Vier Tore stehen bisher für Meris Skenderovic in der 3. Liga zu Buche. Alle vier wurden nach der 75. Minute erzielt, was schon darauf schließen lässt, dass der Stürmer bislang zumeist als Einwechselspieler zum Zuge kam. Nichtsdestotrotz scheint der Neuzugang aus Schweinfurt in der 3. Liga angekommen zu sein und spielt in den Überlegungen von Trainer Michael Köllner eine große Rolle. Im Interview mit der tz äußert sich Skenderovic u.a. über seine Torquote und seine Hoffnung, mit Montenegro an der EM teilnehmen zu können.

Ein Treffen in Podgorica

Rückblende: Als ich im Mai 2022 ein paar Tage in Podgorica verbrachte, um das montenegrinische Pokalfinale zu besuchen, traf ich mich auch mit Meris Skenderovic, der damals noch beim FC Schweinfurt 05 unter Vertrag stand und seinen Urlaub in Montenegro verbrachte. Sein Wechsel zum TSV 1860 stand damals bereits fest und so war ich natürlich neugierig, wie der Stürmer so drauf ist.

Mein Eindruck: bescheiden, bodenständig und sehr sympathisch. Dieses Bild zeichnet Skenderovic auch in seinem Interview mit der tz.

Meris Skenderovic TSV 1860
Meris Skenderovic beim Treffen in Podgorica im Mai 2022

Meris Skenderovic im Interview

Siegtor beim SC Verl, Ehrentreffer gegen Ingolstadt,in Osnabrück den Deckel drauf gemacht und gegen Wehen Wiesbaden für die Vorentscheidung gesorgt – Meris Skenderovic hat sich in der 3. Liga bislang viermal in die Torschützenliste eingetragen und durchaus auf sich aufmerksam gemacht. Eine Quote, die sich sehen lassen kann, oder?

“Eigentlich schon. Vor allem, weil ich eine Woche krank war und drei, vier Spiele nicht angefangen habe. In Schweinfurt hatte ich auch eine Quote von ungefähr 105 Minuten pro Tor. Und in der Jugend hatte ich ganz oft mehr Tore als Spiele. (…) Am liebsten möchte ich in jedem Spiel ein Tor machen. Gefühlt war ja Schweinfurt ein Schritt zurück gegenüber Hoffenheim II. Ich habe aber gemerkt, wie gut es mir getan hat, regelmäßig zu spielen und meine Tore zu machen. Plötzlich hatte ich wieder das Gefühl: Okay, du kannst wie vor paar Jahren jedes Wochenende treffen, auch zweimal, dreimal.”

Oder auch noch öfter, wie Skenderovic vor allem im Toto Pokal bewiesen hat…

Der Traum von der Nationalmannschaft

Bereits bei unserem Gespräch in Podgorica war das Thema Nationalmannschaft zur Sprache gekommen, da Skenderovic ja bereits für die U21 Montenegros gespielt hatte. So ganz abgeschrieben hat er das Kapitel noch nicht, auch wenn er aktuell “nur” in der 3. Liga spielt.

“Ich gehörte zu fünf Spielern, die als ‘hochtalentiert’ eingestuft wurden, als die nächsten A-Nationalspieler. Das bleibt auch ein Riesenwunsch von mir, dass das noch passiert. (…) Es gibt Seiten bei Instagram, die sich mit Sport in Montenegro befassen – da werde ich immer mal wieder gepostet, wenn ich ein Tor schieße. Ein Anruf vom Verband kam leider noch nicht, aber ich denke schon, dass auf mich geschaut wird. Vor allem, weil es ja Dejan Savicevic war, unser Verbandspräsident, der uns fünf als nächste Generation Nationalspieler genannt hat. Er hatte sich auch damals mit meinem Vater getroffen, als sie mich für die U21 haben wollten. Normal hätte ich gesagt: Als Drittligaspieler hast du keine Chance, aber mit der Plattform 1860 hoffe ich auf eine Gelegenheit.”

Wer weiß? Vielleicht sehen wir den gebürtigen Mannheimer bei der EM 2024 in Deutschland ja im Trikot Montenegros. Wir drücken die Daumen!

Titelbild: OR Pressedienst

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