Gestern erreichte den TSV 1860 die Nachricht, dass die Stadt bereit sei, das Grünwalder Stadion unter gewissen Umständen auszubauen. Nun äußerten sich die Löwen dazu.

Grünwalder Stadion – Stellungnahme TSV 1860

Seit dem Stadtratsbeschluss über die Ertüchtigung des Stadions an der Grünwalder Straße haben den TSV 1860 München sehr viele Anfragen erreicht. In einer Stellungnahme antwortet der TSV 1860 München.

Der TSV 1860 München hat die Bemühungen der Sportstadt München, die Stadioninfrastruktur zeitgemäßer zu gestalten und zu optimieren positiv zur Kenntnis genommen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es im Rahmen der Lizenzierung für die Spielzeit 2021/2022 für die 2. Bundesliga zu Herausforderungen kam.

Direkte Kommunikation mit der Stadt

In erster Linie ist uns weiterhin die direkte Kommunikation mit der Stadt München sehr wichtig, die wir seit Wochen und Monaten intensiv und regelmäßig pflegen, auch um unsere Haltung klar zu machen. Auch in dieser Woche gab es einen Austausch, über dessen Inhalt wir die Öffentlichkeit gerne folgend kurz informieren möchten:

In der öffentlichen Diskussion der Stadt München ist erneut von einer Lösung im Rahmen eines Erbpacht-Modells zu hören. Um über ein derartiges Modell nachdenken zu können wäre von Nöten, dass es hierfür zu einer deutlichen Kapazitätserweiterung auf mindestens 25.000 Zuschauer sowie zu einer gewerblichen Mischnutzung kommen kann. Dies wurde öffentlich von der Landeshauptstadt negiert, so dass ein derartiges Modell aus wirtschaftlichen Gründen in unseren Gedanken aktuell keine Rolle spielen kann.

Bekenntnis der zukünftigen Mieter

Im Rahmen des Umbaus wünscht sich die Stadt München ein Bekenntnis der zukünftigen Mieter. Es wurde öffentlich davon gesprochen, sich mindestens 10 Jahre nach Abschluss der Arbeiten zur Nutzung des Stadions zu verpflichten. Die ausgegliederte Profifußball-abteilung des TSV 1860 München hat die Aufgabe der maximalen Leistungsorientierung und einhergehend das sportliche Ziel stets, selbstverständlich korrespondierend mit den Etats, bestmöglich abzuschneiden.

In der Gesamtschau aller für den Spielbetrieb zu berücksichtigender Faktoren sehen nach derzeitigem Stand, so wie in der Beschlussvorlage geschrieben, der Deutsche Fußballbund (DFB), die DFL und die Sportcast GmbH einen Ligabetrieb im Grünwalder Stadion in der 1. Bundesliga als nicht realistisch an.

Kein langfristiges „Kommittent“

Daher haben wir gegenüber der Stadt München schriftlich unsere unausweichliche Haltung kundgetan, dass wir kein langfristiges „Kommittent“ abgeben können, wenn dieses nicht mit den Lizenzierungsbedingungen zu vereinen ist.

Vor allem auf die Frage der Wirtschaftlichkeit haben wir bereits mehrfach hingewiesen. Bis zum heutigen Tag kennen wir keine Konditionen in einem umgebauten Grünwalder Stadion, obgleich wir lediglich in der Gesamtbetrachtung bei deutlicher Verbesserung der Wirtschaftlichkeit eine unterstützende Haltung und ein neues Vertragsverhältnis eingehen können.

Wettbewerbsnachteil gegenüber Konkurrenz

Unabhängig von der Zukunft hat der TSV 1860 München nämlich bereits heute einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Vereinen in der 3. Liga. Dieser Nachteil liegt pro Jahr bei rund 1,5 Millionen Euro. An anderen bayerischen Standorten fallen für modernere Stadien lediglich 20% der Stadionkosten an, die von uns aufgebracht werden müssen.

Eine Anfrage nach moderateren Konditionen, um diesen Wettbewerbsnachteil zu reduzieren und die Marktunüblichkeit auszugleichen, wurde bereits gestellt. Um die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, hat der TSV 1860 München konkrete Ansätze mit dem Referat für Sport und Bildung geteilt.

Wir hoffen auf eine baldige positive Antwort auch um zu vermeiden, dass der finanzielle Ausgleich erneut und alleinig von der Löwenfamilie zu kompensieren ist, sei es durch außerordentliches Engagement der Gesellschafter, unserer Partner und Sponsoren oder den treuen Löwen-Fans, denn dies kann keine zukunftsfähige Lösung sein.

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das ist schon der richtige Ansatz aus meiner Sicht. alles muss fair ablaufen, es muss faire Konditionen geben und zwar per sofort. das die sportliche Weiterentwicklungbestens möglich ist. die genannte Zuschauerzahl von 25.000 halte ich auch für notwendig. dann wäre die Möglichkeit des Aufstiegs in die erste Liga gegeben und durchaus drinn.

Guten Tag

Fangen wir trivial an:
Kommittent ist im Kommissionsgeschäft, wer einen Kommissionär damit betraut, in eigenem Namen, aber für seine Rechnung Waren oder Wertpapiere zu kaufen oder verkaufen. Nun gut. Wieder was gelernt ..?
Die Worte hat sicher unser Herr Pfeiffer geschrieben.

Um es in einfacheren Bildern auszudrücken:
Wenn mir mein Vermieter vorschlägt, er baut mein kleines gemietetes Stadthaus für viel Geld um, hört sich das ja erstmal nicht schlecht an. Wenn er dann aber sagt, ich müsse mich verplichten einen langfristigen Vertrag abzuschließen mit Konditionen die nicht geklärt sind, aber eine gehörigen Mietpreisaufschlag beinhalten, dann ist es nicht mehr lustig. Wir zahlen ja jetzt schon mehr als vergleichbare Objekte! Obendrein erklärt er uns weitere Mieterhöhungen seien in der 10+-jährigen Vertragslaufzeit nicht ausgeschlossen. Außerdem seien Kinder, Haustiere und Automobile (Liga 1) wegen Platz, Lärm und Müllgründen untersagt.

So als Laie würd ich hoffen der Vermieter modernisiert nicht.
Nur ohne Haus lebt es sich auch schlecht.

Ich bin froh, dass die aktuelle Geschäftsführung deutlich macht, ab welcher Kapazität eine Zukunft in Giesing Sinn macht. 25.000 wäre ein Traum und müsste aufgrund historischer Kapazitäten auch irgendwie machbar sein, egal zu welchem Ergebnis die “Eine” Machbarkeitsstudie hier gekommen ist. Meines Erachtens wäre es wichtig, dass so eine Studie auch von Vereinsseite in Auftrag gegeben werden sollte, um zu sehen, ob es vielleicht doch einen Weg zu den gewünschten 25.000 gibt. Hier ist der Verein und unser in Bauprojekten wohl erfahrene Investor gefordert!

Wie viele Studien will man denn aber noch in Auftrag geben, bis man ans Ziel kommt? Die Frage war übrigens nicht polemisch gemeint…

Bisher weiss ich genau von einer und diese wurde von der Stadt in Auftrag gegeben. Wer weiss welches Interesse die Stadt bei Auftragserteilung verfolgt hat. Bei jedem größeren Projekt ist es nicht ungewöhnlich wenn beide Seiten eine Studie in Auftrag geben um zu sehen ob die Ergebnisse hier übereinstimmen. Für mich ist es zumindest nicht nachvollziehbar wenn ich ein anderes Ziel verfolge, dies nicht prüfen zu lassen. Und es war schon immer so wer zahlt gibt vor welches Ergebnis er erwartet.

25000 sind einfach zuwenig! realistisch ist ein Stadion wie in Mainz oder Freiburg um langfristig zu überleben!

Ich würde 25.000 sofort unterschreiben.

Ich fände 25.000 auch in Ordnung… 25.000, Lizenz Liga 1,rentabel aus wirtschaftlicher Sicht und eine bezahlbare Miete. Dann steht dem Ganzen nichts im Wege.

Euphorie und Dankbarkeit ist aber was anderes…

Sechzig gibt’s nur in Giesing!

Nichts für ungut Jürgen, aber mit solchen Maximalforderungen und Binnenperspektiven kommen wir nicht weiter.. Es soll auch noch 1860 Fans geben, denen die Wirtschaftlichkeit, die Miete, die Konditionen, die Perspektive und die 1. Liga am Herzen liegen. Summasummarum hat 1860 da schon eine vorausschauende Pressemitteilung geschrieben.