Von den falschen zu den richtigen Löwen.

Wir schreiben den 18. Juni des vergangenen Jahres, als der TSV 1860 München gleich zwei Neuzugänge vorstellte. Als erstes Yannick „Deichi“ Deichmann, um den es heute aber nicht gehen soll. Der andere Spieler, den man vorgestellt hat, war Marcel „Cello“ Bär.
Im Sommer vom Zweitligaabsteiger und diesjährigen Aufstiegsaspiranten Eintracht Braunschweig gekommen und vorerst als Spieler um Sascha Mölders geplant. Der Versuch funktionierte aber nur mittelgut. Dies änderte sich mit dem Abgang von Sascha Mölders. Seitdem trifft Cello am Fließband und das hat bei den Löwen wahrscheinlich nicht jeder kommen sehen.

Top Start, dann aber eher unauffällig

Zwar begann die Saison für den gebürtigen Gifhorner mit dem Siegtreffer gegen die Würzburger Kickers überragend, aber in den nächsten Spielen flachte die Form von ihm ab. In den restlichen Spielen als Baustein um Sascha Mölder gelangen ihm „nur“ noch vier weitere Treffer. Jedoch verlor man kein einziges Spiel, in dem der Ex-Braunschweiger traf. Am letzten Spieltag der Hinrunde köpfte er den Treffer, der sinnbildlich für die Saison der Löwen stand. Als er das 2:0 im Stadion Rote Erde gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund erzielte, jubelte das gesamte Team geschlossen. Ein Zeichen des wiedergefundenen Zusammenhalts, der endlich wieder zurückgekehrt ist. Das erste Spiel nach der Causa Mölders.

Bär entwickelt sich zu einem Schlüsselspieler beim TSV 1860 München.

Nach dem Treffer in Dortmund blühte Bär so richtig auf. Dies merkt man auch an der Spielzeit. Während er in der Hinrunde nur vier Mal (Türkgücü-Spiele zählen hier nicht mit rein) über volle 90 Minuten auf dem Platz stand, waren es in der Rückrunde alle Partien bis auf den Heimsieg gegen Verl. Auch die Anzahl seiner Treffer schraubte sich extrem in die Höhe. Ganze elf Mal brachte er die Fans zum Jubeln und weitere vier Mal legte er einen Treffer auf – und die Saison hat noch drei Spiele.

Auf den Spuren der Wampe?

Letzte Saison wurde Sascha Mölders mit 22 Toren aus 37 Spielen Torschützenkönig. Dass der aktuell bei 17 erzielten Toren stehende Bär diese Marke knackt, ist sehr unwahrscheinlich. Jedoch könnte der Titel Torschützenkönig im zweiten Jahr in Folge an die Löwen gehen. Aktuell steht er nur noch einen Treffer hinter dem Führer dieser Statistik, Baris Atik. Also ein machbares Ziel. Ein Anreiz für den frischgebackenen Vater? Wir hoffen doch! Die Löwen würden sich aber sicherlich auch freuen, wenn er die Löwen mit seinen Vorlagen in den DFB-Pokal passt.

Mittlerweile kann man sagen das er ein sehr sehr guter Transfer des oft kritisierten Günther Gorenzels ist.

Bild: OR-Pressedienst

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volle Zustimmung. hätte ich über einen langen Zeitraum nicht gedacht, diese Entwicklung. aber die Saison ist noch nicht vorbei.

Zitat: „…. dass er ein sehr sehr guter Transfer des oft kritisierten Günther Gorenzels ist.“
Kritisieren /Schimpfen fällt vielen leichter als Loben. Das liegt vermutlich in der Natur der Menschen und ist im Alltag, im Berufsleben, eigentlich überall zu beobachten. Für die Fanlandschaft bei 1860 gilt das nach meiner Wahrnehmung sogar besonders: – wenn 60 ein Spiel verliert oder eine wenig erfolgreiche Phase hat wie in der Vorrunde, dann wird Schimpf und Schande über die sportlichen Verantwortlichen ausgeschüttet. Jetzt wo 1860 ein Traumspiel ausgepackt hat habe ich nicht einen Fan-Kommentar gelesen, dass z.B. Günther Gorenzel sehr gute Transfers trotz finanziell schwieriger Rahmenbedingungen getätigt hat, oder z.B. dass Michael Köllner die Spieler im Laufe der Saison hervorragend weiterentwickelt hat.
Dieser Kommentar von Florian Buch ist damit ein lobenswerter Kommentar und hinterlässt beim Leser obendrein eine positive Stimmung.
Das Gute ist, dass jeder sich angewöhnen kann, mehr zu Loben und weniger zu Schimpfen, was zu einer viel besseren, positiveren Grundstimmung und, bezogen auf unseren Verein, zu einem zukunftsfähigen Miteinander führt.
Kritik, sofern sie konstruktiv geäußert wird und im Maßverhältnismäßig ist (kein Dauerfeuer) ist natürlich völlig in Ordnung und hier nicht gemeint.
Schöne Grüße
Altdorfer

Das merkt man auch allein schon an der Anzahl der Kommentare. Nach so einem Sieg wie in Duisburg liest nahezu jeder nur zufrieden die Artikel und freut sich über den Sieg. Wenn es mal nicht läuft, wird da schon deutlich schneller seine eigene Meinung kundgetan.

Servus Altdorfer,
jetzt, wo du insinuierst, dass sich nach dem “Traumspiel” keine kritischen Stimmen äußern würden, muss ich schon mal dazwischengrätschen.
Vorab das Positive: Mit der Verpflichtung von Cello & Deichmann hat GG sicherlich zwei hervorragende Lose gezogen, Chapeau!
Aber bzgl. bei der von dir wiederholt angeführten Weiterentwicklung der Mannschaft sehe ich das anders.
Der Gegner vom Samstag in dieser Verfassung kann doch ernstlich nicht als Anhaltspunkt für eine Leistungsverbesserung herangezogen werden. Ich möchte deine gute Laune nicht verderben, aber ein einigermaßen adäquater Gegner hätte den Löwen 4 Tore eingeschränkt und keine 6 zugelassen.
Einen ähnlich schwachen Gegner habe ich nur noch einmal gesehen, und zwar in Hannover, als wir mit Ach und Krach 3:2 gewonnen haben.
Löwengruesse
Reinhard Erler

siehst du, genau das hat der Altdorfer gemeint; nicht dass wir die Abwehr schwindelig gespielt haben und noch dazu ein Dutzend gute bis beste Chancen haben liegenlassen….nein, der Gegner war halt so schlecht! ich fand Duisburg bei Weitem nicht so schlecht,im Gegenteil, die haben bis zum Schluß vorne technisch sehr gut agiert, hinten haben wir sie halt geschlachtet;
und nimm bez. der Weiterentwicklung des Teams mal Greilinger, Tallig, Belkahia,Lang oder Morgalla…auch Lex war über die Runde dtl. präsenter, was der an Elfmeter(-situationen) über die gesamte Saison erarbeitet hat…sensationelle Laufwege und gleichzeitig in der Arbeit nach hinten ein extrem giftiger Terrier…mein Mann der Runde !!
ich sehe eine klare Weiterentwicklung, für mich steht das Gerüst für die kommende Runde schon, völlig losgelöst von der anstehenden Abgängen (selbst wenn Neudecker gehen sollte)
(fast)alles richtig gemacht, GG+MK
lediglich die Causa SM war nix mehr, aber da haben sich wohl alle verschätzt…die (zu) späte Korrektur kostet uns wohl den Aufstieg..und selbst die “Abwicklung” haben sie erstaunlich souverän und dezent erledigt
weiß-blaue Grüße aus dem Saarland

Alles sehr gut beobachtet und hier gut zusammengefasst. Sowohl bei Deiner Spielbetrachtung als auch in punkto Weiterentwicklung der Spieler kann ich nur beipflichten. Was wir diese Saison für Spiele hingelegt haben, wäre letzte Saison noch gar nicht möglich gewesen: – beide Spiele gegen Braunschweig, die Spiele gegen Mannheim, Saarbrücken, Kaiserslautern in der Rückrunde, die Spiele im DFB-Pokal (inklusive KSC), und etliche weitere => dieses Leistungsniveau wäre letzte Saison überhaupt nicht darstellbar gewesen.
Gute Ansätze gab es auch letzte Saison, aber hauptsächlich hatten wir eine stabile Abwehr mit Marius Willsch, Daniel Wein und einem sehr starken Philipp Steinhart und in der Offensive haben Sascha Mölders und Dennis Dressel sehr gut performt.
Und dieses Jahr? => Willsch und Wein sind ausgefallen, Dressel und Steinhart haben einen Leistungsknick und Mölders ist weg. Und wer hat diese Saison dennoch die vielen tollen Spiele ermöglicht? => die jungen Wilden (ich zähle auch immer noch Marco Hiller dazu), die allesamt einen riesen Schritt gemacht haben und die Neuzugänge!

Ich kann dem Niklas Lang nur raten, dass er bei den Löwen bleibt, und zwar im eigenen Interesse. In die zweite Liga kommt er noch früh genug und bei 1860 unter Michael Köllner wird er sich weiter verbessern.
Schöne Grüße
Altdorfer

Last edited 3 Monate zuvor by Altdorfer

Ich denke, dass Marcel Bär nicht nur wegen der Tore außergewöhnlich wichtig ist. Mir fällt auf, dass er als one-man-show im Sturm wahnsinnig viel läuft, defensiv super mitarbeitet und immer bis zum Umfallen kämpft. Musterbeispiel das Spiel bei Viktoria Köln, wo er bei Schlusspfiff wirklich vollkommen fertig war.

Und noch ein Wort zu Günther Gorenzel: ich finde auch, dass er unter den gegebenen Umständen wirklich gute Arbeit leistet. Die hier genannten Spieler kann man getrost als Volltreffer bezeichnen, Flops bei Transfers gibt es natürlich vereinzelt (Staude, Linsbichler), aber eine hundertprozentige Erflgsquote gibt es nirgendwo.

Und selbst bei den vermeintlichen Flops muss man differenzieren. Linsbichler würde ich gar nicht mal als klassische Verpflichtung sehen. Den holte man als Nachwuchsmann, der langsam an den Profifußball herangeführt werden sollte. Dass da alles etwas anders kam (langwierige Verletzung, schnelle Einsätze aufgrund von Personalnot im Sturm) kann man kaum GG anlasten. Und bei Staude hätte ich vorbehaltlos zugestimmt, wenn da nicht die letzten Spiele gewesen wären, wo er fast schon auf dem Sprung zum Stammspieler war. Dass er dann diese Herzmuskelentzündung erlitt, ist einfach nur Pech. Ich würde den sogar halten und eventuell als 8er oder 10er mittelfristig aufbauen. Der kann schon was.

Ja, Keanu Staude ist ein Überraschungspaket. Ich werde das Gefühl nicht los, dass auch bei Staude der Knoten geplatzt wäre, wenn diese Erkrankung nicht gekommen wäre. Gerade in seinem letzten Spiel (ich meine Viktoria Köln) hat er mir richtig gut gefallen und auch davor hat er gutes Engagement und Auge bei Steckpässen in die Schnittstelle bewiesen. Ich fände es gut, wenn er sich nächste Saison noch mal beweisen würde.
Schöne Grüße
Altdorfer

Sowohl Staude als auch Linsbichler haben natürlich Pech gehabt. Staude besonders. Bei Linsbichler muss man halt leider sagen, dass er seine Chance jetzt in der Rückrunde nicht genutzt hat und seine Auftritte auch nicht großen Anlass zur Hoffnung geben. Staude hatte sicherlich sehr schwankende Leistungen bisher. Trotz einiger besserer Spiele hat er mich aber nicht überzeugt. Mir kam er auch immer bisserl in Fremdkörper in der Mannschaft vor. Aber der Eindruck mag von Außen täuschen.