Seit letztem Freitag kann man die Dauerkarten für die kommende Saison bei den Löwen bestellen. Der ein oder andere wird über das Wochenende am See, im Freibad oder im Biergarten mit sich selbst oder anderen Löwen hitzige Diskussionen geführt haben, welche Variante die bessere ist.

Ob man aber selbst bei Kauf der Variante Löwenherz jemals in den Genuss kommt, ein Spiel im Grünwalder Stadion zu sehen, ist fraglich. Die Infektionszahlen steigen weiter an, keiner weiß, wie die Situation am Ende der Ferien aussieht und wie sich das Infektionsgeschehen mit Beginn der kalten Jahreszeit darstellt. Dennoch haben die Vereine und die Zuschauer natürlich ein Interesse daran, zu wissen, unter welchen Bedingungen wie viele Zuschauer ins Stadion dürfen – zumal in der extrem von Zuschauereinnahmen abhängigen 3. Liga.

Das letzte Woche von der DFL vorgestellte Konzept scheint bei den Behörden nicht so gut anzukommen wie das Konzept zur Durchführung von Geisterspielen. Die Gefahr von Massenansteckungen sei real, was Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes  (eine Art DFB der deutschen Ärzte) im Gespräch mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) zu folgendem Fazit veranlasste: „Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus“. Zudem hält sie Corona-konformes Jubeln und Ähnliches für realitätsfremd – ein sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisendes Argument.

Letztendlich liegt ja die Genehmigung sowieso bei den lokalen Behörden, die wohl Anweisungen der jeweiligen Gesundheitsministerien der Bundesländer umsetzen werden. Hierzu findet heute Nachmittag ein Online-Meeting statt, an dem der Bundesgesundheitsminister und die Länderminister teilnehmen werden. Im Vorfeld äußerte sich Hamburges Erster Bürgermeister Tschentscher wohlwollend optimistisch: “Das, was angesichts von Risikoschutz möglich ist, sollte man machen.”

Wir sind gespannt, was heute als unter „Risikoschutz machbar“ eingestuft wird. Wir halten z.B. eine Übernahme von Konzepten aus der Gastronomie für eine gute Grundlage. Und zwar nicht etwa, weil wir dabei an Bier im Stadion denken, sondern weil Gruppen von bis zu zehn Leuten aus mehreren Haushalten zusammen eine Wirtschaft oder einen Biergarten besuchen dürfen. Das Konzept scheint sich bewährt zu haben und wir halten es für möglich, dass man das Stadion in viele „Zehnerbereiche“ mit genügend Abstand zueinander aufteilt. Vielleicht wäre dies eine Möglichkeit, relativ vielen Fans den Zutritt zum Stadion zu ermöglichen. Was im Biergarten geht, sollte doch grundsätzlich auch im Sechzgerstadion möglich sein.

Deutlich pessimistischer als Tschentscher äußerte sich (erwartungsgemäß) Markus Söder. Laut NRZ erkenne der bayerische Ministerpräsident zwar theoretisch gute Ansätze, zweifle jedoch an der praktischen Umsetzbarkeit. „Es hätte aber auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen“, so Söder.

Indes entwickelte der FSV Zwickau ein eigenes Konzept, um wieder Zuschauer im Stadion begrüßen zu dürfen, falls man sich auf kein einheitliches bundesweites Vorgehen in der 3. Liga einigen sollte. War dieses Modell auch für 1860 anwendbar? Was denkt Ihr?

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