Nach TSV 1860 – FC Bayern II : Lob für die Löwenfans – und für die Polizei

Das gestrige Spiel TSV 1860 München – FC Bayern endete mit dem 2:2 so, dass letztlich keine der beiden Mannschaften wirklich zufrieden sein konnte. Für die Zweitvertretung des FC Bayern bleibt mit diesem Punkt nur noch die rechnerische Chance auf den Klassenerhalt. Die Löwen verspielten damit die Möglichkeit, am letzten Spieltag direkt aufzusteigen und benötigen nun in Ingolstadt einen Sieg um überhaupt in die Relegation zu kommen. Das ist das negative Fazit vom gestrigen Spieltag.

Ein Lichtblick wie immer: Die Löwenfans

Wenn es am gestrigen Spieltag jedoch einen Lichtblick gab, dann waren es die Löwenfans. Angefangen bei den Münchner Löwen, die pünktlich um Mitternacht den letzten Tag des 160jährigen Jubiläums des TSV 1860 München mit einem Feuerwerk an der Bavaria einläuteten. Apropos Feuerwerk: Natürlich ist das nicht legal. Aber wer möchte wegen ein paar Raketen oder bengalischen Feuern unter freiem Himmel hier den ersten Stein werfen?

Die Fans des TSV 1860 – eine feste Bank in den letzten Wochen

Das gilt im übrigen auch für die Aktionen der letzten Wochen, für welche überwiegend die Münchner Löwen verantwortlich waren: Sei es die Pyro-Einlage auf der „Road to Gelsenkirchen“ zum Auswärtsspiel bei Türkgücü.


Oder das Fanspalier gegen Kaiserslautern. Oder auch den Besuch beim Mannschaftshotel vor dem Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da fahren ein paar Dutzend Leute mal eben 800 Kilometer, nur um der Mannschaft noch einmal einen Motivationsschub zu geben. Ohne die Chance, ins Stadion zu kommen wohlgemerkt. Ein positiver Wahnsinn

Positiv auch, dass das von Mannschaft und Trainer positiv aufgenommen wird. Die Instagram-Storys der Spieler, aber auch die Kommentare von unserem Coach Michael Köllner dazu sind eindeutig. Auch im Umfeld des TSV 1860 redet niemand schlecht über die Ultras oder den Einsatz von Pyrotechnik.

Am gestrigen Spieltag: Vorbildlicher Auftritt von Löwenfans – und von der Polizei

Auch am gestrigen Spieltag hatte sich wieder eine stattliche Anzahl von Löwenfans in Giesing eingefunden. Dieses mal ganz ohne Aufruf der Münchner Löwen. Dominierte in den Vormittagsstunden noch die Farbe Grün bzw. Dunkelblau der Münchner Polizei die Straßen rund um das Stadion, so war ab 11:00 Uhr das Blau der Löwenfans eindeutig Tonangebend. Wieviele es waren? Unmöglich zu schätzen. Das Video mag einen kleinen Überblick verschaffen.

Hatte die Polizei beim Fanspalier gegen Kaiserlautern noch – überwiegend vergeblich – versucht, zumindest mit Ansagen diesen zu unterbinden, so fuhr sie gestern offensichtlich eine andere Taktik. Die Löwenfans wurden beim Marsch zum Wettersteinplatz lediglich freundlich gebeten, bitte die gegenüberliegende Straßenseite von der Ostkurve zu benutzen. Absperrband hinter dem Wettersteinplatz sollte verhindern, dass die Löwenfans auf die Straße gehen. Dieses jedoch vergeblich.

Aus den Erfahrungen von TSV 1860 – 1. FC Kaiserslautern gelernt

Die Polizei hatte offensichtlich aus den Erfahrungen vom Kaiserslautern-Spiel gelernt: Die Löwenfans kommen, jubeln kurz ihrer Mannschaft die im Bus sitzt zu – und gehen wieder. Das ganze friedlich.

Natürlich kann man sich jetzt hinstellen und sagen, dass da zu viele Menschen auf einem Fleck waren. Aber wir reden immer noch von einer äußerst kurzen Veranstaltung unter freiem Himmel. Sehr viele der Fans mit Maske. Jede Fahrt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel birgt ein höheres Infektionsrisiko, als das was da gestern kurzfristig los war.

Das war offensichtlich auch der Polizei bewusst, die sich angenehm im Hintergrund hielt. Das gilt übrigens für den gesamten Spieltag. Auch am Grünspitz standen Stunden nach dem Spiel noch viele Löwenfans, die Polizei überwiegend nur gegenüber. Vermutlich dachten sie sich, dass es an der Isar, am Gärtnerplatz und am Englischen Garten nicht anders ausschaut. Nur dass sie hier in Giesing anders als im Englischen Garten nicht mit Steinen beworfen werden.

Zweimal rückten sie kurz ein, um die Leute an den Abstand zu erinnern. Vollkommen legitim. Andere hätten das ganze vermutlich aufgelöst. Dergleichen konnte ich bis 20:00 Uhr nicht beobachten.

Natürlich kann man jetzt – vollkommen zurecht – sagen, dass man von der Polizei erwartet, dass sie sich korrekt verhält. Dass sie das nötige Augenmaß haben sollte. Vielleicht hat sogar jemand gestern ein Fehlverhalten mitbekommen, welches uns entgangen ist.

Wenn wir ein Fehlverhalten von der Polizei entdecken, dann prangern wir das an. Das gehört zu unserem Job. Ebenso betrachten wir es aber als unsere Pflicht, darüber zu berichten wenn uns etwas besonders positiv aufgefallen ist. Vielleicht ist das ja für die Staatsmacht ein Ansporn, sich öfters so zu verhalten. Wünschenswert wäre es.

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Echt unglaublich, wie der BR dies darstellt. Polizeisprecher sagt, das nichts nennenswertes vorgefallen ist, die Moderatorin fassungslos: “Bilder die man eigentlich nicht mehr sehen will!” —WHAT?
Am besten war, bisher gehe die Polizei davon aus, dass für das Pyro auf der Trambahn die Sechzger Fans verantwortlich seien. Im selben Augenblick siehst du den roten Rauch aufsteigen. Dass die Sechzger Löwen das verantwortliche Bayernbürschchen durch das Viertel gejagt haben, die Polizei hinterher, wurde dem Polizeisprecher wohl nicht zugetragen.
Der BR macht Stimmung, schürt Ängste aber warum eigentlich?

An alle Beteiligten ein Lob, auch an unsere gebeutelte Polizei. In Wiesbaden und gestern zweimal einen Rückstand wettgemacht…Support und der Glaube von uns allen an dieses Löwenteam kommt an. Ingo,Stadt-Tour wird weiß-blauer Wahnsinn