Unser Vorbericht zum Spiel der Löwen bei Waldhof Mannheim

Weiter geht’s im Saisonendspurt. Drei Tage nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln haben sich die Löwen gestern Mittag auf den Weg Richtung Kurpfalz gemacht, wo heute die nächste Herausforderung auf sie wartet: Der SV Waldhof Mannheim 07.

Der letzte, enttäuschende Auftritt in Mannheim

Wie schon am Dienstag liegt das letzte Spiel in exakt identischer Konstellation ziemlich weit zurück. Auf der Suche nach einem Löwenauftritt im Carl-Benz-Stadion müssen wir in eine Zeit reisen, in der Fußball noch vor vielen tausend Zuschauern gespielt wurde und der TSV 1860 noch ohne Michael Köllner auf der Trainerbank unterwegs war. Am 5. August 2019 unterlag das Team von Daniel Bierofka im Montagsspiel des 4. Spieltags dem damaligen Drittligaaufsteiger sang- und klanglos mit 4:0. Fast 3.000 Löwenfans hatten sich – trotz des ungünstigen Spieltermins – auf den Weg nach Mannheim gemacht und erlebten eine absolut enttäuschende Vorstellung in weiß und blau.

Viel Rauch um wenig? Blick aus dem Gästeblock am 5. August 2019. 60. Spielminute, Spielstand: 3:0 für Waldhof Mannheim
Der Gästeblock an jenem August-Tag von der Tribüne aus….
…und über ein Vierteljahrhundert früher: Beim vorherigen Gastspiel der Löwen in Mannheim am 20. Mai 1994. Für das viele rot im blauen Fanblock sind vor allem die Unterstützer aus Kaiserslautern verantwortlich

Das Hinspiel dieser Saison: Der Befreiungsschlag gegen den Waldhof

Das Hin- und Heimspiel in der laufenden Saison darf in der Nachbetrachtung durchaus als klassischer Befreiungsschlag bezeichnet werden. Nach einem fulminanten 6:1 gegen Halle Anfang November hatten die Löwen im grauen November und Dezember insgesamt fünfmal keinen Dreier mehr einfahren können und waren dabei zweimal sogar als Verlierer von den Plätzen in Dresden und Köln geschlichen. Das eine oder andere (Online-)Medium diagnostizierte aufgrund des neunten Tabellenplatzes (die schlechteste Platzierung in dieser Spielzeit) bereits eine schwere Krise an der Grünwalder Straße…
…die das Köllner-Team mit einem fußballerischen Feuerwerk gegen Mannheim konterte: Schon nach 27 Minuten hatte Sascha Mölders mit einem lupenreinen Hattrick den Halbzeitstand hergestellt. Philipp Steinhart trug sich im zweiten Abschnitt zweimal in die Torschützenliste ein. 5:0 – Die Krise war vom Tisch.

Die Gesamtbilanz des TSV 1860 gegen die „Barackler“

Zum insgesamt zweiundzwanzigsten Mal duellieren sich heute die sich selbstironisch als „Barackler“ bezeichnenden Waldhöfer mit unseren Löwen. Und die Bilanz ist außerordentlich positiv für uns: Fünf Niederlagen und fünf Unentschieden stehen bis hierher elf Siege des TSV 1860 gegenüber. Allerdings ist die Auswärtsbilanz aus Münchner Sicht verbesserungswürdig: Nur die beiden allerersten Tripps in die Quadratestadt endeten mit einem Sieg der Löwen. Im April 1962 (in der Oberliga Süd) und im Mai 1975 (in der 2. Bundesliga Süd) behielt 1860 jeweils die Oberhand. Beim letzten Auswärtserfolg hörte der gastgebende Verein gerade für ein paar Jahre auf den schmackhaften Namen SV Chio Waldhof. Nach 46 Jahren wäre es mal wieder Zeit, dass die Löwen zubeissen und die drei Punkte mit nach München bringen!

Saisonverlauf des SV Waldhof Mannheim

Unser heutiger Gastgeber kann das Fazit seiner zweiten Drittligasaison im Prinzip bereits ziehen. Nachdem man in der Vorsaison von einem aussichtsreichen zweiten Rang (übrigens direkt vor der SpVgg Unterhaching) zu Beginn der Corona-Pause im März 2020 letztlich noch bis auf den neunten Platz durchgereicht wurde, gestaltete sich der Start in die neue Saison, in eine Spielzeit des Umbruchs schwierig: Erst am fünften Spieltag gelang der erste Sieg, aber keineswegs der Durchbruch. Ein Abrutschen auf die Abstiegsränge wurde zwar durch regelmäßige Erfolgserlebnisse verhindert, aber für einstellige Tabellenplätze fehlte  die Kontinuität. Zum Beispiel setzte es auf drei Siege in Folge Ende Januar (unter anderem gegen Tabellenführer Dresden) direkt wieder drei Pleiten am Stück (unter anderem gegen den Erzrivalen vom Betzenberg – sehr schmerzhaft für die Mannheimer Fußballseele). Am Mittwoch Abend folgte auf drei Spiele ohne Niederlage (mit zwei Siegen) eine derbe 5:0-Packung in Saarbrücken. Wäre schön, wenn unsere Löwen an dieses Resultat gleich nahtlos anschließen könnten.

Was macht die Konkurrenz?

In diesem Fall lebt dann auch der Traum von einer Rückkehr von Münchens großer Liebe in die 2. Bundesliga weiter. Damit es Ende Mai damit klappt, muss allerdings die Konkurrenz ein wenig mitspielen. Wo tut sie das? Die sichtlich nervösen Schanzer empfangen den FSV Zwickau und Hansa Rostock reist nach Meppen. Dynamo Dresden greift – nach zwei Spielen Corona-Pause – wieder ins Geschehen ein und begrüßt den Halleschen FC. All diese Spiele finden zeitgleich mit unserem Auftritt in Mannheim statt. Und speziell für unseren Trainer Michael Köllner richten wir der Vollständigkeit halber auch noch einen Blick auf das Programm unserer ärgsten Verfolger:

Wiesbaden hat erst am morgigen Sonntag Heimrecht gegen den MSV Duisburg und Saarbrücken ist am Montag Abend im Sechzgerstadion Gast der Zweitvertretung aus der Nebenstraße. Bei sechs Punkten Vorsprung der Löwen auf die Saarländer fällt es zumindest dem Verfasser dieser Zeilen allerdings eher schwer, da nicht eindeutig dem FCS die Daumen gegen die dem Abgrund entgegen taumelnden Roten zu drücken. Sorry, Michi! 😉

Die 3. Liga im Pausenmodus

Nach dem heutigen Ausflug in die Kurpfalz müssen wir nun erstmal ein paar Tage auf unsere Löwen verzichten. Genau zehn Mal werden wir wach, ehe der 1. FC Kaiserslautern zum nächsten Flutlichtspiel auf Giesings Höhen vorbeischaut. In der Hinrunde lagen zwischen den beiden souveränen Siegen gegen den SVW und den FCK in Runde 15 und 16 übrigens nur drei Tage. Zwischen Spieltag 34 und 35 bekommen wir  – wegen des spielfreien ersten Mai-Wochenendes – schon einen Vorgeschmack auf die nahende Sommerpause. Ein weiterer Grund – dessen es eigentlich gar nicht bedarf – heute den Auftritt der Löwen beim SV Waldhof auf diversen Kanälen zu verfolgen: Z.B. im Bezahlfernsehen bei MAGENTA TV und natürlich im sechzger.de LIVETICKER. Viel Spaß dabei!

FOTO (1994): Wolfgang Budack

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