Sascha Mölders nicht mehr im Kader? Das Erschreckende daran…

Vorweg möchten wir festhalten, dass wir uns für Sascha einen anderen Abschied gewünscht hätten. Wir mochten ihn. Dafür, dass er beim Zwangsabstieg geblieben ist. Für seine ehrliche, authentische Art. Dafür, der etwas andere Fußballer zu sein mit Wurstsemmeln und Weißbier. Gleichzeitig haben wir uns stets Sorgen gemacht, dass ihm das eines Tages um die Ohren fliegt, wenn die sportliche Leistung nicht mehr so passt.

Keine große Überraschung

Überrascht hat uns der gestrige Schritt jedoch nicht mehr wirklich. Zu viel war in den letzten Monaten nach außen gedrungen, was für Unruhe in der Mannschaft gesorgt hatte. Was für einen Wirbel die Familie Mölders verursachen kann, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen läuft, war in den sozialen Medien wiederholt zu verfolgen. Groß thematisiert wurde das nie – weder hier noch in anderen Medien. Dass Mölders nach dieser Saison bei Sechzig Geschichte sein würde, war ohnehin schon lange klar.

Erschrocken sind wir gestern dennoch. Nicht darüber, dass Sascha nicht mehr im Kader ist. Dass diese Woche etwas Gewaltiges passieren wird, war doch jedem klar, der im TV gesehen hat, wie sich Anthony Power und Robert Reisinger auf der Tribüne lange unterhalten haben. Hat man die beiden schon einmal öffentlich miteinander reden sehen? Wir können uns nicht erinnern.

Einigkeit zwischen den Gesellschaftern

Erschreckender war die Wucht in den sozialen Medien. Der Hass auf Michael Köllner, Günther Gorenzel, die Vereinsführung. Dabei stand in der Pressemitteilung doch klar drinnen: “…hat die sportliche Leitung in Abstimmung mit beiden Gesellschaftern entschieden…”.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Sportliche Leitung, die Vereinsseite und die Seite rund um Hasan Ismaik sind sich einig. Das kommt beim TSV 1860 traditionell eher selten vor. Dementsprechend kann man davon ausgehen, dass etwas Gravierendes vorgefallen sein muss. Dass es nicht darum geht, einen vermeintlichen Sündenbock für die derzeitige Situation zu suchen.

AZ: Notwendig und überfällig

Entsprechende Andeutungen macht übrigens auch der Sportchef der Abendzeitung in seinem Kommentar. Überschrift: Ein Schritt der notwendig, wenn nicht sogar überfällig war

Den Löwen-Verantwortlichen war und ist – natürlich – bewusst, in welch emotionales Wespennest sie mit der Degradierung des Kult-Stürmers, des Fußball-Gottes stechen würden. Sie haben sich dennoch dafür entschieden. Sportliche Leitung und beide Gesellschafter waren und sind sich einig.

Das lässt nur einen Schluss zu: Es wird verdammt gute Gründe geben, deutlich mehr als ein Wurstsemmel-Video um Mitternacht. Bei allen verständlichen Emotionen täten die Löwenfans gut daran, sich das bewusst zu machen.

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Die Reaktion in sozialen Medien und den Kommentarspalten der Zeitungen hat Ähnlichkeit mit dem Geschrei nach der Demission von Bierofka. Jeder hat eine Meinung, aber niemand eine Ahnung. Wenn der Trainer Mölders aus dem Kader nimmt und sowohl beide Geschäftsführer wie auch alle Vertreter der Gesellschafter diesen Schritt billigen, dann muss es mehr als handfeste Gründe dafür geben. Für die Öffentlichkeit ist das nicht bestimmt. Die Annahme, hier wäre ein unschuldiges Lamm zur Schlachtbank geführt worden, ist nur noch naiv.

Sehr gesunde Einstellung der Sache gegenüber! Sollten sich einige Mal vor Augen führen. Wer wirklich denkt, dass der Verein Sascha suspendiert nur, weil MK oder GG ihn nicht mögen ist doch nicht bei Verstand.

Um ausnahmsweise auch was zum sportlichen zu sagen bei dieser hochpolitischen und emotionalen Sache: Der Linsbichler hat mir immer super gefallen, wenn er Mal spielen dürfte. Hungrig, sehr präsent und mit Zug zum Tor. Vielleicht explodiert der ja, wenn er Mal 2,3 Spiele durchspielen darf 😉

Das einzige was ich hoffe ist, dass man die Sache in den nächsten Tagen gut aufarbeitet und am Ende der Saison im Stande dazu ist Sascha (falls coronatechnisch möglich) vor Fans den Abschied zu ermöglichen den er sich verdient hat.

Ob der Aufstieg, oder die geile letzte Saison. Egal was da vorgefallen ist, ohne Sascha wärn’ wir gar nicht hier!

Sehr gut geschrieben. So langsam wird mir eure Seite immer sympatischer

Stimme dem Artikel vollkommen zu; dass Sascha Moelders dem Verein viel gegeben hat und zu den Vereinslegenden gehoert steht ausser Frage. Aber die Regel, dass niemand ueber dem Verein steht, trifft nicht nur auf Trainer, Investoren, Praesidenten zu, sondern auch auf Spieler zu. Und wenn man die letzten Monate SM auf den sozialen Medien verfolgt hat, dann war schon eine verstaerkte Tendenz zur Selbstinszenierung zu erkennen.

Woher weißt du das er über dem Verein steht?

sehr guter Artikel und treffend, va bzgl des Shitstorms gegenüber GG & MK