Am kommenden Dienstag empfangen die Löwen im Achtelfinale des DFB-Pokals den KSC im Grünwalder Stadion. Einmal mehr eine richtungsweisende Partie des TSV 1860 gegen den Gast aus Karlsruhe. Bereits in der Saison 1962/63 reisten die Badener nach Giesing; damals ging es um nicht weniger als die Qualifikation für die erste Saison der 1. Bundesliga.

Nur Remis beim Tabellenletzten

Nachdem die Löwen eine Woche zuvor beim späteren Tabellenletzten BC Augsburg mit Müh und Not ein 1:1 erkämpften (Manfred Wagner glich spät aus), sollte gegen den KSC unbedingt ein Heimsieg her.

In den Jahren zuvor hatte Sechzig meist im Schatten des Gegners aus der Säbener Straße gestanden. Die angedachte Quotientenregel sprach deutlich gegen Münchens große Liebe und es war klar: Nur die Meisterschaft in der Oberliga Süd würde eine Restchance erhalten, sich für die 1. Bundesliga zu qualifizieren. Nur ein Verein aus der bayerischen Landeshauptstadt würde von Beginn an dabei sein – und wer das dann war dürfte bekannt sein..

Kalte Dusche im Rekordwinter

Am 13.01.1963 empfing der TSV 1860 den Sport-Club aus Karlsruhe vor 15.000 Zuschauern im Grünwalder Stadion. Eiskalt dürfte es gewesen, der Winter 1962/63 war der kälteste des 20. Jahrhunderts. Von Dezember bis in den März hinein herrschte nahezu durchgehend Dauerfrost mit teils extremen Minusgraden. Nach und nach froren alle Flüsse, Kanäle und Seen zu. Für den Spieltag sind im 170 km von München gelegenen Nürnberg -19 Grad verzeichnet.

Heutzutage nahezu unvorstellbar, dass in Deutschland unter solchen Umständen ein Spiel angepfiffen wird. Vor 59 Jahren wurde jedoch gespielt und zusätzlich zu den Temperaturen verpasste der KSC den Löwen nach einer halben Stunde eine kalte Dusche. Wischnowsky brachte die Badener in der 32. Minute in Führung und erhöhte den Druck auf das Team von Max Merkel.

TSV 1860 dreht Partie gegen Karlsruhe

Nach der Pause drehten die Löwen den Spieß jedoch um. Werner Anzill glich in der 47. Minute für den TSV 1860 aus und Rudi Brunnenmeier (wer sonst?) sorgte mit seinem Treffer in der 56. Minuten noch für den wichtigen Heimsieg.

Am Saisonende feierte der TSV 1860 die Meisterschaft in der Oberliga Süd, Karlsruhe landete auf dem 5. Tabellenplatz. Beide Teams qualifizierten sich ebenso wie der 1. FC Nürnberg (2.), Eintracht Frankfurt (4.) und der VfB Stuttgart (6.) für die neu gegründete Bundesliga. Der FC Bayern (3.) wurde hingegen nicht berücksichtigt.

Aufstellung des TSV 1860

Trainer Max Merkel schickte am 13.01.1963 folgende Elf auf den Platz.

Radenkovic – Humpa, Steiner – Zeiser, Stemmer, Rahm – Anzill, Kohlars, Brunnenmeier, Küppers, Heiß

Tore:
0:1 Wischnowsky (32.), 1:1 Anzill (47.), 2:1 Brunnenmeier (57.)

Gerne verweisen wir auch diesmal auf das großartige Löwen Kompendium von Thorsten Ruinys. Weitere Informationen stammen aus dem Buch Die Bundesliga (Copress-Verlag München, 1963).

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