Anders als noch vor ziemlich genau drei Jahren hatte der TSV 1860 München am Samstagnachmittag im Toto-Pokal-Achtelfinale vor 3.484 Zuschauern keine großen Probleme mit dem FV Illertissen. Die Löwen hatten alles im Griff, siegten und zogen verdient in die Runde der letzten Acht ein. Nach 90 Minuten auf buckligem Untergrund im Vöhlin-Stadion siegte der TSV 1860 am Ende mit 1:3 und lief dabei keineswegs Gefahr, die frühe Führung noch einmal aus der Hand zu geben.

Reinthaler mit der frühen Führung

Von der ersten Minute zeigten die Münchner, dass sie das Duell an der württembergischen Landesgrenze ernst nehmen. Trainer Patrick Glöckner schickte wie angekündigt fast die komplette A-Elf aufs Feld. Deniz, Niederlechner und Neuzugang Rittmüller saßen erst einmal auf der Bank. Dafür durften Reinthaler, Christiansen, Wolfram und Hobsch von Beginn an ran. Auch auf dem Feld zeigten sich die Löwen dominant. Eine gute Viertelstunde war gespielt, als Voet einen Eckball an den Pfosten köpfte und Reinthaler die frühe Führung für den TSV 1860 markierte. Weitere Möglichkeiten blieben jedoch erst einmal ungenutzt.

Löwen lassen nichts anbrennen

Die Münchner hatten das Spiel im weiteren Verlauf im Griff, Illertissen kam nicht einmal ansatzweise zu einer Torchance. Außer man möchte einen Roller des Ex-Löwen Cocic als solche bezeichnen, als der Ball gerade noch in die Arme von Dähne kullerte. Allerdings war in der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs auch bei den Gästen etwas die Luft raus im Spiel nach vorne. Das Aufbauspiel wurde allerdings auch erschwert durch das holprige Geläuf im Illertissener Vöhlin-Stadion, auf dem das Leder ein ums andere Mal versprang. Der zweite Treffer der Münchner kurz vor der Pause wurde nicht anerkannt, da der Ball vor Pfeifers Flanke bereits die Grundlinie überschritten hatte. So ging es beim Stand von 1:0 für die Münchner in die Kabine. Einen “seriösen Auftritt” nannte ein Löwen-Fan vor Ort sehr treffen den ersten Abschnitt.

Glöckner wechselt zur Pause

Nach dem Pausentee kam Münchens große Liebe verändert aus den Katakomben. Trainer Patrick Glöckner wechselte nach einer dominant geführten ersten Halbzeit aus. Maier kam für Reinthaler aufs Feld und übernahm positionsgetreu. Am müden Kick auf dem Rasen änderte sich wenig. Die Gäste kontrollierten die Partie, ließen hinten nichts zu, waren aber vorne auch nicht wirklich zwingend. So plätscherte das Spiel, wie schon in den letzten 20-25 Minuten des ersten Abschnitts, weitgehend vor sich hin. Nach einer knappen Stunde kam Philipp für Haugen ins Spiel.

Sechzig kontrolliert das Spiel und legt nach

Torgefahr war auch im Anschluss auf beiden Seiten Mangelware. Auch die Standards der Sechzger fanden zu selten einen Abnehmer. Auf der anderen Seite stand die Restverteidigung der Löwen gegen die konterstarken Hausherren bombensicher. Nach einer guten Stunde musste Dähne dann doch in ärgster Not retten, als er gegen Glessing stark parierte. Dann kam Neuzugang Rittmüller zu seinem ersten Einsatz im Trikot von Münchens großer Liebe und schon fiel das 0:2 für die Sechzger. Nach einem starken Steilpass von Volland marschierte Philipp alleine auf den Kasten und vollstreckte eiskalt.

Anschlusstreffer aus dem Nichts

Eine Viertelstunde vor dem Ende passten dann in der Löwen-Defensive die Zuordnung nicht und Illertissen kam nach einem Steckpass auf den abseitsverdächtig stehenden Hausmann zum Anschlusstreffer. Plötzlich stand es nur noch 1:2. Illertissen versuchte mehr nach vorne zu machen, kam aber nicht wirklich durch. Zehn Minuten vor Ende kam dann bei den Gästen Niederlechner für Hobsch aufs Feld. Sechzig stand nun etwas tiefer und setzte auf Konter. Drei Minuten vor Ende wurde Voet im Strafraum geklammert und Jacobsen machte per Elfmeter mit dem 1:3 den Deckel drauf. Insgesamt hatten die Löwen keine Probleme mit Illertissen, siegten verdient und zogen mit einer seriösen Vorstellung souverän ins Viertelfinale des bayrischen Landespokals ein.

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Patrik1860

Was mir richtig gut gefallen hat, war auch, dass sich die Mannschaft nach dem Gegentor kurz abgestimmt hat, offensichtlich nichts weiter zu riskieren und danach mit entsprechender Positionierung (bei einer kleinen Ausnahme) wieder sofort und komplett alles unter Kontrolle hatte.

Die Quote „kluge Entscheidungen“ zu „dumme Entscheidungen“ hat sich aktuell im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zum Positiven verlagert! Auch in vielen Einzelsituationen ist das deutlich erkennbar.

Dass nicht alles zu 100% klappt, was man sich vorstellt, ist Teil des Fußballs, aber vieles ist bei uns diese Saison soooo deutlich besser aufgestellt, als in den vergangenen Jahren! Die Details werden wir auf lange Sicht im Erfolg sehen, wenn Engagement, Fokussierung und Teamgeist weiter auf hohem Niveau bleiben!

Kraiburger

Wann ist die Auslosung vom Viertelfinale?

Aubstadt, Burghausen, Regensburg, Ingolstadt, Würzburg, Unterhaching und der Sieger aus Schweinfurt gegen Aschaffenburg sind noch im Topf.

Patrik1860

Nach meinen Infos am 22.9.

GoerlitzerLoewe

An die Sechzger.de Redaktion: Weis irgendjemand etwas über die Ultras? Ich hatte das Gefühl die waren gar nicht im Stadion. Es gab ja gar keine Fahnen, Schwenker etc. Hatten die vorher das Spiel boykottiert oder ist irgendwas vorgefallen?

Stefan Kranzberg

Das war ja in der Vergangenheit auch oft so, dass die Szene in den anfänglichen Runden nicht organisiert auftritt.

Last edited 7 Monate zuvor by Stefan Kranzberg

Es war ein glanzloser, aber weitgehend souveräner Sieg. Wie heißt es nicht immer so schön: Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss. So ähnlich sah das über weite Strecken auch auf dem Platz aus.

Patrik1860

Ich finde es schon sehr stark, wenn man durchgehend das Spiel im Griff hat, hinten so gut wie nichts anbrennen lässt und durchaus engagiert nach Vorne auftritt.

Dass man die 80 Minuten lang hinten drin stehenden Illertissener nicht 10-0 abschießt, war vorhersehbar, dass man aber auch zu keiner Sekunde das Gefühl hatte, wir wären nicht Herr der Lage, gefällt mir gut.

Man darf auch nicht vergessen, dass trotz des Siegeswillens sicherlich keiner eine Verletzung riskieren wollte und das im Hinterkopf war es einfach eine runde Sache!

„Grüße“ noch an den Illertissener Stadionsprecher, dem ich das Ergebnis nach allen Löwen am meisten gönne!

Posicelli

Deiner Analyse stimme ich voll zu.
Auch wenn der ein oder andere meint das Spiel von uns wäre statisch und wenig kreativ gewesen.
Aber es hängt auch immer vom Gegner ab wie man spielt bzw spielen kann.

Benjisson

Ich empfand das Spiel statisch und wenig kreativ. Irgendwie ist spielerisch der Wurm drin.
Auch die Pässe waren ungenau. Da ist noch viel Arbeit. Namen auf dem Papier reichen halt nicht

Last edited 7 Monate zuvor by Benjisson
Dennis M.

2 Siege, 2 Remis nach 4 Spieltagen und heute souverän weitergekommen. Spielerisch ist Luft nach oben, die Namen sichern trotzdem Punkte – Niederlechner in Essen, Haugen gegen Stuttgart 2 etc….
Und es ist auch gut, dass man sich noch gut steigern kann.

Posicelli

Und wieder wird nur genörgelt .
Die könnten spielen wie REAL zu bestens Zeiten, für dich reicht das nicht.
Es wurde heute eine Pflichtaufgabe souverän erledigt, in der Liga noch ungeschlagen aber bei dir ist das Glas immer halb leer.

Benjisson

Du darfst alles kritiklos feiern!
Ich darf kritisieren!
2 Meinungen! Ganz einfach!
Heißt aber nicht das ich mich weniger freue als Du!

Posicelli

Kommt aber nicht so rüber,als ob du dich freuen würdest.
Kritiklos?
Dafür habe ich Kritik geübt unter Gianakis ,im Gegensatz zu dir.😉

Last edited 7 Monate zuvor by Posicelli
Benjisson

Wie soll ich dir Freude Online zeigen? Hüpfende Smileys? Ich hacke das Spiel ab und freu mich mit Kritik das wir ne Runde weiter sind. Mehr ist nicht.

Und du musst ja sehr weit zurück gehen um mir Kritiklosigkeit zu “beweisen”. Wow! So stalkst du mich?

Posicelli

Lass gut sein, nicht so wichtig.

Patrik1860

Es würde reichen, wenn Du es abhakst, so archaisch musst Du nicht sein 😉

Patrik1860

Ich bin da bei manchen Positionen grundsätzlich recht nah bei Dir, aber nicht in diesem Pokalspiel. Da genügt für mich: Weiterkommen, keine Verletzungen, Kontrolle und eine engagierte Leistung, ohne zu viel zu riskieren. All das haben wir in meinen Augen erfüllt.

Die Verantwortlichen haben mit ihren Kommentaren vor dem Spiel und Entscheidungen zum Spiel bewiesen, dass sie das Spiel ernst nehmen, gewinnen wollen und die Mannschaft hat das dann auf den Platz getragen. Da ziehen einfach alle an einem Strang, auch das war nicht immer so.

Ich habe aber das Gefühl, dass das sich bedingungslose Reinhauen im Ligabetrieb bei dem ein oder anderen schon ein bisschen zurückgeht. Am ersten Spieltag noch die meisten gelaufenen Kilometer aller Vereine, gegen Osnabrück auch noch Vollgas, aber gegen Aachen und Stuttgart leider nicht mehr bei allen erkennbar.

Spielerisch: Mei, schwierig. Ob ich als Trainer von Volland verlangt hätte, dass er an die Grenzen geht, um möglichst viel Offensivgefahr zu erwirken, glaube ich auch nicht. Die in meinen Augen vergleichbar mit Fähigkeiten ausgestatteten Deniz (bei entsprechender Tagesform) und Phillip (in meinen Augen einer unserer Top-Leute) waren zu Beginn nicht auf dem Feld.