In seinen Giesinger Gedanken nach dem Heimdebakel gegen die TSG Hoffenheim II forderte Redakteur Christian Jung – eindeutig als persönliche Meinung gekennzeichnet – relativ unverblümt und argumentativ unterlegt die zeitnahe Entlassung von 1860-Trainer Patrick Glöckner. Im sechzger.de Talk zu Beginn der Woche wurde dann sogar bereits über mögliche Nachfolger des Übungsleiters diskutiert. Und doch sind Meinungen bezüglich Glöckner innerhalb der Redaktion bei weitem nicht so einheitlich, wie das womöglich nach außen erscheinen mag.

Heterogene Meinungen zu Patrick Glöckner

Zwar sind alle Redakteure enttäuscht über die sportliche Entwicklung der Löwen in den vergangenen Wochen, möchten sich jedoch nicht einheitlich auf den Trainer als (alleinigen) Sündenbock festlegen.

Thomas Spiesl:
“Ja, das Hoffenheim-Spiel war ein Armutszeugnis, aber ich bin der Meinung, dass eine Trainerentlassung zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht wäre. Dennoch erwarte ich eine Reaktion des Teams in Aue und gegen Köln. Wenn wir aus den nächsten drei Spielen keine 5-6 Punkte holen, dann sehe ich in der Länderspielpause einen guten Zeitpunkt, um die weitere Ausrichtung zu überdenken. Noch ist nichts passiert, wir sind mittendrin im Rennen um die ersten drei Plätze und es sind erst sieben von 38 Spielen gespielt. Schnellschüsse und Aktionismus sind für mich die falschen Mittel um auf Rückschläge zu reagieren.”

Stefan Kranzberg:
“Ich bin zwar ganz klar der Meinung, dass Glöckner das Spiel gegen Hoffenheim vercoacht hat, weil die taktische Ausrichtung null zur aufgestellten Startelf passte, denke aber, dass es richtig war, den Trainer nicht direkt freizustellen. Nach den zuletzt bescheidenen Leistungen muss sich die Mannschaft aber definitiv steigern – und da gehört auch der Trainer dazu. Man kann Spiele verlieren, aber es kommt auf das “wie” an. Jetzt zeigt sich auch, ob die Mannschaft wirklich über den tollen Charakter verfügt, den Geschäftsührer Dr. Christian Werner zu Saisonbeginn konstatiert hatte. Man wird sehen, inwiefern die für ein 3-4-1-2 verpflichteten Spieler in der Lage sind, auch andere Systeme umzusetzen und ob Glöckner diese Umstellung überhaupt in Erwägung zieht.”

Hat der Trainer die Kabine “verloren”?

Christian Jung:
“Wie schon in meinen Giesinger Gedanken am vergangenen Wochenende nach dem Desaster gegen Hoffenheim II dargestellt, wünsche ich mir – anders als häufig in der Vergangenheit – in der aktuellen Situation einen möglichst schnellen Trainerwechsel. Der Verlauf der bisherigen Saison und insbesondere das Auftreten der Mannschaft in den letzten zweieinhalb Spielen hinterlässt bei mir den tiefen Eindruck, dass Patrick Glöckner, den ich menschlich übrigens für absolut sympathisch halte, die Mannschaft überhaupt nicht mehr erreicht und die Kabine “verloren” hat. Ich halte den Kader in dieser Saison für so stark, dass der Trainer in der Lage sein muss, mit diesem im Mai aufzusteigen. Um dieses Ziel nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren, muss jetzt gehandelt werden. Die Auswahl, wer der geeignete Trainer ist, das große Ziel zu realisieren, obliegt dem Geschäftsführer. Dieser muss sich dann am Ende der Saison an den erreichten Zielen messen lassen. Dabei wird dann die Zusammenstellung des Kaders zur Saisonbeginn und natürlich auch die Trainerauswahl eine große Rolle spielen.”

Peter Gratz:
“Grundsätzlich stehe ich Patrick Glöckner als Löwencoach positiv gegenüber und denke, er hat, insbesondere nach seiner Übernahme, sehr gute Arbeit geleistet. In der aktuellen Situation erreicht er aber die Mannschaft nicht mehr bzw. findet nicht die richtigen Lösungen. Da wir uns in einer “all-in” Saison befinden, ist ausnahmsweise mal nicht Ruhe und Kontinuität geboten, sondern schnelles Handeln das Mittel der Wahl. Die Mannschaft braucht andere Impulse, um das vorhandene Potential abzurufen. Außerdem gefällt mir der aktuelle Spielstil überhaupt nicht. Ich bin kein Gegner von Dreierketten etc., aber von zu zentrumslastigem Spiel. Das ist weder attraktiv noch erfolgsversprechend, insbesondere da man in der dritten Liga normalerweise nie das Personal für eine solche Anlage hat. Glöckner ist natürlich nicht alleine in der Verantwortung, Spieler kann man aber nicht einfach so austauschen und auch Sportdirektoren nicht. Falls, wie oft kolportiert wird, wirklich Details der taktischen/personellen Spielausrichtung von weiter oben bestimmt werden, müssen diese Mechanismen und die in ihnen wirkenden Personen naturgemäß auch hinterfragt werden.”

Inwieweit steht auch Geschäftsführer Dr. Christian Werner in der Verantwortung?

Keine Schnellschüsse erwünscht, aber…

Jan Schrader:
“In dieser Saison habe ich definitiv eine hohe Erwartungshaltung, die zuletzt überhaupt nicht erfüllt wurde. Sicher hat Patrick Glöckner als Trainer einen Anteil an der schwachen Leistung zuletzt, vielmehr möchte ich aber an die Spieler appellieren. Das ist wirklich zu wenig Einsatz und Leidenschaft, in dieser Hinsicht erwarte ich mir gegen Aue eine deutliche Steigerung. Deswegen und auch, weil ich es derzeit für verfrüht halte, bin ich aktuell nicht für einen Wechsel des Trainers. Sollte sich das sportliche Abschneiden nicht rasch bessern, sollte diese Option allerdings in Betracht gezogen werden, um das Saisonziel nicht verfrüht aus den Augen zu verlieren.”

Thomas Enn:
“Ich finde die Lage um Patrick Glöckner aktuell sehr schwierig zu beurteilen. Ich bin eigentlich immer gegen Schnellschüsse und deswegen finde ich es auch gut, dass er noch im Amt ist. Allerdings ist es schon so, dass es seit dem Saisonstart eine klare Tendenz nach unten gibt, die durch die guten Ergebnisse eine Zeit lang übertüncht wurde, so wie ich das im Talk auch angesprochen habe. Ich frage mich nur, wo das herkommt. Besonders auffällig finde ich, dass aktuell gleich mehrere Spieler offenbar in einem krassen Formtief sind (Voet, Jacobsen, Christiansen, Deniz, Pfeifer, um nur die Offensichtlichsten zu nennen). Ob dafür der Trainer die Verantwortung trägt, kann ich schwer sagen. Aber es wird eher schlimmer als besser und das kann man ihm durchaus anlasten. Von den Namen her müsste dieser Kader Gegner wie Havelse eigentlich locker im Griff haben. Beim System kann ich nicht beurteilen, ob ihm das von oben vorgegeben wird oder ob er aus freien Stücken auf das 3-4-1-2 setzt. Ich fand, dass 1860 letzte Saison in der Rückrunde unter ihm mehrheitlich guten Fußball gespielt hat. Wäre schön, wenn er die Mannschaft da wieder hinkriegt. Falls er allerdings in Aue verliert, wird er kaum noch zu halten sein. Ich denke, dass wir diese Saison mit diesem Kader einfach die historische Chance haben, endlich aus dieser Vorhölle namens dritte Liga rauszukommen. Da liegt einfach auch die Erwartungshaltung sehr hoch bei mir und die hat er bisher nicht erfüllt. Trotzdem hoffe ich, dass er die Kurve noch kriegt und wir endlich mal wieder Kontinuität auf der Trainerposition haben. Jede Saison mit zwei (oder mehr) Trainern arbeiten zu müssen, bringt uns einfach nicht weiter.”

Wie seht Ihr das?

Wie sind Eure Meinungen zur Personalie Patrick Glöckner? Ist er für die sportliche Stagnation verantwortlich oder müssen noch andere Personen hinterfragt werden? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

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Schlich44

Warum wird Hobsch erst nach dem 0:2 eingewechselt ?

Olaf Bitter

Ich denke die Mannschaft ist in der Pflicht, zweikampfschwach,keine Laufbereitschaft,keine Galligkeit mit dieser Einstellung gewinnt man keine Punkte da hilft auch die Beste Taktik nicht. Eine Entlassung des Trainers käme für mich zu früh.

Urloewe

Trotzdem ist mir das immer zu einfach erklärt.
Die Gründe müssen tiefer liegen.
Denn dasselbe Team wurde 2 Wochen vorhernoch für ihren unbändigen Kampfeswillen und für den Willen gelobt.
Nein, glaube nicht, dass es an der Galligkeit liegt. Wir kassieren ja auch immer viele gelbe Karten.

War auch völlig schockiert vom Hoffenheimspiel und kann nur spekulieren

  • das Team war falsch eingestellt
  • die Qualität der Spieler wird extrem überschätzt
  • die Erwartungshaltung ist deutlich zu hoch und damit auch der Druck
  • die Spieler wirkten im Kopf völlig blockiert
  • Spritzigkeit und Geschwindigkeit totale Fehlanzeige
tomandcherry

Oder man hat nach dem Rostock-Spiel und der Erwartung “gegen die Zweitvertretung von “HoPPelheim” halten wir uns schadlos und schenken denen zum Wiesn-Auftakt ein paar ein!” sich unbewusst selbst unter Druck gesetzt?

Bin zwar kein Sport-Psychologe, kenne allerdings aus eigener Erfahrung solche Situationen, in denen man etwas korrigieren bzw. sich beweisen will und schon nach kürzester Zeit bemerkt, “das ist heute nicht mein Tag”.

Auch Profi-Sportler sind nur Menschen und keine gefühllosen Maschinen, die sämtliche äußeren Einflüsse komplett ausblenden können.

Es könnte doch sein, dass ein Heimspiel zum Wiesn-Start, vermeintlich leichter Gegner (Aufsteiger), Wille zur Wiedergutmachung für die Rostock-Niederlage, dem Trainer beweisen, dass man doch besser ist, als zuletzt gezeigt… eine Blockade bei den Spielern ausgelöst hat?

Dann kassiert man zwei ziemlich vermeidbare Gegentore und liegt zur Halbzeit mit 0:2 zurück, was schon aufgrund des Spielverlaufs völlig verdient war.

In Halbzeit 2 möchte man das Ergebnis möglichst schnell korrigieren und fängt sich stattdessen den dritten Gegentreffer ein.

Da verzweifelst Du und hast das letzte Fünkchen Selbstvertrauen und Hoffnung komplett verloren.

War zweifellos eine derbe Klatsche, aber halt auch nur ein Spiel von insgesamt 38, in denen jeweils drei Punkte vergeben werden.

tomandcherry

Ganz unabhängig vom Ergebnis des heutigen “Schicksalspiels” für PG und JH, würde mich mal interessieren, worauf sich die Entscheidungen für bzw. gegen einen Chef-Trainer bei 60 eigentlich begründen?

Damals, als sich nach dem “Doppelabstieg” scheinbar kein externer Coach für ein Engagement bei 60 zu interessieren schien – oder es “zu gefährlich” war? – übernahm der “echte Löwe” Biero die Verantwortung. War rückblickend betrachtet eine sehr gute Entscheidung, denn die RL Bayern-Saison mit dem Aufstieg in die 3. Liga zu krönen, hätte möglicherweise ein anderer Trainer nicht geschafft.

Biero durfte dann die erste 3. Liga-Saison der Vereinsgeschichte als Chef der ersten Mannschaft mit dem Klassenerhalt feiern. M.M. nach war das keine Selbstverständlichkeit, als Aufsteiger nicht direkt wieder runter zu müssen.

Die nächste Saison war’s dann eher kompliziert mit Biero und wir alle kennen das unerfreuliche Ende. Öffentlich ausgetragene Differenzen zwischen Trainer und Präsidium sorgten wohl für den endgültigen Bruch.

Danach kam mit MK ein für mich “unbeschriebenes Blatt”, der sich jedoch schnell Sympathien erwerben konnte und sportlich durchaus gerechtfertigte Ambitionen für die Rückkehr in Liga 2 weckte. Trotzdem gab’s irgendwann einige sportliche Rückschläge und der sonst so fröhliche und freundliche Herr K. wirkte wie ausgewechselt. Teilweise befremdliche Aussagen zu diversen Themen waren nicht nur mir suspekt. Also: Trennung vor Ablauf der Saison.

Der Nächste bitte.

Wieder ein mir vollkommen unbekannter Name. Diesmal ein Schweizer. Warum keinen erfahrenen Trainer aus D? Ich weiß es bis heute nicht. Mauricio Jacobacci. Der Name klingt wie Musik. 😉 Seine sportliche Bilanz und die häufig von der Mannschaft gezeigten Leistungen – eher spärlich. Dazu kamen so “innovative Ideen”, wie u.a. einen ganzkörper-tätowierten Pseudo-Motivations-Guru zu engagieren. Hatte wohl nicht die richtigen “Tools” auf Lager?

Auch hier wieder die bekannte Vorgehensweise: Trennung und “Neubeginn” mit 3. Liga-Trainer Nummer Vier.

Argirios Giannikis. War mir – ich wiederhole mich… – nicht wirklich ein Begriff. Anfängliche sportliche Erfolge waren so schnell vorüber, wie die Aufstiegsambitionen unserer Fans nach der Vorrunde einer Saison.

Und jetzt sind wir bei Patrick Glöckner.

Der uns in der vergangenen Saison aus sportlich prekärer Lage zum Klassenerhalt geführt hatte und dafür als vermeintliche Belohnung auch in die mittlerweile achte Saison als durchschnittlicher Drittligist gehen durfte.

Vollmundig angekündigte “Kracher-Transfers” werden nach zuletzt schwachen Leistungen immer kritischer gesehen. System- und Taktik-Versäumnisse, falsche Aufstellungen, verkehrte Einwechslungen… Eigentlich alles wie bei seinen diversen Vorgängern. M.E. – und ich bin bestimmt kein Fan von ständigen Trainer-Wechseln – wird PG diese Saison nicht überstehen.

Selbst wenn es heute in Aue mit einem Auswärts-Dreier klappen sollte und die nächsten zwei, drei oder vier Partien weitestgehend erfolgreich über die Bühne gebracht werden, ist er nach meiner ganz persönlichen Meinung bereits “sturmreif geschossen”.

Dann sucht man wieder einen “Aufstiegstrainer”, findet Mr. X oder Y, der den Fans verspricht, was die meisten gerne hören wollen, der Kader wird wieder komplett umgekrempelt und braucht Zeit, um sich zu finden, der Saisonstart fällt wider Erwarten nicht so aus, wie die treuen Fans es sich erwartet hatten, Kritik am Trainer wird laut (falsche Aufstellung, kein System, keine Taktik, Training zu lasch/zu hart…), die sportlichen Erfolge bleiben aus, in der Tabelle rutscht man ins (hintere) Mittelfeld ab, Trennung unvermeidlich…

Sorry, für meinen ellenlangen Text.

Mir war’s allerdings mal ein Bedürfnis meine subjektiven Wahrnehmungen der letzten Jahre seit dem Doppelabstieg auszudrücken bzw. in einem 60-nahen Medium veröffentlichen zu dürfen.

Ich würde mich freuen, wenn mir eine(r) unserer zahlreichen “sechzger.de”-User(innen) seine/ihre Einschätzung zu den Trainer-Entscheidungen beim TSV 1860 München schreiben möchte.

Vielleicht kann ich es dann besser verstehen/einordnen?

SechzgerMichl

Hab deinen langen Text gelesen 😉
Du meinst also ein Muster zu erkennen, sodass die Trainer bei uns längerfristig keine Chance haben oder man immer die falschen Trainer auswählt oder … ? Vielleicht kannst du das näher erläutern?
Ich denke die letzten 4 Trainer waren vom Typ her trotzdem recht unterschiedlich.
Insgesamt wäre Kontinuität sicherlich ratsam, nicht nur auf der Trainerposition. Bei aller Leidensfähigkeit ist aber Geduld nicht unbedingt die Stärke der Löwenfans.

Siggi

So subjektiv ist das gar nicht. Ich finde du hast dir da echt Mühe gegeben und das wunderbar zusammengefasst. Der momentane Unterschied ist der, dass derzeit kein Gesellschafterstreit dazwischenfunkt (ich klopfe dreimal auf Holz) und sich PG nicht zwischen den Fronten aufreiben muss. Die Moral von der Geschichte ist m.E., dass es de fakto nichts bringt einen Trainer zu entlassen, solange nicht akut der Abstieg droht. Dass wir unsere Aufstiegshoffnungen dann womöglich in die Tonne treten können, ist traurig, aber ein anderer Trainer garantiert eben auch keine besseren (nachhaltigen) Zeiten.

SechzgerMichl

So pauschal kann mans halt auch nicht sagen. Hättest du dich von Jacobacci, Giannikis und jetzt vielleicht Glöckner dann nicht trennen wollen?

Siggi

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Zumal damals die äußeren Umstände andere waren.

AckermeisterTSV

Sehr gut und richtig zusammengefasst.

Meiner Meinung nach achtet man bei der Trainereinstellung auf die falschen Eigenschaften. MJ z.B. war sicherlich ein Fußballkenner, hat bei Real Madrid gespielt und kann gut reden bzw. seine italienischen Charm einbringen. Doch Spieler bei Vereinen wie Real Madird brauchen eine andere Grundeinstellung zum Fußball als Spieler in der 3. Liga in Deutschland. Und diese Einstellung zum Fußball konnte MJ nicht vermitteln. Er dachte mit einem Motiviationscoach kann er das Problem angehen, was in meinen Augen vom Prinzip nicht der falsche Ansatz war.

Dann kam AG und dort ist es sehr ähnlich. AG ist ein Taktik Fuchs der ebenfalls sehr viel Ahnung vom Fußball hat. Auch seine Ausdrucksweise und Akribik haben ihn ausgemacht, doch genauso wie bei MJ war das Problem mit AG die unpassende Herangehensweise in der deutschen 3. Liga. Es geht eben nicht darum wer die ausgeklügelste Taktik hat oder wer mit der modernsten Formation spielt. In der 3. Liga geht es um ganz andere Tugenden.

Und jetzt sind wir bei PG und ich sehe wieder das immer wiederkehrende Mantra: Sympathischer Trainer mit gutem taktischen Verständnis und einer guten Spieltheorie.

Und genau hier sind wir am springenden Punkt: Theorie und Praxis. Alle dieser 3 Trainer sind mit Sicherheit in der Theorie gute Trainer. Sie kennen alle die “besten” Taktiken, gute Spielzüge und meinen zu wissen wie der Fußball läuft. Fußball ist aber in Deutschland in der 3. Liga ein ganz anderer als in der 2. Liga und wiederrum ein ganz anderer in der 1. Liga. Und genau das ist für mich das Entscheidende. Jahr für Jahr sucht man sich die falschen Trainer aus. Fehlt uns die Fachkompetenz dafür oder suchen wir nach den falschen Kriterien aus?

Last edited 6 Monate zuvor by AckermeisterTSV
SechzgerMichl

Mauricio Jacobacci bei Real Madrid 😂

AckermeisterTSV

Sorry, das hatte ich wohl falsch in Erinnerung. Hat sich aber auch beim Schreiben schon falsch angefühlt .. 😂

Richtig ist: Er hat gegen Real Madrid gewonnen und getroffen.

tomandcherry

, Siggi, AckermeisterTSV:

Ich gehe nach dem Aue-Spiel auf Eure sehr gut geschriebenen Kommentare zu meinem Ausgangs-Post ein.

Erstmal weiß-blauen Löwen-Dank für die Reaktionen und Eure Gedanken zu meinen ziemlich ausführlichen Beitrag zur “PG-Diskussion”.

tomandcherry

Nach der – äußerst unglücklichen – Niederlage in Aue nochmal kurz zum eigentlichen Thema in diesem Thread.

Ich wüsste aktuell nicht, was ein anderer Trainer aktuell anders, sprich: besser machen könnte?

Jetzt schon wieder die Saison abschreiben, die gerade erst begonnen hat, ist m.E. der falsche Ansatz.

Anstatt alles und jeden infragezustellen, sollte man sich auf die durchaus vorhandenen positiven Aspekte konzentrieren.

Die Mannschaft hat nach Rostock und Hoffenheim II eine Reaktion gezeigt, sie war präsent und hatte im Abschluss viel Pech.

Während wir in Aachen und gegen Stuttgart II und Havelse das Glück auf unserer Seite hatten, lief’s heute genau anders herum.

Die Trainer-Frage stellt sich für mich nach wie vor nicht, aber das Wort “Aufstieg” würde ich bis auf weiteres aus dem Löwen-Wortschatz verbannen.

Vorstopper

Sehe ich ganz ähnlich. Es gibt noch dreißig Spiele. Sollten die nächsten beiden Spiele auch verloren gehen, muss natürlich reagiert werden.

Siggi

In der englischen Woche den Trainer freistellen, fände ich jetzt auch völlig daneben. Ich habe mich auch gefragt, was das eigentlich für eine irre Situation für den Schiri sein muss oder müsste, wenn jetzt PG möglicherweise aufgrund seiner Fehlentscheidung gefeuert würde. Irgendwie pervers…

Dennis M.

Man muss sich ungefähr an einem Zwei Punkteschnitt orientieren, um etwas zu reißen. Das heißt, dass wir punkten müssen. Aus den nächsten 3 Spielen müssen 7-9 Punkte her.
Ich bin sehr kritisch gegenüber Glöckner geworden. Mal sehen, wie die Mannschaft morgen reagiert.

tomandcherry

Bin auch schon gespannt, wer der Nachfolger von PG wird, denn mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass er uns bis zum 38. Spieltag erhalten bleibt.

Selbst wenn er heute und in den kommenden Spielen halbwegs erfolgreich agieren sollte, ist er nach meiner persönlichen Einschätzung bereits “angezählt”.

Und so viele Siege, die seine Kritiker zum Verstummen bringen würden, kann die Mannschaft m.E. gar nicht einfahren.

Posicelli

Angezählt?
Dann hat die Stimmungsmache gegen ihn ja Früchte getragen!
Super. 👍

Dennis M.

Es gibt keine Stimmungsmache, sondern Fakten. Die bisherige Punkteausbeute sowie die bisherige Leistung sind zu wenig.

Vorstopper

Was aber auch dem Doc anzulasten ist. Ein Niederlechner der nicht mehr gut genug für die zweite Liga ist, ein Volland der lange verletzt war und auch nicht mehr das Niveau von früher erreicht, Pfeifer und Voet halt mal wieder irgendwelche Spieler von irgendwo die angeblich besser sind… Komisch, kaum bekommt Kloss Spielzeit, trifft er auch, ein Spieler wie Lucoqui, der sich immer reinhaut läuft jetzt in Cottbus auf. Mehr Geld bekommt er da sicher nicht. Mehr als oberes Mittelfeld gibt der Kader nicht her, auch wenn der Trainer Schuster, Ancelotti oder wer auch immer wäre.

Posicelli

Die Erwartungen waren bei einigen, und da schließe ich mich nicht aus, vielleicht zu hoch.
Jetzt heißt es Kontinuierlich weiter arbeiten.

tomandcherry

Das sehe ich ganz ähnlich, Vorstopper.

Die Namen Volland und Niederlechner waren möglicherweise für manche Fans gleichbedeutend mit “Jetzt schießen wir jeden Gegner aus dem Stadion! Der Aufstieg ist nur noch Formsache!”.

Ich persönlich bin vor jedem Saisonauftakt der Meinung, dass man sich mal zehn bis zwölf Spieltage anschauen muss, um eine Tendenz zu erkennen, wohin die sportliche Reise geht.

Und selbst das ist keine Garantie, dass man am Saisonende unter den ersten Drei der Tabelle steht.

Schon Platz 4 im Endklassement wäre für die meisten Löwen-Fans eine herbe Enttäuschung, weil es wieder nicht für den sicheren Aufstieg bzw. die Relegation gereicht hat.

Dennis M.

So ganz Unrecht hast du gar nicht. Auf alle Fälle fehlt ein 10er und die Außen sind schwach. Sehe es nicht ganz so negativ wie du. Was aber auch stimmt: ein Lucoqui fehlt brutal. Auch ein Abiama! Die hatten Willen und Geschwindigkeit….

AckermeisterTSV

Das ist mir eine zu einfache Ausrede. Was haben denn andere Mannschaften für Spielerpersonal? Und was für ein Spielerpersonal stellst Du Dir denn bitte vor? Mit unserem Budget wohl gemerkt …

Ein guter Trainer formt Dir aus (fast) jedem ordentlichen Kader – und das haben wir definitiv – eine Einheit die funktioniert. Aber das ist zum einen keine einfache Aufgabe und zum anderen hatten wir dafür einfach seit Köllner nicht mehr die richtigen Trainer.

Posicelli

Fakt ist: Zwei Spiele verloren!
Trainer raus?
Nicht dein Ernst.

Dennis M.

Wenn wir heute wieder verlieren bzw nicht gewinnen, dann läuft man wieder komplett der Musik hinterher. Zudem spielt man Müll-Fußball. Also was willst du?

Posicelli

Unsachlich!

Dennis M.

Dann bleib weiter sachlich und wir vergeigen nach und nach wieder die Spiele und die Saison ist im Eimer. Wenn du das so willst, dann bitte. Ich will es nicht.

Was aber stimmt: Dem Kader fehlt Schnelligkeit und Spielwitz. Abiama und Lucoqui fehlen an allen Ecken und Enden.

tomandcherry

Ich habe ihn nicht angezählt.

Im Gegenteil bin ich der Meinung, dass man als (60 München-)Trainer nicht gleich nach zwei oder drei “katastrophalen Auftritten” sofort infragegestellt werden sollte.

Allerdings ist es nicht nur bei uns “branchenübliches Verhalten”, dass man den Trainer schneller entlässt, als ihm lediglich ein paar Spiele/Wochen das Vertrauen auszusprechen, wenn’s mal “länger” sportlich schlecht läuft.

Da bildet 60 keine negative Ausnahme und solche “Trainer für die Ewigkeit” wie dereinst Finke und Streich bei Freiburg und aktuell Schmidt in Heidenheim sind ja die absoluten Ausnahmen im Profi-Fußball-Business.

Ich würde mich schon freuen, wenn ein Chef-Trainer der ersten Fußballmannschaft in unserem TSV wenigstens mal ein “bisschen Krise” unbeschadet überstehen dürfte, ohne dass beinahe reflexartig sofort seine Entlassung gefordert wird.

Mal angenommen, PG findet heute in Aue die richtige Lösung und man punktet dort dreifach. Hat er dann wiederum für zwei, drei Spiele “das Vertrauen” (der Fans und Verantwortlichen)?

Mir persönlich geht’s bei 60 immer viel zu schnell, dass Trainer und/oder Mannschaft “rasiert” werden.

Geduld ist eine Tugend… 😉

SechzgerMichl

Schöner Artikel, der glaub ich die ganze Meinungsbreite, nicht nur in eurer Redaktion, sondern bei den Fans insgesamt abbildet 👍
Kann jede einzelne Aussage von euch nachvollziehen, weil sie gut begründet sind, unabhängig davon, ob ich mich selbst damit zu 100% identifiziere. Danke!

kolumbus

Geht mir genauso, vielen Dank für den Artikel. Ich hoff einfach mal auf das optimale Szenario: das Team findet gegen Aue wieder in die Spur und wird die Saison über den Erwartungen gerecht, trotz kleinerer Rückschläge

coeurdelion

ich merke, dass meine extrem hohe Erwartungshaltund für diese Saison meinen Geduldsfaden kürzt! weder gefällt mir der bräsige Spielaufbau noch das luftige bis fast nicht erkennbare Mittelfeld (sowohl in der offensiven Kreativität noch in der defensiven Bissigkeit), die Raumaufteilung stimmt gar nicht und am aller-allermeisten ärgert mich die Körpersprache und die Lethargie in den letzten Spielen;
so wirds definitiv nix mit Aufstieg….also entweder hat die Mannschaft UND der Trainer das JETZT verstanden und wir bekommen schon morgen eine entsprechende , nachhaltige Reaktion oder Werner muss reagieren…und dann auch schnell