Für Groundhopper aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) und natürlich auch für die Löwenfans unter dieser sehr speziellen Spezies war gestern ein ganz besonderer Tag! Im Skistadion von Garmisch-Partenkirchen, am Fuße der großen Skisprungschanze, die viele Leser*innen sicher aus dem Fernsehen vom traditionellen Neujahrsspringen der jährlichen Vierschanzentournee kennen, fand ein Fußballspiel statt. Bei brütender Hitze kamen – geschätzt – um die 2.000 Besucher in das sehenswerte Stadion, darunter auch vier Redaktionsmitglieder von sechzger.de.
PSV Braunschweig veranstaltet Spiele in Lost Grounds
Der Polizeisportverein Braunschweig, ein großer Breitensportverein, dessen erste Herrenmannschaft für gewöhnlich in der 2. Kreisklasse Braunschweig (zehnte Leistungsstufe) spielt, kümmert sich schon seit ein paar Jahren darum, Fußballspiele auf Fußballplätzen zu organisieren, wo das – mit einem gewissen organisatorischen Einsatz – möglich ist, aber für gewöhnlich nicht (mehr) passiert. So
fand zum Beispiel – als Premiere – im September 2019 eine Partie im Speedway-Stadion von Halbemond in Ostfriesland, dem europaweit größten seiner Art, statt. Nach einer Pause wegen der Corona-Pandemie lud man die Groundhopper-Gemeinde auf die Insel Helgoland oder auch ins Stadion der Stahlwerker nach Riesa, einem heute nicht mehr bespielten Denkmal der DDR-Sportgeschichte, ein. Im Sommer letzten Jahres ging es für den PSV mit seinen Aktivitäten gar ins Ausland: Im Rahmen einer “Pitch-to-Pub”-Tour bereiste man England und absolvierte zwei Spiele in zwei faszinierenden Stadien in Rotherham (Millmoor Ground) und Keiglhey (Cougar Park).
Keine Lust auf die WM
Die Motivation für den gestrigen Kick in GAP, der nach Zuschauern mit Abstand meist besuchte des PSV Braunschweig, beschreibt die extra für das Ereignis aufgelegte Stadionzeitung so:
Hattet Ihr auch so wenig Lust auf diese Fußball-Weltmeisterschaft wie wir? Dem korrumpierten Spielbetrieb der Profis setzen wir heute wieder einen ehrlichen Amateurkick entgegen und freuen uns sehr, dass so unglaublich viele Menschen den Weg hierher gefunden haben! Wo sonst Skispringer:innen nach ihren unglaublichen Sprüngen auf dem schneeweißen Untergrund ausfahren und sich von den begeisterten Massen feiern lassen, findet heute nach langer Zeit mal wieder ein offizielles Freundschaftsspiel statt.
FC Mainaustraße – erst kürzlich bei sechzger.de erwähnt
Als Gegner oder besser vielleicht: Spielpartner stand am Samstag Nachmittag in Garmisch der FC Mainaustraße aus München auf dem Platz. Wem der Name dieses Vereins aus unserer Berichterstattung nun irgendwie bekannt vorkommt: Richtig erinnert! Erst Mitte Januar diesen Jahres erzählten wir hier von der !NieWieder-Veranstaltung im Sechzgerstadion, an der auch zwei Vertreter vom FC Mainaustraße am Podiumsgespräch über Erinnerungsarbeit und Erinnerungskultur in Fußballvereinen teilnahmen. Das Herrenteam des FCM spielt in der Münchner A-Klasse Gruppe 3 und damit auf der gleichen Leistungebene, wie die offiziellen Gastgeber aus Niedersachsen gestern Nachmittag. Der Verein ist ein bemerkenswertes soziales Projekt im Münchner Amateurfußball. Er enstand im Münchner Westen (Aubing/Neuaubing) direkt aus einem Integrationsprojekt für Geflüchtete und erhielt im Jahr 2025 den Julius Hirsch Preis des DFB.
Pinwand mit dem Wohnort-Nachweis
Die exakte Anzahl an Groundhoppern, die sich letztlich gestern in Garmisch einfand, ließ sich leider nicht ermitteln, aber allein die vielen Fußballfans wohl bekannte App futbology weist 1633 Log-Ins aus. Die Tatsache, dass sich Fußball- & Stadionfans aus dem ganzen Bundesgebiet und den angrenzenden Ländern auf den Weg nach Garmisch gemacht hatten, um dabei zu sein, unterstrich auch die am Eingang aufgehängte Deutschlandkarte, auf der alle Besucher*innen mit einer Stecknadel ihren Wohnort markieren durften. Natürlich waren dort sehr viele Nadeln auf München und Nürnberg gesteckt worden – aber auch aus dem Westen der Republik und dem ganz hohen Norden war man angereist.
Fotos von oben
Über das Spiel selbst muss diese Stelle ausnahmsweise nicht allzu viel erzählt werden. Die Jungs aus der Mainaustraße kamen mit der Hitze ein wenig besser zurecht, als die Braunschweiger und behielten am Ende eines sehr fairen Vergleichs verdient mit 3:1 die Oberhand. Für einen Spieler der Niedersachsen war das Ganze gewiss ein besonderes Highlight: Er beendete nach rund einer Viertelstunde seine aktive Karriere und wurde von rund 2.000 Zuschauern verabschiedet. Ein kleiner Wermutstropfen bei diesem wirklich tollen Event war der Sturz eines der Skispringer, die zur Pause von der etwas kleineren Normalschanze sprangen. Der folgende Notarzteinsatz verlängerte die Halbzeitpause um 30 Minuten, was wiederum zwei sechzger.de-Redakteure ausgiebig nutzten, um sich – trotz der Hitze – zu Fuß in luftige Höhen zu begeben und die hier unter dem Beitrag eingefügten Bilder für Euch zu schießen. Der Blick auf das Stadion von oben war wirklich einmalig.
Abfrischung auf der Rückfahrt
Für die anwesenden Fans des TSV 1860 bot der gestrige Tag, die Möglichkeit, sich zwar am Samstag Nachmittag mit Fußball zu beschäftigen, aber dennoch in diesen wahrlich schwierigen Zeiten mal ein wenig Abstand vom Geschehen rund um ihren Lieblingsverein zu bekommen. Das hat mal richtig gut getan! Die Hälfte der anwesenden sechzger.de-Redaktion, die Glück hatte und mit dem Auto zurück nach München reiste und so dem Bahnchaos am frühen Abend in Garmisch entkamen, nutzte die Gelegenheit noch zu einer kurzen Erfrischung in den Osterseen bei Iffeldorf, wie die beiden letzten Fotos in unserer Galerie zeigen. Ein wirklich gelungener Ausflug ins Oberland!











































Es wäre wirklich sehr cool gewesen, wenn die deutsche Bahn es mit der Heimfahrt nicht vollkommen verkackt hätte.
Diesmal konnte die DB ausnahmsweise nicht viel dafür, glaub ich…
http://www.tz.de/muenchen/region/verheerender-grossbrand-in-oberbayern-300-einsatzkraefte-kaempfen-gegen-flammen-94372190.html