Auch einige Tage nach dem Spiel unserer Löwen bei Viktoria Berlin beschäftigen mich weniger die gewonnenen drei Punkte, die beiden Treffer durch Tallig und Bär oder der Anblick der ca. 2.000 mitgereisten Löwenfans. Was sich bei mir eingebrannt hat, sind die Eindrücke vom Berliner Hauptbahnhof. Es gibt Wichtigeres als Fußball…

Aufruf der Hauptstadtlöwen

Ja, auch ich habe den Aufruf der Hauptstadtlöwen bei der Hinfahrt nach Berlin gelesen, bitte nicht am Hbf auszusteigen, da dort „zwei Welten“ aufeinanderprallen. Auf der einen Seite die Flüchtlinge aus der Ukraine und auf der anderen Seite singende und fahnenschwenkende Löwenfans.  Ein Aufruf, der für mich absolut nachvollziehbar war, den ich aber aufgrund des Laufweges meines Zuges (kein Halt am Südkreuz oder in Gesundbrunnen) nicht beherzigen konnte.

Kurz vor dem Aussteigen also noch schnell den Schal unter die Jacke, um in ziviler Kleidung in der Menschenmenge unterzutauchen. Die Löwenfans, die ebenfalls über den Berliner Hauptbahnhof mussten, verhielten sich größtenteils ebenfalls äußerst unauffällig. Was ich dann zu sehen bekam, ließ mir zeitweise die Stimme versagen und die Tränen in die Augen schießen. Direkt nach der ersten Rolltreppe vom Untergeschoss kommend, stand man zwischen unzähligen – durch gelbe Westen gekennzeichnete – freiwilligen Helfern und eben den vielen geflüchteten Menschen aus der Ukraine.

Kein Kinderlachen, viel Stille

Zwischen den handgemalten kyrillischen Hinweisen standen und saßen da Frauen, junge Mütter, vereinzelte Senioren und viele, viele Kinder im Vorschulalter. Trotz der großen Menschenmasse war es verhältnismäßig still. Es fehlte das Lachen der Kinder, das Umherlaufen, das Schreien. Stattdessen blickte ich nur in apathische, müde und traurige Kindergesichter. Zwar versuchten die freiwilligen Helfer in zwei zu Kinderbereichen umgestalteten Wartehäuschen für etwas Ablenkung zu sorgen; aufgrund der Umstände aber ein fast aussichtsloses Unterfangen.

Ständig präsent ist mir auch immer noch das alte ukrainische Ehepaar – beide ca. um die 70 bis 80 Jahre alt – die ebenfalls mit völlig leerem Blick auf ihren wenigen Habseligkeiten saßen, die sie auf ihrer Flucht retten konnten. Auf einmal war der Krieg in der Ukraine für mich nicht mehr “nur” ein Fernsehereignis, sondern hautnah erlebte, traurige und brutale Realität. Diesen Menschen am Berliner Hauptbahnhof wurde eben ihre angestammte Heimat unter dem Arsch weggerissen, ihr Leben von einem Moment auf den anderen auf den Kopf gestellt, Angehörige mussten zurückgelassen werden usw.

#stopwar - die Anzeigetafel in Berlin
#stopwar – die Anzeigetafel in Berlin

Schlechtes Gewissen?

Das alles, weil die russische Regierung um Putin und Lawrow sowjetische Großmachtträume aus der Schublade holt, das Rad der Zeit zurückdrehen will und dabei buchstäblich über Leichen geht.

Und ich? Ich fahre zu einem Fußballspiel mehrere hundert Kilometer durch die Republik. Dabei beschlich mich schon ein schlechtes Gewissen. Andererseits war mir auch klar, dass ein Verzicht auf die Reise zu diesem Spiel die Kriegstreiber im Kreml vermutlich wenig beeindruckt hätte.

Wo beginnt richtig oder falsch?

Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark habe ich mich mit den anderen Löwenfans natürlich euphorisch über die beiden Treffer gefreut und das eben Erlebte völlig ausgeblendet. Wo beginnt hier der moralische Kompass, wo beginnt richtig oder falsch?  Ich habe keine Antwort.

Nach dem Spiel ging es dann wieder – diesmal in den ukrainischen Landesfarben angestrahlten – Berliner Hauptbahnhof, um den Nachtzug Richtung Süden zu erreichen. Im Zug dann sogar eine ukrainische Durchsage und viele ukrainische Mütter mit ihren völlig übermüdeten kleinen Kindern, die z.B. nach Leipzig, Nürnberg und München unterwegs waren.

Es gibt Wichtigeres als Fußball…

Besonders in Erinnerung ist mir die junge Mutter geblieben, die ihre kleine Tochter mit einer Engelsgeduld mitten in der Nacht mehrfach durch den gut besetzten Zug zur Toilette brachte, obwohl sie selbst vor Müdigkeit kaum noch aus den Augen sehen konnte.

Diese Auswärtsfahrt hat mich mit vielen emotionalen Eindrücken zurückgelassen, die ich immer noch nicht vollständig verarbeitet habe. Das einzige Fazit, dessen ich mir sicher bin: Es gibt Wichtigeres als Fußball…

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Darock

Grundsätzlich sollte sich “Altdorfer” noch mal genau mit der Nato-Osterweiterung auseinandersetzen, wenn man genau recherchiert ist das Ergebnis hierzu ziemlich eindeutig belegt, es wurde darüber gesprochen, aber es gab keine niedergeschriebene Vereinbarung hierzu und nur das zählt am Ende. 

Wo Altdorfer aber nicht ganz unrecht hat, ist der Punkt, dass unsere Verbündeten oft Kriege führen, welche ebenso verurteilt gehören, aber bei uns nicht diese gesellschaftliche Sprengkraft besitzen wie der Krieg in der Ukraine. Der Ansatz Kriege aufzurechnen ist meines Erachtens hier das Problem, wir sollten nicht aufrechnen, sondern die anderen Kriege mit dem gleichen Nachdruck Verurteilen.

Und anstatt auf Altdorfer einzuschlagen, würde ich es begrüßen, ihn aufzufordern, sich nochmals dem Thema anzunehmen. Wie oft lag jeder Einzelne schon falsch und hat sich aus falschem stolz geweigert, seine Meinung zu revidieren. Aber großartig ist es, wenn man das hinter sich lassen kann und seine Meinung aufgrund neuer Erkenntnisse ändert.

Zell

Darock: “Wo Altdorfer aber nicht ganz unrecht hat, ist der Punkt, dass unsere Verbündeten oft Kriege führen,”

Unstrittig ist, dass Deutschland zwischen Oktober 1938 mit der Eingliederung des Sudetenlandes ins Deutsche Reich bis Mai 1945 aus fadenscheinigen Gründen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führte. Die Greueltaten der Wehrmacht führten dazu, dass das jetzt erneut durch Bombenangriffe gebeutelte Charkiw fast vollständig zerstört wurde. Wobei bereits seinerzeit die UdSSR ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung tatkräftig daran beteiligt gewesen ist. Diese Verbrechen sollte nicht dazu dienen können, dass Putin nunmehr einen Völkermord in der Ukraine begeht. Die voran gegangenen Kriegsverbrechen sollten separat bewertet werden.

Wenn schon Völkermord miteinander in Verbindung gesetzt werden, dann doch eher der von Putins Vorbild Stalin Anfang der dreißiger Jahre begangenen Genozid (Holodomor), durch den bis zu 7 Millionen Menschen durch eine fahrlässig und niederträchtig verschuldete Hungersnot getöten wurden. Wie Stalin seinerzeit so versucht Putin jetzt durch Aushungern der Bevölkerung (beispielsweise Mariupol) Ukrainerinnen und Ukrainer zu unterwerfen.

Darock

Wie ich es oben geschrieben habe, man sollte jeden Krieg mit Nachdruck verurteilen. 😉

andreas de Biasio

ich möchte nochmal darauf eingehen. ich finde es wichtig und richtig Eindrücke auch Tage später zu schildern. ich finde den Beitrag gut. Fußball kann Verbindung herstellen. auch wenn man über Themen schreibt, die nicht nur mit Fußball zu tun haben. das alles gemeinsam hat auf uns Menschen schon eine Wirkung. man soll das auch ruhig schreiben, sich mit zu teilen schriftlich oder über Sprache ist ganz wichtig. ein sehr berührender Beitrag.

andreas de Biasio

schlimm. keine Frage. und jegliche Hilfe ist hier notwendig und richtig. aber jetzt zu sagen es gibt wichtigeres als Fußball. aus meiner Sicht ist Fußball gerade jetzt ganz wichtig, egal ob vorm tv oder im Stadion. Fußball ist Ablenkung. Ablenkung von einer nun schon gefühlt eine halbe Ewigkeit andauernden Pandemie. und nun auch noch einem schon drei Wochen andauerndem Krieg. Wir alle können leider nicht in Putins Kopf schauen. keiner weiss was in ihm vorgeht. und es tut mir ja leid aber wir alle haben da nur sehr geringen Einfluss drauf. auf die Pandemie und auf die Geschehnisse in der Ukraine.

Andreas Edge

Wirklich toller Text Mane, einfach menschlich. Ein Attribut, das vielen Leuten vor lauter angeblichen Verschwörungen hinter jeder Ecke einfach abhanden gekommen ist. Ein Text, der zum Nachdenken anregt. Danke für Deine Offenheit!

Muenchnerin

Altdorfer, sowas Empathieloses wie deine Zeilen habe ich wirklich selten gelesen. Mehr kann und will ich dazu gerade nicht sagen, ohne extrem unhöflich zu werden…

Altdorfer

Dieser Artikel ist sowas von aalglatt und der Autor versucht natürlich damit auf die Tränendrüse zu drücken und das Thema „böses Russland, guter Westen“, selbstredend einseitig betrachtet, mit Fußball (hier dritte Liga) zu verbinden. Was soll das?
Und natürlich wird subtil die Meinung transportiert, dass man sich um Himmels Willen derzeit nicht zu viel über etwas freuen darf, oder zumindest ein schlechtes Gewissen haben muss, da man ja sonst nicht traurig genug sei über die Ukraine-Situation.

Lieber Mane Forster, dieses Thema ist Weltpolitik und hat hier gar nichts verloren. Und wenn Du einen Bericht darüber schreiben möchtest, dann versuche wenigstens, die Hintergründe zu recherchieren, denn es geht nicht um einen Krieg Russland-Ukraine seit drei Wochen, sondern um das politische Versagen im Ost-West-Konflikt seit mindestens 20, eher 25 Jahren. Die Osterweiterung des Westens, die ständige militärische Aufrüstung der USA 900 Milliarden Dollar jährlich), die Stationierung von Militärbasen mit Raketenstützpunkten der USA in Europa, die über Monate fehlende Bereitschaft auf die russische Forderung, ein Sicherheitsabkommen auf europäischem Boden zu unterschreiben, einzugehen, die provokanten Militärübungen der USA in Europa nahe Russlands, usw. – all das hat sicher nicht zur Deeskalation beigetragen.

Krieg ist sicherlich das letzte was sich ein Mensch wünschen kann und auch Putin will keinen Krieg, aber Du musst die Motivation, die Gründe dahinter sehen. Auch der Krieg der USA im Irak war Völkerrechtsbruch, aber keiner hat wie Du eine Träne in den Augen gehabt wegen der irakischen Bevölkerung. Warum nicht? Warum jetzt? Du musst immer sehen, ob es ein UNO-Mandat für einen Krieg gab oder nicht. Wenn nicht, ist es Völkerrechtsbruch. Auch als die Deutschen in Jugoslawien Krieg führten, war es Völkerrechtsbruch. Aber jetzt dieses Getue und der Hype mit ukrainischen Farben. Warum?

Meiner Meinung nach wird versucht, über die Medien die Bevölkerung, den Sport, Kinder, Schulen , einfach alle zu instrumentalisieren, um Russland als Feindbild wieder einmal zu positionieren. Das kann aber nicht zielführend sein, wenn man Frieden in Europa möchte.

Meine Meinung: – haltet den Sport, 1860 und speziell hier unser Sechzger.de aus dem Thema raus, es hat hier einfach nichts verloren.

Schöne Grüße
Altdorfer

Stefan Kranzberg

Krieg ist sicherlich das letzte was sich ein Mensch wünschen kann und auch Putin will keinen Krieg, aber Du musst die Motivation, die Gründe dahinter sehen.”

Sei mir nicht bös, aber einen Scheiß muss er! Er hat genau wie viele andere gesehen, wie es den geflüchteten Menschen geht, die aus ihrer Heimat, ihrem gewohnten Umfeld, aus ihrer Familie gerissen wurden. Das – und nur das! – ist entscheidend und genau diese menschlichen Schicksale sind es, die bewegen und die uns dazu veranlasst haben, diesen Artikel zu veröffentlichen.

Wenn Dir Empathie fremd ist, ist es in Ordnung. Aber dann erspar uns bitte Deine Belehrungen, hör auf mit dem Verweis auf andere Gräueltaten und Kriege andernorts. Wer die Menschen am Hauptbahnhof in Berlin gesehen, den kann das unmöglich kaltgelassen haben. Und wenn doch, sagt das einiges aus…

Und was auf sechzger.de erscheint, das überlässt Du bitte schon lieber uns, okay?

Last edited 1 Jahr zuvor by Stefan Kranzberg
Altdorfer

Deine Antwort hat die Qualität, dass sie auf db24 erscheinen hätte können. Auch darüber solltest Du mal nachdenken.
Bei der Betrachtung von Flüchtlingen und deren Schicksal darf man aber nicht nur eine Seite sehe sehen, nämlich die, bei der die anderen die bösen sind. Ich erwarte von einem Bericht wie hier vom Mane Forster, dass er das Thema objektiv betrachtet, wenn er dieses Fass hier aufmachen möchte.
Und das ist der Punkt: – da dieses Thema nichts, aber auch gar nichts mit 1860 zu tun hat und Sechzger.de eben ein Forum für diesen Verein ist, hat es hier auch nichts verloren. Oder beschäftigen wir uns als nächstes mit der Politik im nahen Osten?

Thomas Enn

Die Eindrücke von einem Auswärtsspiel haben sehr wohl was mit 1860 zu tun. Und wir werden wir hier immer über den Tellerrand den Grünwalder Straße 114, des Sechzgerstadions, der dritten Liga und des Fußballs allgmein berichten, wenn wir der Meinung sind, dass etwas mit 1860 oder Fansein insgesamt zu tun hat.

Last edited 1 Jahr zuvor by Thomas Enn
Stefan Kranzberg

Doch, bei der Betrachtung von Flüchtlingen darf man sehr wohl nur eine Seite sehen – und zwar die der betroffenen Menschen. Die Ursachen oder Schuldigen sind da vollkommen egal.

Thomas Enn

was für ein Schwachsinn! Wenn man Frieden in Europa möchte, sollte man halt nicht einfach in andere Länder einmarschieren und unschuldige Menschen töten und zur Flucht zwingen.

Altdorfer

Bitte noch einmal meinen ersten Beitrag lesen. Du findest beim zweiten Lesen wahrscheinlich dann meine Darstellung, wie man Krieg in Europa über 20 Jahre lang hätte sichern können. Chance vertan und zwar von unseren, den westlichen Staatsführern. Leider wird es jetzt wieder 20 Jahre dauern, bis der neue kalte Krieg abebbt.

Thomas Enn

Da sehe ich ehrlichgesagt nichts, was eine Invasion eines souveränen Staates rechtfertigt…

Altdorfer

Denk doch mal nach: – vielleicht der Eigenschutz, weil der Westen seine Osterweiterung seit 25 Jahren unaufhörlich vorantreibt? Wir müssen im Westen nicht glauben, dass wir jedem unsere Staatsform aufzwingen können weil wir der Überzeugung sind, es sei das einzig richtige. Du musst auf politischem Parkett den politischen Gegner respektieren und eben diplomatisch und kompromissbereit für Frieden sorgen. Das haben unsere westlichen Pappnasen verbockt!

Thomas Enn

Was für ein Quatsch! Fängt der russische Eigenschutz in einem fremden Land an? Die Ukraine wird ja wohl selbst entscheiden dürfen, welchem System und Bündnis sie angehören will. Und was der Westen vorangetrieben? Die Ukraine ist ja genau kein NATO-Mitglied, obwohl sie es gerne wäre. Außerdem hat kein Mensch gedroht, Russland anzugreifen, weil uns (im Westen) die Staatsform der Autokratie vielleicht nicht gefällt. Das Gegenteil ist der Fall, Russland hat ein Land überfallen, weil es die Gefahr sieht, dass sich das Land anders orientiert, als den Herren im Kreml lieb ist.

Altdorfer

Okay, Tipp von mir: – bitte beschäftige Dich kurz mit der Geschichte des Landstrichs, was wir seit ein paar Dekaden als Ukraine bezeichnen.
Es tut mir leid, aber nach Deinem post muss das erst sein, bevor wir weitermachen.
Ohne die Geschichte der Ukraine zu kennen, verstehst Du (logischerweise auch jeder andere) diesen Konflikt nicht.
Grüße
Altdorfer

Zell

Altdorfer,
Wenn schon, dann muss man einige Jahrhunderte zurück gehen. Ihre staatliche Tradition führt die Ukraine, ebenso wie ihre Nachbarländer Russland und Belarus, auf das mittelalterliche Kiewer Reich zurück. Wenn man sich auf die Geschichte beruft, dann sind eher Russland und Belarus historische Bestandteile von Kiew bzw. der Ukraine.

Folgte man Ihrer abstrusen Argumentation, dann könnte Österreich umgehend einen Angriffskrieg gegen Tschechien führen, denn das Königreich Böhmen war Jahrhunderte lang bis 1918 Bestandteil der (österreischichen) Habsburgermonarchie. Gut, dass in den Nato-Ländern nicht die Putinsche (und Hitlersche) Großmachtsucht herrscht.

Zell

Altdorfer,

die Nato hat mit ihrem Handeln die Souveränitä́t der Beitrittsländer im Baltikum, Polen, Rumänien, Bulgarien etc. gesichert. Ein Fehler der Nato war, Länder wie Ukraine, Moldawien, Gerorgien aus fehlgeleiteter Rücksicht auf Putin nicht die Mitgliedschaft gewährt zu haben. Alle diese wurden grundlos von Putin angegriffen und überwiegend mit völkerrechtswidrigen Bombardements gegen die Zivilbevölkerung belegt. Von dem von Putin veranlassten Völkermorden in Tschetschenien und Syrien ganz zu schweigen.

Wenn einer in den letzten 20 Jahren was vertan hat, dann war es Putin, der sich hätte behandeln lassen sollen, damit er sich mehr der Wahrheit und den Fakten bedient und Rücksicht aus die russische Bevölkerung nimmt, die wegen des Putin-Krieges ins Mittelalter zurück geworfen wird.

Altdorfer

Wie auch immer, ich habe trotz dem Angriff auf die Ukraine das Gefühl, das Putin eher zu den Gemäßigten im kommunistischen Russland gehört. Ich fürchte, nach ihm werden wieder schwierigere Staatsführer kommen. Nur meine Einschätzung.
Das Ergebnis jeden Krieges ist dabei das Bedauernswerte => es gibt dabei schlicht keine Gewinner.

Zell

Die Einschätzung eines ehemaligen russischen Außenministers ist, dass Putin ein Mensch ohne jede Moral ist

Zell

Der “gemäßigte” Kriegstreiber Putin setzt nach Human Rights Watch im Krieg gegen die Ukraine völkerrechtswidrig Streumunition ein

Muenchnerin

Altdorfer, sowas Empathieloses wie deine Zeilen habe ich wirklich selten gelesen. Mehr kann und will ich dazu gerade nicht sagen, ohne extrem unhöflich zu werden…

Christian Jung

Alles, was Du dem Manne hier vorwirfst, hat er eben NICHT getan mit diesem Text. Er verortet sich nicht politisch, sondern er schildert seine Eindrücke vom Berliner Hauptbahnhof, die ihn ganz offensichtlich betroffen gemacht haben.

Altdorfer

Ich helfe Dir:
Zitat:
„Das alles, weil die russische Regierung um Putin und Lawrow sowjetische Großmachtträume aus der Schublade holt, das Rad der Zeit zurückdrehen will und dabei buchstäblich über Leichen geht.“

deare

Solche Kommentare wie der deine lassen mich echt verzweifeln.
Leider hab ich solche Diskussionen und Verdrehungen der Tatsachen auch im persönlichen Umfeld schon gehört. Ich frage mich dabei wirklich was dabei bei euch vorgeht?

Du behauptest Putin wolle keinen Krieg sondern er wurde ihm quasi vom Westen aufgezwungen. Du versuchst mit anderen Kriegen (Irak, Jugoslawien) zu relativieren … es tut mir leid aber das ist einfach nur Blödsinn und nicht hinnehmbar.

Ich weiß nicht wie ich zukünftig bei solchen Diskussionen reagieren werde, konnte ich beim Thema Corona noch meine Klappe und meine Meinung für mich behalten wird mir das hier nicht mehr gelingen. Schade, aber die Spaltung der Gesellschaft schreitet auch bei uns in Deutschland weiter voran. Wir leben wohl mittlerweile in verschiedenen Welten..

Altdorfer

Nein, wir leben nicht in verschiedenen Welten, nur früher wurden differenzierte Ansichten, viel mehr akzeptiert, weil auch im der Politik öffentlicher Diskurs mit unterschiedlichen Positionen stattfand. Heute bzw. seit gefühlt 20, aber bestimmt 10 Jahren haben wir eine Einheitspolitik über alle Farben und daraus eine vorgegebene Einheitsmeinung ohne Diskurs. Wer von der Meinung abweicht, einen anderen Blickwinkel hat oder kritisch hinterfrägt (eigentlich alles journalistische Aufgaben) ist böse, empatielos, uvm.
Mein Tipp: – bleib offen für Diskussionen, nur das ist gelebte Demokratie.
Grüße
Altdorfer

Zell

Entschuldigung Altdorfer, ähnliche Argumente bezüglich des Ost-West-Konfliktes war zuletzt im Bundestag von der AfD zu hören. Lassen Sie sich doch bitte von den “Löwen-Fans gegen Rechts” über die Zusammenhänge und den Unterschieden aufklären. Beispielsweise, dass der Putin-Krieg ein Angriffskrieg gegen die Ukraine ist, während im Jugoslawienkrieg der Westen Völkermorde (z. B. Sarajevo) beendete.

Aschlegel

Putin will keinen Krieg. Allein dieser Satz zeigt doch, wie weit Du inzwischen in Deiner Verblendung abgedriftet bist. Ja, bei der Genese des Konflikts kommt die Nato auch bei mir nicht gut weg. Auch ich habe als politisch interessierter Mensch gelesen, dass zwei- bis dreitausend amerikanische Soldaten zu “Ausbildungs”-Zwecken sich in der Ukraine aufgehalten haben, dass die Ukraine die erste Fassung der Verfassung, wo man sich noch zur Neutralität verpflichtet hat, 2019 änderte und nun plötzlich der Nato-Beitritt als Verfassungsziel ausgegeben wurde. Auch ich rieb mir verwundert die Augen als ich zu Lesen bekam, dass die ukrainische Armee letztes Jahr an 7 Nato-Manövern teilnahm. Und auch ich weiß seit vielen Jahren, dass Russland immer sc
hon die Ukraine als rote Linie bezeichnet hat, die nicht überschritten werden darf.
Ändert das aber was daran, dass es Putins Armee ist, die einmarschiert ist und systematisch tausende von Zivilisten ermordet? Nur weil dieser Diktator nicht genug Gehör im Westen gefunden hat? Und dieser Kriegsverbrecher will keinen Krieg? In welcher Realität lebst Du eigentlich? Erzähl das doch mal den Menschen in Grosny und Aleppo, wo die russische Armee Großstädte systematisch zerstört hat und vor allem Zivilisten zu Tausenden umbrachte. Ganz ehrlich: Wie krank muss eigentlich ein Weltbild sein, dass Du so etwas auf beschämende Art und Weise relativierst. Und das mit dieser ur-deutschen Haltung, die man von Links und Rechts nun seit 70 Jahren her kennt: Der Eine kann ja gar nicht so böse sein, weil der andere auch böse ist. Und diese Art von beschämender Aufrechnung treibst Du hier und merkst gar nicht, wie Du Dich verrennst.

Altdorfer

Als politisch interessierter Mensch weißt Du sicher auch, wer in Länder wie Afghanistan, Syrien, Irak usw. einmarschiert ist und Kriege begonnen hat, oder? Natürlich unter dem Vorwand, das Land und die Menschen zu befreien. Genau wie Putin: – er sagt ja auch, er befreit die Ukraine und entnazifiziert das Volk (wer das nicht versteht bitte mit der Geschichte der Ukraine beschäftigen).

Und wenn Du meinen Beitrag nochmal ohne hohen Blutdruck durchliest versteht Du vielleicht auch, dass es mir nicht um eine Rechtfertigung für Putin geht, aber mich diese Doppelmoral stört, dass wenn beide das Gleiche tun es einmal falsch und einmal richtig ist.
Und klar, auch Putin will keinen Krieg, das will keiner. Das hätte Putin die letzte 20 Jahre (solange ist der schon Präsident) schon machen können. Ich denke sogar, der ist gemäßigter als die Miltärführung hinter ihm. Mit Putin hätte man leichter einen dauerhaften Frieden verankern können.
Aber aus meiner Sicht wurde dem Putin jetzt jahrelang gegen das Schienbein getreten und er schlägt jetzt eben einmal richtig zurück, um es bildlich auszudrücken. Am Ende weint eben einer.

Aschlegel

Mach Dir keine Sorgen um meinen Blutdruck. Du kannst Dir Deine überhebliche Art sparen. Nicht jeder Schwachsinn bringt mein Blut in Wallung. Im Prinzip machst du jetzt genau da weiter, wo Dein erstes Post aufhörte: Du hast genau einen Gedanken und den variierst Du jetzt ununterbrochen: Relativieren durch Aufrechnen. Soll ich jetzt allen Ernstes mit den russischen Einmärschen in Afghanistan, Ungarn und CSSR antworten? Kommst Du dann wieder mit Vietnam und Kambodscha? Und irgendwann sind wir dann bei den punischen Kriegen angelangt?

Noch mal: Die Nato und der Westen haben gegenüber Russland eine falsche Politik betrieben, keine Frage, aber das rechtfertigt keinen Massenmord an unschuldigen Zivilisten. Aber das verstehst Du nicht. Und Putin auch noch als halben Friedensstifter hinzustellen, ist nur noch dreist, unverschämt und nachgerade eine Verhöhnung der Opfer dieses Krieges. An der Stelle breche ich auch die Diskussion mit Dir ab. Deine Art des Argumentierens kenne ich ja jetzt, da kommt auch nichts Neues mehr dazu. Wenn Du irgendwann noch mal einen zweiten Gedanken entwickelst, kannst Du Dich ja wieder melden.

Zell

“Aber aus meiner Sicht wurde dem Putin jetzt jahrelang gegen das Schienbein getreten und er schlägt jetzt eben einmal richtig zurück, um es bildlich auszudrücken.”

Wenn man Ihrer Logic folgte, dürfte dann nicht wegen der völkerrechtswidrigen Besetzungen der Krim und des Donbas und des Bombardements gegen die Zivilbevölkerung durch Putin die Ukraine einmal richtig nachtreten und Moskau zerstören?

Swiss Lion "Dani"

Du hast exakt beschrieben, wie ich es am Freitag auch erlebte und immer noch fühle. Ich bringe gewisse Bilder nicht mehr aus meinem Kopf, es mischen sich Scham, Wut, Trauer, Hilflosigkeit – mich hat das emotional ziemlich überfordert und mir fehlen die gleichen Antworten wie Dir. Vielen Dank für diesen eindrücklichen Text und dass Du die richtigen Worte dafür gefunden hast.

Steffen Lobmeier

Ganz wunderbare Worte. Vielen Dank für diesen tollen Artikel!

Thomas Enn

Großartig, Mane!