Adriano Grimaldi: Nur kurz ein Löwe

Morgen Nachmittag treffen die Löwen im Rahmen ihres Ausflugs ins Saarland auf dem Spielfeld des Ludwigsparks auf zwei alte Bekannte. Zum einen auf Adriano Grimaldi. Der Stürmer ist mit vier Toren aus den letzten drei Spielen aktuell in starker Form. Er wird gegen den TSV 1860, für den er in der zweiten Jahreshälfte 2018 nur sechseinhalb Monate die Fußballstiefel schnürte, sicher besonders motiviert sein. Sein Wechsel nach Uerdingen in der Winterpause jener Saison ließ den einen oder anderen Löwenfan etwas ratlos oder verärgert zurück. Und dieser Abschied warf auch Fragen zur Stimmung in der Mannschaft auf, auf die es jedoch nie Antworten gab. Dass Grimaldi gegen die Löwen treffen kann, bewies er beim Wiedersehen im Juni 2020. In Düsseldorf sorgte er für die 1:0-Pausenführung des KFC. 1860 konnte das Spiel allerdings drehen und siegte mit 3:1. Mit einem ähnlichen Verlauf morgen in Saarbrücken könnten die Löwenfans sicher gut leben.

Dennis Erdmann: Mediale Präsenz

Zum anderen kommt es morgen zu einer Begegnung mit Dennis Erdmann. Zwar pfeifen die Spatzen in der saarländischen Hauptstadt von den Dächern, dass der Innenverteidiger nach einer mit “unsicher” noch eher schmeichelhaft umschriebenen Leistung beim Spiel in Halle am letzten Samstag morgen womöglich zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. Dennoch ist der Earthman definitv eine erwähnenswerte Personalie beim Duell zwischen Saarbrücken und 1860. Selbst beim Verfolgen der Fußballberichterstattung jenseits der 3. Liga kam man in den letzten Wochen an dem 30jährigen kaum vorbei. Der Rassismusvorwurf Ende August, die folgende Sperre, die Bewährung und schließlich Erdmanns Konter über die Sozialen Medien in dieser Woche – da war einiges los.

Austausch zwischen Köllner und Erdmann

Michael Köllner berichtete in der gestrigen Spieltagspressekonferenz auf Nachfrage von sechzger.de, dass der Fall Erdmann “aufgrund der medialen Aufmerksamkeit” in der Löwenkabine auch ein Thema gewesen wäre, wenn der 30jährige nicht vor wenigen Monaten noch zu Köllners Team gehört hätte. Dank der weiß-blauen Vergangenheit des Neu-Saarbrückers ist der Bezug natürlich deutlich größer: “Dennis war ja vor zwei Wochen gegen Berlin auch hier und wir haben uns danach noch länger unterhalten.” Auch von regelmäßigen Telefonaten mit Erdmann berichtete der Löwentrainer. “In so einer Zeit versuche ich schon den Kontakt zu Spielern zu halten, vor allem wenn es ihnen nicht so gut geht.” Köllner als väterlicher Freund und Ratgeber auch für ehemalige Schützlinge? Diese Rolle passt zum Oberpfälzer.

Köllner vermeidet inhaltliche Bewertung

Eine allzu offensichtliche persönliche Bewertung des ganzen Vorgangs vermied Köllner in der LÖWENRUNDE: “Ich kenne seine Version und ich habe das ganze Verfahren von außen verfolgt. Die Rechtsprechung des deutschen Fußballbundes hat am Ende ein Urteil gesprochen und jeder, der das etwas intensiver verfolgt, kann sich selber ausmalen, was am Ende Recht ist. Punkt.” Den mit einem Lächeln nachgeschobenen Halbsatz, hier wäre es wichtig, “…rechtzeitig einen Punkt zu machen…” durften die Zuhörer selbst interpretieren.

Keine weiteren Ex-Löwen beim Gegner

Die in Saarbrücken anwesenden Anhänger aus München werden morgen Nachmittag sicher ein besonderes Augenmerk auf die beiden Ex-Löwen richten. Mit Fanol Perdedaj, in der Abstiegssaison 2016/17 für den TSV 1860 am Ball und danach beim 1. FC Saarbrücken unter Vertrag, gibt es hingegen kein Wiedersehen: Der Kosovare hat sich im Sommer zu den Würzburger Kickers verändert.

FOTOS: Anne Wild

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Servus christian, war genial heute im Stadion. Gruß knut