Zum vorerst letzten Mal für mindestens ein gutes Jahr bewegt sich der Löwen-Tross heute nach Aspach. Der Verein mit dem etwas seltsamen Namen „SG Sonnenhof“ ist vergangene Woche – nach sechs Jahren kontinuierlicher Zugehörigkeit – aus der 3. Liga abgestiegen und duelliert sich in der kommenden Spielzeit in der Regionalliga Südwest u.a. mit Traditionsvereinen wie den Offenbacher Kickers, dem FC Homburg oder dem FSV Frankfurt. Wer letztes Jahr im April nicht ein Stück nördlich der Schwäbischen Alb dabei war, z.B. weil es ja ein ungeliebtes Montagabend-Fernsehspiel war, der dürfte sich nun ziemlich ärgern, diesen Ground, der erst seit Januar auf den ebenfalls etwas komischen Namen WIRmachenDRUCK Arena hört, vorerst nicht mehr mit unseren Löwen besuchen zu können. Dabei schien es dieses Jahr so einfach: Da die beiden letzten Spieltage stets parallel ausgetragen werden müssen, stand schon bei Bekanntgabe des Spielplans im Sommer 2019 der Termin fest und die ersten Löwenfans planten bereits ihre Reise ins Schwäbische. Immerhin ist dies – neben den Duellen mit den Roten, Haching und Ingolstadt – das viertnächste Spiel bei einer Anreise aus München. Anfang Januar begannen dann Löwenfans – in der heimlichen Hoffnung am vorletzten Spieltag noch um den Aufstieg mitzuspielen, was zu dem Zeitpunkt von den Verantwortlichen im Verein noch als völlig abwegig zurückgewiesen wurde – sich direkt über den gastgebenden Verein mit Tickets auf der Gegentribüne einzudecken. In Windeseile waren alle Karten dort vergriffen. Was wäre das für ein grandioser Aufmarsch in weiß-blauen Farben geworden… [dt_gap height=”10″ /]

Wäre/hätte/würde… –  anstatt am 9. Mai mit tausenden Fans im Kampf um den Aufstieg, reisen Mannschaft und Funktionsteam nun am ersten Tag des Monats Juli ganz für sich alleine ins Schwäbische.
Danke, Covid-19! [dt_gap height=”10″ /]

Ob es bei dieser Reise für unsere Löwen noch um etwas mehr geht, als um die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal 2020/21, von dem allerdings heute noch gar keiner weiß, wann und mit welchen Vereinen er überhaupt ausgetragen wird, wurde auch bei sechzger.de schon diskutiert. Und zwar hier. Im heutigen Vorbericht lassen wir den Rechenschieber gerne stecken – den können alle Löwenfans heute Abend nach dem Abpfiff auspacken und angesichts nur noch eines verbliebenen Spieltags die überschaubareren Optionen dann durchkalkulieren.[dt_gap height=”10″ /]

Aus Sicht der bloßen Statistik ist das Spiel für den TSV 1860 aber auch gar nicht so unwichtig: Immerhin warten wir mit unseren Profis noch auf den ersten Sieg gegen die Aspacher: In drei Spielen in der 3. Liga wurden auf Giesings Höhen jeweils nur zwei Unentschieden erzielt – das 1:1 von Anfang Dezember 2019 wird von nicht wenigen Löwenfans bei genau den Punktverlusten benannt, die – aller Voraussicht nach – letztlich wohl zum Aufstieg fehlen werden. Das einzige Gastspiel von Sechzig bei der SG Sonnenhof am 8. April letzten Jahres markiert übrigens den Beginn der rabenschwarzen Serie von sechs Niederlagen am Stück, die – nach dem vermeintlich schon sicher erreichten Klassenerhalt – die Lage nochmal richtig brenzlig werden ließ. Wir erinnern uns an Prinz Owusus Erlösung am 11. Mai gegen Fortuna Köln, stilecht und Löwen-dramatisch fünf Minuten vor Schluss. [dt_gap height=”10″ /]

Personell muss der TSV 1860 heute Abend im vorletzten Saisonspiel auf Aaron Berzel verzichten, der gegen Unterhaching die zehnte gelbe Karte kassierte. Außerdem scheint sich bei Timo Gebhart die starke Belastung des letzten Monats mit unglaublichen neun Spielen in viereinhalb Wochen bemerkbar zu machen: Er hat Probleme mit der Muskulatur und wird die kurze Reise ins Schabenland nicht mit antreten. Ansonsten darf Michael Köllner erneut aus dem vollen schöpfen, was – das sei an dieser Stelle durchaus einmal positiv hervorgehoben – für eine sehr gute Belastungssteuerung durch den Löwendompteur und sein Funktionsteam spricht.[dt_gap height=”10″ /]

Besucher der Spiele der Löwen-Amateure haben übrigens schon ein wenig mehr praktische Erfahrung mit dem heutigen Gegner. Zwischen 2009 und 2011 gehörte man zeitgleich der damals viertklassigen Regionalliga Süd an, was zu insgesamt sechs Duellen führte, von denen die Aspacher vier und die kleinen Löwen zwei siegreich gestalten konnten. Ein erster Erfolg für die Profis heute Abend würde für sie und uns den siebten Auswärtssieg 2019/20 bedeuten – in der Vorsaison waren es nicht einmal halb so viele. Allein das wäre schon ein Grund zum freuen und wer weiß: Vielleicht fangen wir dann ja doch nochmal alle das Rechnen an…

 

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