Im Sechzgerstadion mit Pfiffen bedacht

Mit Hexenkesseln kennt der Mann sich aus. Und auch mit gellenden Pfeifkonzerten in  Hexenkesseln. Am eigenen Leib erlebte er ein solches gegen sich selbst gerichtet, als er am 22. Mai 2005 nach der 3:4-Niederlage gegen LR Ahlen, mit der sein TSV 1860 gerade eben den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga verpasst hatte, vor der Westkurve des Sechzgerstadions ans Mikrofon gelassen wurde. Irgendetwas von der “geilen Allianz-Arena” rief Hofmann den Löwenfans entgegen, in die es in der kommenden Saison gehe – der Rest der Hofmannschen Ausführungen war nicht zu verstehen. Die angesprochenen Anhänger freuten sich in diesem Moment wohl weit weniger auf den neuen Spielort für ihre Löwen, als der Torhüter.

Nach der aktiven Karriere zu Türkgücü

Fünf weitere Jahre hechtete sich Hofmann noch für Sechzig durch die Fünfmeterräume der 2. Bundesliga – mit der Rückkehr ins Oberhaus klappte es leider bekanntermaßen auch in der Arena draußen am Müllberg nicht. Danach stand er noch 87 Mal für Jahn Regensburg zwischen den Pfosten und ließ seine Karriere in der Bayernliga Süd beim SV Pullach ausklingen. 2017 schloss sich Michael Hofmann dann dem Fußballprojekt Türkgücü München an. Zunächst nochmal für vier Spiele aktiv zwischen den Pfosten, dann in der Position des Torwarttrainers.

Hofmann schließt eine Überraschung nicht aus

Und in seiner Zeit mit den Perlachern reiste der gebürtige Bayreuther auch zweimal zum Auswärtsspiel nach Aubstadt, weshalb er sich nun – vor dem Totopokal-Halbfinale zwischen dem örtlichen TSV und 1860 München – in der Main-Post zu Wort meldet:

Ich freue mich auf diese Begegnung. Momentan pendele ich oft zwischen München und Oberfranken. Vielleicht kann ich bei dem Spiel sogar live vor Ort sein. Aubstadt hat jedenfalls eine echte Chance, die Überraschung zu schaffen und ins Pokal-Finale einzuziehen.

Als Türkgücü am 9. Oktober 2021 im Pokal-Viertelfinale beim TSV Aubstadt nach einer verdienten 1:3-Niederlage aus dem Wettbewerb ausschied, war Hofmann noch Torwarttrainer an der Heinrich-Wielandt-Straße. Die Zusammenarbeit endete dann zum Jahresende und Hofmann analysiert gegenüber der Main-Post, dass man bei Türkgücü “viele Fehler gemacht und die Geduld verloren” habe. Er blickt aber auch positiv auf diese Zeit zurück und sagt, es sei schön gewesen, den Weg aus der Landesliga bis in die 3. Liga mitgeganngen zu sein.

Zurück zum Spiel am morgigen Samstag äußert sich Hofmann auch zur Atmosphäre, die die Löwen am Grabfeld erwarten wird:

Das kann dort ein richtiger Hexenkessel werden. Aber 1860 hat beim 3:2-Sieg im Viertelfinale in Buchbach ja bereits eine ähnliche Atmosphäre erlebt.

Dass man angesichts der Cleverness der Löwenfans bei der Ticketbeschaffung für Spiele mit arg begrenzter Kapazität (wir erinnern an dieser Stelle gerne an die Drittligapartie bei Viktoria Köln Ende Januar) gespannt sein darf, wieviele Löwenfans morgen tatsächlich vor Ort sein werden und ob sie vielleicht sogar einen weiß-blauen Hexenkessel erzeugen können, bleibt abzuwarten. Michael Köllner rechnet übrigens mit einem “gefühlten Heimspiel”. Von seinen Spielern wird danach hoffentlich keiner ausgepfiffen!

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Michael Hofmann 🤦‍♂️

Der Hofmann ist mir schon seit Jahren suspekt.
Hält sein Gesicht in jede sich anbietende Kamera und ist gern gesehener Interviewpartner der Boulevardpresse – je grösser die Buchstaben, desto besser 🙁 Und was er dann meistens ablässt ist unreflektierter Nonsens…

A echter Löwe ist was anderes

Last edited 6 Monate zuvor by juergen