FSV Zwickau – TSV 1860 München – im Dauerregen neben einem Allesfahrer

Spieltag – FSV Zwickau : TSV 1860. Aufgewacht nur eine gute Autostunde vom heutigen Auswärtsspiel entfernt, hatte ich kurz überlegt das Auto in Hof abzustellen um wenigstens die letzte Zugetappe gemeinsam mit den restlichen Löwenfans  zu fahren.

Überfüllte Züge mit Löwenfans – der Bahn eine Meldung wert

Die Screenshots in denen die Bahn vor den überfüllten Zügen wegen dem Fußballspiel warnte, waren die ersten Bilder die mir mein Handy anzeigte.  Vor allem der Gedanke an die Rückfahrt waren dann doch Grund genug, die paar Meter weiter direkt nach Zwickau zu fahren.

Kurze Rast am Autohof Treuen – der ist so abgelegen, dass selbst der dortige Subway dort leider ausgezogen ist – und auf den letzten Kilometern stand dann an jedem Autobahnparkplatz mindestens ein Polizeibus. Ebenso an den Abfahrten zum Stadion und jeder anreisende Fanbus bekam Polizeigeleit. Etwas übertrieben, oder?

Die Ordner am Gästeparkplatz sehr freundlich, drei Euro Parkgebühr vollkommen in Ordnung. Am Kassenhäuschen zum Gästeblock bereits eine halbe Stunde vor der Öffnung eine lange Schlange. Zu diesem Zeitpunkt bekam ich von allen möglichen Leuten schon Bilder zugesendet für sechzger.de.  Ein großes “Danke” für diesen Support und das tolle Feedback. Freut mich riesig, ehrlich.

An dieser Stelle bereits der Hinweis auf den – meiner Meinung nach sehr guten – Spielbericht von Florian K. zum Spiel in Zwickau, der diesen bereits auf der Heimfahrt im Auto schrieb und mir dann zusendete. Auch hierfür noch einmal ein großes Dankeschön von meiner Seite. Selbstverständlich ist das nämlich alles nicht.

Keine Sitzplätze für Gästefans bei FSV Zwickau – TSV 1860

Sitzplatzkarten wurden für das heutige Spiel für Gästefans keine verkauft, warum entzieht sich meiner Kenntnis, die Sitzplatzblöcke in der Gästekurve blieben leer. Also gab es heute mal wieder zur Abwechslung einen Gästestehplatz.

Um 12.30 Uhr öffnete das Stadion, die Leute mit den Zaunfahnen enterten zuerst die Blöcke um festzustellen, dass es deutlich weniger Fahnenplätze als letztes Jahr in Zwickau geben sollte. Weder auf den Sitzplätzen, noch auf der freien Fläche neben dem Block durfte aufgehängt werden. Die freie Fläche soll wohl zu nahe an den Zwickauern am Sitzplatz sein.

Der Block füllte sich, die Zugfahrer kamen an und wurden aus der Luft mit einem Hubschrauber beobachtet (habe ich erwähnt, dass ich das ganze etwas übertrieben finde?). Die Löwenfans vertrieben sich die Zeit mit so schönen Spielchen wie „mit einem langen Fahnenstecker werden Bayern-Aufkleber in schwindelerregender Höhe überklebt“.

Video vom überkleben

Der Block füllte sich immer mehr und nach unzähligen Gesprächen zog es mich dann zum Anpfiff in Richtung Gerade. Ich gestehe, ich bin inzwischen in einem Alter, in dem ich vom Spiel auch gerne etwas sehe – darum ja auch die Jahreskarte in der Stehhalle – und so stellte ich mich fast neben die Zwickauer Tribüne. Das ist dann auch die Perspektive, aus der ich die anderen Videos aufgenommen habe.

Beeindruckende Choreogrpahie des FSV Zwickau

Von dort sah ich unter anderem die beeindruckende Choreo der Zwickauer vor dem Spiel. Ob da wohl jemand dem Präsidium die Schuld daran gibt, dass es da so heftig geraucht und gebrannt hat? Vermutlich nicht. Dieses Phänomen ist einmalig und leider nur beim TSV 1860 zu finden.

Choreo FSV Zwickau gegen den TSV 1860

Direkt neben Roman Wöll

Auf einmal stupste mich jemand an, den ich mit Jacke und Kapuze von hinten erst gar nicht wahrgenommen habe. Der Roman Wöll von den Allesfahrern – wir hatten uns erst im Trainingslager in La Manga gesehen und kennen uns auch über zwei Jahrzehnte. Er hatte sich ebenfalls für den Platz im Dauer-Nieselregen entschieden, um das Spiel möglichst gut sehen zu können. Ich mag Spiele zusammen mit den Allesfahrern. Sie erkennen jeden Spieler auf 300 Meter Entfernung, kommentieren viele Aktionen und haben durch die vielen Jahrzehnte am Fußballplatz ein brutales Wissen.

Abgesehen vom Fußball überhielten wir uns über Gott und die Welt. Über Pokern in Amerika, über das Reisen, übers Trainingslager – nein, wir haben nicht über Vereinspolitik geredet, wo wir vermutlich ziemlich unterschiedliche Ansichten haben. Lediglich als es um Franz Hell ging haben wir das Thema kurz gestreift.

Ebenso wie der Roman finde ich es sehr schade, dass der Franz von einigen Leuten für seine Meinung so angegangen wird. Ich habe den Franz Mitte der 90er-Jahre persönlich kennengelernt, viele Fahrten und Reisen zu den Löwen oder auch zur Nationalmannschaft gemeinsam unternommen. Egal ob im Flieger nach Aserbaidschan oder mit dem Auto mal eben über Andorra in drei Tagen Fahrt bis nach Portugal – der Franz saß neben mir. Wie der Roman auch – ein hochinteressanter Gesprächspartner.

Unterschiedliche Ansichten – aber alle wollen das Beste für den TSV 1860

Dass die beiden in manchen Punkten unterschiedliche Meinungen wie ich haben – wen interessiert es? Die fahren schon viele Jahrzehnte zu 1860 und wollen definitiv das Beste für den Verein. Es ist höchste Eisenbahn, dass auf allen Ebenen wieder der gegenseitige Respekt Einzug erhält. Wenn Leute wie der Franz die Lust am Fußball verlieren, dann ist es eher fünf Minuten nach als fünf Minuten vor zwölf.

Mich hat dann von der anderen Seite ein anderer, mir bis dato persönlich unbekannter Löwenfan angesprochen. Er hätte gehört ich hätte noch einen Platz im Auto frei, ob ich ihn mit zurücknehmen würde?

Keine Frage, für einen Löwen habe ich immer einen Platz. Wie sich herausstellte, gehört der junge Mann zur Brunnenmiller-Redaktion und trinkt – wie ich auch – keinen Alkohol. Das ist eine Kombination die es beim Fußball ja nicht so häufig gibt. So hatte ich neben dem hochinteressanten Gesprächspartner beim Spiel gleich noch den nächsten für die 186,0 Minuten bis zur Donnersberger Brücke auf der Heimfahrt.

Die Löwen haben mir heute wieder viel Freude gemacht. Sowohl die auf dem Rasen, als auch die rund tausend Löwenfans, die sich an einem verregneten Tag auf den Weg nach Zwickau gemacht und ordentlich Stimmung gemacht haben

TSV 1860 Fans in Zwickau

oder die vielen guten Gespräche.

Wie war meine Standard-Antwort, auf die oft gestellte Frage „wie geht´s Dir?“. Ich bin gesund und habe genug Freizeit und Geld, um heute mit Sechzig nach Zwickau zu fahren. Ich denke, dadurch geht es mir hervorragend“.

Wenn jetzt bei Sechzig auch wieder alle zusammenrücken die für Sechzig gemeinsam nur das Beste wollen, dann schaffen wir vielleicht sogar gemeinsam das Wunder. Dass es unserem Verein wieder hervorragend geht.