Die Serie will einfach nicht reißen. Zum dritten Mal in Folge drehten die Löwen in den letzten Augenblicken der Partie auf und versetzten die Fans in kollektive Eksatse. Die vorher erbrachten Leistungen vermochten dies nicht unbedingt zu erreichen, weshalb man vor dem Auswärtsspiel beim Gegner mit dem wertvollsten Kader doch gemischte Gefühle verspürt. Diese sind aber auch im Nord-Osten des Landes vorherrschend, denn auch hier läuft es nicht nach Wunsch. Die Löwen reisen an die Ostseeküste zur Partie beim Fußballclub Hansa Rostock e. V.!
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Wie schon angemerkt ist der Saisonstart der Kogge mehr schlecht als recht verlaufen. Neben den Löwen als einer der Topfavoriten gehandelt rangiert Hansa aktuell nur auf dem zwölften Tabellenplatz. Eine bisherige Bilanz von 1-3-1 bei einem Torverhältnis von 2:2 reicht zu gerade einmal sechs Punkten. Die Abwehr steht zwar sicher, aber in der Offensive hakt es noch gewaltig und so wartet man mittlerweile seit 211 Minuten auf einen eigenen Treffer.
Im letzten Ligaspiel gegen Osnabrück gab es ein magere 0:0 nachdem man sich davor im Landespokal bei Traktor Dargun mit einem 17:0 warm geschossen hatte. Der bisher einzige Sieg konnte gegen den Waldhof errungen werden, während Aufsteiger Hoffenheim die Punkte aus dem Ostseestadion entführen konnte. Rechnet man aber noch einige Verletzungen ein, insbesondere die von Sturmtank Andreas Vogelsammer (33) und Adrien Lebeau (OM, 26), ist die schwache Offensive nachvollziehbar und die bisherige Situation noch nicht so aussichtslos, dass über ernsthafte Konsequenzen für z.B. Trainer Daniel Brinkmann nachgedacht werden müsste.
Kader & Transfers
Eine für Drittligaverhältnisse normale Transferphase liegt hinter Hansa, bei der sich 10 Abgänge und 12 Zugänge gegenüberstehen.
Geld eingenommen hat man nur für einen “Schein-Abgang”. Louis Köster (22, LA) war in der vergangenen Spielzeit an Holstein Kiel II ausgeliehen und wurde vom KSV nun für 80 000 € für die Kampfmannschaft verpflichtet. Die schwerwiegendsten Wechsel erfolgten beide zu Rivale Dynamo Dresden. So versuchen sich Offensivregisseur Nils Fröling (25) und Verteidiger Alexander Rossipal (29) in dieser Saison in der zweiten Liga. Top-Stürmer Sigurd Haugen (27) kickt nach seinem Leih-Ende bekanntlich nun in München und Innenverteidiger Damian Roßbach (32) lässt die Karriere bei Altglienicke in der Regionalliga Nordost ausklingen.
Auf dem Papier wurden diese Verluste aber gut ersetzt. Für den Sturm kam neben Vogelsammer von Hannover 96 noch David Hummel (23, MS) mit der Empfehlung von 15 Toren aus Homburg an die Ostsee (Auch er laboriert aber aktuell an einer Wadenverletzung.) und Emil Holten (29, MS) wurde von Elfsborg aus dem schwedischen Oberhaus geliehen. Aus dem deutschen Unterhaus kam als Ersatz für das offensive Mittelfeld Paul Stock (28) vom SV Elversberg, sowie für den gleichen Bereich Maximilian Krauß (28) aus Cottbus. In der Innenverteidigung wurden die offenen Stellen mit Leon Reichhardt (21, Stuttgart II) und Florian Carstens (26, Wiesbaden) besetzt.
Löwenpower: –
Vereinsgeschichte
Die Geschichte von Hans Rostock beginnt eigentlich schon vor der Vereinsgründung 1965. Vor der Ausgliederung der Fußballabteilung in den FC Hansa war man Teil des SC Empor Rostock. Dieser Club wurde 1954 gegründet, Trägerbetrieb war das Fischkombinat Rostock und nachdem die Oberligamannschaft von Empor Lauter aus dem Erzgebirge nach Rostock delegiert wurde, spielte man auch in der Oberliga. In den kommenden Jahren konnte man einige Erfolge einfahren, so wurde man mehrmals Vizemeister und stand im Finale des FDBG-Pokals.
Ausgliederung
Um bessere Leistungsförderung für den Fußballsport zu gewährleisten wurde am 28. Dezember 1965 die Ausgliederung der Fußballabteilung vorgenommen und der Fußballclub Hansa Rostock gegründet. Trägerbetrieb dieses neuen Leistungszentrums war das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft. In der ersten Saison gelang gleich wieder der Einzug ins Pokalfinale. Zwei Jahre später wurde man wieder Vizemeister und durfte in der Folge im Messepokal antreten. Auch in der folgenden Saison 68/69 war Hansa wieder international vertreten, musste aber gegen Inter Mailand ausscheiden. Danach schwankten die Leistungen und man rutschte in den nächsten Jahren ins Tabellenmittelfeld ab.
Dies gipfelte im Abstieg im Jahre 1975, dem zweiten in der erweiterten Vereinsgeschichte. In der Folge wurde Rostock zur Fahrstuhlmannschaft. Die DDR-Liga erwies sich als zu schwach, die Oberliga als hartes Pflaster. In der Saison 1980/81 schaffte man endlich wieder den Klassenerhalt im Oberhaus und konnte sich in der Folge im unteren Tabellenfeld halten. 1986 folgte aber der erneute Abstieg, gefolgt vom Wiederaufstieg und dem fünften Einzug ins Pokalfinale. Gestärkt von diesen Erfolgen errang Hansa 1988/89 den vierten Platz und qualifizierte sich für den UEFA-Pokal. Unter Mithilfe von Werder Bremen und einer Ablösezahlung für Axel Schulz von Hertha Berlin musste Rostock im Zuge der Vermarktwirtschaftlichung des Vereins weniger Federn lassen als andere Ostvereine.
Nach 1989
In der letzten Saison der DDR-Oberliga 90/91 konnte der FC Hansa seinen ersten (und den letzten) DDR Meistertitel und auch den FDGB-Pokal gewinnen. Damit qualifizierte man sich für die gesamtdeutsche Bundesliga und den Europapokal der Landesmeister. Nach einem guten Start in die erste Bundesliga-Saison wurde der FCH aber durchgereicht und stieg direkt ab. Zumindest die Roten konnten am 2. Spieltag aber geschlagen werden! In der ersten Europacuprunde scheiterte man am FC Barcelona, konnte das Heimspiel aber mit 1:0 gewinnen. Der direkte Wiederaufstieg gelang 92/93 nicht und man musste einige Jahre im Unterhaus bleiben. Unter Trainer Frank Pagelsdorf konnte zwei Jahre später der Aufstieg realisiert werden und Rostock tauschte mit Dresden den Platz in Liga 1.
Damit brach eine neue Erfolgsära an. Im ersten Jahr konnte man sofort den 6. Platz erringen, verzichtete aber auf den UI-Cup. Der erste gesamtdeutsche Titel wurde dann der DFB-Hallen-Pokal in der Saison 1997/98. Die Leistungen in der Liga pendelten sich in den nächsten Jahren auf eher niedrigem Niveau ein, man erreichte aber 98/99 das Halbfinale des DFB-Pokals. Nach einem kurzen Aufbäumen und Platz 9 in 2003/04 musste der FCH schließlich 2005 nach einer Dekade im Oberhaus die Segel streichen.
Erstes Mal in Liga 3
Nach zwei Jahren gelang der Wiederaufstieg, abermals unter Frank Pagelsdorf. Der Klassenerhalt konnte nicht realisiert werden und man spielte forthin mäßig erfolgreich in Liga 2. In der Spielzeit 09/10 musste die Kogge in die Relegation gegen Ingolstadt und stieg zum ersten Mal in die dritte Leistungsstufe ab. Es gelang postwendend die Rückkehr ins Unterhaus, man musste aber sofort wieder runter. Dies war auch der sehr angespannten Finanzsituation zuzuschreiben, es drohte 2012 die Insolvenz.
Hansa musste sich als in der dritten Liga konsolidieren, verpasste aber stattdessen zum ersten Mal in der Geschichte die Teilnahme am nationalen Pokalwettbewerb. Unter vielen Trainern wurde der Aufstieg in Angriff genommen, wirklich gelingen wollte aber nichts. Der Tiefpunkt war 2015 mit Platz 17 (damals kein Abstiegsrang) die schlechteste Platzierung des Vereinsgeschichte. Die Rückkehr in die 2. Bundesliga erreichte man dann in der Pandemie-Saison 20/21. Getragen von großer Euphorie hielt man sich zwei Spielzeiten im Unterhaus, musste aber in der vorvergangenen Saison als Vorletzter absteigen.
Hansa Rostock vereint 28 240 Mitglieder auf die Sparten Fußball, Frauenfußball und Inklusionsmannschaft. Außerdem gibt es wie bei den Löwen auch eine Traditionself. Der Profifußball ist ausgegliedert und ein Minderheitenanteil an Immobilienmillionär Rolf Elgeti verkauft worden. Trotz der Kontroverse um dessen Kandidatur zum Aufsichtsrat scheint das Verhältnis recht harmonisch.
Fanszene
Die aktiven Fans der Kogge stehen zuhause auf der Südtribüne und sind für ihre verrückten Aktionen und Gewaltexzesse bekannt. Diese reichen von Tapezieraktionen in Gästeblöcken, über das Klauen eines Vorsängerpodests bis zu Attacken auf Gästeblöcke und den in der letzten Saison erfolgten Angriff auf den Sonderzug aus Essen. Die “Hansakrieger” sind bekannt für ihre Schlagkräftigkeit, das Faible für fremde Vereinsklamotten und die umgedrehten Bomberjacken. Auch die Provokationen gegen v.a. St. Pauli (Stichwort Lichtenhagen) sorgten schon für einige Skandale. Gefühlt ist in Rostock alles ein bisschen drüber, im Positiven wie im Negativen.
Verantwortlich für das Alles sind vornehmlich die Gruppen der aktiven Szene. Hauptgruppe sind die 2001 gegründete “Suptras Rostock”. Daneben gibt es noch die “Hansafans Schwerin”, “BALTIC BOYZ”, “Revolte Rostock 2005”, “Action Connection”, “Plattenbau”, “WOLGASTÄ” (Gruppe aus Wolgast”) und die 2000 gegründeten “Vier Tore Power Neubrandenburg” (VTPNB).
Aktionen
Zu unserem heutigen Spiel endet die Spenden Aktion zur Finanzierung der Nachbauten der Flutlichtmasten. Das Ziel von 250 000€ ist in Reichweite, aktuell sind schon ca. 236 500€ auf der Plattform gofundme zusammengekommen. Diese Nachbauten sind mittlerweile alle errichtet und so zieren aktuell 8 Masten das Ostseestadion. Nach der Partie gegen die Löwen, welches die letzte mit den maroden Lichtern ist, wird der Übergang zur neuen Anlage mit einer Zeremonie begangen.
Eine Art Umfeldorganisation stellt der Verein “Fanszene Rostock e.V.” dar in dem jedermann gegen Zahlung eines Jahresbeitrags Mitglied werden kann und so die Kurvenarbeit unterstützt. Desweitern ergeben sich daraus Vorteile beim Einkauf von Fanartikeln und Sonderzugfahrten. Auch bei der Aktion zur Erhaltung der Flutlichtmasten war der Verein eingebunden.
Frei nach dem Motto: “Hansa hasst alle, alle hassen Hansa”, sind mir keine Freundschaften der Hanseaten bekannt. Feindschaften gibt es natürlich mit alles und jedem der die Hansazone entern möchte. Besonders aber mit St. Pauli, Hertha Berlin und eigentlich allen Ostvereinen wie z.B. Dresden oder Cottbus.
Auf der Website sind 113 registrierte Fanclubs eingetragen, einer davon sogar in Tansania!
Das Stadion
Der FC Hansa Rostock trägt seit Beginn seiner Geschichte im “Ostseestadion” aus, welches im Rostocker Hansaviertel gelegen ist. Das Stadion ist über eine Betreiberfirma, welche auch das Erbbaurecht auf dem Grundstück hält, im Besitz von Hansa Rostock. Auf dem Papier verfügt die Arena über 29.000 Plätze, davon 20.000 Sitzplätze. Aufgrund der eigenwilligen Positionierung der Heimkurve direkt neben dem Gästesektor sind aber durch Sicherheitsmaßnahmen nur 27.500 Plätze nutzbar.
Ursprünglich in den 1950er Jahren als Mehrzweckstadion mit großem Engagement der Bevölkerung errichtet, diente es dem SC Empor Rostock und später dem F.C. Hansa Rostock als Heimspielstätte. In den Jahrzehnten danach wurde es mehrfach modernisiert – unter anderem mit Flutlicht, Anzeigetafel und Rasenheizung. Ab dem Jahr 2000 erfolgte der vollständige Umbau zu einer reinen Fußballarena, bei dem auch das historische Marathontor restauriert und integriert wurde. Die markanten Flutlichtmasten blieben erhalten. 2001 wurde das neue Stadion eröffnet und fasst seither rund 29.000 Zuschauer. Zwischen 2007 und 2015 trug es den Namen „DKB-Arena“, kehrte jedoch auf Wunsch der Fans zum Traditionsnamen „Ostseestadion“ zurück. In den letzten Jahren wurde es weiter technisch aufgerüstet – mit Solaranlage, LED-Werbebanden, Video-Wall, neuer Rasenheizung und einem Fan-Shop unter der Nordtribüne.
Das Ostseestadion feierte im letzten Jahr seinen 70. Geburtstag und dementsprechend wurde auf der Website der Hansa auch eine riesige Sammlung an Informationen inklusive Video zusammengestellt, welche ihr HIER erreicht.
Trivia – Unnützes Wissen
- Hansas Zuschauerrekord von 58 492 stammt aus einem “Heimspiel” im Berliner Olympiastadion, nach einer Platzsperre in Folge von Ausschreitungen.
- Das Hansamaskottchen “Rollo” existiert für kurze Zeit, wurde nach dem vorzeitigen Ableben der beiden Kostümträger aber wieder abgeschafft.
- Eine “Kogge” war einer der wichtigsten Schiffstypen der Hanse. Die Einmaster konnten für ihre Größe bzw. Mannschaftsstärke sehr viel Fracht transportieren.
- Der Klebstoffhersteller “UHU” war der erste Sponsor des Vereins.
- Die Südtribüne Rostock wird auf Google als psychoneurologische Klinik geführt.
Der 6. Spieltag im Überblick
| Dienstag | 3:1 | 1. FC Saarbrücken – SSV Ulm 1846 Fußball |
|---|---|---|
| 2:1 | FC Viktoria Köln 1904 – TSG 1899 Hoffenheim II | |
| 2:0 | SV Wehen Wiesbaden – SSV Jahn Regensburg | |
| 2:1 | SC Verl 1914 – Aachener TSV Alemannia | |
| 0:3 | 1. FC Schweinfurt 05 – MSV 02 Duisburg | |
| Mittwoch | 19:00 Uhr | SV Waldhof Mannheim – VfB Stuttgart II |
| 19:00 Uhr | FC Energie Cottbus – FC Erzgebirge Aue | |
| 19:00 Uhr | TSV Havelse 1912 – FC Ingolstadt 04 | |
| 19:00 Uhr | FC Hansa Rostock – TSV 1860 München |
|
| 19:00 Uhr | Rot-Weiss Essen – VfL Osnabrück |











unterpunkt löwenpower: ich mach mal den anfang:
Da geht’s aber um den derzeitigen Kader.
Wobei das für die Zukunft tatsächlich mal interessant wäre, sich anzuschauen, welche Spieler für beide Kontrahenten eines anstehenden Spiels am Ball waren.
Björn Ziegenbein, Nils Schlotterbeck, Mustafa Kucukovic, Thomas Ziemer, Lucoqui, Olaf Bodden, Andre Hofschneider, Toni di Salvo, Timo Gebhardt, Biankiadi, Uwe Ehlers, Dennis Erdmann, Semih Güler, Sigurd Haugen, Jochen Kientz, Daniel Hoffmann, Thomas Meggle, Max Reinthaler, Morris Schröter, Korbi Vollmann und vor allem Stefan Wannenwetsch hast du vergessen.
ich hab die nicht vergessen, ich hab nur den anfang gemacht, ohne k.i. support. 😉
KI hat mir nichts ausgespuckt, aber auf Wikipedia gibts eine Liste von allen Rostock-Spielern. Die bin ich mal durchgegangen. Gibt bestimmt noch jemanden den ich übersehen habe. Dennoch sehr illustre Gestalten dabei 😉
Rayk Schröder fällt mir spontan noch ein.
Respekt, des wäre dann derjenige für die Millionenfrage 😉