Auch heute erinnern wir in unserer losen Rubrik der historische Spiele an eine Partie, an die sicher nicht allzuviele Löwenfans auf Anhieb denken, wenn sie das Stichwort “Fürth” hören. Das gab es gegen die Mittelfranken durchaus legendärere und erinnerungswürdigere Partien. Der hier verlinkte Youtube-Beitrag ist übrigens eine klare Klickempfehlung.

print@home-Ticket im Süden der Arena. Kurz vor dem Anpfiff erworben. Überschaubare Kartennachfrage bei den Löwen anno 2013

Ausgangssituation vor der Partie gegen den Zweiten aus Fürth

Die Löwen waren mit drei Siegen aus den ersten vier Partien recht hoffnungsvoll in die Saison gestartet und hatten im DFB-Pokal in der 1. Runde den Drittligisten Heidenheim im Elfmeterschießen elimiert. Nach zwei Niederlagen (in Paderborn und gegen Sandhausen) in den letzten Augusttagen war für Trainer Alexander Schmidt, der den Job erst im November des Vorjahres von Rainer Maurer übernommen hatte, allerdings Feierabend. Der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie, der die Löwen nach mittlerweile zehn Jahren Abwesenheit zurück in die Bundesliga führen sollte: Friedhelm Funkel. Er blieb letztlich genau sieben Monate Löwendompteur. Funkels Bilanz bis zur hier besprochenen Partie gegen den Bundesligaabsteiger der Vorsaison aus Fürth: Zwei Siege, drei Niederlagen und drei Unentschieden (dreimal 0:0), Platz elf.

Niveauarme 1. Halbzeit

15.000 Unentwegte konnte die Montagabendpartie zum Abschluss des 15. Spieltags nach Fröttmaning locken. Die bekamen in der ersten Halbzeit ein chancenarmes, aber immerhin sehr kampfbetontes Spiel geboten. Bis zur Pause sank – dem kicker-Bericht von damals zu Folge – das Niveau der niveauarmen Partie weiter ab. Die Fernsehzuschauer bei Sport1 hatten genauso wenig Freude an diesem Livespiel, wie die Besucher in der Arena.

Schöne Geste der Löwenfans

Unbedingt zu erwähnen ist ein Spruchband, das während der Partie in der Nordkurve präsentiert wurde: “EIN GROSSER LÖWE VERLÄSST DIE BÜHNE. RUHE IN FRIEDEN, DIETER HILDEBRANDT” stand darauf zu lesen. Der bekannte Kabarettist, Schauspieler und Buchautor, bekennender Löwenfan war fünf Tage zuvor im Alter von 86 Jahren verstorben (siehe auch hier in einer Fotogalerie).

Gedenken an Dieter Hildebrandt, der am 20. November 2013 verstorben war

Stahl mit dem goldenen Tor

Die zweite Halbzeit begann dann wesentlich schwungvoller und ansehnlicher. Der einsetzende Schneeregen motivierte die 22 Akteure auf dem Feld wohl zu etwas mehr Bewegung. Und die Löwen kamen zum goldenen Tor: Eine Adlung-Flanke legte Benny Lauth auf Dominik Stahl ab, der aus 17 Metern und halbrechter Position abzog und mit einem Gewaltschuss dem Fürther Torwart Wolfgang Hesl keine Chance ließ. Die Gäste erhöhten daraufhin naturgemäß den Druck auf das Löwentor, ohne jedoch im Abschluss erfolgreiche zu sein. Aber auch die Konterchancen für 1860 schlugen nicht ein. Mit einem knappen aber verdienten Sieg arbeitete sich das Team in weiß-blau auf den achten Tabellenplatz vor – mit fünf Punkten Rückstand auf den Kontrahenten aus Fürth, der nach der Niederlage auf den Relegationsplatz drei abrutschte.

Und dann auch noch Schneetreiben…wenigstens siegten die Löwen an diesem Abend in der tristen Arena

Saisonende: Fürth vs. HSV in der Relegation

Am Ende dieser Spielzeit, die die Löwen im grauen Mittelmaß der 2. Bundesliga verbrachten und letztlich als Siebter abschlossen, qualifizierte sich die SpVgg für die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga und scheiterte in einem aufregenden Duell unglücklich und knapp. Mit einem 0:0 in Hamburg und einem 1:1 in Fürth sicherte sich der damalige Bundesliga-Dino Hamburger SV den Klassenverbleib und blieb für ein paar Jahre noch das einzige Team, das der Belletage des deutschen Fußballs ununterbrochen seit 1963 angehörte.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Friedhelm Funkel setzte am 25.11.2013 auf diese Elf der Löwen:

Kiraly – Volz, Vallori, Schindler, Wojtkowiak – Bülow, Stoppelkamp, D. Stahl, Y. Stark, Adlung (90.+2 Hertner)  – Lauth (84. Wood)

Tor:
1:0 Stahl (56.)

Immer gerne Fürth…

Übrigens: An das – knapp ein Jahr später ausgetragene – nächste Spiel der Löwen in der Arena am Müllberg gegen die SpVgg Greuther Fürth haben wir auch schon mal erinnert. Den Artikel zu einem 2:0-Sieg über das Kleeblatt findet Ihr hier.

 

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Wenn man das so liest, wird das Gejammer einiger Leute, dass wir in der tristen Schüssel nie mehr ein “Heim”-Spiel austragen werden, irgendwie noch unbegreiflicher.
Aber der Löwenfan vergisst halt schnell…