Manchmal laufen die Dinge nicht wie geplant. Das gilt für den sechzger.de Talk Folge 220 gleich im doppelten Sinne. Statt mit einem externen Gast spricht Christian in der aktuellen Ausgabe mit Thomas und Jan über den geplatzten Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik. Außerdem wird ein Blick auf den Saisonstart in der Bayernliga Süd und das Testspiel des TSV 1860 München gegen den FC Vaduz geworfen.
Deal geplatzt: Ismaik behält seine Anteile am TSV 1860 vorerst
Es war die nächste Hammer-Nachricht rund um den TSV 1860 München, die bundesweit für Aufsehen sorgte. Nach dem angekündigten Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik wurde am Samstag öffentlich, dass der vertraglich bereits unterschriebene Deal geplatzt ist. Die Löwenfans standen unter Schock, die Euphorie der letzten Wochen zerplatzte wie eine Seifenblase. Nach zwei Nächten drüber schlafen unterhalten sich Christian, Thomas und Jan über die bislang bekannten Einzelheiten und sortieren die Geschehnisse aus ihrer Sicht ein. Dazu gehört auch, dass man unter Umständen froh sein kann, dass der Anteilsverkauf schlussendlich in der aktuell geplanten Form doch nicht zustande kam. Einig ist man sich in der Runde zudem, dass Vorfreude auf den Saisonstart gegen Rot-Weiss Essen Anfang August dennoch erlaubt sein darf.
Erfolgreicher Auftakt in Kottern, Profis gewinnen Test in Chur
Apropos Saisonstart: auch sportliche Themen werden im sechzger.de Talk 220 behandelt. Los geht es dabei zunächst mit den Schilderungen von Christian, der beim Saisonstart der Bayernliga Süd live dabei war. Der TSV Kottern empfing die U21 des TSV 1860 München – und die Löwen sicherten sich souverän direkt den ersten Saisonsieg. 1500 Zuschauer sahen den ersten Auftritt von Neu-Trainer Alper Kayabunar, der sich nach der Partie gegenüber sechzger.de im kurzen Interview äußerte.
Anschließend widmet sich der Podcast dem Testspiel der Profis gegen den FC Vaduz. Gespielt wurde in Chur in der Schweiz, Jan war live vor Ort und schaute zuvor auch noch bei der U17 im Testspiel gegen den Liverpool FC dabei. Der Auftritt des Teams von Patrick Glöckner war einmal mehr ordentlich und lässt einen guten Gewissens in Richtung Saisonstart blicken.
Am Montag, den 28.Juli wird dann die nächste Ausgabe des sechzger.de Talks aufgenommen – und zwar mit Publikum im Bamboleo.
Der sechzger.de Talk 220 als Video und Podcast
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Um es mit den Worten von Jan zu sagen: (du) ihr macht es euch zu einfach!
Um über eure Enttäuschung hinweg zu kommen, wird gegen die früheren Präsidenten kräftig nachgetreten. Wären wir beim Fußball, würde es mehrere Wochen Sperre geben. Egal wie sich das frühere Präsidium Verhalten hätte, sie steckten in Dilemmata, sie hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera, es war immer ein Griff ins Klo.
Erst soll das frühere Präsidium Ismaiks Verkaufsabsichten zu früh verkündet haben. Unterschlagen wird, dass Ismaik den Verkauf in der PE der KGaA vom 05.07.25 (vor der MV) mit salbungsvollen Worten angekündigt hatte: «Ich freue mich sehr, das Staffelholz an jemanden zu übergeben, der dem Verein derart helfen kann.» Wann, wenn nicht während der MV musste das Präsidium den Vorgang präsentieren? Nur wird gerne übersehen, dass darauf hingewiesen wurde, dass der Vorgang erst noch zum Abschluss gebracht werden muss. Außerdem wäre die Pleite eher früher als später bekannt geworden.
Und jetzt wird dem Präsidium ungerechtfertigterweise vorgeworfen, man habe den Käufer nicht ausreichend geprüft. Legt man diese Messlatte an, dann muss man den Ex-Präsidenten und dem seinerzeitigen Geschäftsführer vorwerfen, sie hätten seinerzeit die Seriösität und die unternehmerischen Fähigkeiten von Hasan Ismaik ungenügend geprüft. Weder konnte angegeben werden, woher sein Milliardenvermögen kam und schon gar nicht, ob er ein konstruktiver Mitgesellschafter sein wird.
Und wer die Biographie von Hasan Ismaik kennt und das dürfte nahezu jedes Vereins-mitglied sein, konnte doch nicht guten Gewissens in Euphorie verfallen. Wer kennt erfolgreiche Geschäfte von Ismaik? Mir sind nur bekannt: Unklare Herkunft seines Vermögens, massenhaft Fehler beim KGaA-Eintritt, angestrebte Vermarktung der KGaA bis auf Merchandising gescheitert, was brachten seine Personalien ägyptischer Nationaltrainer sowie Eriksson, Pereira, Power, Jacobacci oder der ich-kann-alller-besser-Aufsichtsrat, seine Vertrauten Iraki, Basha und Gerges, er hat sie vergrault. Und auch seine anderen unternehmerischen Aktivitäten endeten als Flop, sei es der 40 Milliarden-Dollar-Auftrag aus Ägypten, die Pleiten von Arabtec und Masaken, etc. Die Aufzählung könnte noch seitenlang weitergeführt werden. Wer konnte guten Gewissens erwarten, dass dieses Mal Ismaik seine Verkaufsabsichten erfolgreich umsetzen kann, nachdem doch die Verkäufe Mayrhofer/Magath sowie an den echten Milliardär Gerhard Mey kläglich scheiterten. Alleine schon seine Forderungen (eigene Arena) sowie der unrealistische Preis (Mey stufte den KGaA-Wert als wertlos ein), die Ismaik an die Beteiligungsaufgabe stellte, waren Garanten für ein klägliches Debakel.
Jetzt zu behaupten, Hasan Ismaik sei die bessere Lösung als … redet 14 Jahre Chaos, Pech und Pannen mit ihm schön.
Und was wäre gewesen, wenn das frühere Präsidium Vorbehalte gegenüber dem Kaufkandidaten angedeutet hätte? Jetzt müssen sie sich nur Vorwürfe als Lügner stellen, weil Hasan Ismaiks erneutes Scheitern bekannt geworden ist. Vorzeitige Kritik von Reisinger und Bay dürfte Ismaik doch nur zu Schadenersatzforderungen an diese veranlasst haben.
Als Fan sollte man sich eingestehen, dass es keine märchenhafte Lösungen für die TSV KGaA gibt, nicht zuletzt Wildmosers Größenwahn mit der Allianz Arena, aber auch die jahrzehntelange Untätigkeit das strukturelle Defizit zu beseitigen, haben die KGaA in die Rolle eines erstklassigen Insolvenzkandidaten katapultiert.
DANKE! Genau mein Gedankengang!
Meiner nicht.
Das sind schon sehr eigenwillige Interpretationen der Ereignisse.
Ich weiß nicht, ob sich das erwähnte Nachtreten jetzt direkt auf den Talk selbst bezieht, aber hier das ehemalige Präsidium in Schutz zu nehmen spiegelt doch nicht die Realität wider. Reisinger, Bay und Steppe haben bewusst die zum Teil eigens dafür installierten Mechanismen außen vor gelassen – Stichwort Vorkaufsrecht, Abstimmung mit dem Verwaltungsrat, Befragung der MV. Das gibt Bay in der SZ ja auch zu Protokoll. Wozu dieser Alleingang? Warum wurde diese riesige Verantwortung nicht auf mehrere Schultern übertragen? Wieso formulierte man in der PM so offensiv und versprach den Löwenfans das Schlaraffenland?
Meine Meinung zum Veröffentlichszeitpunkt habe ich im Talk kundgetan. Der Vorwurf Ismaiks ist natürlich absurd, aber dass seine Handlungen und Aussagen immer wieder konträr zueinander stehen, haben wir in 14 Jahren des Öfteren erlebt.
Und ja, selbstverständlich wurde Hasan Ismaik damals zu wemig überprüft. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben. Eine ordentliche Prüfung war in diesem kurzen Zeitraum auch gar nicht möglich.
Ob Ismaik nun tatsächlich das geringere Übel ist, kann man sicherlich diskutieren. Am Ende ist dieser Punkt Spekulation. Vielleicht nehmen sich auch beide Personalien nichts, aber das werden wir wohl nie herausfinden.
Zu den Vorbehalten: siehe oben, Ausführungen zum Vorkaufsrecht.
Eine märchenhafte Lösung gibt es nicht – sie wurde den Fans aber sowohl von Ismaik als auch vom ehemaligen Präsidium vorgegaukelt.
Guten Morgen allerseits, ich habe alle Ihre Kommentare zum Verkauf der Gesellschafteranteile des Herrn Ismaik gelesen und kann Ihnen nur emofehlen sich besser zu informierten. So ein Verkauf wsir immer begleitet, von der Verkäuferseite, von 4 Parteien. Dem Verkäfer, dem Berater/Vermittler oder Intermediär, den Wirtschaftsprüfern und den Juristen. Gleiches natürlich auf der Käuferseite. Wenn man sich geeinigt hat in den Prozess einzusteigen erfolgt dann die Prüfung der Fakten wie Wirtschaftlichkeit, den Legals und des goodwills.Daraus erfolgt dann die Festlegung des möglichen Kaufpreises. Dann erfolgt das Signing. Das Signining ist aber nichts anderes als eine Absichtserklärung. Erst dann erfolgt die Prüfung aller Fakten im Detail. Die Wirtschaftlichkeit, das Vermögen, die Legals (Verträge), die Zukunft (Due Intelligence). Und erst wenn das alles von beiden Parteien mehrmals geprüft ist und mir dem vorher festgelegten Verkaufs/Kaufpreis übereinstimmt erfolgt das Closing und damit die Verpflichtung der Anteilsübertragung und der Bezahlung.
Dass auf diesem Weg Probleme entstehen können, welche zum Abbruch des Prozesses führen ist normal ujnd passiert fast täglich. Vorabzahlungen oder Garantiezahlungen sind nicht vorgesehen und nicht üblich.
Schön, dass wir den Ablauf auch noch mal aus Sicht eines BWL-Proseminars aufgeschlüsselt bekommen haben. In der Form einen Talk zu gestalten, würden mit Sicherheit meine Schlafstörungen beseitigen.
Vor allem der Bereich Prüfung hat ja prima geklappt.
Was mich in dieser Angelegenheit ganz besonders Erschrocken macht ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung, da mit Sicherheit alle Beteiligten eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben hat. Wer diese Erklärung bricht muss normaler Weise mit einer Schadensersatzklare rechnen.
Aber, bei 60 ist eben immer alles etwas anders.
Wie gesagt, sowas gibt es nur bei uns.
Alles Amateure.
Entschuldigung, ich hätte eine Frage: Sind Sie genuin deutschsprachig oder lassen Sie Ihre Beitrage übersetzen?
Die Veröffentlichung muss keinen Erschrocken machen:
Dazu heißt es im SZ-Artikel: “Auf die Nachfrage, ob die Pressemitteilung abgestimmt gewesen sei, erklärt Bay: „Natürlich wurde sowohl der Inhalt der Pressemitteilung als auch der Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung durch die rechtlichen Vertreter von HAM (Ismaiks Firma, d. Red.) ausdrücklich freigegeben.“
Diesbezüglich halte ich Herrn Bay für glaubwürdig.
Wer kennt nicht alle die unerfüllten Ankündigungen: Treffen mit (Ex-) Präsidenten, Erwerbe bayerische Wohnimmobilie oder zuletzt vor der MV 2024: verkaufe niemals die KGaA-Beteiligung
Demnach wäre dann der Zeitpunkt der Pressemitteilung bei diesem geschilderten Ablauf der große Kritikpunkt, oder?
Bin komplett zwiegespalten, einerseits eine Euphoriewelle wie seit zig Jahren nicht mehr, andererseits ein vollkommen absurdes Vereinstheater
Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich davon halten und wem ich noch glauben soll,
Bin bloß ein kleiner Fan, der im Jahre 1979 sein Herz an diesen Verein verloren hat
Was soll dieses komische Donald Duck-Profilbild bei Reisinger andeuten??
Was soll dieses lächerliche KI-Bild von Ismaik mit Seppl-Hut vor Bergkulisse andeuten??
Ich will doch nur, und manchmal hab ich das Gefühl ich bin der Einzige, dass es unseren Löwen gut geht
Same here 🤝 Blicke auch überhaupt nicht mehr durch. Von allen Ecken kommt was anderes.
Danke für Eure Einschätzung, hauptsächlich zu den Geschehnissen der letzten Tage, die bei mir immer noch nachwirken. Ich muss aber auch gleich erwähnen, dass ich nicht allen Argumenten folgen kann. Es wirkt manchmal so, als ob ich den Thomas Spießl etwas auf dem Kicker hätte, aber meine Kritik an seinen Aussagen meine ich nie persönlich. Das vorweg. Heute hat mich auch wieder seine Aussage – oder sollte ich besser sagen: seine Voraussage? – verblüfft, dass er glaube, dass durch dieses Desaster (anders kann man das Verhalten von allen Beteiligten gar nicht anders bezeichnen) die Anteile Hasan Ismaiks zeitnah verkauft werden. Jetzt wisse doch jeder den ungefähren Verkaufspreis, den der Investor sich vorstellt, und jetzt könne alles sehr schnell gehen. Tut mir leid, aber der Argumentation kann ich wieder einmal nicht im Ansatz folgen.
Erstens: Die Anteile stehen schon seit Jahren zum Verkauf. Es sickerten auch immer wieder Details von Interessenten durch, wie von dem Geschäftsmann Gerhard Mey im Jahr 2017. Jeder, der sich nur annähernd mit der Materie beschäftigt, weiß, dass der Investor, entgegen seinen Ankündigungen, schon lange zum Verkauf bereit ist. Und was den anvisierten Preis angeht und dass das doch so toll sei, dass man den jetzt wisse. Ich sehe das genau andersherum: Ein realistischer Preis der Anteile liegt wohl bei 25 Millionen, wie ja im Gespräch auch bestätigt wurde. Warum Herr Ismaik glaubt, mehr als das Doppelte abrufen zu können, ist, wie so oft, sein Geheimnis. Warum sich in der Bekanntgabe der Zahlen jetzt die Verkaufsmöglichkeiten verbessert haben sollen, ist wiederum das Geheimnis von Herrn Spießl. Ich glaube sogar, dass man mit dieser Bekanntgabe potenzielle Interessenten eher abschreckt.
Ich habe nichts gegen Optimismus, aber nur, wenn ein Funke Realismus mit beigemengt wird. Das kann ich hier nicht erkennen. Aber das ist natürlich nur meine Einschätzung. Ich befürchte, dass wir auf Jahre hinaus an Hasan Ismaik gebunden bleiben und noch weitere tausend Threads zu seinem merkwürdigen Verhalten diskutieren dürfen.
Also mir persönlich – und ich beschäftige mich logischerweise sehr intensiv mit allen Ereignissen rund um unsere Löwen – wurde erst beim aktuellen Vorgang wirklich klar, dass Ismaik ernsthaft verkaufen möchte und dazu bereit ist. Klar gab es da immer mal wieder Geschichten, aber konkret wurde es da nie.
Der aktuell bekannt gewordene Mondpreis kann schon auch erst einmal hinderlich sein, da hast du schon recht. Ismaik weiß aktuell, dass jemand einen solchen Preis bezahlt hätte. Die anderen Interessenten liegen bei 50% der Summe. Das ist natürlich schon ein gewaltiger Unterschied. Allerdings kann ich soviel sagen: Ismaik hat diesen Preis nicht ausgerufen. Vielleicht beruhigt dich das etwas 🙂
Thomas meinte es grundsätzlich glaube ich so, wie ich es auch sehe: es war bzw. ist überhaupt wichtig zu sehen, dass Ismaik ernsthaft an einem Verkauf interessiert ist. Da ging es jetzt weniger um den aktuell gebotenen Preis, der ist wie bereits gesagt Utopie.
Meine Hoffnung ist jedenfalls auch groß, dass dieses Kapitel kurz- bis mittelfristig geschlossen werden kann.
“Ismaik weiß aktuell, dass jemand einen solchen Preis bezahlt hätte.”
Das würde implizieren, dass Thoma ernsthafte Kaufabsichten gehabt hätte. Dem war ja nicht so. Sprich: Thoma hätte auch sagen können, dass er 160 Mio. auf den Tisch lege. Bezahlt hätte er wohl sowieso nicht. Man hätte jegliche Summe auftischen können.
Ich inkludiere nur Preise von Geldgebern, die wirklich bereit sind Summe x zu zahlen.
Da hast Du vollkommen recht. Das war ja schon immer das Thema, dass Hasan Ismaik zu hohe Preise verlangte. Darum wurde das auch nie etwas. Und es spielt in meinen Augen keine große Rolle, dass er jetzt die Verkaufstrommeln auf Facebook schlägt. Wer es wissen wollte, wusste es auch vorher schon.
Vielleicht ist die kolportierte Summe ja ein Wink von HI, daß dies das Minimum des Preises oder die Verhandlungsbasis für einen Käufer ist
Aha, ein fingierter Kauf also über einen Strohmann. Raffiniert. Nur: Raffinesse und Hasan Ismaik? Da kommen mir dann doch starke Zweifel … 😉
Ja, das könnte man sich durchaus vorstellen, dass das Ganze ein fingierter Schachzug von der HAM-Seite war, um den Eindruck zu erwecken, dass jemand bereit ist, diese utopische Summe zu bezahlen. Nachdem der ganze Bluff zusammenfiel und letztlich nur ein immaterieller Schaden entstanden ist, kann man weiterhin Märchen aus 1001 Nacht erzählen. Raffinesse würde ich auch nicht bei HI ansiedeln, doch es sind hier noch andere Taktgeber in seinem Umfeld am Werk …