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Interview mit Michael Schrodi: „Die Zeit dieses Investors ist nun vorbei“

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Michael Schrodi am Grünspitz

Bereits am heutigen Vormittag berichteten wir über das starke Signal aus der Bundeshauptstadt: Die Bundestags-Löwen – ein 2022 gegründeter Fanclub aus Abgeordneten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (mit Ausnahme der AfD) – haben sich mit einer Spende in Höhe von 1.860 Euro klar hinter den aktuellen Kurs des TSV 1860 München e.V. gestellt. In ihrer Pressemitteilung lobte der Fanclub-Vorsitzende Michael Schrodi (SPD) die Vorbereitung des Präsidiums um Präsident Gernot Mang auf die aktuelle Lage und betonte die „große Chance für einen strukturellen Neuanfang“.

Interview mit Michael Schrodi

Im Nachgang an diese klare Positionierung stand uns Michael Schrodi, der in dieser Legislaturperiode auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, für ein kurzes Interview zur Verfügung. Hier sind seine Antworten:

Servus Michael! Der „schwarze Mittwoch“ hat sich tief in die Seele der Löwenfans eingebrannt. Wie hast du persönlich – eingespannt zwischen dem politischen Alltag in Berlin und deinem Fan-Herz – diesen Tag und die Nachrichten aus München verfolgt?

Michael Schrodi: Ich habe diesen Tag sehr intensiv erlebt. Ich habe ständig den Ticker von sechzger.de gelesen und die Liveschalte des BR verfolgt. Ich konnte es einfach nicht fassen, dass uns der sogenannte Investor ein zweites Mal in den Zwangsabstieg bis in die vierte Liga schickt. Das war für mich unfassbar und kaum zu glauben.

„Die Zeit dieses Investors ist nun vorbei“

Wenn du nun einen endgültigen Strich unter die „Ismaik-Jahre“ ziehst: Wie fällt deine Bilanz dieser Ära aus?

Michael Schrodi: Die Bilanz der vergangenen 15 Jahre ist verheerend und im Grunde ein riesengroßes Missverständnis. Schon mit dem ersten Präsidenten, Dieter Schneider, gab es nach gut einem halben Jahr ein tiefes Zerwürfnis. Hasan Ismaik ging es wohl nie um eine gedeihliche, gemeinsame Entwicklung des Profifußballs beim TSV 1860. Vielmehr wollte er Macht ausüben, die 50+1-Regel angreifen und selbst im Verein – respektive in der Profiabteilung – das Sagen haben, anstatt mit sportlicher Kompetenz und gemeinsam mit dem Mutterverein den Erfolg zu suchen. Er hat immer nur so viel Geld gegeben, um das Konstrukt KGaA am Leben zu erhalten, aber nie, um eine wirklich positive Entwicklung zu fördern. Damit hat er sich selbst und seinem Investment massiv geschadet, aber natürlich auch dem Verein, den Fans und den zahlreichen Präsidenten, die er in dieser Zeit verschlissen hat. Sie alle hatten – mit einer unrühmlichen Ausnahme, an deren Ende 2017 der Abstieg in die vierte Liga und ein riesiger Schuldenberg standen – mit seinen Drohgebärden und finanziellen Androhungen zu kämpfen. Zieht man also einen Schlussstrich, bleibt festzuhalten: Es ist gut, dass die Zeit dieses Investors nun vorbei ist.

Wie wurden die Personalie Hasan Ismaik und sein Agieren beim TSV 1860 München eigentlich außerhalb der bayerischen Landesgrenzen und im bundespolitischen Raum wahrgenommen?

Michael Schrodi: Außerhalb Bayerns – und das gilt auch für uns hier in Berlin – gibt es zwei Wahrnehmungen. Zum einen hat die Marke TSV 1860 München immer noch eine wahnsinnige Strahlkraft. Man interessiert sich für diesen Verein, jeder kennt ihn. Zum anderen blickt man jedoch nur noch mit Kopfschütteln auf die Entwicklungen der letzten Jahre und natürlich auch auf das Gebaren des sogenannten Investors.

“Absolute Meilensteine für eine nachhaltige Entwicklung des Vereins”

Warum siehst du gerade jetzt die „große Chance“ auf einen strukturellen Neuanfang?

Michael Schrodi: Für uns ist nach all den Erfahrungen klar, dass es eine positive Entwicklung mit dem Investor nicht mehr geben kann. Deshalb ist der Schritt richtig, den das Präsidium in Form der Kündigung des Kooperationsvertrages vollzogen hat – nachdem Hasan Ismaik mit seinen Erpressungsversuchen gescheitert war und uns erneut in den Zwangsabstieg geschickt hatte. Wir unterstützen das, denn jetzt bietet sich die große Chance auf einen echten Neuanfang ohne dieses belastende Verhältnis. Wir können nachhaltig neue, gesündere finanzielle Strukturen schaffen. Dazu gehört zum einen die Trennung vom Investor, zum anderen aber auch das Vorantreiben der Stadionfrage. Hier nehmen sowohl der Verwaltungsrat als auch das Präsidium aktuell wichtige Weichenstellungen vor. Wir sehen diese Entscheidungen als absolute Meilensteine für eine nachhaltige Entwicklung des Vereins. Deshalb unterstützen wir diesen Kurs voll und ganz.

Welche konkreten Wünsche und Hoffnungen hast du für die Zukunft unseres TSV München von 1860 e.V.?

Michael Schrodi: Das Präsidium und der Verwaltungsrat haben deutlich gemacht, dass ihnen eines ganz besonders bewusst ist: Sechzig ist mehr als nur ein Verein und mehr als nur die Fußballabteilung. Für viele Menschen ist es pure Identität. Der Verein bedeutet extrem vielen Menschen sehr viel in ihrem Leben. Auch der Ort an sich, also Giesing und das Sechzgerstadion, ist fester Bestandteil dieser Identität. Ich wünsche mir, dass das Präsidium, der Verwaltungsrat und alle führenden Personen des Vereins das weiterhin in ihrem Bewusstsein behalten und diese Identität pflegen. Sie ist absolut notwendig für die positive Entwicklung unseres e.V. Das ist meine Zukunftsvision von Sechzig München. Wenn ich daran mitarbeiten und meinen Teil dazu beitragen kann, möchte ich das sehr gerne tun.

Stimmen zur Löwenlage – Die Sicht der Fans

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Unsere treuen Leser*innen kennen das schon: Seit Beginn der jüngst zu Ende gegangenen Saison machen wir von sechzger.de uns nach den Spielen der Löwenprofis auf die Jagd nach Statements zum gerade zurückliegenden Ereignis. Und bei uns kommen alle zu Wort: Spieler, Trainer, Funktionäre, Redakteure, … und natürlich: Die Fans! Ausgangspunkt und Premiere dieser Rubrik waren übrigens vor knapp einem Jahr die Stimmen zum Spielplan. Hier und heute geht es nun um Stimmen zur aktuellen Lage bei den Löwen nach dem Lizenz-Aus für die 3. Liga am Mittwoch der vergangenen Woche und der in der Folge auf den Weg gebrachten angestrebten Trennung von Hasan Ismaik.

Wie schätzen die von uns Befragten die aktuelle Lage und den Weg des e.V. ein? Was erwarten oder wünschen sie sich sie für die Zukunft? Und was wollen sie den Fans und Mitgliedern des TSV 1860 vielleicht mit auf den Weg mitgeben? Hier kommen einige interessante Antworten, kämpferische Statements und auch nachdenkliche Äußerungen.
Unsere Stimmen zur Löwenlage:

Dominik Heckmair (Kandidat zum Verwaltungsrat auf der MV)

Ich sehe die aktuelle Lage als eine sehr große Chance für den TSV 1860. Ich war selber am Mittwoch am Trainingsgelände und habe dort die Niedergeschlagenheit und Trauer gesehen nach dem zweiten von HI verursachten Zwangsabstieg. Mit der Mitteilung der Kündigung des Kooperationsvertrags und der emotionalen Mitteilung des Präsidiums und des Verwaltungsrats merkt man aber wie ein unfassbarer Ruck durch den Verein und die Fanlandschaft geht. Siehe z.B. Spendenaktionen, Mirgliederbeitritte und auch insgesamt ein gewisser Stolz und jetzt-erst-recht-Gefühl unter den Fans.

Ich wünsche mir von der Zukunft, dass wir ein Selbstständiger und selbstbestimmter Verein sind, der sich weiterhin stark im Breitensport aber natürlich auch im Fußball so erfolgreich wie möglich weiterentwickelt. Ich hoffe auch stark, dass die Gräben der Vergangenheit zugeschüttet werden und wir in Zukunft nur noch über Aufstellungen und Spieler diskutieren.

Mitgeben möchte ich den Fans und Mitgliedern dass sie Vertrauen und Geduld haben sollen in die Entscheidungsträger im Verein und diesen auch Kraft geben sollen für die kommende Zeit.

Uli Lange (Löwenfan aus Hamburg):

Aus der Ferne ist man natürlich emotional etwas weiter weg – Emotionen verstärken sich eben durch gemeinsames Erleben… Das gilt für Derbysiege wie für Zwangsabstiege. Was mich in Hamburg trotzdem immer wieder emotional bewegt, ist, wenn ich im Norden die ganze Geschichte seit dem Bau des Schlauchboots, die zweite Liga, den ersten Zwangsabstieg und die versuchten Aufstiege bis zum jetzigen erneuten Zwangsabstieg sowie die Rolle diverser Könige, Kaiser und Scheichs erklären muss.
Diesmal habe ich eh geahnt, was kommt, als wieder über Gelder und Lizenzen die Rede war. Natürlich auch, weil ich gedacht habe, dass der Scheich wieder versucht, seine Muskeln spielen zu lassen, und am Ende doch zahlt. Aber was wenn nicht? Dann MUSS doch passieren, was beim letzten Mal schon hätte passieren müssen: Raus aus der Arena – und jetzt raus mit dem Scheich.
Ich wurde dankbarerweise immer gut informiert – und sehe jetzt die Chance. Wir sind nicht irgendein Verein, der in der Bedeutungslosigkeit versinkt, wenn es mal nicht gut läuft, das haben wir bewiesen. Und, siehe oben, Emotionen verstärken sich: Für die neue Fussballergeneration wird es hoffentlich wieder Emotion und Motivation genug sein, wenn die Löwenfans durch den Süden reisen, um zu zeigen, wer hier das Löwenherz am richtigen Fleck hat.
Nur für mich wird es dieses Jahr wieder noch schwieriger zu den Auswärtsspielen zu fahren – wie damals nach dem Auszug aus der Arena.
Aber das ist es mir wert!

Bernd Winninger (die TAKTIKTAFEL):

Ich bin dem Präsidium sehr dankbar, dass sie endlich den überfälligen Weg der Trennung vom Investor gegangen sind. Das Risiko dabei schätze ich extrem gering ein. Sofern die Informationen über Kooperationsvertragsklauseln und Ismaiks Verhalten stimmen, wovon auszugehen ist, war die Kündigung der zugesagten Darlehen ein extrem depperter Fehler vom Investor. Aber was solls. Für den e.V. war das womöglich der Jackpot.

Für die Zukunft erwarte ich gar nix. Erwartungen werden meistens enttäuscht. Ich hoffe auf eine ruhige Hand in der Führung und Geduld bei den Fans in allen Belangen, die die erste Mannschaft betreffen. Damit meine ich von der Erwartungshaltung an den Erfolg, bis zur Diskussion um den Spielort oder Personalien in sportlichen Funktionen, wirklich alles. Vor allem denjenigen Fans, die Hasans Fehler eher bedauern als feiern und 60 nach wie vor gerne als „FC Seitenstraße light“ sähen, möchte ich sagen: Haltet die Füße still und lasst dieses Präsidium und alle anderen Beteiligten in Ruhe arbeiten. Wer jetzt noch gegen die Entscheider im e.V. handelt, hat bei uns nichts mehr verloren. Alle anderen aus dieser Wildmoser- Gedächtnisblase, die ihr Verhalten in den letzten Jahren oder vielmehr Jahrzehnten nun anders betrachten und jetzt endlich mit dem ganzen Verein an einem Strang ziehen wollen sag ich: “Auf geht’s! Pack ma’s o.”

Leon (sechzger.de-Redakteur): 

Fast ein Jahr nach dem vermeintlichen Anteilsverkauf sind wir nun also in einer weiteren turbulenten Sommerpause. Mit Aussicht auf die Zukunft, die vor uns liegen kann, nehme ich das aber mit Kusshand. Nach der Meldung des Lizenz-Aus hielt sich mein Schock eigentlich in Grenzen. Anstatt innerlich mit dem Verein abzuschließen, wurden im Freundeskreis noch am selben Abend die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, was wir nun aus der Situation machen können. Dafür, dass der e.V. dann noch am nächsten Abend den Kooperationsvertrag gekündigt hat, und eine klare Kante gegen die Gebaren und Erpressungsversuche des Märchenonkels zeigt, möchte ich Danke sagen!

Wie in meinem Saisonrückblick erwähnt ist mein dringendster Wunsch in Bezug auf den TSV 1860 München die Unabhängigkeit von sämtlichen Investoren. Was vor weniger als zwei Wochen noch fast Unmöglich schien, kann nun Realität werden. Das hätte ich mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können. Die Herausforderungen, die vor uns – und vor allem vor den ehrenamtlichen Funktionären und den Mitarbeitern des e.V. – stehen, sind enorm. Ich bin aber optimistisch, dass wir diese als Verein bewältigen können. Mit dem Rücken an der Wand, doch immer wieder oben auf!

Julian Biermo (kreativer Löwenfan):

Als mich die Nachricht der sofortigen Kündigung des Kooperationsvertrags mit dem Investor erreichte, hat sich meine Sicht stark verschlechtert, weil sich meine Augen mit Freudentränen füllten.

Dass es dazu kommen könnte, hatte sich in den Stunden davor dann doch leicht angekündigt – mit der offenen Wunde des gescheiterten Verkaufs im Vorjahr blieb ich aber durchgehend skeptisch. Auch jetzt mag ich dem Ganzen noch nicht so recht trauen, denn es fühlt sich metaphorisch so an, als hätte man die Schnauze voll, brennt mit dem Auto einfach ans Meer durch und lässt alles hinter sich. Aber dann kommt doch die Erkenntnis, dass man einen Platz zum Schlafen braucht, Geld zum Essen und vielleicht auch noch der Tank leer wird.

Zum Glück kann ich meine Seele ein wenig beruhigen, weil ich vollstes Vertrauen in unser Präsidium und das Vereinsmanagement habe. Running, Radsport, Rugby und Cricket sind nur einige der Abteilungen, die diesen Verein gerade so sehr bereichern und neue Mitglieder für ihn begeistern. Dass in der vermeintlich schlimmsten Situation zusätzlich noch 600 (!) neue Mitglieder innerhalb einer Woche eine Mitgliedschaft abschließen, ist schlicht unbeschreiblich.

Ich bin und bleibe extrem stolz auf diesen Verein. Ich sehe darin die größte Chance der letzten Jahrzehnte und wünsche mir von allen, dem Ganzen die Zeit zu geben, sich zu entfalten. Ebenso erhoffe ich mir, dass nicht noch weitere Ex-Spieler, Portale oder Blogger ihren Senf dazugeben – denn WIR sind der Verein. Es liegt in unserer Hand, als Mitglieder für ein stabiles Fundament zu sorgen. Am besten gelingt uns das als erster Schritt auf der Mitgliederversammlung am Sonntag, dem 21.06. im Zenith.

Wir holen uns unseren Verein zurück!

Max Deisenhofer (Landtagsabgeordneter und Mitglied der “Landtagslöwen”):

Ich war am 3.Juni am Trainingsgelände und sehr schockiert, dass Hasan Ismaik tatsächlich das versprochene Geld für die 3.Liga nicht bereitgestellt hat. Den zweiten Zwangsabstieg innerhalb von neun Jahren fand ich traurig und frustrierend. Die darauf folgende Kündigung des Kooperationsvertrags ist aus meiner Sicht folgerichtig und inzwischen habe ich wieder Hoffnung. Vielleicht gelingt es dem Verein jetzt endlich, die zwei großen strukturellen Fragen (Gesellschafter & Stadion) zu lösen. Ich wünsche dem Präsidium dafür viel Erfolg und unterstütze gerne weiterhin, wo auch immer das möglich ist. Extrem gefreut hab ich mich über die riesige Solidarität und Spendenfreude der Fans, das erzeugt schon wieder Aufbruchstimmung.

1860 wird niemals untergehen!
Einmal Löwe, immer Löwe!

Jens B. (Göppinger Löwen ’91)

Zum zweiten Mal schickt uns Hasan Ismaik in die Regionalliga. Zum zweiten Mal stehen wir vor den Trümmern von dem, was einmal vielleicht Hoffnung war. Und eines ist klar: Ein „Weiter so“ darf es nicht mehr geben. Was jetzt kommt, wird weh tun. Wieder über die Dörfer fahren, wieder kleine Plätze, wieder ein harter und langer Weg zurück. Und vielleicht wird es diesmal noch schwieriger als 2017/18.

Aber wir Löwenfans haben eines immer bewiesen: Man kann uns sportlich brechen – aber niemals unseren Stolz und unsere Leidenschaft. Denn wir sind mehr als Ergebnisse. Wir sind mehr als Tabellenplätze. Wir sind Sechzig.

Gerade jetzt braucht es Mut, Klarheit und endlich Konsequenz. Ich setze mein Vertrauen in unsere demokratisch gewählten Vereinsvertreter – dass sie diesen Verein nun auf eigene Beine stellen. Weg von Abhängigkeiten. Weg von den Launen unseres Kreditgebers. Hin zu einem TSV 1860 München, der wieder sich selbst gehört.

Die Kündigung des Kooperationsvertrags war kein einfacher Schritt – aber ein notwendiger. Vielleicht sogar der wichtigste seit Jahren. Denn echte Veränderung beginnt dort, wo man bereit ist, alte Fesseln zu lösen. Und während es auf dem Platz hart wird, passiert abseits des Rasens etwas Entscheidendes: Die Löwenfamilie rückt enger zusammen. Noch enger. Noch entschlossener.

Denn gerade in den dunkelsten Momenten zeigt sich, was uns wirklich ausmacht.

Wir werden leiden. Wir werden kämpfen. Und wir werden zurückkommen.

Freiheit für Sechzig – jetzt erst recht!

Christian Eulitz (Hauptstadtlöwen Berlin):

Die Kündigung des Kooperationsvertrags war aus meiner Sicht die richtige Reaktion auf die Streichung der Darlehen durch den Investor so kurz vor dem wichtigen Stichtag. Ich kann mir kaum vorstellen, wieviel Arbeit die Vereinsverantwortlichen nun gerade leisten müssen, um den Löwen eine Zukunft zu ermöglichen. Allerdings sehe ich die aktuelle Situation auch als große Chance, unseren Verein neu und finanziell nachhaltig aufzubauen, auf dass wir nicht mehr in so eine Erpressbarkeit hineingeraten können. Vielleicht lassen sich ja auch wieder die Gräben zwischen den verschiedenen Lagern unter uns Fans zuschütten. Der Spielplan selbst ist mir gar nicht so wichtig, von Berlin aus wird es aber natürlich schwieriger, Löwenspiele live zu verfolgen. Wie man nach Aubstadt kommen kann, habe ich aber schon recherchiert!

Matthias (Mitglied der aktiven Fanszene):

Der Spruch “Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende” wurde im Zusammenhang mit der aktuellen Situation ja schon öfter bemüht, und das einfach zu recht. Schon in den letzten Jahren hat sich doch herausgestellt, dass es so nicht weitergehen kann. Das was der e.V. jetzt getan hat war die einzig logische Konsequenz. Vermutlich hätte man das einfach direkt 2017 schon machen sollen, aber im Nachhinein lässt sich das natürlich leicht sagen und zugegebenermaßen scheint die aktuelle Situation rechtlich nochmal deutlich klarer zu sein.

Insgesamt bin positiv überrascht, wie gut scheinbar alle Verantwortlichen auf sämtliche Szenarien vorbereitet waren und kann davor und für den Mut das jetzt durchzuziehen nur meinen Hut ziehen. Außerdem bin ich mehr als stolz auf die ganzen positiven Reaktionen aus dem Löwenumfeld. Ich höre fast ausschließlich positives und unterstützendes. Wenn wir am Boden sind, rücken wir zusammen, helfen und packen gemeinsam mit an. Das zeigt mir wieder, warum ich Löwe geworden bin.

Christian Jung (sechzger.de-Redakteur):

Den Schreck vom letzten Mittwoch hatte ich recht schnell überwunden. Ich schau jetzt nach vorn und hoffe, dass die Auflösung einer (Geschäfts-) Beziehung, die 15 Jahre lang wirklich nie und zwar kein bisschen funktioniert hat, gelingt. Und dass es mir vergönnt sein wird, Ende Juli mit einer jungen, sympathischen und hungrigen Löwenmannschaft in der Regionalliga Bayern den echten Neustart erleben zu dürfen. Vor neun Jahren war es die Rückkehr nach Giesing, die sich so gut angefühlt hat. Nun ist es hoffentlich der echte und vollständige Neuanfang für den ganzen TSV 1860 München!

Eva Modlmayr (PRO1860):

Was wir heute erleben, ist nicht die Konsequenz aus einem missglücktem Austausch zwischen einem Investor und einem Präsidenten. Nichts wo man in bester Populisten-Manier zum Schluss kommen kann, “…lasst Doch einfach den richtigen mit Hasan reden, dann wird das”. Heute endet der falsche Weg, der vor mehr als 20 Jahren – wie sich herausstellt irreversibel – eingeschlagen wurde: Stadiondeal mit den Roten, Verrat der eigenen Werte und komplette Selbstüberschätzung. Kapitel zuschlagen, den gleichen Fehler nie wieder machen, den Juni 2026 als Chance betrachten!

So wie immer im Leben gibt es auch bei 1860 Leute, die schon jetzt nur drauf warten, bis irgendetwas nicht so läuft wie man es sich erhofft. Nur um dann zu schimpfen oder hämisch Beifall zu klatschen, ohne selbst einen Beitrag zu leisten. Das hat mit (berechtigter) Kritik oder Feedback nichts zu tun, sondern ist destruktiv und schadet der Sache. Bitte überdenkt Euer Handeln, schweigt oder geht!

Der konstruktiven Mehrheit der Löwenfans möchte ich mitgeben: Lasst uns die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam Alles aus der Situation rausholen, was geht. Werdet Mitglieder oder werbt Neue, bringt Euch ehrenamtlich ein, nutzt Fanclub- und Vernetzungstreffen, um Eure Ideen zu teilen oder mitzuarbeiten. Jedes Engagement ist wertvoll!

Mane (Groundhoppers 1860):

Die Kündigung des Kooperationsvertrages hat ein kleines Wunder bewirkt. Es herrscht wieder Aufbruchsstimmung rund um die Grünwalder Straße 114.

Nach dem enttäuschenden Saisonverlauf, der deutlich verpassten Zielsetzung Aufstieg und als Krönung noch dem kurzfristig gekündigten Darlehnsvertrag durch Hasan Ismaik mit der Folge des Drittliga-Lizenzentzuges herrschte “Tristesse pur” rund um die Münchner Löwen.

Doch diese Trostlosigkeit, am letzten Mittwoch noch überall und besonders am Trainingsgelände nach der Bekanntgabe des finanziell bedingten Abstiegs in teils gespenstischer Stille fast greifbar zu spüren, wich nur innerhalb eines Tages einer kaum für möglich gehaltenen Aufbruchsstimmung.

Die mit sofortiger Wirkung ausgesprochene Kündigung des mit der HAM im Jahre 2011 geschlossenen Kooperationsvertrages durch das aktuelle Präsidium wirkte wie eine Befreiung und enorm euphorisierend auf das Löwen-Umfeld.

Lasst uns diese vermutlich einmalige Chance gemeinsam nutzen!

Es wird sicher kein einfacher Weg, sowohl im sportlichen Bereich als auch organisatorisch und vertraglich sind unter enormen Zeitdruck noch unzählige offene Baustellen abzuarbeiten.

Diese Aufgaben werden größtenteils von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Präsidiums um Gernot Mang und dem ebenfalls ehrenamtliche agierenden Mitgliedern des Verwaltungsrats sowie vielen weiteren fleißigen Helfern auch aus der KgaA (Ticketing, Presse, Fanbetreuung, sportlicher Bereich etc.) gestemmt.

Natürlich haben wir alle viele drängende Fragen (u.a Dauerkarten, Trainer, Spieler), lasst aber bitte die aktuell Verantwortlichen machen! Vieles ist auf den richtigen Weg gebracht!

Lasst uns in diesen Tagen gemeinsam an einen Strang ziehen und zeigen wir den aktuellem Präsidium unser Vertrauen und unsere Unterstützung.

Nur gemeinsam sind wir der Verein.

Mit dem Rücken an der Wand, doch immer wieder obenauf!

Andi Reich (Löwenfan und Vater von Lukas Reich):

Die aktuelle Lage richtig einzuschätzen ist für einen juristisch Außenstehen sehr schwierig, weil sich wohl abzeichnet, dass die Entscheidungen bzw. die aktuellen Entwicklungen eine langwierige juristische Auseinandersetzung mit teils offenem Ausgang nach sich ziehen werden.

Dass die komplexen Zusammenhänge, das komplizierte Gesamtkonstrukt und die verschiedenen Zuständigkeiten oftmals nicht verstanden werden, kann man an vielen oberflächlichen Kommentaren und Artikeln gut erkennen.

Ich bin nicht per se investorenfeindlich eingestellt, Profifußball kostet Geld und bedarf heutzutage auch finanzkräftigen Partnern. Dass dieses Konstrukt der letzten 15 Jahre jedoch nicht erfolgversprechend war und auch in der Zukunft aller Voraussicht nicht sein kann, steht wohl für die meisten außer Frage.

Wenn durch den Lizenzentzug, die Kündigung des Kooperationsvertrags und eine eventuelle Insolvenz der seit Jahren defizitären KGaA jedoch die Chance besteht, den Profifußball in unserem Verein wieder selbstbestimmt auf tragfähige Beine zu stellen und eine solide Basis zu schaffen, ist mir nicht bange.

Mit zuverlässigen und seriösen Partnern aus der Wirtschaft, einer mittel- und langfristig vernünftig geplanten Neuausrichtung ohne sich in die erdrückende Abhängigkeit von einzelnen Investoren zu begeben, Führungspersonen einer dann vermutlich wieder ausgegliederten Profiabteilung, die sowohl den inneren Zirkel von 1860 München, den deutschen Profifußball mit all seinen Richtlinien und Regularien und selbstverständlich ihr Handwerk im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich verstehen, bin ich guter Hoffnung, dass nach einem schwierigen Neuanfang auch wieder erfolgreichere Zeiten möglich sind.

Ich denke ein Anfang ist gemacht und ich wünsche natürlich den handelnden Personen um Präsident Mang maximalen Erfolg und ein glückliches Händchen bei allen Herausforderungen, die kurz- und mittelfristig auf sie warten.

Einmal Löwe, immer Löwe!

Moni Reim (Teilnehmerin am dritten sechzger.de Livetalk vor zwei Wochen):

Erst mal war und bin ich immer noch geschockt!

Ich hoffe, das Präsidium knickt jetzt nicht wieder ein und zieht den Kurs ohne die KGaA durch. Es ist eine große Chance endlich mehr Ruhe und Selbstvertrauen in den Verein, den Fußball und in die gespaltene Anhängerschaft zu bringen.

Einmal Löwin, immer Löwin! Und das seit sechzig Jahren. Deshalb liebe Fans, haltet zusammen und geht mit erhobenem Kopf und einem sichtbaren Zeichen mit nach unten. Denn das ist der Weg endlich nach oben zu kommen.

Bundestags-Löwen unterstützen Vereinsführung des e.V.

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Bundestags-Löwen unterstützen Vereinsführung des e.V.
Vorsitzender Michael Schrodi und die Gründungsmitglieder der Bundestagslöwen mit TSV 1860 München-Präsident Robert Reisinger und Vize-Präsident Hans Sitzberger auf einer Treppe beim Deutschen Bundestag

Mit den Bundestags-Löwen unterstützt ein weiterer Fanclub den aktuellen Kurs der Vereinsführung des TSV 1860 München e.V., wie die Bundestags-Löwen heute in einer Pressemitteilung bekanntgaben. Zudem spendete der Fanclub 1.860 Euro an den Verein. Der Vorsitzende der Bundestags-Löwen Michael Schrodi (SPD) erklärte dazu: „Wir Bundestagslöwen-Mitglieder stehen hinter dem Kurs der Eigenständigkeit, der eine große Chance für einen strukturellen Neuanfang und eine nachhaltige Neuausrichtung des Vereins bietet.“

Bundestags-Löwen unterstützen Vereinsführung des e.V.

Die Bundestagslöwen gründeten ihren Fanclub im Jahr 2022. Dieser setzt sich zusammen aus Bundestags-Abgeordneten, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abgeordneten in allen Ministerien. Bis auf die AfD sind dabei alle Parteien vertreten. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, den TSV 1860 München e.V. mit einer Spende von 1.860 Euro zu unterstützen. Dadurch wollen der Fanclub “seine Unterstützung für den aktuellen Kurs der Vereinsführung unterstreichen”, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.

“Erfreulich wie gut das Präsidium vorbereitet ist”

Der Vorsitzende Michael Schrodi äußert sich Folgendermaßen weiter zur aktuellen Lage:

„Der von dem bisherigen Investor verursachte Zwangsabstieg hat uns hart getroffen. Umso erfreuter sind wir, wie gut vorbereitet das Präsidium ist. Die Vereinsführung macht gerade einen richtig guten Job.
Wir Bundestagslöwen-Mitglieder stehen hinter dem Kurs der Eigenständigkeit, der eine große Chance für einen strukturellen Neuanfang und eine nachhaltige Neuausrichtung des Vereins bietet.“

Bundestagslöwen kommen zur Mitgliederversammlung

Die Bundestagslöwen kündigten zudem an, auch bei der Mitgliederversammlung am 21. Juni vor Ort zu sein, um die Pläne des Vereins um Präsident Gernot Mang zu unterstützen.

Kaderzusammenstellung: Großbaustelle auch in Unterhaching

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SpVgg Unterhaching TSV 1860

Der TSV 1860 steht  sechs Wochen vor Saisonstart – nicht zuletzt aufgrund rechtlicher Unsicherheiten – noch ohne Mannschaft da. Doch auch die SpVgg Unterhaching, die aus wirtschaftlichen Gründen bereits vor Ende der abgelaufenen Spielzeit auf einen Aufstieg in die 3. Liga verzichtet hatte, hat in Sachen Kaderplanung noch eine Großbaustelle zu bearbeiten.

TSV 1860 aktuell ohne Mannschaft

Während man bei den Löwen in der Vergangenheit in Fankreisen immer wieder einen angeblichen “Umbruch” kritisierte, wenn mehrere Spieler den TSV 1860 verließen und ersetzt wurden, stellt sich die Situation diesmal natürlich deutlich komplexer dar.

Durch den Abstieg wurden zunächst alle Verträge mit acht Ausnahmen ungültig, die Übertragung des Spielrechts von der KGaA auf den e.V. verkompliziert die Arbeit für Geschäftsführer Manfred Paula zusätzlich.

Großbaustelle auch bei der SpVgg Unterhaching

Doch nicht nur an der Grünwalder Straße erinnert die Kaderzusammenstellung derzeit an eine Großbaustelle, sondern auch beim ehemaligen Bundesligisten SpVgg Unterhaching. Gleich elf Spieler wurden beim Schwabl-Club aus der Vorstadt verabschiedet, die finanziellen Mittel sind bekanntlich auch limitiert.

Mit Simon Skarlatidis (Erzgebirge Aue), Leo Kainz (TSV Buchbach), Richard Meier, Gibson Adu, Jason Eckl (alle FC Bayern II), Tim Hannemann, Christoph Ehlich, Marc Zimmermann, Nicolas Böhnke, Marcel Martens und Ben Erlmann verlassen durchaus namhafte Spieler das Team von Trainer Sven Bender.

Aufgrund der Kooperation mit dem FC Bayern ist jedoch nicht auszuschließen, dass auch in der kommenden Saison wieder das eine oder andere Talent aus der Säbener Straße im Hachinger Sportpark aufläuft.

Hasan und die Anwälte: Ismaiks juristischer Kamikaze-Kurs

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Gesellschafterversammlung bringt wenig Neues
Die Gebäude des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße 114

Zwei Themen kamen bei den Löwen im Innen- und Außenverhältnis in den letzten Jahrzehnten immer wieder vor. Einmal wurde – speziell von der Stadt in Person von Dieter Reiter – bemängelt, dass man bei den Löwen keinen verlässlichen Verhandlungspartner fände und die Sechzger nicht mit einer Stimme sprechen würden. Zweitens wurden bei jeglichen Komplikationen zwischen den Gesellschaftern Stimmen laut, die forderten “man müsse ja nur mal vernünftig mit Hasan Ismaik sprechen”. Ein plausibler Grund für diese Probleme und die fehlende “gemeinsame Stimme” könnte sein, dass bei Ismaik nie lang klar ist, mit wem man sprechen muss bzw. welches Gegenüber man zu erwarten hat. Der jordanische Geschäftsmann wechselt nämlich oft seine Anwälte, gerne auch mehrmals im Jahr.

Drei Anwälte in einem Jahr: Ismaiks juristischer Zickzackkurs vom Ultimatum bis zum Zwangsabstieg

Dass Investor Hasan Ismaik im aktuellen Gesellschafterstreit beim TSV 1860 München nun auf den für Schlammschlachten bekannten Ex-Politiker Peter Gauweiler setzt, ist nur der vorläufige Höhepunkt einer  juristischen Rotation, die ihres Gleichen sucht. Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt: Die HAM International Limited hat in nur einem einzigen Geschäftsjahr drei verschiedene Rechtsvertreter verschlissen – zwei komplette Kanzleiwechsel inklusive. Mit jedem neuen Gesicht verschärfte sich die Gangart gegenüber dem Stammverein, bis hin zur großen Eskalation und dem Zwangsabstieg.

Akt 1: Dr. Ali Mosfer und der Versuch der „Reisinger-Klausel“

Lange Zeit war Dr. Frank Koch von der renommierten Kanzlei Taylor Wessing aus Hamburg das beständige juristische Gesicht der HAM in Deutschland. Zur neuen Saison endete diese Konstanz jedoch: Dr. Koch wurde abgelöst, das Mandat übernahm stattdessen zunächst Dr. Ali Mosfer. Der ursprünglich in Frankfurt a.M. aktive Anwalt mit arabischen Wurzeln übersiedelte im Jahre 2020 nach Dubai und leitet dort die Rechtsabteilung einer Firma in der Kosmetik- und Parfumbranche.

Unter Mosfer versuchte die Investorenseite früh, den juristischen Druck auf den e.V. zu erhöhen. Im Rahmen des Darlehensvertrags 2025 wollte die HAM die sogenannte “Reisinger-Klausel” bezüglich der Geschäftsführer-Bestellung erneut fest im Vertragswerk implementieren. Die 50+1-Regel wird durch diese Darlehensklausel zwar formal nicht verletzt, jedoch gibt der e.V. damit faktisch sein zentrales Faustpfand auf: Die alleinige Kontrolle über die Geschäftsführungs-GmbH, die den Stammverein überhaupt erst dazu berechtigt, Geschäftsführer eigenständig ein- und abzuberufen.

Sollte der e.V. von diesem Recht gegen den Willen der Investorenseite Gebrauch machen, würden laut Klausel zugesagte Darlehen sofort gekündigt oder bereits gezahlte Summen schlagartig zur Rückzahlung fällig gestellt werden. Ein finanzielles Druckmittel, das den e.V. stark unter Druck setzt und damit seine Autonomie bei Personalentscheidungen torpediert. Dieser Versuch scheiterte jedoch an der Konsequenz des Stammvereins: Der e.V. blieb bei diesem Thema standhaft. Da die Drohkulisse nicht verfing, lenkte die HAM-Seite ein, verzichtete letztlich auf die umstrittene Klausel und stellte das zugesagte Darlehen für 2025 trotzdem bereit. Es sollte das letzte Mal sein, dass die Investorenseite rechtzeitig einlenkte.

Akt 2: Dr. von Rüden und die rechtlich unmögliche DFB-Frist

Im Mai 2026, als sich die Lage rund um die Lizenzierung für die 3. Liga langsam zuspitzte, betrat ein neuer Akteur die weiß-blaue Bühne: Dr. Michael von Rüden, Partner und “Co-Lead M&A Law” bei der Unternehmensberatung Deloitte. Mit seinem Amtsantritt änderte sich die Vorgehensweise der HAM dramatisch. Rechtsanwalt von Rüden schlug vereinsintern sofort eine deutlich robusteren und aggressiveren Ton an.

Eine erste bemerkenswerte Duftmarke setzte der neue Rechtsbeistand mit dem Vorschlag, beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Fristverlängerung hinsichtlich der Einreichung der entscheidenden Lizenzunterlagen zu erwirken. Bei den vom DFB zum Ende von Lizenzierungsverfahren gesetzten Fristen handelt es sich aber um unumstößliche Ausschlussfristen – eine Verlängerung ist hier schlichtweg nicht möglich.

Der Grund für dieses Manöver war ohnehin durchschaubar: Die HAM-Seite wollte auf Zeit spielen, um weitreichende strukturelle Eingriffe in der KGaA vorzunehmen. Diese geplanten Änderungen hätten jedoch zwingend der Zustimmung der ordentlichen Mitgliederversammlung des e.V. bedurft. Die Strategie der Investorenseite war es offenbar, den Druck der tickenden Lizenz-Uhr als Hebel zu nutzen, um diese weitreichenden Zugeständnisse zu erzwingen.

Akt 3: Die Darlehenskündigung als künstliche Notlage

Als sich abzeichnete, dass der e.V. (juristisch beraten durch die Wirtschaftskanzlei GÖRG) und die KGaA (vertreten durch die Kanzlei Anchor) auf dieses Spiel auf Zeit nicht eingingen, griff Dr. von Rüden zu einer drastischen Maßnahme: Die bestehenden Darlehensverträge von 2024 und 2025 wurden von der HAM kurzerhand außerordentlich und fristlos gekündigt. Ein Schritt, der von Experten als vollumfänglich unwirksam eingestuft wird.

Die weitreichende Konsequenz dieses Manövers: Die HAM konnte in der Folge schlichtweg die Auszahlung der rettenden Millionen verweigern und nutzte diese Möglichkeit. Dieses künstlich erzeugte finanzielle Vakuum versuchte die Investorenseite als weiteres Druckmittel zu nutzen. Sie wollte den e.V. zur Unterschrift völlig neuer Verträge drängen, die teils absurde Forderungen enthielten – wie beispielsweise weitreichende Verpfändungen von Eintrittskarten.

Akt 4: Ein nächtliches Ultimatum und der Angriff auf 50+1

Der Höhepunkt dieser Erpressungsstrategie ereignete sich in den entscheidenden Stunden vor dem endgültigen Lizenz-Kollaps. Das Vorgehen in der Nacht zum 3. Juni 2026 ist bezeichnend für die kompromisslose Gangart von Dr. von Rüden.

Um 01:12 Uhr nachts wischte der HAM-Anwalt in einer großen E-Mail-Runde – an der neben e.V.-Präsident Gernot Mang auch KGaA-Vertreter und Abdelrahman Ismaik (der zweite Bruder von Hasan Ismaik) beteiligt waren – die letzten Vertragsentwürfe zur Rettung kategorisch vom Tisch. Die Dokumente seien für die HAMnicht akzeptabel“. Besonders brisant: Von Rüden forderte explizit die sofortige Streichung des rettenden Vorbehalts “soweit verbandsrechtlich zulässig”. Er pochte auf ein “All-in” des e.V. ohne “Schlupflöcher” und knüpfte dies an ein Ultimatum: Bis 10:00 Uhr am selben Morgen müsse ein entsprechender Beschluss des Aufsichtsrats unterschrieben vorliegen.

Die Forderung, den Passus zur verbandsrechtlichen Zulässigkeit zu streichen, lässt tief blicken. Hätte der e.V. dieses Ultimatum blind unterschrieben, hätte er Verträgen zugestimmt, die potenziell gegen die Regularien des DFB verstoßen. Die naheliegende These: Wäre dem TSV 1860 aufgrund dieser illegalen Vertragsklauseln vom DFB die Lizenz entzogen worden, hätte die HAM diesen Präzedenzfall nutzen können, um möglicherweise juristisch gegen die ungeliebte 50+1-Regel des deutschen Fußballs vorzugehen. Der e.V. wäre in dieser Konstellation lediglich der nützliche Idiot für einen Grundsatzprozess der Investorenseite gewesen.

Da der e.V. nicht in diese juristische Falle tappte und das Ultimatum verstreichen ließ, blieb die HAM bei ihrer Zahlungsverweigerung. Die logische und unvermeidliche Konsequenz war der Zwangsabstieg in die Regionalliga.

Akt 5: Von Rüden taucht ab, Gauweiler zündet den Eskalationsturbo

Nachdem die kompromisslosen juristischen Manöver unter der Ägide von Dr. von Rüden in einem sportlichen und wirtschaftlichen Totalschaden geendet hatten, folgte die Beauftragung von Dr. Peter Gauweiler (Kanzlei Gauweiler & Sauter).

Wer nun aber dachte, dass der neue Rechtsbeistand Peter Gauweiler die Scherben dieses Anwalts-Karussells zusammenkehren würde, irrt gewaltig. Der Ex-Politiker ist nicht angetreten, um aufzuräumen – er zündet vielmehr den juristischen Eskalationsturbo. Wie die Abendzeitung (AZ) berichtet, fährt die HAM-Seite unter Gauweiler nun eine “zweigleisige Strategie“. Zum einen wurde der fristlosen Kündigung des Kooperationsvertrags durch den e.V. umgehend offiziell widersprochen.

Zum anderen – und hier zeigt sich eine frappierende Parallele zu seinen Vorgängern – scheitert offenbar auch Gauweiler an der Auslegung des einfachen Verbandsrechts. Laut AZ-Informationen hat die Investorenseite den DFB und BFV darüber informiert, gegen eine Nichterteilung der Drittliga-Lizenz juristisch vorgehen zu wollen. Die absurde Begründung: Plötzlich sei man bereit, die benötigten Millionen nach Fristablauf nachträglich doch noch bereitzustellen.

Ein Vorhaben, das in seiner juristischen Realitätsferne den vorherigen Manövern in nichts nachsteht: Verbandsfristen im Lizenzierungsverfahren sind unumstößliche Ausschlussfristen. Sie sind weder dehnbar noch verhandelbar – auch nicht durch die Klagedrohungen einer prominenten Münchner Kanzlei. Eine mutwillig verstrichene Frist lässt sich nicht einfach mit nachträglich ins Schaufenster gestellten Millionen heilen.

Die Löwen-Fans dürfen sich also anschnallen: Soweit man der AZ-Berichterstattung glauben darf, hat mit Peter Gauweiler jener Anwalt das Mandat übernommen, der die von der HAM selbst verursachte Eskalationsspirale gnadenlos und offenbar völlig losgelöst von den Realitäten des Verbandsrechts weiterdrehen wird.

Viele Köche verderben den Brei

In dieser Gemengelage sollen die Vertreter des e.V. also offen und vertrauensvoll mit dem anderen Gesellschafter zusammenarbeiten? Selbst für langjährige Beobachter der Löwen ist das wirtschaftliche und juristische Konstrukt, in dem der Profifußball beim TSV 1860 eingebettet war, schwer zu verstehen. Wenn nun immer neue Akteure auftreten, die keine Ahnung von der Materie, aber viel Selbstvertrauen und starke Meinungen mitbringen, sind Verzögerungen und Ineffizienzen im Geschäftsbetrieb die kleinsten Probleme, welche höchstwahrscheinlich auftreten werden. In den meisten Fällen führt so etwas zu – speziell, wenn diese Akteure noch mit viel Macht ausgestattet sind – zu größeren Problemen. Bei 1860 hat es zur Katastrophe geführt. Oder vielleicht zur größten Chance seit Jahrzehnten….

Saisonrückblick 2025/26: Christoph Baumer

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Spät, aber nicht zu spät präsentieren wir Euch noch den Saisonrückblick unseres Redaktions-Neuzugangs Christoph. Dass dieser bereits vor dem großen Knall der vergangenen Tage verfasst wurde, erkennt Ihr vermutlich ziemlich bald. Viel Spaß damit!

Saisonrückblick 2025/26: Christoph Baumer

Welches war Dein Löwenspiel der Saison?

Ganz klar der Last-Minute-Heimsieg gegen Havelse. Was für eine Stimmung im Grünwalder Stadion nach dem 3:2-Siegtreffer von Patrick Hobsch. Nach diesem Sieg waren die Löwen übrigens Zweiter…

Wer war Dein Spieler der Saison?

Thomas Dähne und Sigurd Haugen. Auf Dähne war immer Verlass. Er hat konstant Leistung gezeigt. Und ohne die Treffer von Sigurd Haugen würde die Abschlusstabelle wohl ganz anders aussehen. Noch dazu sind beide sehr sympathisch.

Was oder wer war für Dich die Überraschung (positiv/negativ) der Saison?

Enttäuschend ist nicht nur die Bilanz von unseren Rückkehrern Volland und Niederlechner, sondern auch die Leistung von einigen Spielern, die ihr Potential nicht ansatzweise ausgeschöpft haben. Immer wieder holen wir Spieler, die zuvor und danach performen, nur bei uns nicht.

Positiv finde ich, dass wieder mehrere junge Spieler den Sprung in den Profikader geschafft haben. Darauf lässt sich aufbauen.

Was war für Dich das schönste Tor der Saison?

Der 1:2-Anschlusstreffer von Max Christiansen im Heimspiel gegen Viktoria Köln.

Am Ende steht Platz 8. Bist Du zufrieden mit dieser Saison?

Absolut nicht. Die Anfangs-Euphorie hat viele träumen lassen. Aber schon in den ersten Spielen der Saison hat man gesehen, dass es (große) Defizite gibt. Richtig unzufrieden über die Platzierung bin ich nicht, eher über die spielerische Leistung, v.a. in den letzten Wochen der Saison. Das war wirklich unterirdisch. Umso erstaunlicher ist es immer wieder, dass so viele Auswärtsfahrer dabei sind. Aber das ist halt so bei Münchens großer Liebe.

Wie schätzt Du die Arbeit von Markus Kauczinski und seinem Trainerteam ein?

Sie haben es anfangs geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren. Die Folge waren viele Punkte durch knappe Siege. Dass das nicht ewig funktioniert, war auch klar. Gerade in der letzten Saisonphase mit der Sieglosserie haben mir die nötigen Impulse gefehlt. Für die neue Saison wünsche ich mir die Rückkehr zur 4er-Kette. Das System mit 3er-Kette hat mit diesem Kader überhaupt nicht funktioniert.

Was wird Dir von der Saison 2025/26 besonders in Erinnerung bleiben?

Negativ: Das 1:5 gegen Hoffenheim. Traumwetter, ausverkauftes Grünwalder Stadion und große Euphorie. Ich hatte zum ersten Mal meinen Sohn (3) im Stadion dabei und er wollte nach 30 Minuten heim. Er hatte wohl schon so eine Vorahnung. Zu diesem Zeitpunkt stand’s übrigens noch 0:0. Ich bin ihm dankbar, dass wir gegangen sind.

Positiv: Mein Start bei sechzger.de. Es macht großen Spaß mit dem Team über die Löwen zu sprechen und zu schreiben.

Was rechnest Du Dir in der kommenden Saison aus?

Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich das schwer sagen. Ich habe gelernt, nicht zu euphorisch zu sein und den Saisonstart abzuwarten, wenn alle Fragen geklärt sind. Ich gehe aber davon aus, dass deutlich weniger Budget zur Verfügung steht und dass man dadurch eher nicht vorne mitspielen wird. Generell freue mich auf viele Spiele im Stadion, die ich mit meinen Freunden erleben darf. Jedes Heimspiel in Giesing ist für uns ein Feiertag.

Von welchem Spieler erwartest Du Dir in der Saison 2026/27 besonders viel?

Ich möchte keine zu hohen Erwartungen formulieren. Ich freue mich aber auf die jungen Spieler und wie sie sich weiterentwickeln. Althaus oder Kiefersauer könnte ich mir durchaus als Stammspieler vorstellen.

Was ist Dein dringendster Wunsch in Bezug auf den TSV 1860?

Ausbau des Grünwalder Stadions und endlich Freiheit für Sechzig!

Alle Saisonrückblicke 25/26 

In diesem Frühsommer 2026 erschienen bereits folgende Saisonrückblicke unserer Redaktion:

Saisonrückblick 2025/26: Stefan Kranzberg
Saisonrückblick 2025/26: FloBu
Saisonrückblick 2025/26: Thomas Spiesl
Saisonrückblick 2025/26: Thomas Enn  
Saisonrückblick 2025/26: Christian Jung
Saisonrückblick 2025/26: Leon Kleemann

Rugby und Running sind nun offiziell Abteilungen des e.V.

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Tsv 1860 Wir Sind Der Verein

Auch abseits des Fußballs bewegt sich etwas im Verein. Seit dem gestrigen Abend sind Rugby und Running die 19. und 20. Abteilung des TSV München von 1860 e.V.

Rugby

Innerhalb nichtmal eines Jahres haben die Rugby-Löwen, unter Leitung von Timo Seidel, es geschafft von einer Sparte innerhalb der Fußballabteilung zur eigenen Abteilung aufzusteigen. Am Dienstagabend wurde es im Löwenstüberl offiziell. Es waren Vizepräsident Christian Dierl, sowie für den Wahlausschauss Christian Poschet anwesend.

Am kommenden Samstag lädt die neue Abteilung dann zum Saisonabschluss ein. Auf der BSA Ramersdorf (Görzerstr. 55) findet ab 13 Uhr ein Verbandsligaturnier statt. Gespielt wird bis ca. 17 Uhr, danach findet ab 18 Uhr die Season Closing Party im Löwenstüberl statt. Weitere Infos zur Rugbyabteilung findet ihr auf der e.V.-Homepage und auf Instagram.

Running

Kurz nach der Gründung der Rugby-Abteilung wurde mit 1860 Running eine weitere junge Sparte zur Abteilung. Im Bamboleo fanden sich die Mitglieder sowie wieder Christian Dierl, Christian Poschet sowie auch Wahlausschussmitglied Michael Huber ein um die Abteilungsgründung zu vollziehen. 1860 Running, erst im Januar diesen Jahres gestartet, zählt zur Abteilungsgründung passenderweise exakt 60 Mitglieder.

Neben Community Runs am Wochenende, nimmt 1860 Running auch regelmäßig an Wettkämpfen teil. Das nächste Laufevent findet am 05. Juli beim Sportcheck Run statt. Weitere Infos zu 1860 Running findet ihr auf der e.V.-Homepage und auf Instagram.

Der Verein lebt!

Auf seinen Kanälen beglückwünscht der e.V. beide Abteilungen zu ihrer tollen Entwicklung und wünscht beiden weiterhin viel Erfolg. Diesen Glückwünschen schließt sich sechzger.de natürlich an! Danke, dass ihr unseren Verein mit Leben füllt und mit Stolz das Wappen tragt!

10.06.1995: Einziges Spiel von Roland Kneißl in der Bundesliga

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TSV 1860 Trikot Bundesliga 1994/95 redaktion Wunschaufstellungen
"Stempeltrikot" des TSV 1860 München

Eigentlich hatte Roland Kneißl seine aktive Laufbahn bereits beendet, doch nach dem feststehenden Klassenerhalt der Löwen durfte der langjährige Mittelfeld-Regisseur im Spätherbst seiner Karriere heute vor 31 Jahren doch noch in der Bundesliga ran.

Klassenerhalt der Löwen stand bereits fest

Durch das vielumjubelte 2:1 gegen den 1. FC Köln hatte der TSV 1860 den lange nicht für möglich gehaltenen Klassenerhalt bereits in der 32. Spielrunde gesichert. Am vorletzten Spieltag gastierte am 10.06.1995 der 1. FC Kaiserslautern an der Grünwalder Straße. Aufstiegsheld Peter Pacult wurde tränenreich verabschiedet und Roland “Magic” Kneißl kam zu seinem einzigen Einsatz in der Bundesliga.

Auf dem Rasen sorgten die Pfälzer für das Highlight, als Marco Haber (heute im NLZ der Löwen beschäftigt) in der 13. Minute zum 0:1 traf. Nur vier Minuten später glich Bernhard Winkler für den TSV 1860 aus, doch noch vor der Pause brachte Pavel Kuka den FCK wieder in Führung (41.).

Co-Trainer Kneißl debütiert in der Bundesliga

Sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen herrschte eher Freundschaftsspiel-Atmosphäre und da beide Vereine ihr Saisonziel bereits erreicht hatten – 1860 den Klassenerhalt und Lautern die Europacup-Qualifikation – hatte Trainer Werner Lorant die glorreiche Idee, in der 56. Minute Roland Kneißl einzuwechseln.

Magic hatte 1994 seine Karriere beendet und arbeitete nun als Co-Trainer bei den Löwen. Der Fitnesszustand des Mittelfeldspielers, der seit 1986 als Spieler bei den Löwen gewesen war und schon als Aktiver nichts als Laufwunder galt, war – um es vorsichtig auszudrücken – ausbaufähig. Umso schwerer fiel ins Gewicht, dass die Löwen nach der Roten Karte für Alexander Kutschera ab der 61. Minute auch noch in Unterzahl agieren mussten.

Kuka nutzt die Überzahl zum Doppelpack

Pavel Kuka nutze die Überzahl umgehend zum 1:3 (66.), ehe beide Teams die Partie schiedlich friedlich ausklingen ließen. Jeder Ballkontakt Kneißls wurde frenetisch gefeiert, das Ergebnis war an diesem denkwürdigen Tag absolut zweitrangig.

Die Aufstellung des TSV 1860

Trainer Werner Lorant schickte am 10.06.1995 vor 28.500 Zuschauern im Grünwalder Stadion folgende Mannschaft aufs Feld:

Meier – Strogies, Trares, Kutschera – Miller, Rydlewicz, Störzenhofecker, Nowak (72. Erhard), Dowe – Winkler, Bodden (56. Kneißl)

Tore:
0:1 Haber (13.), 1:1 Winkler (17.), 1:2 Kuka (41.), 1:3 Kuka (66.)

Rote Karte:
Kutschera (61., TSV 1860)

TSV 1860 Trikot Nummer 10

Blutkrebs: Stammzellenspender für Löwenfan Jakob (8) gesucht

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stammzellenspender jakob

In all den sportlichen und wirtschaftlichen Turbulenzen rund um unseren TSV 1860 München soll und darf die menschliche Komponente natürlich nicht zu kurz kommen. Der an Blutkrebs erkrankte Jakob aus Giesing ist auf der Suche nach einem Stammzellenspender, am Wochenende finden Typisierungsaktionen statt.

Stammzellenspender für Jakob gesucht

Aus diesem Grund wendete sich Korbinian an uns und bat uns um Hilfe:

“Ich bin Jugendtrainer beim TSV Turnerbund in Untergiesing, selbstverständlich auch Lebensmitglied bei den Löwen und treuer sechzger.de-Leser.

Für den kleinen Bruder von einer unserer Spielerinnen (8 Jahre alt, glühender Löwenfan), der an Blutkrebs erkrankt ist, werden Stammzellenspender*innen gesucht. Dazu finden am Samstag, 13.6. von 9 bis 18 Uhr beim TSV Turnerbund und am Sonntag, 14.6. von 9 bis 12 Uhr beim DJK Fasangarten Typisierungsaktionen statt.”

Wenn Ihr also am Wochenende Zeit habt, lasst Euch typisieren. Vielleicht könnt Ihr Jakob oder einem anderen Menschen damit das Leben retten!

BR ABENDSCHAU: Gernot Mang verbreitet Zuversicht

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Zum ersten Mal seit dem Tag, an dem das Lizenz-Aus für die Löwen in der 3. Liga aufgrund der Nichterfüllung eines zugesagten und dann sehr kurzfristig verweigerten Darlehens von KGaA-Gesellschafter Hasan Ismaik feststand, also heute vor einer Woche, äußerte sich Löwenpräsident Gernot Mang am Mittwoch Abend zur aktuellen Situation beim TSV 1860. Und der BR bot ihm dafür gleich die ganz große Bühne: Im Studio der ABENDSCHAU führte der Oberlöwe ein Gespräch mit Moderator Roman Röll.

Mang spürt Aufbruchstimmung

Durch die ganze rund siebenminütige Unterhaltung zog sich Zuversicht, die Gernot Mang im Hinblick auf die Zukunft des TSV 1860 verbreitete. Mehrfach sprach er von “Aufbruchstimmung” und betonte, der “schwarzen Mittwoch”, von dem man heute noch spreche, könne vielleicht zu einem “Aufbruchstag für Sechzig” werden.

Man merkt auch eine Aufbruchstimmung im Verein. Der Verein wächst mehr und mehr zusammen. Wir ziehen an einem Strang und schauen, dass wir eine sehr sehr gute Lösung für den TSV finden werden. (…) Das sind wir auch den Fans schuldig.

“Schlagkräftige Truppe mit dem Löwen auf der Brust”

Befragt nach der schon bald beginnenden Saison 2026/27 und den Möglichkeiten, die 1860 überhaupt habe, dann auch eine Mannschaft für den Spielbetrieb zu stellen, sagte Mang: “Wir sind jetzt dran, Lösungen zu finden. Das werden noch harte Verhandlungen werden, harte Tage. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir hier wirklich eine vernünftige Lösung haben werden und dass wir dann auch zu Beginn der Regionalliga Bayern eine schlagkräftige Truppe haben werden”, die dann, so Mang “mit dem Löwen auf der Brust (…) und in den Farben weiß und blau spielen” werde.

Beim Stadion kommt Mang ins Schwärmen

Angesprochen auf das Sechzgerstadion geriet Gernot Mang ins Schwärmen und sagte: “Das ist einfach Familie, Gänsehaut, Leidenschaft, Tradition. (…) Der Stadtteil, der blüht auf, der lebt auf. Die Straßen sind voll mit weißen und blauen Fahnen. (…) Das ist einfach wunderbar, das zu erleben. Das ist unsere DNA, das ist unsere Zukunft. Und unabhängig von dieser Situation planen wir auch in Zukunft im Grünwalder Stadion, im Sechzgerstadion zu spielen. Die Heimat bleibt auf jeden Fall!

Zum Auftakt ein Heimspiel

In dieser Heimat würde Mang übrigens auch gerne die bevorstehende Saison beginnen. Für den Saisonauftakt in der Regionalliga wünscht sich Gernot Mang ein Heimspiel. Da ist er in der Löwenfamilie sicher nicht alleine! Vor neun Jahren war der erste Auftritt nach dem Doppelabstieg – ebenfalls herbeigeführt von Hasan Ismaik – das offizielle Liga-Saisoneröffnungsspiel beim FC Memmingen, das alle, die damals dabei waren als extrem emotionalen Abend in Erinnerung haben, wie hier in unserem Rückblick nachzulesen ist. Die lang ersehnte Rückkehr nach Giesing – nach den vielen Jahren in der Frötmanninger Tristesse – stieg dann erst eine Woche später.

Engagement von Gauweiler irritiert Mang

Auf die erst gestern bekannt gewordenen Übernahme der Mandantschaft Hasan Ismaiks durch den bekannten CSU-Politiker und Rechtsanwalt Dr. Peter Gauweiler angesprochen, brachte Mang seine Verwunderung zum Ausdruck. Dass Gauweiler an der Seite von Hasan Ismaik nun gegen “einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands” vorgehe, sei durchaus seltsam: “Da passt doch irgendwas nicht zusammen!” Im Hinterkopf dürfte Mang dabei wohl die provokativen, ausgrenzenden und fremdenfeindlichen Positionen und Äußerungen gehabt haben, für die Gauweiler schon vor Jahrzehnten bundesweit bekannt geworden war.

Anschließendes Gespräch mit BR24Sport

Direkt nach seinem Auftritt in der Abendschau führte Gernot Mang dann noch ein Gespräch mit der Redaktion von BR24Sport, das in einem schlanken, knapp zweiminütigen Zusammenschnitt hier angesehen werden kann. Darin blickte Mang auch nochmal kurz auf den vergangenen Mittwoch zurück und schilderte das Ende der Verhandlungen mit der HAM über eine mögliche Rettung der Drittliga-Lizenz für 1860: “…dann hat sein Bruder die Verhandlungen abgebrochen, ist vom Verhandlungstisch aufgestanden, hat uns eine Email zukommen lassen und hat gesagt: ‘So, der Deal ist gestorben'”.

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Titelbild: Scrennshot der BR ABENDSCHAU vom 09.06.2026