Gestern konntet Ihr bei sechzger.de den Jahresrückblick der U19 lesen. Die U19 ist die “älteste” Nachwuchsmannschaft im NLZ. Sie soll möglichst vielen Spielern den Übergang zur U21 und den Profis ermöglichen. Mit welcher Strategie das NLZ dabei operiert und wie die Nachwuchsarbeit innerhalb des NLZ des TSV 1860 München funktioniert, erklärte uns NLZ-Leiter Manfred Paula.

Übergeordnetes Ziel der Nachwuchsarbeit bei 1860

Natürlich wäre der Aufstieg der U19 schön und ist auch erklärtes Saisonziel. Dennoch gibt es noch ein übergeordnetes Ziel in der Nachwuchsarbeit bei 1860: Möglichst viele gut ausgebildete Spieler für den Profikader zu liefern. Hier ist Manfred Paula aktuell mehr als zufrieden mit seinen Junglöwen.

“Nathan Wicht, Lorenz Knöferl, Leandro Morgalla, Milos Cocic, Maxim Gresler, Mansour Ouro-Tagba, Marius Wörl und Julian Bell kamen schon bei den Profis zum Zug. Sie sind alle noch in der U19 spielberechtigt. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von Spielern im Profikader wie Dennis Dressel und Fabian Greilinger, die in den letzten Jahren über unsere U21 den Weg in den Profibereich nehmen konnten.”

Die Verantwortlichen im Nachwuchsleistungszentrum „Die Bayerische Junglöwen“ freuen sich über jeden Spieler, der aus der U19 oder der U21 zu den Profis weitergegeben werden kann. Um insbesondere die U19-Spieler auf den Herrenbereich vorzubereiten, werden die Spieler je nach Entwicklungsstand regelmäßig über Trainingseinheiten und Spiele in der U21 oder bei besonders guter Entwicklung durch regelmäßige Teilnahme am Profitraining an das im Niveau im Profibereich herangeführt. “Jedes Training mit der U21 oder den Profis bringt die Jungs weiter. Die freuen sich über jedes Training, das sie weiter oben absolvieren dürfen”, erklärt Paula.

Enge Abstimmung zwischen NLZ und Profis

Die Entscheidung, welche Spieler in welcher Mannschaft zum Einsatz kommen, wird in enger Abstimmung zwischen sportlicher Leitung der Profis, der NLZ-Leitung und dem jeweiligen Trainer getroffen. Es gibt im NLZ vierzehntägige Fixtermine in größerer Runde im Leistungs- und Übergangsbereich (U16-U21). Daran nehmen die Jahrgangstrainer und Spezialtrainer sowie die Verantwortlichen aus den Bereichen Medizin und Talentsichtung teil.

„Ich tausche mich regelmäßig mit Michael Köllner und Günther Gorenzel über alle Themen rund um unsere Talente aus. Die Verzahnung zwischen NLZ und Profis ist bei uns nicht nur ein Schlagwort, sondern sie wird nachhaltig gelebt“ erklärt Paula. Michael Köllner nimmt sich immer wieder Zeit, um die Entwicklung der Talente persönlich zu beobachten und sich ein Bild zu machen. Aus den Abstimmungsgesprächen und der eigenen Beobachtung von Trainingseinheiten und Spielen der U-Teams im Leistungs- und Übergangsbereich hat die sportliche Leitung der Profis ein klares Bild von den perspektivischen Talenten im NLZ. Daraus entstehen dann individuelle Entwicklungspläne, die neben der sportlichen Schiene auch die Bereiche Schul-/Berufsausbildung und Persönlichkeitsentwicklung berücksichtigen. So wurde zum Beispiel bei Leandro Morgalla auch wegen seiner beruflichen Ausbildung bewusst entschieden, dass sein Hauptaugenmerk auf der U19 liegen soll. Wie man an seinem Nationalelf-Debüt sehen kann, werden hier die Weichen gemeinsam richtig gestellt.

Leandro Morgalla im Kopfballduell

Verzahnung zwischen Mannschaften wieder möglich

Nachdem im letzten Winter teilweise nur individuell und in jeder Mannschaft abgegrenzt trainiert werden konnte, erlauben die aktuellen Bestimmungen den Austausch von Talenten zwischen verschiedenen Mannschaften. “Es ist sehr positiv für uns, dass das wieder möglich ist”, freut sich Paula. „Das ist wichtig für die Jungs, um die nächsten Schritte gehen zu können.“

Konzept des NLZ

Das Konzept des NLZ sieht vor, Spieler aus München und der umliegenden Region weiterzuentwickeln. Danach ist die Talentsichtung ausgerichtet. Man versucht, die hoffnungsvollsten Talente nach Giesing zu locken. Natürlich steht man da in hartem Konkurrenzkampf mit den anderen  Nachwuchsleistungszentren in Bayern und auch überregional. Im NLZ stehen 13 Internatsplätze zur Verfügung und für über 18-Jährige gibt es weitere Plätze im Albertinum am Westpark. Diese Anzahl an Plätzen ist laut Paula grundsätzlich ausreichend, da man eben hauptsächlich Spieler aus der Gegend weiterentwickeln will. Diese können zum Großteil bei ihren Eltern wohnen. Einen großen Mehrwert bietet hier der seit einigen Jahren bestehende Fahrdienst, der mit großer Unterstützung der Unternehmer für Sechzig eingerichtet werden konnte.

Modernisierung der Infrastruktur des NLZ

Das Gebäude, das NLZ und Internat beherbergt, muss aktuell saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Wie wir alle wissen, wachsen in Giesing die Geldscheine nicht auf den Bäumen. So freuen sich alle Verantwortlichen im Nachwuchsleistungszentrum „Die Bayerische Junglöwen“ über die Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur. Diese werden in hohem Maße über das Partnernetzwerk des TSV 1860  getragen. “Die Modernisierung hilft uns richtig weiter!” zeigt sich Paula begeistert. Hauptsächlich Unternehmen aus dem Kreis der Unternehmer für Sechzig stehen mit Rat und vor allem mit Taten zur Seite. Sie sanieren peu a peu das etwas in die Jahre gekommene NLZ. “Das Erscheinungsbild ist wichtig für die Identifikation. Es bedarf keiner goldenen Wasserhähne, sondern bodenständige Funktionalität ist gefragt”, erklärt der NLZ-Leiter. “Das passt zu unseren Werten beim TSV 1860 München.”

Mitarbeiter von Uf60-Mitglied Maler Dierl bei der Renovierung der Kabinen im NLZ

Attraktiveres NLZ

Summa summarum ist ein renoviertes NLZ mit einer zeitgemäßen Infrastruktur von großer Bedeutung für Sechzig. “Zum Einen ist es wichtig, damit sich unsere Nachwuchsspieler bei uns wohl und gut aufgehoben fühlen.  Andererseits hilft es uns natürlich weiter, neue Talente für die Löwen zu gewinnen”, ist sich Paula sicher. Aber es geht natürlich auch im NLZ nicht ohne ausreichend Geld. Deswegen ist Paula immer wieder dankbar für die breite Unterstützung von Seiten der Gesellschafter, den Unternehmern für Sechzig und allen weiteren Gönnern, die das NLZ mit Herzblut und finanzieller Zuwendung nachhaltig fördern. Sie tragen dazu bei, dass bei den Junglöwen weiterhin auf höchstem Niveau ausgebildet werden kann, damit auch in Zukunft viele aussichtsreiche Talente den Schritt in den Profifußball schaffen.

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Aber da da das kann doch alles gar nicht sein. Weil die die die Jugend, also die Jugend da, die ist ja, das weiß doch jeder, also mit diesem Dingsda, der kann und will doch nur Bayernliga, da gehört endlich eine Profitoralität hinein…