Start Blog Seite 310

Sechzig um sieben: Dortmund, Wies’n, Wehen

7
Sechzig um Sieben: Stefan Lex
Sechzig um Sieben: Löwen heute in Rostock

Mit dem Rückenwind von 9 Punkten aus der englischen Woche geht der TSV 1860 München in die zweite Wies’nwoche. Nach dem Auswärtssieg in Dortmund steht heute der Mannschaftfsbesuch auf der Wies’n an, ehe dann am Samstag der SV Wehen zum zweiten Wies’nheimspiel im Grünwalder Stadion gastiert.

Erst auf die Wies’n, dann gegen Wehen

Diese Woche steht im Zeichen des Wies’n-Besuchs von 1860 und dem Heimspiel gegen den SV Wehen (Samstag ab 14:00, live im sechzger.de Ticker). Nachdem die Löwen gestern einen trainingsfreien Tag genießen konnten, geht es heute um 14:30h auf den Trainingsplatz. Danach geht es für die Mannschaft nach drei Siegen in Folge zum verdienten Besuch auf dem Oktoberfest. Damit der Besuch auf der Wies’n nicht ausufert, hat Argirios Giannikis das Mittwochs-Training auf 10:30h angesetzt, schließlich kommt am Samstag mit dem Tabellensechsten aus Wehen einen echter Prüfstein nach Giesing. Donnerstag und Freitag steht dann jeweils noch eine nicht-öffentliche Trainingseinheit für die Löwen an. Am Samstag wird’s ernst und 1860 könnte den vierten Sieg in Folge erkämpfen.

Rückblick auf den Auswärtssieg in Dortmund

Den dritten Sieg in Folge feierte 1860 bekanntlich durch eine reife Leistung in Dortmund. Das blieb der Fachpresse natürlich nicht verborgen. Und so stehen mit Jesper Verlaat und Maximilian Wolfram zwei Löwen in der “Elf des Tages” des Fachmagazins kicker. Tunay Deniz wurde dagegen vom Portal liga3-online als Spieler des 8. Spieltags zur Wahl gestellt. Eure Stimme für Tunay könnt Ihr hier abgeben. Natürlich hat auch wieder Bernd Winninger für Euch analysiert, wieso die Löwen drei Punkte in Dortmund einfahren konnten. Außerdem hat Stefan Kranzberg die tollsten Impressionen aus dem Stadion Rote Erde für Euch zusammengestellt. Dank Photo-Akkreditierung sind die Photos dieses Mal besonders sehenwert! Heute im Lauf des Vormittags geht dann noch der sechzger.de Talk Nummer 178 online. Christian und seine vier Gäste reden über die Siege gegen Hannover II und Dortmund II haben rund um die beiden Spiele viel zu erzählen. Den Talk findet Ihr wie gewohnt auf unserem youtube-Kanal.

Löwenergebnisse vom Wochenende

Hinter den männlichen Löwen liegt ein durchaus erfolgreiches Wochenende. Nicht nur die Profis konnten einen Sieg einfahren, sondern auch die U21 war siegreich (2:0 gegen Unterhaching II). Auch die beiden Mannschaften des e.V. bleiben ungeschlagen. Die Dritte siegte beim TSV Solln, die Vierte holte einen Punkt bei FC Espanol. Auch die Löwinnen machten wieder fette Beute. Die Löwinnen I schickten Teutonia München mit 5:1 nach Hause, die Löwinnen II besiegten die SG Schwabhausen/Röhrmoos mit 7:0. Alle andren Ergebnisse vom Wochenende findet Ihr hier.

News aus der dritten Liga

Osnabrück Tabellenletzter

Den Start hat in die Drittliga-Saison hat man sich beim Absteiger VfL Osnabrück sicher anders vorgestellt. Nach acht Spielen liegt Osnabrück auf dem letzten Tabellenrang und hat bereits de Trainer gewechselt. Auf Uwe Koschinat folgte Pit Reimers, dessen Premiere am Wochenende auch in die Hose ging. Nach 1:0-Führung schlug der SV Wehen spät noch zwei Mal zu und sorgte für die nächste Osnabrücker Niederlage. Viel Arbeit als für Reimer bis zum nächsten Spiel am Sonntag den VfB Stuttgart II.

Pfiffe für Dynamo Dresden

Auch in Dresden ist man nicht so wirklich zufrieden nach dem 0:0 gegen Alemannia Aachen. Nachdem die Dynamos erst kurz vor Spielende zu nennenswerten Chancen kamen, entlud sich der Unmut des Dresdner Anhangs in einem Pfeiffkonzert. “Unter dem Strich ist das zu wenig”, gab Kapitän Kutschke zu Protokoll.

Damit wünschen wir Euch einen schönen Dienstag!

 

 

 

 

Dortmund II – TSV 1860 (1:2), die Taktiktafelanalyse

1
Duisburg TSV 1860 Taktiktafel Bernd Winninger
Die TAKTIKTAFEL von sechzger.de

Herzlich willkommen zur Taktiktafelanalyse des dritten Sieges unserer Löwen in Serie. Bei Borussia Dortmund II gewann die Mannschaft des TSV 1860 München hochverdient mit 2:1. Die Sechzger drehten einen Rückstand und zeigten ihre bisher beste Saisonleistung.

Borussia Dortmund II traf in der altehrwürdigen Kampfbahn Rote Erde auf den TSV 1860 München. In einem guten Fußballspiel holten die Münchner zum dritten mal in Serie a) die Punkte b) die Punkte von des Gegners Platz und c) einen Sieg während der 189. Wiesn.

Systeme

Löwendompteur Argirios Giannikis schickte unsere Sechzger nominell im 4-2-3-1 aufs Feld. Im Spiel nach vorn verschob sich dies über die Außenverteidiger und den Box to Box Spieler situativ asymmetrisch, sodass die Löwen im letzten Drittel der Borussen mit einem starken Zentrum und flexibel beim Flügelspiel für den Gegner schwer ausrechenbar waren. Die variablen offensiven Verschiebungen der Sechzger im letzten Drittel des BVB II ließen in vorderster Linie entweder eine asymmetrische 3-4 bzw. 4-3 Formation entstehen.

Im eigenen letzten Drittel verteidigten die Löwen konservativ im 4-4-2 bzw. 4-5-1 mit zwei klaren Linien und Doppelungen auf den Außenpositionen, um gegen die schnellen Außenspieler der Dortmunder Nachwuchself dort nichts anbrennen zu lassen.

Jan Zimmermann, Coach des BVB II, setzte wie erwartet auf das offensive 4-3-3. Auf dem Weg nach vorn verschoben die Dortmunder ebenfalls situativ asymmetrisch mit einem gependelten Außenverteidiger. Das führte im letzten Drittel der Löwen ebenfalls zu einer 4-3 bzw. 3-4 Formation in der vordersten Linie.

Gegen den Ball verschob sich das 4-3-3 über abkippende Außenstürmer im eigenen letzten Drittel entweder auf ein 4-4-1-1 oder 4-5-1.

Linienwahl

Unsere Sechzger agierten im Pressing insgesamt variabel. Zu Beginn des Spiels wurde gegen das Positionsspiel der Dortmunder sehr hoch angelaufen und im Gegenpressing nach Ballverlusten durchaus aggressiv agiert. Später im Spiel dosierten die Sechzger dann ihre Forechecking-Bemühungen, variierten Höhe und Intensität beim Anlaufen, mussten aber während einer Phase des Spiels auch gezwungenermaßen eher passiv agieren. Die Defensivlinie stand in Erwartung gegnerischer Angriffe der Pressinglinie angepasst.

Die Dortmunder waren ebenfalls auf eher hohes Pressing ausgerichtet. Im Gegenpressing nach Ballverlusten waren die Dortmunder zwar präsent, aber je länger das Spiel lief mit immer öfter deutlich zu großen Abständen. Die Höhe der Defensivlinie war an die der Pressinglinie angepasst, seltener jedoch tiefer als mittig positioniert.

Bevor wir nun genauer in die Analyse eintauchen, ein Blick auf die statistischen Werte der Partie.

Statistische Werte Dortmund II – TSV 1860

  • Ballbesitz: BVB II 47% – TSV 53%
  • Passgenauigkeit: BVB II 75% – TSV 1860 81%
  • Defensive Zweikampfquote: BVB II 59% – TSV 1860 59%
  • Schüsse/aufs Tor: BVB II 12/4 – TSV 1860 19/8
  • PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion): BVB II 10,8 – TSV 1860 9,6

Analyse der statistischen Werte

Ballbesitz 47%:53%

Nahezu ausgeglichener Ballbesitz für die Kontrahenten im Spiel TSV 1860 München gegen Borussia Dortmund II. In diesmal wieder drei Phasen verteilt sich der Ballbesitz mit teilweise deutlichen Unterschieden über die Partie.

In der Anfangsphase, als die Sechzger den Dortmundern fast keine Luft zum Atmen ließen, jedoch zweimal ein durchaus gefährliches Luftholen zugelassen haben, waren die Löwen in nahezu allen wichtigen Belangen überlegen. Lediglich die in dieser Phase kaum ins Gewicht fallenden defensiven Zweikämpfe, denen wir etwas später die nötige Aufmerksamkeit schenken, hinkten in der Quote und Frequenz etwas hinterher.

Nach etwa einer Viertelstunde kam Dortmund nach einem erfolgreichen Umschaltmoment, den Pauliña mit einer Doppelchance abschloss, die Vollath klären konnte, besser ins Spiel. In der folgenden halben Stunde bis zur Pause verteilte sich der Ballbesitz zwar gleichmäßiger, das Spiel wogte hin und her, allerdings wurden die Hausherren optisch überlegener und schneller in der offensiven Progression. So konnten die Dortmunder mehr als doppelt so viele Angriffe bis ins letzte Drittel der Sechzger durchbringen, als es dem TSV in die andere Richtung möglich war.

Nichtsdestotrotz hatten wir beim Verhältnis Angriffe zu Schüsse ab dieser Phase ein Plus auf Seiten unserer Löwen – und das änderte sich auch bis zum Ende der Partie nicht mehr.

Zum Ende des Spiels hin hatten die Dortmunder dann beim Ballbesitz ein leichtes Übergewicht. Nichtsdestotrotz befreiten sich die Löwen auch in der letzten Drangphase des BVB II immer wieder, hielten dagegen und versuchten bis zum Schluss, mit einem dritten Tor die endgültige Entscheidung herbeizuführen.

Passgenauigkeit 75%:81%

Die Passgenauigkeit im Spiel der Löwen ist zum ersten mal seit dem Heimspiel gegen Viktoria Köln wieder über 80% geklettert. Was gegen Köln noch ein Ausdruck von Unbeholfenheit war, da viel von dem, was zur Passgenauigkeit beigetragen hatte, nichts mit der Offensive zu tun hatte, sondern uninspiriertes Ballgeschiebe in der Defensive gewesen ist, war gegen Dortmund Ausdruck hoher Dynamik und präzisem Spiel in der Offensive.

Die defensiven Ballbesitzphasen des TSV 1860 München waren im Vergleich dieser beiden Spiele am Samstag nur noch Ballbesitzmomente. In den meisten Situationen, in denen die Löwen tief in der eigenen Hälfte die Kugel eroberten, oder wenn sie aus anderen Gründen ins Positionsspiel gezwungen wurden, wurde der Passweg ins Mittelfeld schnell und meist auch so nachhaltig gefunden, dass eine weitere Progression im Angriff möglich wurde. Nahezu die Hälfte der Angriffe der Löwen endeten im letzten Drittel der Gastgeber.

Auch die Dortmunder spielten ähnlich progressiv und auch gut und mutig nach vorne, allerdings mit deutlich weniger Präzision.

Hier liegt nun der große Unterschied in der Offensive der beiden Teams: Die verbesserte Präzision im Passspiel der Löwenoffensive sorgte für dauerhafte Angriffe mit längeren Phasen, in denen die Sechzger es schafften, sich vor allem aufgrund dieser in der Offensive verbesserten Tugend in der gegnerischen Spielfeldhälfte und auch im gegnerischen letzten Drittel länger festzuspielen. Die hohe Frequenz der häufig mit gutem Abschluss beendeten Angriffe lösten, je länger das Spiel dauerte, immer größeren Stress in der Dortmunder Defensive aus. Diese Präzision im Spiel funktionierte fast das ganze Spiel über. Lediglich am Ende der ersten Hälfte ließen die Sechzger bei der Passgenauigkeit deutlich nach. Das war gleichzeitig die stärkste Phase der Dortmunder, was die Offensive betrifft. Allerdings nur bis kurz vorm Strafraum der Löwen, in der Box waren die Dortmunder mehr oder weniger komplett abgemeldet.

Defensive Zweikampfquote 59%:65%

Auch hier sehen wir gegenüber den letzten beiden Spielen eine deutliche Steigerung bei der Erfolgsquote für Sechzig. Das liegt vor allem daran, dass aufgrund des stark verbesserten Stellungsspiels im Zentrum die Gegner weniger Raum zur Verfügung haben und unsere Sechzger in Gegenzug nun überall im Mittelfeld mehr Zweikämpfe annehmen und auch gewinnen.

In der Phase zwischen etwa der 20. Minute und dem Halbzeitpfiff hat das allerdings nicht so wie gewollt funktioniert. Dieses vor allem deshalb, weil aus dem defensiven Mittelfeld in Umschaltmomenten oft nicht energisch genug nachgeschoben wurde, nachdem der Ball die eigenen Defensivreihe verlassen hatte.

In dieser Phase war das Mittelfeld der Löwen in Gegenpressingmomenten nach Ballverlust oft nicht weit genug nachgerückt, um die Räume im Zentrum zu schließen. Das begünstigte die Dortmunder Angriffe in den zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten vor der Pause und auch die schnelle Überbrückung des Mittelfelds vor dem Gegentreffer.

Die Dortmunder, in für sie gewohnter Manier, im Zweikampf am Boden sehr intensiv und auch in jeder Phase durchaus erfolgreich, verloren diese Partie was Zweikämpfe betrifft in der Luft. Und somit sinkt der Gesamtwert der Zweikampfbilanz am Boden und in der Luft auf kombinierte 57% für Dortmund und steigt für die Sechzger gleichzeitig auf kombinierte 60%. Das ist zwar immer noch nicht 100%ig da, wo man hinwill, aber die Sechzger sind auf einem guten Weg und steigern sich stetig.

Schüsse/aufs Tor 12/4:19/8

Das Schussverhältnis in dieser Partie sagt im Prinzip alles über das Spiel aus. Allerdings muss man hier auch erwähnen, dass abgesehen von diesen vier Schüssen der Dortmunder, die tatsächlich auf den Kasten der Löwen gingen, alle weiteren der Hausherren von der Löwendefensive geblockt werden konnten. Das ist etwas, was man so in dieser Häufigkeit und Frequenz lange nicht gesehen.

19 Schüsse konnten die Löwen auf den Kasten von Lotka abfeuern, zwei gingen hinein, sechs hielt der Dortmunder Schlussmann (MW 1,6 Mio. €) und elf trafen das Ziel nicht. Leicht verschlechtert (aber vernachlässigbar) hat sich die Trefferwahrscheinlichkeit pro Schuss, was daran liegt, dass die Löwen diesmal mehr als die Hälfte ihrer Schüsse von außerhalb der gegnerischen Box absetzten. Einer dieser Schüsse traf bekanntlich. Von den neun Schüssen, die unsere Sechzger im Strafraum der Borussen abfeuerten, konnten zwei geblockt werden, vier gingen auf den Kasten von Lotka, einer davon hinein.

Mehr als jeder dritte Angriff der Sechzger konnte mit einem oder mehreren Schüssen beendet werden, dazu kommen drei Gelegenheiten aus insgesamt vierzehn strafraumnahen Standards. Das Verhältnis Standardsituationen zu Schüssen ist, was die Freistöße betrifft, noch eine kleine Baustelle für die Sechzger. Bei den Ecken findet mittlerweile die Hälfte nach Ausführung den Mitspieler zum Abschluss. Hier gibt es leider keine Rangliste, im Vergleich mit dem Schnitt der bisherigen Gegner in den Spielen gegen unsere Sechzger ist das ein Plus von 18%. Auch wenn ich es nicht belegen kann, dürfte das bisher einer der Topwerte der 3. Liga sein.

PPDA (zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 10,8:9,6

Die Kurve, die graphisch den Verlauf der Pressingintensität während des Spiels beschreibt, verläuft äquivalent mit den guten und nicht so guten Phasen im Spiel der Löwen. Nach der Anfangsoffensive der Sechzger bis zum Pausenpfiff wurden die Löwen stetig weniger intensiv in ihren Pressingbemühungen. Besonders in Gegenpressingmomenten kam das zum Tragen, wie weiter oben schon beschrieben.

Nach dem Pausentee zeigte der TSV 1860 über die komplette zweite Halbzeit hinweg konsequentes, bisweilen – was die Höhe der Pressinglinie gegen das Positionsspiel der Mannschaft von Borussia Dortmund II betraf – auch variable und kraftsparende Varianten einsetzend, trotzdem sehr aktives Anlaufverhalten.

Im Gegenpressing gab sich die Mittelfeldzentrale nun auch keine Blöße mehr.

Die Hausherren verloren nach einer guten Phase in der Mitte der ersten Hälfte, als sie sich gerade ins Spiel hineingefunden hatten, bis kurz nach dem Führungstreffer vollkommen und stetig die Linie, was die Intensität im Pressing betrifft. Erst als langsam die Felle davon zu schwimmen drohten und die Zeit am Ende der Partie knapp wurde, stieg der Bundesliga-Nachwuchs aus dem Pott diesbezüglich noch einmal aufs Pedal. Am Ende half es den spielerisch guten Gastgebern nichts mehr.

Die Tore

Hier könnt ihr euch die Tore und weitere Highlights noch einmal ansehen. Der entscheidende Treffer war wie gegen Bielefeld ein Weitschuss, diesmal von Tunay Deniz aus etwa 50 Metern.

Schauen wir aber heute ausnahmsweise nicht auf die Entstehung des entscheidenden Tores, sondern auf den Gegentreffer.

Nach einem gewonnenen zweiten Ball für den BVB in einer Situation, in der die Löwendefensive etwas ungeordnet war, entwickelte sich eine Ballstafette von der halblinken Dortmunder Außenposition ins rechte Zentrum vor dem Strafraum der Löwen, wo nach Zuspiel von Elongo-Yombo Kapitän Azhils Schuss zuerst den Innenpfosten traf und dann doch den Weg ins Tor fand.

Nach mehreren kurzzeitigen Ballbesitzwechseln, in denen es auf kurzen Wegen hin und her ging, war die gesamte Defensive der Löwen etwas schlecht sortiert und vermutlich aus diesem Grund die Zuständigkeiten auch unklar. Das führte dann bei eben jener Ballstafette zu großen Abständen zwischen den Zentral verteidigenden Spielern und ihren jeweiligen Kontrahenten.

Der Schuss selbst ist nicht zu verteidigen. Mit etwas mehr Zuordnung vor der Box und weniger Unordnung in den wechselnden Umschaltmomenten zuvor muss es möglicherweise nicht zu dieser Szene kommen. In solchen Phasen allerdings komplett sortiert zu bleiben, ist nahezu unmöglich, wenn man nicht komplett auf die Dynamik im eigenen Umschaltspielverzichten möchte.

Das fiel auf

Die Sechzger verbessern sich weiter in nahezu allen Bereichen ihres Spiels und zeigten einen bis auf die angesprochene Phase, als Dortmund stärker wurde und auch in Führung ging, eine ansprechende Leistung.

Ich möchte keinen Spieler oder anderen Einzelaspekt des Spiels hier noch einmal größer herausheben oder kritisieren. Die Mannschaft wird besser. Weiter so.

Fazit

In einer packenden Partie, in der souveräne Löwen die Gastgeber gut kontrollieren konnten, besiegte der TSV 1860 München Borussia Dortmund II hochverdient.

Eine Entwicklung, bei der die Sechzger auswärts so selbstbewusst auf den Platz kommen und sich auch von einem Rückschlag in Form eines Gegentors nicht mehr ins Bockshorn jagen lassen, stetig ihre Qualitäten verbessern und Schwächen kontinuierlich weniger deutlich zu Tage treten, haben wir lange nicht gesehen. Hoffen wir, dass die Progression des Niveaus der Spielweise unserer Löwen weitergeht.

Innerhalb der Entwicklung wird die Mannschaft – und das ist ein wichtiger Punkt – auch in manchen Bereichen ein Plateau erreichen, wo der Fortschritt zeitweise stagniert. Auch Rückschläge werden kommen.

Wichtig ist es dann, auch für uns alle, falls die Mannschaft in der Entwicklung stagniert, positiv zu bleiben und nicht die Fehler zu suchen, sondern weiterhin die Stärken zu sehen. Die Chancen, dass sich beim TSV 1860 München in puncto Fußball sportlich nachhaltig etwas entwickelt, sind so gut wie lange nicht mehr.

Datenquelle: Wyscout

8. Spieltag: Zwei Löwen in der kicker “Elf des Spieltags”

3
Verlaat und Wolfram nach dem Sieg beim BVB II

Wer es mit den Löwen hält, der läuft gerade wahrscheinlich mit einem Grinsen durch die Welt. Drei Spiele, neun Punkte und ein einstelliger Tabellenplatz. Nach dem, besonders in der zweiten Halbzeit, guten Spiel in Dortmund haben es auch zwei Löwen in die “Elf der Runde” des Fußballmagazins “Kicker” geschafft.

Verlaat und Wolfram stechen heraus

Aus der fast durch die Bank stark aufspielenden Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis stachen nach Meinung der Journalisten zwei Spieler besonders heraus. Zum einen Kapitän Jesper Verlaat, der es mit Note 1,5 zum dritten Mal in diesen illustren Kreis geschafft hat. Zum anderen Maximilian Wolfram, welcher in nur gut 45 Minuten Spielzeit inklusive wunderbarem Treffer die Note 2 erhielt. Für ihn war es die zweite Berufung in die beste Elf einer Spielrunde. Für Traumtorschütze Tunay Deniz war in der von Hannover II dominierten Mannschaft leider kein Platz mehr.

Die Elf des Spieltags im Überblick

Jan-Christoph Bartels (Mannheim/Note 1,5/1. Berufung) – Fynn Arkenberg (Hannover II/2/1), Jesper Verlaat (1860/1,5/3), Joel Felix (Bielefeld/2/2), Max Lamby (Haching/2/1) – Florian Engelhardt (Köln/2/1) – Robin Kalem (Hannover II/1,5/1), Husseyn Chakroun (Hannover II/2/1), Tolgay Cigerci (Cottbus/2/2) – Timmy Thiele (Cottbus/1/2), Maximilian Wolfram (1860/2/2)

Video- & Fotogalerie zu BVB II gegen TSV 1860

0
Titelbild Borussia Dortmund BVB II U23 TSV 1860 Fotogalerie

Was war das für eine geniale Woche! Gleich drei Siege feierten die Löwen innerhalb von nur acht Tagen und kletterten in der Drittliga-Tabelle fleißig nach oben. Am Samstag gab es das überzeugende 2:1 im Stadion Rote Erde, das nicht nur die rund 1000 mitgereisten Fans erfreute. Wir waren diesmal gleich doppelt akkreditiert und somit nicht nur im Pressebereich, sondern auch im Innenraum vertreten. In unserer Video- und Fotogalerie präsentieren wir Euch die schönsten Impressionen vom Auswärtssieg des TSV 1860 beim BVB II.

Video aus dem Stadion Rote Erde

Nach dem Abpfiff begaben sich die siegreichen Löwen zu ihren Fans auf der Gegengerade, wo die drei Punkte frenetisch gefeiert wurden. Noch mehr Bewegtbilder rund um den TSV 1860 findet Ihr auf dem sechzger.de YouTube-Kanal. Einfach abonnieren und immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Fotogalerie zu BVB II – TSV 1860 München

Zum Vergrößern der Fotos bitte auf das jeweilige Vorschaubild klicken; die Aufnahmen werden dann auch schärfer dargestellt.

Sechzig am Wochenende: Bangerter trifft bei Sieg der U21

0
Bangerter Moritz TSV 1860 U21

Während die Ergebnisse im NLZ am vergangenen Wochenende eher durchwachsen waren, blieben die Herrenmannschaften des TSV 1860 ungeschlagen. Die Profis gewannen bekanntlich in Dortmund, Moritz Bangerter traf beim Sieg der U21 gegen die SpVgg Unterhaching II, die Dritte siegte in Solln und die Vierte erkämpfte sich ein Remis beim TSV Solln.

Bangerter trifft bei Sieg der U21

Im Profikader war für Moritz Bangerter (siehe Titelbild) am Samstag kein Platz übrig, stattdessen half der 19-Jährige bei der U21 aus – und das in ungewohnter Position. Aufgrund diverser Verletzungen und Erkrankungen musste Bangerter als Innenverteidiger aushelfen und zeigte zusammen mit den Abwehrkollegen Marosevic, Thönig und Samey eine konzentrierte und starke Leistung.

Doch auch offensiv schaltete sich Bangerter mit ein und traf nach Vorarbeit von Jägerbauer zum wichtigen 1:0 (63.). Sieben Minuten später dann die Vorentscheidung: Leone wollte den Ball in den Rückraum zurückpassen, der Hachinger Schlicke spritzte dazwischen und lenkte den Ball am Keeper vorbei zum 2:0 ins eigene Netz.

Nach zuletzt zwei Niederlagen zeigte sich auch Trainer Felix Hirschnagl sehr zufrieden: “Das war in der 1. Halbzeit ein richtig dominanter Auftritt. Kompliment an die Mannschaft. Sie hat immer Lösungen gesucht. (…) Das heute war ein Persönlichkeitstest, den die Jungs mit Bravour bestanden haben. Ich ziehe alle meine Hüte davor. Wir waren stark mit und gegen den Ball.”

Die Spiele im Überblick

Samstag, 28.09.

09.15 Uhr: U10 – Fußball-Talente München U11 9:2
12.00 Uhr: TSV Milbertshofen U13 – U11 2:1
12.00 Uhr: FC Dingolfing U13 – U12 0:6
12.30 Uhr: U17 – SSV Ulm 1846 1:1
13.00 Uhr: SSV Ulm 1846 – U19 4:2
14.00 Uhr: Borussia Dortmund II – Profis 1:2
14.00 Uhr: U21 – SpVgg Unterhaching II 2:0
15.00 Uhr: FC Bayern München – U13 3:2
15.00 Uhr: U15 – FC Ingolstadt 04 1:2
15.00 Uhr: Löwinnen II – (SG) TSV Schwabhausen/SpVgg Röhrmoos 7:0
17.30 Uhr: Löwinnen I – FC Teutonia München 5:1
18.00 Uhr: TSV Gilching/Argelsried II – Löwinnen U17 3:0
19.00 Uhr: 1860 Futsal – YB Balkan Pfarrkirchen Futsal 2:5

Sonntag, 29.09.

10.30 Uhr: Fußball-Talente München U10 – U9 6:4
11.30 Uhr: TSV Hohenbrunn-Riemerling – Löwinnen U15 0:X (Nichtantritt Heim)
11.30 Uhr: U14 – SpVgg Unterhaching U14 0:3
14.00 Uhr: TSV Solln – Dritte 1:3
14.00 Uhr: U16 – SpVgg Fürth U16 1:1
14.45 Uhr: FC Espanol – Vierte 2:2

Sechzig um Sieben: TSV 1860 und einige Siege am Wochenende

0
Sechzig um Sieben: Ohne Vier gegen Havelse

Nach einem Wochenende voller Siege startet die Woche für alle Löwinnen und Löwen. Alle spannenden Nachrichten um den TSV 1860 sind hier einfach zusammengefasst. Einen guten Start in die Woche allen Sechzgern!

Auswärtssieg des TSV 1860

Die Profis haben am Samstag gegen die zweite Mannschaft des BVB gewonnen. Das Tor von Tunay Deniz war dabei ein besonderes Highlight für Zuschauende. Auch Trainer Argirios Giannikis war mit den Leistungen seiner Mannschaft zufrieden, wie er in der Pressekonferenz nach dem Spiel verlauten ließ.

Aber nicht nur der Trainer und die Mannschaft freuen sich über die gelungene englische Woche. Unser Redakteur Thomas Spiesl erzählt in seinen Giesinger Gedanken von seiner Auswärtsfahrt und seinen Gefühlen nach dem Spiel. Diese findet ihr hier.

Weitere Heimsiege für die Löwen

Nicht nur die Profis haben an diesem Wochenende gewonnen. Die dritte Mannschaft des TSV 1860 erzielten einen 3:1-Sieg gegen den TSV Solln. Auch die Löwinnen waren gegen den FC Teutonia München erfolgreich. Zu Hause erspielten die Damen einen 5:1-Sieg und bleiben auch weiterhin ungeschlagen. Die Vierte konnte aus der Partie gegen den FC Espanol einen Punkt mitnehmen.

Und sonst so?

  • Die Arminia Bielefeld konnte sich gegen den SC Verl durch einen Lucky Punch in der 92. Minute zum Erfolg schießen. Damit währt die Negativserie der SCV weiter fort. Sechzig wird erst im Dezember gegen die Verler im Grünwalder Stadion spielen.
  • Der TSV Buchbach konnte sich am Freitagabend gegen die Seitenstraßler durchsetzen und diesen damit weitere Punkte abnehmen.

TSV 1860 III siegt in Solln – Vierte mit Remis

1
Tsv Solln Tsv 1860 Iii Dritte

Eine Woche nach dem 5:1 gegen die FT Gern konnte die Dritte der Löwen den nächsten Sieg feiern. Diesmal gewann der TSV 1860 III beim TSV Solln und verbesserte sich in der Tabelle auf Platz 6. Die Vierte konnte immerhin einen Punkt ergattern.

TSV 1860 III gewinnt beim TSV Solln

Bis zur 48. Minute mussten die knapp 50 Zuschauer auf dem Kunstrasen an der Herterichstraße warten, ehe Julian Schleich die Löwen in Führung brachte. Salif Boubacar legte in der 67. Minute nach und Leon Schleich stellte die Weichen endgültig auf Auswärtssieg (72.).

Stefan Gerhard konnte noch einmal verkürzen (80.), doch weder Gegentreffer noch die zwei Platzverweise (je einer pro Team) kurz vor dem Ende konnten etwas am 1:3-Auswärtssieg des TSV 1860 III beim TSV Solln ändern.

Vierte punktet spät beim FC Espanol

Der TSV 1860 IV konnte seine Negativserie zumindest halbwegs stoppen. Beim Tabellenzweiten FC Espanol ging die Elf von Trainer Christian Ranhart früh durch Linus Appel in Führung (2.). Zur Pause hatte der FC Espanol die Partie jedoch gedreht und führte seinerseits mit 2:1.

Vor rund 80 Zuschauern auf der BSA Graubündner Straße gaben sich die Löwen jedoch nicht geschlagen und wurden für ihren Kampfgeist belohnt. Asaad Khalil glich in der 90. Minute zum 2:2 für die Vierte aus und sicherte seinem Team einen wichtigen Punkt.

Giannikis nach dem Sieg in Dortmund “super zufrieden”

16

Eine offizielle Pressekonferenz gab es offensichtilich gestern nach dem Sieg des TSV 1860 bei Borussia Dortmund II im Stadion Rote Erde nicht. Damit die Löwenfans nach dem dritten Sieg hintereinander dennoch den Ausführungen, die Argirios Giannikis zum Spiel zum Besten geben konnte, lauschen dürfen, stand der Löwentrainer nach dem Spiel dem 1860-Pressesprecher Rainer Kmeth für ein paar Fragen zum Spiel zur Verfügung.

Giannikis sieht zwei Phasen in Halbzeit eins

Rundum zufrieden analysierte Giannikis die Partie, in die seine Manschaft zunächst “sehr gut reingekommen” sei. Dann, nach etwa zwanzig Minuten mit vielen Torabschlüssen und sehr guten Kombinationen habe man ein, zwei Konter bekommen. “Das hat uns ein bisschen geschockt, glaub ich.” Und nach dem Gegentor sah der Löwendompteur sein Team dann “sehr, sehr passiv”, was er in der Pause in der Kabine angesprochen und korrigiert werden musste.

Die Mannschaft hat daraufhin eine super zweite Halbzeit gespielt. Eine herausragende zweite Halbzeit gespielt. Bei einer Mannschaft, die so viel Tempo nach vorne hat, hier dann das Spiel zu drehen – das war Klasse.

Giannikis hob hervor, dass man – nach seiner Erinnerung – in der gesamten vergangenen Spielzeit kein Spiel habe drehen können. Dies ist korrekt. Nach unseren Recherchen gelang der letzte Löwensieg nach einem Rückstand vor über zweieinhalb Jahren. Am 1. März 2022 im Nachhol-Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Verdammt lang her!

Anpassungen nach der Pause

Angesprochen auf die deutlich sichtbaren Veränderungen nach der Pause – insbesondere im läuferischen Bereich – erklärte der Trainer, man habe “ein-zwei Positionierungen angepasst” und “ein paar Sachen angesprochen, wie wir uns anders verhalten wollen”.

Wiesn-Besuch am Dienstag mit Bier

“Nicht so pingelig” will Giannikis nach dieser perfekten Englischen Woche mit neun von neun möglichen Punkten in Bezug auf die Erlaubnis von Bier beim Wiesn-Besuch des TSV 1860 am kommenden Dienstag sein. Zwar steht nur vier Tage später dann schon das Heimspiel gegen Wiesbaden auf dem Spielplan, aber “ein bisschen was darf’s schon sein”, verriet der sichtlich zufriedene Coach lächelnd.

Die Spieler bekommen jetzt auch mal ein, zwei Tage zum Durchschnaufen nach der doch sehr harten Woche mit den zwei langen Auswärtsfahrten. Da können die Jungs sich dann auch mal ein bisschen belohnen.

Na dann: Prosit!

Bild: Screenshot LöwenTV

 

 

Giesinger Gedanken: Geduld zahlt sich aus!

30
Giesinger Gedanken: Geduld zahlt sich aus!
Giesinger Gedanken: Geduld zahlt sich aus!

Was war das denn für eine Woche? Acht Tage, neun Punkte, Tabellenplatz acht, unglaublich… Ein 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund II.  Wie Stefan Kranzberg in seinen letzten Giesinger Gedanken formuliert hatte, blieben die Verantwortlichen beim TSV 1860 München cool und ließen Trainer Argirios Giannikis einfach machen, und der liefert mit seinem Team – und wie. Nach dem 2:1-Sieg in der Kampfbahn Rote Erde beim BvB II ging die Mannschaft aus Respekt vor den Fans in die Knie – nach einer bärenstarken Performance beider Seiten.

Der Weg ist das Ziel

Wie so oft war die Anreise zum dritten Spiel der Löwen in dieser Woche kein Zuckerschlecken. Um ein Uhr morgens erreichte per ICE mit unserer Reisegruppe nach gefühlten zehn Umstiegen auch der letzte Löwen-Fan das Ruhrgebiet, gewisse Verluste sind dabei einzukalkulieren. Spätestens am Samstagmittag waren dann aber alle Mann wieder am Start, denn es galt nach zwei Siegen gegen Bielefeld und Hannover nachzulegen.

Brinkhoff geht gar nicht

Man stelle sich vor, wir haben uns die Frechheit erlaubt mit Bier ins Taxi zu steigen. Geht gar nicht! Mit Brinkhoff kommt ihr nicht rein – sofort raus aus dem Auto – auf dem Bahnhofs-Klo übrigens ebenso! Wie ein weiß-blauer Faden zieht sich für mich seit dem Sieg in Bielefeld die Aussage von Trainer Argirios Giannikis durch diese Woche, der immer wieder von einer Entwicklung seiner Mannschaft sprach. Und da war sie! Was die ewigen Nörgler immer noch bemängeln kommt nun immer mehr zum Tragen! Die Löwen werden besser – in jedem Spiel – und sie feiern den dritten Sieg in Folge.

Extra-Prozente schon auf der Anreise

Bei der Löwenrunde vor dem Spiel in Dortmund hatte Giannikis noch angekündigt, dass die Löwenfans der Mannschaft “Extra-Prozente” geben können. Und die gab es bei uns bereits auf der Hinfahrt, mit 10,5% Carlsberg. Und die Fans unterstützen ihr Team auch auf der Kampfbahn Rote Erde mit Leib und Seele.

Nostalgie pur in Dortmund

Die BvB-Fans gingen nach dem 4:2-Derbysieg der ersten Mannschaft gegen die Rote Brut aus Bochum mit breiter Brust ins Spiel der zweiten Kampfmannschaft. Löwen-Fans durften da gerne mit dabei sein, die Stimmung war sehr locker und jeder war willkommen. So lief auch das Spiel. Sechzig begann gut, ließ nach und kassierte durch eine Einzelaktion den Treffer zum 0:1. Giannikis tobte an der Seitenlinie, war mit der Leistung seines Teams nicht zufrieden. Man könnte beim ruhigen Franken fast schon von Gefühlsausbrüchen sprechen. Mit dem Rückstand ging es in die Katakomben und dann kam Sechzig zurück – mit Kraft, mit Willen und mit dem nötigen Quäntchen Glück!

Zwei Traumtore drehen das Spiel

Sechzig kommt mit Schwung aus der Pause. Erst trifft Wolfram, dann macht Deniz das 2:1. Fünf Minuten, aus 0:1 macht 2:1. Was geht denn hier ab? Selbst die 1.000 Löwenfans mussten sich erst sammeln und dann brach die Euphorie nach außen: Mit Gesängen, mit Tänzen, mit unbändigem Jubel!

Drei Spiele – neun Punkte – nicht zu glauben

Als ich diese Giesinger Gedanken schreibe habe ich immer noch die Euphorie in den Finger. Wir sitzen gerade im ICE von Kassel nach München – mit dem Kollegen Thomas Enn und es geht noch nicht um den Aufstieg – NOCH nicht. Es geht darum, dass wir einfach super happy und dankbar sind. Dankbar dafür dass Sportchef Christian Werner einfach sein Ding durchgezogen hat, dankbar dass Trainer Argiros Giannikis seinen Weg weitergegangen ist und dankbar dass die Mannschaft das Vertrauen und die Unterstützung der Fans zurückzahlt.

Glücksgefühle auf dem Heimweg

Und sind wir ganz ehrlich, was gibt es schöneres, als mit drei Punkten sechs Stunden bei  Bier und Wein über die Löwen zu sinnieren. So schön ist die Realität nach neun Punkten aus drei Spielen, dass man auch getrost man den ganzen Blödsinn hinter sich lassen kann, den man in sozialen Medien die ganze Woche ungewünschter Weise konsumieren muss.

Geduld zahlt sich aus!

Nach Schlusspfiff fielen die Spieler auf die Knie vor der Kurve und sagte danke für die Extra-Prozente. Für die Extra-Power auf dem Feld, für das Extra-Leiden der Anhänger nach viel zu starkem Dosenbier und für die Extra-Geduld, die wir gebraucht haben um jetzt endlich alle glücklich in den Rest der Saison zu gehen! Drum, mein Apell ähnlich dem von Stefan vor ein paar Tagen, bleibts den Löwen treu, gebt’s Gas und verzeiht’s Fehler! Die Mannschaft zahlt zurück und geht auf die Knie vor dem unglaublichen Schwung den die Fans dieser Truppe geben können!

2:1 in Dortmund: Perfekte englische Woche für den TSV 1860

10
BVB II TSV 1860 Perfekte Englische Woche

Nach den beiden 1:0-Siegen in Bielefeld und gegen Hannover 96 II verließen die Löwen den Platz auch heute als Sieger. Durch das 2:1 bei Borussia Dortmund feiert der TSV 1860 eine perfekte englische Woche und verbessert sich in der Tabelle auf Platz 8.

Azhil trifft für den BVB

Lediglich einen Wechsel nahm Argirios Giannikis im Vergleich zum Heimsieg am Mittwoch vor. Für den rotgesperrten Raphael Schifferl rückte Max Reinthaler in die Innenverteidigung, Tim Danhof nahm nach seiner Verletzung immerhin wieder auf der Ersatzbank Platz.

Die ersten zehn Minuten im Stadion Rote Erde gehörten den Löwen, dann aber startete auch der BVB II seinen Offensivmotor und Rene Vollath im Löwentor durfte sich nach einer Viertelstunde gleich zweimal beweisen. Auch Giannikis bemerkte, dass die Heimelf nun besser in der Partie war und dirgierte ungewohnt temperamentvoll von der Seitenlinie.

Das Spiel wogte in der Folge hin und her, beide Mannschaften kamen zu Chancen und plötzlich lag der Ball im Kasten der Löwen. Nach einer schönen Kombination zog Ayman Azhil ab und nagelte die Kugel unhaltbar zum 1:0 für die Gastgeber in die Maschen. Ein Traumtor und am Ende des Tages das drittschönste, das an diesem Tag in Dortmund fiel. Aber Ihr wisst ja: Das kann doch einen Löwen nicht erschüttern…

Wolfram und Deniz drehen die Partie für Sechzig

Beim Gang in die Kabine wirkte Argirios Giannikis leicht angesäuert und reagierte zur Pause. Für David Philipp kam Maximilian Wolfram ins Spiel und dieser Wechsel sollte sich schon bald auszahlen. Auf der linken Seite wurde der Ex-Verler durch Guttau angespielt, zog nach innen und schlenzte den Ball traumhaft ins lange Ecke (56.). Fast eine Kopie seines Treffers in Ingolstadt und genauso wichtig.

Und wo wir schon bei Kopien sind: Nur fünf Minuten später erinnerte sich Tunay Deniz an das Tor des Kollegen Jacobsen von vor einer Woche, fasste sich ein Herz und schweißte die Kugel aus gut 40 Metern über den zu weit vor dem Kasten platzierten Lotka zum 1:2 ins Netz. Nächstes Traumtor, Spiel gedreht, Wahnsinn!

Tunay Deniz überrascht Lotka zum 1:2

Perfekte englische Woche für den TSV 1860

Sechzig zeigte sich diesmal nicht nur kämpferisch von der besten Seite, sondern überzeugte auch spielerisch. Die Löwen drückten auf den dritten Treffer, Lotka rettete gegen Hobsch und die Zeit verrann zugungsten des TSV. Anders als gegen Hannover, als man ja 20 Minuten in Unterzahl agieren musste, geriet Sechzig diesmal nicht wirklich in Gefahr, noch den Ausgleich zu kassieren.

So stand am Ende ein verdienter 2:1-Sieg in der Roten Erde zu Buche und der TSV 1860 konnte zusammen mit über 1000 mitgereisten Fans eine perfekte englische Woche feiern. Wer hätte das noch vor wenigen Tagen gedacht? Natürlich ist auch dies nur eine Momentaufnahme, aber dennoch eine tolle Bestätigung für Argirios Giannikis und sein Team.