Der Vorbericht zum Spiel der Löwen bei den Meiderichern

Heute gibt es für unsere Löwen, etwas gut zu machen… Nein, der heroisch erkämpfte Sieg gegen Unterhaching am letzten Freitag ist nicht schon wieder vergessen! Der Blick geht etwas weiter zurück. Und zwar auf den 31. Oktober des letzten Jahres. Am 8. Spieltag der laufenden Saison brachte der MSV Duisburg dem TSV 1860 nämlich die zweite Heimniederlage in Serie bei. Waren wir aber zehn Tage zuvor noch gegen das damalige Spitzenteam aus Saarbrücken knapp unterlegen, bedeutete die ernüchternde 0:2-Schlappe gegen die Zebras einen überhaupt nicht erwarteten Punktverlust gegen einen damals extrem angeschlagenen Gegner. Eine ganz bittere Pleite an einem sonnigen Herbstnachmittag vor – natürlich – leeren Giesinger Rängen.

Die Bilanz zwischen zwei Bundesligagründunsgmitgliedern

Da das Hinspiel gegen die Meidericher am letzten Tag im Oktober 2020 also in die Hose ging, warten wir weiterhin auf den insgesamt 25. Triumph über den MSV in der Löwenhistorie. Im Vorbericht zum Heimspiel wurde die verschiedenen Optionen vorgestellt und leider entschied sich das Schicksal dann für die 15. Niederlage gegen diesen Gegner. Ihr stehen 14 Punkteteilungen und – wie erwähnt – bereits stolze 24 Siege gegenüber. Zum 54. Mal stehen sich die beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder heute also gegenüber. Zum 24. Mal an der Wedau, von wo 1860 neun Mal einen Sieg mit nach Hause bringen konnte.

Löwenfans in Duisburg: Gestern (und zwar am 5. Mai 1995 nach einem 1:1)…
…und Heute (am 19. September 2019 bei einer 1:2-Niederlage)

Aktueller Saisonverlauf

Die vor und auch noch nach dem Hinspiel dramatische sportliche Lage der Zebras hat sich mittlerweile deutlich verbessert. Nach dem Sieg im Sechzgerstadion wartete man in Duisburg sechs Wochen und acht Drittligaspiele auf den nächsten Dreier. Im Frühling 2021 hat sich das Team allerdings gefangen. Mit einer breiten Brust durch drei in Serie eingefahrene Siege ging der MSV in das Nachholspiel in Saarbrücken am Mittwoch dieser Woche. Dort trafen die zwei „Mannschaften der Stunde“ aufeinander. Für die Zebras endete allerdings der Lauf und sie kamen mit 1:4 unter die Räder. Vielleicht – aus unserer Sicht – zum genau richtigen Zeitpunkt?

Viele Trainerwechsel

Auf der Duisburger Trainerbank hat sich in dieser Saison schon einiges getan. Nachdem am 10. November 2020 Torsten Lieberknecht seinen Hut nehmen musste (der Sieg bei uns hatte ihm den Arbeitsplatz nur für weitere elf Tage retten können) übernahm für eine Niederlage gegen Türk Gücü im Olympiastadion Co-Trainer Marvin Compper interimsmäßig. Tags darauf wurde Ex-Löwe Gino Lettieri präsentiert. Ihm gelangen jedoch in gut zwei Monaten und zwölf Spielen nur magere zwei Siege und vier Unentschieden, sodass die Verantwortlichen sich erneut zum Handeln gezwungen sahen. Nach einer 1:3-Pleite in Zwickau Ende Januar übernahm erneut eine Interimslösung: NLZ-Leiter Uwe Schubert führte die Zebras zum wichtigen Sieg im Kellerduell gegen den VfB Lübeck.

Am 2. Februar wurde dann ein großer Name auf der Trainerbank präsentiert: Pavel Dotchev, der selbst wiederum erst am 24. Januar bei Viktoria Köln entlassen worden war. Wildes Trainerkarussel in der 3. Liga. Dem neuen Mann an der Seitenlinie kam dann der Winter sehr entgegen: Stattliche 18 Tage lang konnte er seine neue Mannschaft auf das nächste Spiel vorbereiten. Die Reisen nach Saarbrücken und nach Halle fielen dem Wetter zum Opfer. Als es für Dotchev endlich ernst wurde, fuhr er gleich die oben schon angesprochenen zwei Siege ein, ehe man am Mittwoch in Saarbrücken erstmals unter den Fittichen des Bulgaren den Kürzeren zog.

Wirtschaftliche Probleme

Mit finanziellen Problemen kennt man sich dort, wo die Ruhr in den Rhein fließt gut aus: Schon im Sommer 2013 ging es den Zebras ähnlich, wie unserem Verein 31 Jahre zuvor und man erhielt keine Lizenz für die folgende Saison in der 2. Bundesliga. “Noch ernster als die Lage 2013,” bezeichnete Präsident Ingo Wald die finanzielle Situation des MSV im Mai letzten Jahres. Sportlich stand der Verein damals noch auf dem Spitzenplatz der 3. Liga, verspielte aber nach der Wiederaufnahme des Betriebs bekanntlich den Aufstieg. Anfang Dezember wurde dann über eine Finanzlücke zur Finanzierung der aktuell laufenden Saison berichtet. Bis 21. Januar hieß es, müsse diese Lücke geschlossen sein.

Und das gelang: Einen Tag vor Ablauf der Frist wurde vermeldet, dass man mit Hilfe eines Vereinspartners eine Nachlizensierung beim DFB erreicht habe und die aktuelle Saison gesichert sei. Mit geholfen hatten dabei auch die leidgeprüften Fans: 4.000 virtuelle Dauerkarten waren von diesen erworben worden. Eine Insolvenz nach der laufenden Saison wird aber weiterhin nicht ausgeschlossen. Aktuell will man allerdings wohl erstmal die sportlichen Probleme in Form des drohenden Abstiegs in die Regionalliga so schnell wie möglich beseitigen.

Hupkonzerte vor dem Stadion

Die Unterstützung seiner Fans ist dem MSV Duisburg auch dabei gewiss. Bei den Meiderichern gibt es neuerdings eine besondere, Corona-bedingte Form des Supports: Was am 27. Januar, am Tag nach der schon erwähnten Niederlage in Zwickau noch als Ausdruck wütender Proteste der Fans zum Wachrütteln von Mannschaft und Verantwortlichen begann, wandelte sich vier Tage später zur Unterstützung des Teams: Ein Hupkonzert vor dem Stadion. Beim extrem wichtigen Abstiegsduell gegen Lübeck fanden sich erneut rund 400 Fans in ihren PKWs auf dem Parkplatz vor der “Schauinsland-Reisen”-Arena ein – und hupten ihr Team drinnen zum Sieg.

Auch beim nächsten Kellerduell gegen die Münchner Vorstädter fand sich die gleiche beachtliche Anzahl an Fans ein und behupte einen allerdings reichlich glücklichen 2:1-Erfolg. Mal sehen, ob auch heute wieder gehupt wird. Michael Köllner würde derlei Aktivitäten durchaus positiv bewerten. In der LÖWENRUNDE am Donnerstag meinte er auf sechzger.de-Nachfrage augenzwinkernd: „Das feuert uns ja vielleicht auch an. Wenn welche draußen hupen, dann sind das ja keine Zebras, die rumspringen, sondern das kann ja am Ende auch den Löwen zu großen Taten befähigen.“

Hier werden sie sich wohl einfinden, die hupenden Fans

Der gewohnte Liveticker heute vielleicht ein wenig anders als sonst

Erstmalig in dieser Saison haben wir leider keinen Vertreter von sechzger.de bei einem Gastspiel der Löwen im Stadion. Unseren gewohnten Service in Form des Livetickers mit Infos und Fotos von vor Ort können und wollen wir Euch dennoch anbieten. Klickt Euch heute Nachmittag einfach mal rein und schaut, was unser Mann in Duisburg aus der Situation macht, dass er sich womöglich unter hupende Fans mischen muss.

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