleben kämpft, kann sich seine Rettungsleine für gewöhnlich nicht aussuchen. Doch was waren die Diskrepanzen, welche die jeweilige Seite zu Ablehnung der Entwürfe bewogen haben.

50+1 in Gefahr? Deloitte-Anwälte lehnten Zulässigkeit ab

Nach den bisher vorliegenden Darstellungen soll die vom e.V. abgelehnte Vertragsversion mehrere Klauseln enthalten haben, die gegen die 50+1-Regel verstoßen hätten. Noch schwerer wiegt jedoch ein weiterer Punkt: Die seitens des e.V. verhandelte Bedingung der verbandsrechtlichen Zulässigkeit des Vertrags soll laut „Süddeutscher Zeitung“ von den HAM-Anwälten der Kanzlei Deloitte abgelehnt worden sein.

Hierzu berichteten wir auf sechzger.de schon folgendermaßen:

“Um 01:12 Uhr nachts wischte der HAM-Anwalt in einer großen E-Mail-Runde – an der neben e.V.-Präsident Gernot Mang auch KGaA-Vertreter und Abdelrahman Ismaik (der zweite Bruder von Hasan Ismaik) beteiligt waren – die letzten Vertragsentwürfe zur Rettung kategorisch vom Tisch. Die Dokumente seien für die HAM “nicht akzeptabel”. Besonders brisant: Von Rüden forderte explizit die sofortige Streichung des rettenden Vorbehalts “soweit verbandsrechtlich zulässig”. Er pochte auf ein “All-in” des e.V. ohne “Schlupflöcher” und knüpfte dies an ein Ultimatum: Bis 10:00 Uhr am selben Morgen müsse ein entsprechender Beschluss des Aufsichtsrats unterschrieben vorliegen.”

Ticketeinnahmen als Pfand – Fans sollten die Zeche zahlen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheit in Bezug auf die bereits bezahlten Dauerkarten (für viele Fans eine beträchtliche Summe) erscheint eine weitere Vertragsklausel fast unglaublich. Wie sechzger.de erfahren hat, hätte für einen Großteil des kurzfristig bereitgestellten Geldes – das von einem bis heute nicht benannten Dritten stammen sollte – ausgerechnet die Ticketeinnahmen der Zukunft als Sicherheit dienen sollen.

Mit anderen Worten: Tausende Fans hätten voller Hoffnung Dauerkarten für eine weitere Drittligasaison gekauft – und ihre Zahlungen wären unmittelbar für einen Kredit verpfändet worden. Für die ohnehin wirtschaftlich angeschlagene KGaA hätte dies bedeutet, ihre wichtigste laufende Einnahmequelle aus der Hand zu geben. Kritiker sprechen von einem wirtschaftlichen “Sterben auf Raten”.

Nach unseren Informationen hätten diese Einnahmen nämlich zurückgestellt werden müssen, für den Fall, dass die Investorenseite das Geld nicht zurückbezahlt. Dann wären die Dauerkarten-Millionen an den unbekannten Dritten gefallen. Auch das (implizite) Versprechen an die Fans mit dem Kauf einer Jahreskarte zum Erfolg der Fußballfirma beizutragen, wäre damit gebrochen worden. Zudem hätte sich die finanzielle Abhängigkeit von Hasan Ismaik weiter vergrößert. Ganz zu schweigen von der Frage, woher das Geld als Ersatz für die fix eingeplanten Ticketeinnahmen kommen sollte…

Wer steckt hinter dem Geldgeber?

Noch undurchsichtiger wird die Geschichte durch den angeblichen Drittfinanzierer. Dessen Identität soll trotz mehrfacher Nachfrage nicht offengelegt worden sein. Ebenso seien wesentliche Fragen zur Herkunft der Mittel und zu deren wirtschaftlicher und rechtlicher Unbedenklichkeit nicht geklärt gewesen. Gerade in Zeiten strenger Lizenzierungs- und Compliance-Vorschriften stellen solche Unklarheiten ein großes Risiko dar. Zudem widerspricht die Vorgehensweise der HAM in diesem Fall diametral ihren Forderungen nach mehr Transparenz und klaren (Reporting) Strukturen in der KGaA.

Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen

Die Lizenz ist verloren, der sportliche und wirtschaftliche Schaden enorm. Während viele Löwen-Fans rat- und fassungslos auf den Absturz ihres Vereins blicken, werden die Hintergründe die Gremien und möglicherweise auch Juristen noch lange beschäftigen.

Dass es der Investorenseite aber nicht um das Wohl von Fans und Verein, sondern nur um Macht und eigene finanzielle Interessen geht, kann wahrscheinlich schon heute konstatiert werden.

Die Strategie von Peter Gauweiler für Hasan Ismaik

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Argumentation der HAM wackelt massiv

In den sozialen Medien gibt sich Hasan Ismaik aktuell mit rätselhaften KI-generierten Postings und Suggestivfragen als Enttäuschter, Fragender und Zerknirschter aus, der doch im Grunde immer nur das Beste für den TSV 1860 München im Schilde führte. Was er davon tatsächlich selbst schreibt und was das Werk von PR-Agenten ist, bleibt unklar. Wer seine Verlautbarungen über einen längeren Zeitraum verfolgt, dem wird auffallen, dass Ismaik es versteht, die Farbe und den Tonfall rasch zu wechseln. Seine Klaviatur reicht vom polternden Aggressor à la Donald Trump bis zum vergeistigten Philanthropen.

Hasan Ismaik gegen 50+1

Fakt ist: Hasan Ismaik und seine Vertreter haben seit ihrem Einstieg als Gesellschafter bei Sechzig im Jahr 2011 nichts unversucht gelassen, um die 50+1-Regelung in der Praxis zu umgehen und sie auf juristischer Ebene zu Fall zu bringen. Seine Eingabe beim Bundeskartellamt im Jahr 2017 spricht eine ganz klare Sprache. Warum tut er das? Weil seine Anteile im Verkaufsfall deutlich an Wert gewinnen würden, sollte er die komplette Kontrolle über den Klub erlangt haben. Darüber hinaus entspricht es auch Ismaiks Selbstverständnis. In seiner Wahrnehmung hat er sich 2011 einen Klub in Deutschland gekauft.

HAM verkalkuliert sich

Mit der Kündigung der Darlehensverträge am 21. Mai 2026 und der Nichterfüllung der Zahlungszusage zum Stichtag 3. Juni 2026, haben Ismaik und seine Berater einen folgenreichen strategischen Fehler begangen. Dieser führte zum Lizenzentzug durch den DFB und zur Kündigung des Kooperationsvertrags durch den Mutterverein. Nun versuchen sie, ihr dysfunktionales Verhalten im Nachgang zu korrigieren. Hasan Ismaiks Berater waren offenbar fest davon ausgegangen, dass die Vereinsvertreter angesichts des Schreckensszenarios “Lizenzentzug” einknicken und ihnen den Klub faktisch übereignen würden, damit sie ihn nach eigenem Ermessen für einen Verkauf vorbereiten können. Um die Attraktivität für potenzielle Käufer zu erhöhen, sollte durch Struktur- und Prozessveränderungen die 50+1-Regelung beim TSV 1860 München de facto keine Rolle mehr spielen. Das dürfte das Kalkül hinter all ihrem Handeln gewesen sein. Doch dann haben sie bildlich gesprochen ihr Blatt überreizt. Das Spiel ist ihnen entglitten. Der Verlauf der Ereignisse legt eine solche Interpretation nahe.

Gauweiler als “letzte Patrone” von Ismaik?

Als Hasan Ismaik und seine Berater erkannten, dass sie zu weit gegangen waren und nun alles zu verlieren drohten, holten sie die kampferprobte Kanzlei Gauweiler & Sauter Rechtsanwälte ins Boot. Der bekannte frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler (76) führt das Mandat selbst. Er soll Ismaik und seinen mit ihm verbundenen Unternehmen dabei helfen, zu retten, was noch zu retten ist. Gauweiler streitet dabei auf zwei Ebenen. Zunächst auf der juristischen Ebene des Vertragsrechts. Hier geht es darum, durch rechtliche Stellungnahmen, Gutachten und mögliche Klageandrohungen die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten Schadenersatzforderungen eine Rolle spielen.

Gauweilers Strategie gegen die Vereinsvertreter…

Mindestens ebenso wichtig ist es jedoch, die öffentliche Deutungshoheit im Konflikt zwischen Mutterverein und Investor zu erlangen. Gauweilers Strategie scheint darin zu bestehen, diesen Konflikt möglichst sichtbar und öffentlichkeitswirksam zu führen. Im Zentrum steht dabei der mediale Diskurs. Dadurch sollen die Vereinsvertreter unter Druck geraten. Ziel ist es, den Rückhalt bei Fans, Mitgliedern und Sponsoren für den Verein zu zerstören und eine Einigung mit dem “Investor” – oder je nach Perspektive auch eine Unterwerfung – als die einzig mögliche und sinnvolle Option für den TSV 1860 München erscheinen zu lassen. Dabei zieht der erfahrene Gauweiler alle Register.

…die Solidarität der Anhänger brechen

Für Gauweiler und seinen Mandanten stellt die breite Solidarität vieler Mitglieder und Fans mit den Vereinsverantwortlichen dabei eine kommunikative Herausforderung dar. Das Narrativ eines Vereins, der sich gegen einen übermächtigen Investor behauptet, trifft die Stimmung eines erheblichen Teils der Anhängerschaft. Bilder wie “Klein gegen Groß” oder “Tradition gegen Kapital” erzeugen starke Identifikation und Mobilisierung. Gauweiler dürfte sich dieser Dynamik bewusst sein und versuchen, ihr kommunikativ entgegenzuwirken. Dabei kann er auf jahrzehntelange Erfahrungen sowie auf ein gewachsenes Netzwerk in Politik und Medien zurückgreifen.

Einflussnahme auf die Medien…

In der Kommunikationswissenschaft werden solche Prozesse häufig mit den Begriffen “Agenda Setting” und “Framing” beschrieben. Dabei geht es weniger darum, Medien direkt vorzuschreiben, was sie berichten sollen. Vielmehr versuchen Interessenvertreter durch Hintergrundgespräche, exklusive Informationen oder bestimmte Interpretationsangebote Einfluss darauf zu nehmen, welche Themen Aufmerksamkeit erhalten und aus welcher Perspektive sie betrachtet werden.

…verfängt vor allem beim Boulevard

Besonders Boulevardmedien gelten in diesem Zusammenhang als empfänglich für entsprechende Einflussversuche. Der hohe Veröffentlichungsdruck und begrenzte personelle Ressourcen erschweren häufig eine umfassende Quellenprüfung. Nicht selten genügt die Aussicht auf eine exklusive Geschichte, um Informationen rasch zu veröffentlichen. Zwar verlangen journalistische Standards eine kritische Prüfung von Quellen, den Abgleich unterschiedlicher Positionen sowie Transparenz über mögliche Interessenlagen. Im Alltag vieler Redaktionen stehen diesen Ansprüchen jedoch erhebliche Zeit- und Wettbewerbszwänge gegenüber, die den Anspruch zur grauen Theorie werden lassen. Die Devise lautet: Sollte sich jemand beschweren, bringen wir die Gegendarstellung eben morgen.

Das Problem am Verlautbarungsjournalismus…

Verlautbarungsjournalismus beschränkt sich häufig darauf, die Aussagen verschiedener Akteure wiederzugeben, ohne deren Wahrheitsgehalt, Hintergründe oder Interessen kritisch zu prüfen. Er folgt dem Muster “A sagt dies, B sagt das” und überlässt die Einordnung vollständig der Leserschaft. Dadurch kann der Eindruck entstehen, unterschiedliche Positionen seien gleichermaßen fundiert, obwohl sie möglicherweise nicht auf denselben Fakten beruhen. Eine zentrale Aufgabe des Journalismus – die Recherche, Bewertung und Kontextualisierung von Informationen – bleibt dabei unzureichend erfüllt. Dies kann zur Verbreitung von Desinformation beitragen und erschwert es den Rezipientinnen und Rezipienten, die tatsächliche Bedeutung eines Sachverhalts zu erkennen.

…und am Lobbyismus

Lobbyismus gegenüber Medien ist nicht grundsätzlich problematisch. Journalistische Arbeit ist oft auf Informationen von Interessenvertretern angewiesen. Kritisch wird es dort, wo Einflussnahme die journalistische Unabhängigkeit beeinträchtigt oder wo Interessen und Quellen für die Öffentlichkeit nicht ausreichend transparent gemacht werden.

1860 Rugby: Großes Verbandsliga-Finale in FFB

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Am kommenden Samstag, dem 13. Juni ist es endlich so weit: 1860 Rugby – erst kürzlich zur Abteilung geworden – lädt zum ersten Heimtermin in seiner jungen Geschichte ein. Das Abschlussturnier der Verbandsliga-Saison des Bayerischen Rugby-Verbands musste jedoch kurzfristig von Ramersdorf auf die Klosterwiesen in Fürstenfeldbruck verlegt werden.

Rugby-Community kommt zusammen

Das Turnier steht ganz im Zeichen der Gemeinschaft und Entwicklung des Rugbys in Bayern. Zahlreiche kleinere und wachsende Vereine treffen hier aufeinander und bilden vor Ort gemeinsam Mannschaften. Dieses besondere Format sorgt nicht nur für spannende Spiele, sondern stärkt auch den Austausch und Zusammenhalt innerhalb der Rugby-Community.

Rekordbeteiligung in der Verbandsliga

Schon jetzt steht fest: Dieses Event wird Geschichte schreiben. Mit 110 gemeldeten Spielern aus 12 Vereinen ist es das größte Verbandsliga-Turnier aller Zeiten. Besonders erfreulich aus Sicht der Gastgeber: 20 Rugby-Löwen werden ebenfalls auf dem Platz stehen.

Daneben kommt es noch zu einer weiteren Premiere: Erstmals werden fünf Mannschaften vor Ort zusammengestellt, die anschließend gegeneinander antreten. Spannung ist also garantiert!

Wann, wie und wo?

Los geht es auf den Klosterwiesen in Fürstenfeldbruck um 13 Uhr, gespielt wird bis 17 Uhr. Der Turniermodus verläuft nach dem Prinzip “Jeder gegen jeden”. Bei kurzen Spieldauern von 20 Minuten entstehen viele intensive Begegnungen in kurzer Zeit, ideal also um den Sport kennenzulernen.

Egal ob eingefleischter Rugby-Fan oder neugieriger Neuling – kommt vorbei, unterstützt die Rugby-Löwen und erlebt einen besonderen Tag im Zeichen von Teamgeist, Fairness und sportlicher Leidenschaft.

Ab 19 Uhr wird dann im Löwenstüberl an der Grünwalder Straße gefeiert!

Faktencheck: Warum eine hybride MV bei Sechzig (aktuell) rechtlich ausgeschlossen ist

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MV Mitgliederversammlung 2022 (14)

Martin Gräfer, Vorstandsmitglied und prominentestes Gesicht des ehemaligen (und künftigen?) Hauptsponsors „Die Bayerische“, ist zweifellos jemand, dem der TSV 1860 München am Herzen liegt. Er engagiert sich, er diskutiert mit und er positioniert sich öffentlich. Das ist absolut legitim und für einen lebendigen Diskurs rund um unseren Verein auch begrüßenswert. Sein jüngstes Posting auf Social Media, das er mit der Überschrift „fairer Hinweis“ versehen hat, greift ein Thema auf, das vielen Löwen unter den Nägeln brennt: die Modernisierung des e.V. und die Art und Weise, wie wir unsere Mitgliederversammlungen (MV) abhalten.

Der Irrtum über die Macht des Präsidiums

Doch wer als solch prominente Stimme im Löwenkosmos spricht – eine Stimme, die Reichweite hat und Meinung bildet –, trägt auch die Verantwortung, bei vereinsrechtlichen Fakten absolut präzise zu bleiben. In seinem Beitrag stellt Gräfer eine Behauptung auf, die einer rechtlichen Überprüfung schlichtweg nicht standhält.

In seinem Posting fordert Gräfer einen „echten Neuanfang“ und schreibt wörtlich:

„Eine hybride Mitgliederversammlung ist heute schon möglich! Das Präsidium kann, das ohne Satzungsänderung entscheiden.“

So verlockend einfach das klingen mag – es ist faktisch falsch. Das Präsidium des TSV München von 1860 e.V. hat diese Befugnis nicht. Der Grund dafür findet sich im juristischen „Grundgesetz“ unseres Vereins: der Satzung.

Unter Ziffer 10.1 ist dort unmissverständlich und glasklar geregelt:

„Die Mitgliederversammlung ist nicht öffentlich und findet als Präsenzveranstaltung statt.“

Ein Präsidium kann sich nicht per einfachem Beschluss über die eigene Satzung hinwegsetzen. Würde das Gremium Gräfers Ratschlag folgen und eigenmächtig zu einer hybriden Versammlung einladen, wären sämtliche dort getroffenen Beschlüsse und Wahlen juristisch anfechtbar und im schlimmsten Fall nichtig.

Warum es beim BVB ging und bei uns nicht

Es liegt nahe zu vermuten, woher dieser Irrtum stammt. Im März 2023 hat der Gesetzgeber das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 32 Abs. 2 BGB) reformiert. Seitdem dürfen Vereinsvorstände tatsächlich hybride Versammlungen einberufen, ohne dass dies explizit in der Satzung erlaubt sein muss. Auf genau diesen Paragraphen hat sich beispielsweise Borussia Dortmund berufen, als der Vorstand des BVB e.V. eine hybride Versammlung ansetzte.

Warum ging das in Dortmund, aber nicht bei uns? Die gesetzliche Erleichterung aus dem BGB greift nur dann, wenn die vereinseigene Satzung nicht ausdrücklich etwas anderes vorschreibt.

In der Satzung des BVB fehlte ein explizites Verbot digitaler Formate – es gab dort schlicht keine Festlegung auf eine zwingende „Präsenzveranstaltung“. Bei den Löwen hingegen blockiert die klare Formulierung in Ziffer 10.1 den Weg über das BGB. Was beim BVB ein legaler Vorstandsbeschluss war, wäre bei Sechzig ein klarer Satzungsbruch.

Die Geschichte der abgelehnten Anträge

Dass die Hürden für eine hybride MV hoch sind, ist kein Geheimnis. Wer in den letzten Jahren regelmäßig im Zenith war, kennt das Ritual. Anträge auf die Einführung von Online- oder Briefwahlen gehören bei Sechzig fast schon zur Tradition.

All diese Vorstöße sind bisher krachend gescheitert.  Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, dass die Antragsteller, die vehement eine Erleichterung der Stimmabgabe forderten, teilweise nicht einmal selbst vor Ort erschienen sind, um ihre eigenen Anträge am Mikrofon zu verteidigen.

Warum eigentlich die Skepsis?

Dass eine hybride Versammlung so beharrlich abgelehnt wird, liegt nicht an bloßer Technologiefeindlichkeit, sondern an handfesten Bedenken, die immer wieder vorgetragen werden:

  • Die Kostenfrage: Eine rechtssichere, synchronisierte und manipulationsfreie hybride Abstimmungssoftware für tausende Mitglieder ist immens teuer. Wir sprechen hier schnell von mittleren fünfstelligen Beträgen pro Versammlung.
  • Technik und Rechtssicherheit: Server können überlasten, Streams abbrechen. Wenn auch nur ein Bruchteil der digitalen Wähler von technischen Problemen betroffen ist, drohen Anfechtungsklagen.
  • Die Gefahr ferngesteuerter Mehrheiten: Eine Präsenz-MV hat einen entscheidenden, natürlichen Filter: Wer in der Halle abstimmt, muss Zeit und oft auch Geld für die Anreise investieren. Das tun in der Regel nur Menschen mit einem echten emotionalen Bezug zum Verein. Bei einer reinen Online-Wahl sinkt diese Hürde auf null. Kritiker befürchten massiv, dass finanzstarke oder interessengesteuerte Akteure massenhaft (passive) Mitglieder rekrutieren könnten, um sie gezielt für Abstimmungen zu mobilisieren. Diese Personen könnten bequem vom Sofa aus als reines Abstimmungsinstrument fungieren, ohne jemals eine echte Bindung zu Sechzig aufgebaut zu haben. Eine Art „feindliche Übernahme“ der Vereinsgremien per Mausklick wäre so deutlich leichter zu orchestrieren.

Eine Frage der Mehrheiten, nicht des Präsidiums

Martin Gräfer hat völlig recht damit, dass eine Diskussion über die Zukunft und die Formate unserer Versammlungen wichtig ist. Es steht jedem Mitglied frei, für eine Satzungsänderung zu werben.

Aber dieser Diskurs muss ehrlich und auf Basis der rechtlichen Realität geführt werden. Zu suggerieren, das Präsidium müsse einfach nur „wollen“ und könne die hybride Versammlung im Alleingang beschließen, schürt falsche Erwartungen und lenkt den Unmut in eine völlig falsche Richtung. Wer die hybride MV bei Sechzig will, muss keine Präsidiumsbeschlüsse fordern. Er muss den mühsamen Weg durch die Instanzen gehen: Einen satzungsändernden Antrag stellen und dann – bei einer Präsenzveranstaltung! – 75 Prozent der anwesenden Mitglieder davon überzeugen. Das nennt man Demokratie.

Überraschung: Trainingsauftakt am 15.06.

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Trainingsauftakt

Das kommt dann doch irgendwie überraschend: Wie der TSV 1860 soeben mitteilte, findet der Trainingsauftakt bei den Löwen am Montag, den 15.06. statt!

Trainingsauftakt und erstes Testspiel

U21-Coach Alper Kayabunar, der auch als Favorit für den Cheftrainer-Posten gelten soll, wird am Montag eine Mischung aus U21-Spielern und Profis anleiten, deren Verträge auch für die Regionalliga gelten. Offiziell endet das Spieljahr 2025/26 ja erst am 30.06.2026, die Verträge sind also noch gültig.

Ob und wann die bisherigen Angestellten der KGaA Verträge beim e.V. bekommen, der das Spielrecht wahrnehmen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Am Samstag, den 20. Juni 2026, steht um 14 Uhr das erste Testspiel auf dem Programm. Gegner ist der VfB Forstinning, gespielt wird im Sportpark Forstinning, Aicher Straße 8, 85661 Forstinning.

Öffentliches Training am Montag

Wie der TSV 1860 mitteilt, wird am Montag eine Kaderliste veröffentlicht. Dabei wird es sich jedoch ausschließlich um Spieler aus dem Kader der U21 für die Saison 2026/2027 sowie Profis, die aktuell einen Vertrag für die Regionalliga Bayern besitzen. Spieler aus dem Profikader ohne gültigen Vertrag für die Regionalliga befinden sich weiterhin im Urlaub.

Der Trainingsauftakt ist öffentlich zugänglich und das Löwenstüberl ist geöffnet. Geht hin, unterstützt die Löwen und sorgt für eine positive Stimmung bei der Mannschaft!

Laut Abendzeitung: Ismaik torpediert eigenen Millionen-Exit

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Ismaik Millionen-Exit

Die Auseinandersetzung zwischen der HAM International und dem TSV 1860 München e.V. zieht weitere Kreise. Während die Investorenseite juristisch gegen den Lizenzentzug vorgeht, berichtet die Abendzeitung (AZ) über zwei unlängst gescheiterte Millionen-Angebote für die KGaA-Anteile von Hasan Ismaik. Die Rekonstruktion dieser Vorgänge zeigt, dass die HAM durch ihre Verhandlungstaktik maßgeblich zum Scheitern der Abschlüsse beigetragen hat. Gleichzeitig positioniert sich die Kanzlei von Peter Gauweiler mit einem sogenannten „Faktenblatt“ neu zur vieldiskutierten Darlehenskündigung.

Das 20-Millionen-Angebot und eine folgenreiche Nachforderung

Nach Informationen der AZ lag der HAM bereits vor rund zwei Monaten ein weitreichendes Angebot für ihre Anteile in Höhe von etwa 20 Millionen Euro vor, den erforderlichen Liquiditätsnachweis eingeschlossen. Während in dem Bericht spekuliert wird, diese Offerte könne von dem Konsortium um Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger gestammt haben, lässt sich dies nach sechzger.de-Informationen verneinen.

Unabhängig von der genauen Identität der Bieter scheiterte eine Einigung laut AZ an der HAM selbst. Obwohl Hasan Ismaik zunächst grundsätzliche Verkaufsbereitschaft signalisiert haben soll, ließ er den Deal demnach durch eine kurzfristige Nachforderung in Höhe von exakt 2,7 Millionen Euro platzen. Dass es sich dabei genau um jene Summe handelt, die Ismaik wenig später im Rahmen der Lizenzierung verweigerte, legt den Schluss nahe, dass die Investorenseite die durch die bevorstehende Kündigung der Darlehen bereits absehbare Finanzierungslücke kurzerhand auf die potenziellen Käufer übertragen wollte.

Ein wirtschaftliches Mysterium: Der torpedierte Millionen-Exit

Ein zweites Angebot soll sich während der akuten Lizenzierungsphase in den vergangenen Wochen konkretisiert haben. Der AZ zufolge war sich die Investorenseite mit einem weiteren Konsortium bereits weitgehend handelseinig. Dieses hätte den Kaufpreis entrichtet, bestehende Darlehen abgelöst und die Merchandising-GmbH übernommen.

Der Abschluss scheiterte in diesem Fall jedoch an einer zentralen formellen Voraussetzung: der nicht erteilten Drittliga-Lizenz. Zieht man dieses Hintergrundwissen heran, erscheint Ismaiks Vorgehen in den vergangenen Wochen wirtschaftlich zutiefst irrational. Anstatt einen geregelten, lukrativen Millionen-Exit zu vollziehen, kündigte die HAM kurzfristig bestehende Darlehensverträge und verweigerte die rettenden 2,7 Millionen Euro. Damit hat Ismaik nicht nur den Verbleib der KGaA im Profifußball verhindert, sondern sehenden Auges die vertragliche Basis für seinen eigenen Verkauf vernichtet. Die ökonomische Logik hinter diesem Handeln bleibt dabei völlig verschlossen – der Investor und seine Entscheidungen sind mehr denn je ein Mysterium.

Das Kommunikationspapier der HAM zur Darlehenskündigung

Um die Deutungshoheit in der laufenden Gesellschafterkrise zu wahren, zirkuliert derzeit ein von der Kanzlei Gauweiler verfasstes Papier. Darin wird die außerordentliche Kündigung der Darlehensverträge durch Ismaik in einen neuen Kontext gesetzt. Der HAM-Darstellung zufolge war diese Kündigung mit dem Angebot einer alternativen Finanzierung in Höhe von mehr als vier Millionen Euro durch einen dritten Investor verbunden. Zudem widerspricht die HAM der Aussage von e.V.-Präsident Gernot Mang, die Darlehenskündigung sei unerwartet erfolgt; man habe das Präsidium im Vorfeld über die Unzufriedenheit bezüglich vermeintlicher Vertragsverletzungen informiert.

Bei sachlicher Betrachtung wirft das Finanzierungsangebot jedoch Fragen auf: Warum wurde die bestehende Lücke von 2,7 Millionen Euro nicht primär geschlossen, wenn deutlich mehr Kapital eines Dritten in Aussicht stand? Es ist davon auszugehen, dass diese externe Finanzierung an strukturelle Bedingungen geknüpft war, die für das e.V.-Präsidium nicht zustimmungsfähig waren – wie etwa die bereits in einem früheren Verhandlungsstadium geforderte weitreichende Verpfändung von künftigen Eintrittsgeldern. Einer derartigen Beschneidung des ohnehin knappen finanziellen Spielraums konnte der Verein unmöglich zustimmen.

Klageankündigung und verbandsrechtliche Hürden

Ein weiteres Detail aus dem AZ-Bericht offenbart die aktuelle juristische Vorgehensweise der HAM. Demnach bot die Investorenseite an, den in der Nacht zum 3. Juni verhandelten Vertragsentwurf nachträglich zu unterzeichnen – jedoch unter der expliziten Bedingung, dass die Drittliga-Lizenz erteilt wird. Parallel dazu sollen DFB und BFV über rechtliche Schritte im Falle einer Nichterteilung informiert worden sein.

Eine Beschwerde gegen diese Entscheidung war jedoch aussichtslos. Diese juristische Strategie der Investorenseite stößt auf klare verbandsrechtliche Grenzen: Das Lizenzierungsverfahren des DFB sieht für die Bedingungserfüllung (wie den Liquiditätsnachweis) absolute Ausschlussfristen vor. Eine Bereitschaft zur Zahlung oder Vertragsunterzeichnung, die erst nach Ablauf dieser Frist verbindlich erklärt wird, gilt rechtlich als „neuer Tatsachenvortrag“. Die Richtlinien des DFB-Zulassungsverfahrens schließen die Berücksichtigung solcher neuen Tatsachen im Beschwerdeverfahren explizit aus. Die juristischen Bemühungen der HAM liefen an dieser Stelle folglich ins Leere, da sich ungenutzte Verbandsfristen auch durch Klageandrohungen nicht nachträglich heilen lassen.

Kandidaten für die MV des TSV 1860 präsentieren sich im Schlachthof

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Diese Veranstaltung hat schon Tradition. Und in so bewegten Zeiten wie den aktuellen beim TSV 1860 geben traditionelle Einrichtungen den Fans und Mitgliedern vielleicht ein wenig Halt. Gestern Abend lud die Fan-Vereinigung PRO1860 alle Interessierten ins Wirtshaus im Schlachthof, damit diese sich dort ein Bild machen konnten, von jenen Kandidaten, die auf der für den 21. Juni angesetzten Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e.V. auf einen der drei zu besetzenden Plätze im Verwaltungsrat gewählt werden wollen. Rund 150 Gäste kamen und erlebten einen weitgehend entspannten Abend. Auch möglich bei den Löwen in diesen Tagen! Moderiert wurde die Veranstaltung auch heuer in bewährter Manier von  Moderator Peter Kveton vom Bayerischen Rundfunk.

Rückblick in die Jahre 2024 und 2025

Nachdem es im Jahr 2024 auf der Sechzgeralm am Trainingsgelände bei der Präsentationsveranstaltung der Kandidat*innen für den Verwaltungsrat, der kurz später komplett neu gewählt wurde, noch hitzig und aufgeregt zugegangen war, da das sogenannte Bündnis Zukunft 1860 kurz zuvor einen Lagerwahlkampf rund um Gesellschafter Hasan Ismaik ausgerufen hatte, präsentierten sich im vergangenen Jahr in der Nachtkantine im Münchner Werksviertel nicht nur zwei VR-Kandidaten als Nachrücker, sondern obendrein gleich vier Personen, die in das höchste Vereinsgremium, das Präsidium gewählt werden wollten – und letztlich auch wurden. Auf dieser Veranstaltung ging es allerdings wesentlich harmonischer zu als noch im Jahr zuvor.

Begrüßung des Vorsitzenden

Und so verhielt es sich auch gestern Abend im Schlachthof. Der PRO1860-Vorsitzende Alexander Zeilhofer begrüßte alle Anwesenden und appellierte an die Zuhörer*innen, auch anderen Meinungen, als der eigenen Raum und Platz zu gewähren. Was, wie sich im Laufe des Abends zeigte, eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre.

Ein neuer Kandidat für den Wahlausschuss 

Der Wahlausschuss wird auf der Mitgliederversammlung in zehn Tagen komplett neu gewählt. Das heißt fünf Plätze werden besetzt, wobei vier Kandidierende dem Gremium aktuell auch schon angehören. Der einzige neue Kandidat, Olaf Alberto von Mankowski legte auf der Podium seine Beweggründe, dem Wahlausschuss zukünftig angehören zu wollen, dar. Danach trat – quasi stellvertrendend für die anderen bereits im Gremium Aktiven – Christian Poschet ans Mikrofon und erläuterte einige grundsätzliche Aufgaben des Gremiums, dem er vorsitzt. Er machte an dieser Stelle auch nochmal sehr deutlich, dass die vereinzelt – vor allem in den sozialen Medien – geäußerten Vorwürfe, der Wahlausschuss manipuliere Wahlen bei 1860, ins Reich der Fabel zu verweisen seien.

Matthias Braumandl als Erster auf der Bühne

Der Einladung von PRO1860 waren insgesamt sechs der zehn Kandidaten für die drei zu besetzenden Plätze im Verwaltungsrat gefolgt. Nikolaus Schrenk hatte sich frühzeitig entschuldigen lassen. Er hatte bereits lange im Voraus seinen Familienurlaub so geplant, dass er bei eventuellen Relegationsspielen dabei sein könnte. Leider fiel der Urlaub nun genau in den Zeitraum der PRO1860-Veranstaltung. Das zum 21. Juni ausscheidende Verwaltungsratsmitglied Nicolai Walch eröffnete die Vorstellung der Kandidaten für dieses Gremium mit ein paar einleitenden Worten über die Bedeutung und die Herausforderung dieses Amts im TSV 1860.  Entsprechend der alphabetischen Reihenfolge begann dann der Kandidat Matthias Braumandl (49) den Vorstellungsreigen. Er ging dabei auf seine Tätigkeit als Vorsitzender Richter am Landgericht München ein und erklärte, er wolle seine als Richter erworbene Expertise dem Verwaltungsrat bei den Löwen gerne zur Verfügung stellen. Auch auf die ja durchaus verbreitete kritische Haltung von Fußballfans gegenüber Gerichten, ging er ein. Bezogen auf seinen aktuellen Tätigkeitsschwerpunkt mit Verhandlungen aus dem dunklen Bereich des Kindesmissbrauchs sagte er: “Ich lade jeden Fan ein, einmal zu mir ins Gericht zu kommen und einer Verhandlung beizuwohnen. Wer dann noch sagt ‘Justiz ist Scheiße’, dem geb ich ein Bier aus.”

Michael Graeter irritiert mit seiner Vorstellung

Mit einer leicht kryptisch formulierten Kritik am Spielort der Löwenprofis in Giesing eröffnete Michael Graeter (84) seine Vorstellungsrede. Seinem Wunsch nach Derbys auf Augenhöhe mit dem Verein aus der Seitenstraße, den Graeter seinen Worten zufolge sehr bewundere, konnten sich gewiss alle Zuhörer anschließen. Allein die Realität sieht halt bei den Löwen aktuell anders aus. Seiner Kritik an vergangenen Mitgliederversammlungen, bei der “die Guten, die echten Münchner”, wie sich Graeter ausdrückte, schon zu Hause waren, wenn die Wahlen durchgeführt wurden, begegnete der oben schon genannte Wahlausschussvorsitzende Poschet mit einer klaren Zurückweisung. Dieser Auftritt des ehemaligen Boulevardjournalisten Graeter kann durchaus als skuril bezeichnet werden.

Dominik Heckmair – der zweitjüngste Kandidat

Zurück zur Sachlichkeit führte dann die Vorstellung von Dominik Heckmair (34), von Beruf Wirtschaftsprüfer und Löwenfan aus der Westkurve. Er möchte naturgemäß die Kompetenzen aus seinem Beruf dem Verwaltungsrat zur Verfügung stellen. Auf die Frage, ob er – im Falle seiner Nichtwahl zum Mitglied im Verwaltungsrat – dem Verein als Kassenprüfer zur Verfügung stehen würde, antwortete er mit einem klaren und überzeugenden: “Ja!” Bleibt Heckmair zu wünschen, dass dies nun nicht dazu führt, dass ihm massenhaft Löwenmitglieder die Stimme verweigern, damit er seine ganze Kompetenz in die ihm angetragene Aufgabe legen kann.

Uwe Seemann mit zweiter Kandidatur – für ein neues Amt

Im vergangenen Jahr kandidierte Uwe Seemann (69), Vater der ehemaligen Fußballabteilungsvorsitzenden Vroni Seemann, für den Wahlausschuss und unterlag knapp Michael Huber. Davon ließ sich Seemann aber nicht zurückschrecken, nahm es sportlich und möchte nun seine Kompetenzen, die er sich z.B. durch Mitgliedschaft im Stiftungsrat der Tollwood AG erworben hat, dem Verwaltungsrat zur Verfügung stellen. Als Rentner dürfte er für die Arbeit im Gremium etwas mehr Zeit mitbringen können, als der eine oder andere Kandidat. Oder ganz im Gegenteil?

Der Dauerkandidat: Karl Sochurek

Zum wiederholten Mal kandidiert Karl Sochurek (74), Zahnarzt aus München für den Verwaltungsrat. Im vergangenen Jahr (als es allerdings  nur um einen einzigen Nachrückerplatz ging) hatte er die Meldefrist verpasst und ausnahmsweise nicht kandidiert. Im Jahr 2024 kam er – als einer der wenigen Kandidaten, der weder von PRO1860 noch vom “Bündnis Zukunft” als Wahlvorschlag benannt worden waren – auf nur zwölf (!) abgegebene Stimmen. Aufgerieben zwischen den Blöcken kann man das wohl nennen. Vorherige Kandidaturen (z.B. im Jahr 2021 und 2018) waren ebenfalls erfolglos. In seiner Vorstellung machte er vor allem deutlich, dass ihn das regelmäßige Scheitern nicht umwerfe und dass er es mit Humor nehme. Wirklich viel Herzblut und Engagement steckt Sochurek alkerdings auch nicht in seine Kandidaturen. Im Jahr 2024, als wir von sechzger.de allen Kandidaten wortgleiche Fragebögen schickten (und später veröffentlichten) war er einer von nur vier Kandidaten, die – mit Verweis auf die satzunggemäßen Aufgaben des Verwaltungsrats – auf diese Chance, sich auf unserem Fanportal zu präsentieren, verzichtete. Heuer fand er immerhin den Weg in den Schlachthof und sorgte mit seinem Auftritt durchaus für Heiterkeit unter den Anwesenden.

Unser Mann für den VR: Jan Walla

Keinen Hehl machen wir von sechzger.de daraus, dass wir hoffen, dass unser ehemaliger, sehr engagierter Redaktionskollege und Vorstand im Verein Sportbezogenes Lebensgefühl e.V. (bekanntlich die organisatorische die Basis des Fanportals), Jan Walla (33) in den Verwaltungsrat des TSV 1860 einzieht! Er stellte in seiner Vorstellung vor allem sein Wirken auf sechzger.de in den Vordergrund und die Expertise in Organisations-, Satzungs- und Strukturfragen, die 1860 betreffen, die er sich bei der Redaktions- und Recherchearbeit erworben habe. Das viele Fans bewegende Thema “50+1” ist für den jüngsten Kandidaten im Bunde eine Herzensangelegenheit. Und die Fage aus dem Auditorium, wie er mit möglichen Anfeindungen aus den Sozialen Medien – z.B. aufgrund seines verbalen Schlagabtauschs mit Trainer Köllner vor einigen Jahren – umgehe, antwortete Jan das einzige richtige: “Ich lese das nicht!”

Grußworte von Verwaltungsrat Seeböck 

Nach der Vorstellung der Kandidaten und einer längeren Pause trat Verwaltungsrat Sebastian Seböck auf’s Podium und ließ die Geschehnisse der letzten Woche kurz Revue passieren. Hierbei machte er besonders klar, dass niemand einen Masterplan verfolge um Hasan Ismaik loszuwerden und die KGaA in die Insolvenz zu treiben, sondern, dass die Gremien nur dafür kämpften, einen wie auch immer gearteten Spielbetrieb zu sichern und zu übergeben.
Danach richtete er den Blick nach vorne und schwor die Löwenfans darauf ein, zusammen zu stehen und mit Zuversicht nach vorne zu schauen. Er bat um Vertrauen in die Arbeit der Gremien und drückte sein Bedauern aus, viele Details nicht mit den Anwesenden teilen zu dürfen. Im Zuge der kurzen Fragerunde wies außerdem Roman Beer, der am Rande der Veranstaltung auch wieder die Bücher zur Deutschen Meisterschaft 1966 anbot, noch einmal darauf hin, wie wichtig es sei, die aktuellen Stadionpläne konsequent weiter zu verfolgen. Wie auch in Bezug auf den Profifußball, biete sich hier gerade eine vielleicht einmalige Chance für den TSV 1860.

Nun gehen zumindest jene Mitglieder, die die Veranstaltung von PRO1860 besucht und dem Vorgetragenen aufmerksam gelauscht haben, gut informiert in die Mitgliederversammlung am übernächsten Sonntag, den 21. Juni im Zenith!

Ergänzung zum Artikel (12. Juni 2026): 

Kurz nach Veröffentlichung dieses Beitrags am Abend des 11.06. meldete sich der Verwaltungsratskandidat Nikolaus Schrenk per Email bei uns. Er schrieb, er wolle dem Eindruck entgegentreten, er hätte sich auf der Veranstaltung von PRO1860 nicht vorstellen wollen. Und etwas klarstellen: 

Ich wäre sehr gerne gekommen. Wir haben als Familie unseren Urlaub so gelegt, dass wir im Fall der Fälle von möglichen Relegationsspielen auf alle Fälle zu Hause gewesen wären. Ich habe mich bei PRO1860 auch gemeldet und gebeten, mich zu entschuldigen und habe auch meine Kernbotschaft “nur ein starker e.V. kann die Zukunft sein” mitgeteilt. Das war alles schon vor den jetzt fordernden Ereignissen.

Nach Rücksprache mit PRO1860 wurde die von Nikolaus Schrenk per Email übermittelte Entschuldigung für die Veranstaltung vom 10. Juni leider übersehen und daher nicht an die Anwesenden im Schlachthof übermittelt, was PRO1860 natürlich bedauert.

Jetzt offiziell: Löwen erhalten keine Drittliga-Lizenz

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Giesinger Gedanken: Vernetzung und Schwarm-Intelligenz

Nun ist es also amtlich: Der DFB verweigert dem TSV 1860 München offiziell die Zulassung für die kommende Drittliga-Saison. Was sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet hatte, wird damit formal besiegelt. Die Löwen verlieren ihre Lizenz für die 3. Liga und müssen den bitteren Gang in die Regionalliga Bayern antreten.

Am 3. Juni, dem sogenannten “Schwarzen Mittwoch”, schickte Hasan Ismaik die Löwen bereits zum zweiten Mal binnen neun Jahren in die Regionalliga und führte den stolzen Verein aufgrund seiner ausbleibenden Zahlung der durch die aufgekündigten Darlehen entstandenen Deckungslücke in Höhe von 2,7 Millionen Euro in den zweiten Zwangsabstieg.

TSV Havelse profitiert von Löwen-Zwangsabstieg

Nutznießer des Löwen-Abstiegs ist der TSV Havelse. Das gab der DFB ebenfalls am Donnerstag bekannt, nachdem der Zulassungsbeschwerdeausschuss und die Fachgruppe Spielbetrieb ihre letzten Entscheidungen getroffen haben:

“Die Münchner haben die gestellte wirtschaftliche Bedingung nicht erfüllt und daher keine Zulassung für die 3. Liga erhalten. Den frei gewordenen Startplatz nimmt der TSV Havelse ein. Die Niedersachsen rücken gemäß § 55a der DFB-Spielordnung als bestplatzierter sportlicher Absteiger der Saison 2025/2026 nach. Sie haben alle Zulassungskriterien im wirtschaftlichen und technisch-organisatorischen Bereich erfüllt. “

Der Tabellen-17. der abgelaufenen Drittliga-Saison ist zwar sportlich abgestiegen, darf aber für mindestens eine weitere Saison in der 3. Liga planen. Der Verein sieht sich dafür wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell ausreichend aufgestellt. Auch der Tabellen-18., der FC Erzgebirge Aue, hoffte auf ein spätes Happy End, weil zuvor nicht klar war, ob Havelse die Drittliga-Herausforderung annehmen wird.

e.V. arbeitet am Regionalliga-Kader

Während die KgaA nur noch eine leere Hülle ist, laufen die Planungen für die kommende Regionalliga-Saison auf Hochtouren. Der e.V. hat bereits vom BFV die Spielerlaubnis für Bayerns höchste Amateurliga erhalten. Noch hat der neue Löwenkader kein Gesicht, weil die Spieler aktuell noch gültige Verträge bei der KgaA haben. Wie die AZ berichtete, besitzen acht Spieler einen Vertrag für die Regionalliga: Samuel Althaus, Damjan Dordan, Lasse Faßmann, Loris Husic, Xaver Kiefersauer, Emre Erdogan, Paul Bachmann und Sean Dulic. Tunay Deniz und Florian Niederlechner haben bereits signalisiert, weiterhin für Münchens große Liebe spielen zu wollen und einen neuen Vertrag zu unterzeichnen. Auch bei Kevin Volland macht man sich große Hoffnung. Es ist davon auszugehen, dass derzeit zahlreiche Gespräche geführt werden.

Mitgliederversammlung am 21. Juni

Einer der wichtigsten Termine steigt in wenigen Tagen im Zenith. Dort findet am 21. Juni die Mitgliederversammlung statt und es wird zwei – für die Löwenzukunft – besonders bedeutende Tagesordnungspunkte geben: Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit dem Namen „Betriebsgesellschaft Sechzgerstadion mbH und Gründung oder Erwerb einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) für den Betrieb des Profifußballs beim TSV 1860 München.

Für beide TOPs ist eine 3/4-Mehrheit nötig. Für die Löwen wäre das zweifelsohne ein wichtiger Schritt in Richtung struktureller Neuaufbau.

Am Samstag: Roller Derby Tripleheader in München

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Die Rollsportabteilung des TSV 1860 München e.V. – besser bekannt unter dem Namen Munich Rolling Rebels – lädt am Samstagmittag wieder zum Roller Derby. Los geht es am 13.06. um 12 Uhr im Asam Gymnasium. Ganz im Sinne des Pride Months sollen an diesem Tag Vielfalt und Sichbarkeit auf und neben dem Platz gefeiert werden.

Ein Nachmittag voller Roller Derby Action

Der Einlass beginnt am Samstag um 12 Uhr, es wird eine Entrittsempfehlung von 5-8€ ausgerufen. Ab 13 Uhr beginnen dann die drei Spiele des Nachmittags. Zu Gast in München sind die Splatter Fairies Marburg, Bemble Bees (Malta & Frankfurt) und Augsburg Rolling Thunder.

Wer sich mehr über den packenden Vollkontaktsport informieren möchte findet auf der e.V.-Homepage und der Instagramseite der Munich Rolling Rebels alles wissenswerte. Neue Gesichter sind – völlig unabhängig von Erfahrung und persönlicher Identität – immer gerne gesehen!