Unser Vorbericht zum Spiel der Löwen gegen die Höhenberger

Schlag auf Schlag geht es auf die Zielgerade der Saison 2020/21.
Das vergangene Wochenende verlief erneut zu fast 100% im Sinne der von der aktiven Fanszene jüngst ausgerufenen Road to Gelsenkirchen. Einzig die kleinen Roten spielten am Freitag Abend nicht ganz mit und ließen Hansa Rostock die drei Punkte aus München gen Norden mitnehmen. Aber wahrscheinlich ist es der überschaubaren roten U23-Anhängerschar sogar lieber, wenn ihre Bubis sich Ende Mai wieder in die Regionalliga verabschieden, als dem TSV 1860 in Sachen Rückkehr in die 2. Bundesliga Schützenhilfe zu geben. Uns soll’s Recht sein. Am Ende muss es die Truppe von Michael Köllner sowieso selbst regeln.

In der Englischen Woche nicht gerade gegen einen Liebligsgegner

Das erste von noch zwei im Saisonfinale anstehenden Dienstagabendspielen stellt uns heute Abend vor keine ganz leichte Aufgabe: Wie schon am Samstag Nachmittag im Olympiastadion empfangen die viertplatzierten Löwen heute den Tabellenachten. Diesmal ist es Viktoria Köln. Zum insgesamt erst vierten Mal steht ein Team des TSV 1860 diesem Gegner gegenüber und – man höre und staune – unter Michael Köllner haben wir gegen die Rheinländer noch keinen Punkt holen können. Sowohl das Hinspiel dieser Saison am 5. Dezember, als auch das Duell kurz vor Ende der vergangenen Spielzeit ging jeweils im Sportpark Höhenberg verloren.

Das letzte Heimspiel gegen die Rechtsrheinischem liegt gefühlt schon eine Ewigkeit zurück: Es war das letzte Spiel unter der Verantwortung von Daniel Bierofka und endete am 2. November 2019 vor 15.000 Zuschauern mit 4:2. Doppeltorschütze damals: Natürlich Sascha Mölders. Manche Dinge ändern sich eben nicht so schnell. Anders ausgedrückt sind wir gegen diesen Gegner zu Hause also noch ohne Punktverlust. Alles eine Frage der Perspektive.

Der Gästeblock der Kölner Viktoria beim bislang einzigen Auftritt auf Giesings Höhen im November 2019
Schon beim Heimspiel gegen Viktoria Köln vor fast eineinhalb Jahren ein Thema für die Westkurve: Das Ehepaar Schnell

Viktoria Köln 2020/21: Positiv- und Negativserien und ein Trainerwechsel

Die Aufbesserung der ganz persönlichen Bilanz unserer Coaches gegen die Viktoria dürfte kein ganz einfaches Unterfangen werden. Die Gäste kommen mit der breiten Brust von sechs Siegen aus zuletzt sieben ungeschlagenen Spielen nach Giesing. Eine beachtliche und durchaus erstaunliche Bilanz. Davor waren den Kölnern nämlich in sechzehn Spielen nur zwei Siege gelungen: Gegen die kleinen Bayern und leider auch gegen unsere Löwen. Dieser extrem schwachen Saisonphase fiel Ende Januar der sympathische Bulgare Pavel Dotchev zum Opfer. Er wurde am Tag nach einer 1:2-Heimpleite gegen Waldhof Mannheim nach eineinhalb Jahren an der Kölner Seitenlinie entlassen. Nur eine Woche später heuerte er dann beim MSV Duisburg an und führte die Zebras direkt aus dem Tabellenkeller. Unter anderem mit einem Sieg gegen 1860 Anfang März.

Nachfolger Dotchevs wurde der ehemalige Kölner und Frankfurter Bundesligaprofi Olaf Janßen. Er hat auch eine kurze weiß-blaue Vergangenheit: In der – im negativen Sinne – denkwürdigen letzten Bundesligasaison unseres Vereins 2003/04 war er bis zu dessen Entlassung der Co-Trainer seines ehemaligen Mannschaftskameraden Falko Götz.

Viktoria Köln – die Wundertüte der Saison

Die Erwartungen an die Domstädter vor und im Laufe dieser Saison gingen extrem weit auseinander. Manch glaubwürdiger Drittligaexperte bezeichnete die Viktoria im Herbst als Geheimfavorit auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch die Trainer der Konkurrenz statteten – wie in unserem Vorbericht zum Hinspiel im Dezember dargestellt – das namhaft verstärkte Team mit einigen Vorschlusslorbeeren aus. Und sie alle sollten erstmal Recht behalten: Nach vier Siegen und einem Unentschieden aus den ersten sechs Spielen grüßte Köln den Rest der Liga von Tabellenplatz zwei. In Höhenberg träumte man bereits von Derbys gegen den FC in der kommenden Spielzeit.

Dann ging es steil bergab. Kurz nach der Entlassung von Dotchev stand man in der Tabelle auf dem letzten Platz über dem Strich zur Abstiegszone. Und diese Platzierung entsprach wiederum voll und ganz der vorsaisonalen Erwartung einiger Buchmacher: Mit der zweithöchsten Quote der ganzen Liga hätte man mit einem Aufstieg der Viktoria in dieser Spielzeit ordentlich Geld verdient: 150 Euro für 10 Euro Einsatz. Nur Zwickau und Verl wurden noch geringere Chancen auf eine der drei Topplatzierungen im Endclassement eingeräumt. Was den SCV anbelangt ein weiterer deutlicher Beleg für die Unberechenbarkeit dieser Liga.

Unser heimlicher Blick auf die Konkurrenz

Apropos Unberechenbarkeit: Aufgrund des zusammengeschmolzenen Punktevorsprungs des Spitzentrios auf unsere Löwen schielen wir im Saisonfinale natürlich durchaus auf die Aufgabenstellungen der Konkurrenz: Dynamo Dresden ist Corona-bedingt heute nicht im Einsatz, hätte parallel aber den abstiegsbedrohten KFC Uerdingen empfangen. Unsere Löwen dürfen nun alleine vorlegen, den nötigen Druck aufbauen und dann morgen Abend hoffentlich ganz entspannt zusehen, wenn Hansa Rostock das – nach einem katastrophalen März – wieder erstarke Wiesbaden empfängt und der FC Ingolstadt nach Lübeck reisen muss. Der VfB hat sich im Abstiegskampf noch lange nicht aufgegeben. Das wird also auch kein Selbstläufer für die offensichtlich etwas nervösen Schanzer.

Auf geht’s Sechzig – die magische Zahl ist doppelt greifbar

Abschließend noch zwei Zahlenfakten: Wenn wir heute Abend zum ersten Mal jubeln dürfen, weil der Ball im Netz der Gäste zappelt, dann bedeutet dies den sechzigsten Treffer der laufenden Saison für Sechzig. Und mit einem Sieg würde auch das Punktekonto die von uns so geliebte Zahl aufweisen. Gibt es bessere Vorzeichen für einen neuerlichen Erfolg unserer Löwen? Verfolgt auf unserem sechzger.de-Liveticker, ob es dazu kommt!

TITELFOTO: Philipp Rapp

 

 

1 KOMMENTAR

  1. 60 Tore, 60 Punkte und 60 als Einheit zusammen mit seinen treuen Fans zum Endspurt.
    Dieser Tag ist ein Guter und daher tippe ich auf ein hart umkämpftes 2:1 mit Toren von Dennis Dressel und Lexi.

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