Spätestens in der 3. Spielminute an jenem denkwürdigen 11.06.1994 machte sich Peter Pacult beim TSV 1860 München unsterblich. Mit seinem Tor zum 1:0-Auswärtssieg beim SV Meppen kehrten die Löwen nach vielen Jahren zurück in die Bundesliga. Auch dort erzielte der Österreicher noch drei Treffer in 16 Spielen und netzte u.a. auch gegen die Seitenstraßler ein. Am Sonntag trifft der TSV 1860 nun auf den FC Bayern II und möchte im Aufstiegskampf unbedingt drei Punkte einfahren.

Derbysieg: Pacult sieht den TSV 1860 im Vorteil

Noch immer verfolgt Peter Pacult die Löwen und war durchaus erfreut, als ich ihn kürzlich am Rande eines österreichischen Zweitligaspiels auf den TSV 1860 ansprach. Für das Spiel gegen die kleinen Roten ist der ehemalige Stürmer optimististich und tippt auf einen 3:1-Sieg von Münchens großer Liebe.

Selbstverständlich wünscht Pacult dem TSV 1860 und seinem Kollegen Michael Köllner auch den Aufstieg in die 3. Liga und drückt die Daumen.

Pacult schießt 1860 in die Bundesliga

Natürlich ist im kollektiven Bewusstsein v.a. das goldene Tor von Meppen im Gedächtnis geblieben, doch schon zuvor hatte Pacult 17 Treffer in der 2. Bundesliga für den TSV 1860 erzielt. Er kam, sah, traf, siegte und schoss sich in die Herzen der Löwenfans. Und das, obwohl seine Verpflichtung vor der Saison alles andere als unumstritten war, denn Pacult war damals bereits 33 Jahre alt und hatte seine beste Zeit vermeintlich bereits hinter sich. Trainer Werner Lorant jedoch sah das anders, stellte Pacult neben Bernhard Winkler in den Sturm und die beiden erzielten zusammen 34 Tore und waren maßgeblich am Aufstieg der Löwen beteiligt.

Elfmeter-Tor gegen Oliver Kahn

Ganz so erfolgreich ging es in der höchsten Spielklasse für Pacult leider nicht weiter. Zwar war er zu Saisonbeginn noch Stammspieler und traf sowohl gegen den FC Bayern als auch bei Dynamo Dresden per Elfmeter, doch erst am 15. Spieltag folgte der dritte und letzte Saisontreffer des Österreichers. In der Rückrunde kam Pacult kaum noch zum Zug und wurde bei letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern tränenreich verabschiedet.

Aufstieg und Derbysieg als Trainer

Bereits 1996 kehrte Pacult jedoch zurück nach Giesing und führte die Amateure der Löwen als Trainer zur Bayernliga-Meisterschaft. Im Kader standen mit Ivica Grlic und Michael Hofmann auch zwei Spieler, die auch heute noch kräftig in der 3. Liga mitmischen.

Zudem war der Österreicher auch als Co-Trainer von Werner Lorant bei den Profis engagiert. Als dieser am 27.11.1999 beim Derby gesperrt fehlte, schlug die große Stunde Pacults und der Löwen. Thomas Riedl traf in der 85. Minute und versetzte die Löwen in Ekstase. Nach Lorants Entlassung im Oktober 2001 stieg Pacult zum Cheftrainer auf, ehe ihn im März das selbe Schicksal ereilte.

In den Folgejahren war Pacult als Trainer in Österreich, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Serbien, Albanien und Montenegro tätig, ehe es ihn wieder in die Heimat verschlug. Aktuell steht er beim SK Austria Klagenfurt unter Vertrag und möchte die Kärtner zurück in die Bundesliga führen.

 

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