Am gestrigen Freitag Nachmittag fand der zweite Stammtisch der Löwen-Fans im Bayerischen Landtag statt. Wie Initiator Martin Hagen (FDP) mitteilte, gebe es sowas bei keinem anderen bayerischen Verein. Besonders stolz war er auf den Stargast: Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth nahm an der Videokonferenz teil und stellte sich den Fragen der zugeschalteten Politiker und Pressevertreter. Dabei überraschte Lauth mit der Aussage, er sehe ein ausgebautes Grünwalder Stadion als Ideallösung für den TSV 1860.

Online-Stammtisch

Während beim ersten Stammtisch der Landtagsabgeordneten Löwen-Präsident Robert Reisinger noch persönlich und vor Ort teilnehmen konnte, musste man diesmal auf eine virtuelle Veranstaltung ausweichen. Dennoch fanden sich 15 Teilnehmer im Online-Meeting zusammen und diskutierten zahlreiche Themen rund um die Löwen. Erstaunlicherweise nahm das aktuelle Geschehen beim TSV 1860 nur einen relativ kleinen Raum innerhalb der Diskussion ein. Auf die Frage seitens sechzger.de, was Lauth von der soeben bekanntgegeben Aufstellung der Löwen gegen Unterhaching mit zahlreichen jungen Spieler halte, antwortete Lauth:

“Der Trainer sieht die Spieler ja jeden Tag im Training und kann sicher gut einschätzen, wer zu dem Gegner passt. Belkahia ist ein interessanter Spieler und Niklas Lang wird seine Sache hoffentlich auch gut machen.”

Insgesamt stellte Lauth Michael Köllner ein durchwegs positives Zeugnis aus, gab jedoch zu bedenken, dass die nachrückenden Jugendspieler bei weitem nicht das Niveau hätten wie zu seiner Zeit, als 1860 in der Bundesliga spielte.

Lauth-Rückkehr zum TSV 1860?

Natürlich wurde der ehemalige Stürmer auch gefragt, ob er sich eine Rückkehr zu den Löwen vorstellen könne. Zuletzt hatte sich Lauth des Öfteren zu Themen rund um den TSV 1860 geäußert, jedoch bislang noch kein Amt angestrebt. Darufhin antwortete der 39-Jährige, er verfolge die Löwen durchaus, seine Meinung sei aber “immer von außen”. Es habe zwar durchaus schon mal Gespräche gegeben, aber nichts Konkretes. Schön langsam kribbelt es bei Lauth jedoch wieder, wie er verriet:

“Ich habe es genossen, Abstand zu haben. Aber ich merke schön langsam, dass ich den Wettbewerb vermisse – das Gewinnen, das Verlieren. Deswegen geht die Tendenz immer mehr dazu, wieder im Verein zu arbeiten. Und natürlich spielt da 1860 eine große Rolle. Aber es muss alles passen.”

Trainer oder Funktionär?

Auf die Frage von sechzger.de, ob er sich eher als Trainer, im NLZ oder als Funktionär sehe, antwortete Lauth, der sich im Bereich Sportmanagement intensiv fortgebildet hat:

“Ich sehe mich nicht auf der Trainerposition, sondern neben dem Platz, im Sportmanagement. Aber am Ende wird man sehen, was dabei rauskommt. Es geht um die Planung, um die Zukunft. Und natürlich wäre 1860 mein erster Ansprechpartner.”

Wichtiges Wohlfühlklima

Ein entscheidender Faktor bei der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers sei natürlich, dass er sich auch in der Stadt wohlfühle, so Lauth. Während seiner Zeit in Hannover sei das beispielsweise nicht der Fall gewesen und so sei er wahnsinnig froh gewesen, danach wieder nach München zurückkehren zu können. Als tollstes Stadionerlebnis seiner Karriere bezeichnete Lauth, der aktuell als Experte bei DAZN beschäftigt ist, übrigens die Heimspiele während seiner Zeit beim HSV.

In München habe er im Olympiastadion, in der Allianz Arena und im Sechzgerstadion gespielt. Bei ausverkauftem Haus fand er die Atmosphäre in allen drei Stadien super, aber “es ist natürlich klar, dass im Grünwalder Stadion” bei 15.000 Zuschauern mehr rüberkommt als in der Arena.” Dennoch sehe er die derzeitige Stadionlösung in Giesing sehr kritisch.

Lauth: Ausgebautes Grünwalder Stadion wäre Ideallösung für 1860

Gegenteilig äußerte sich Max Deisenhofer (Grüne) in der Stadionfrage. Er empfindet seit der Rückkehr nach Giesing eine Aufbruchstimmung bei den Löwen, man sei wieder näher zusammengerückt. Dem konnte Lauth nicht widersprechen und fügte auch bei, dass es nun im Umfeld der Löwen “endlich mal ruhig zugehe”. Zudem überraschte Lauth mit der Aussage:

“Ein ausgebautes Grünwalder Stadion wäre sicher die Ideallösung für den TSV 1860!”

Damit meinte der Ex-Profi jedoch nicht die angedachte Lösung mit 18.000 Plätzen und Zweitligatauglichkeit, sondern eine deutlich umfangreichere Option. Zudem stellte Lauth klar, dass es ihm schwer falle, Heimspiele gegen den KFC Uerdingen zu akzeptieren, wenn man doch eigentlich gegen Borussia Dortmund spielen wolle.

Klar, kann man so sehen – muss man aber nicht! Wie wir alle wissen, ist das Leben kein Wunschkonzert… Demut ist angesagt und dazu gehört auch, erstmal kleinere Brötchen zu backen statt sofort wieder Luftschlösser zu bauen. Und da schließt sich der Kreis wieder, denn mit ähnlichen Worten hatte sich Martin Hagen auf einer der letzten Mitgliederversammlungen des TSV 1860 ebenfalls zu Wort gemeldet.

7 KOMMENTARE

  1. natürlich muss man den ersten Schritt vor dem zweiten machen. das hab ich nie in Zweifel gezogen. das erstmal. alles andere wird in der Situation in der wir seit Sommer 2017 sind nichts bringen. nur: was ist der erste Schritt vor dem zweiten? für mich ist der erste Schritt immer das Sportliche wenn das sportliche läuft bekommst Du leichter Sponsoren. positive öffentliche Aufmerksamkeit.
    klar muss man ein weiteres Jahr dritte Liga in betracht ziehen und planungen aber auch in beide Richtungen.
    zu ismaik:
    ich will ihn jetzt nicht verteidigen, aber: wenn man ihn überhaupt so weit überzeugen könnte wie von dir geschrieben einen Schuldenschnitt zu tun, was haben wir ihm im Gegenzug an zu bieten. aus meiner Sicht: nix. Stefan wir haben nix. wir müssen doch froh um Hasan Ismaik und seine Hilfe grad in diesen Zeiten sein und wir müssen doch froh um die Ruhe im Verein sein. ich weiss das das hier einige anders sehen. wir brauchen eine langfristige gute Zusammenarbeit zwischen den Gesellschafftern. Frage zum Stadion: heißt das erst Aufstieg, wenn das Stadion umgebaut ist?

  2. Servus Andi nochmal,

    natürlich ist es wichtig, sich Ziele zu setzen. Das steht außerhalb jeder Diskussion. Ebenso der Wunsch, die Löwen nochmal höherklassig zu sehen. Auch hier sind wir uns einig.

    Aber:
    1860 spielt aktuell in Liga 3 und das wird vrsl. auch in der kommenden Saison so sein. Zudem ist die KGaA heillos überschuldet und alleine ein Schuldenschnitt seitens Ismaik kann das ändern. Auch ein Aufstieg nicht. Man sollte nicht vergessen, dass diese Schulden über Jahre hinweg in der 2. Bundesliga angesammelt wurden, also genau in der Liga, die nun als Allheilmittel angepriesen wird.

    Lass uns doch den ersten Schritt vor dem zweiten machen! Das Stadion wird hoffentlich bald ausgebaut. Und da geht es nicht um 3.000 Plätze mehr, sondern um die Zweitliga-Tauglichkeit. Ist dieser Schritt erstmal gemacht (wird eh noch ein steiniger Weg), dann sieht man schon,was sportlich möglich ist.

    Und ganz abgesehen davon, hat es bisher noch keiner der sogenannten Experten oder Journalisten geschafft, eine sinnvolle und realistische Alternative zum GWS aufzuzeigen.

  3. stefan die Erwartungshaltung bei vielen rührt von 10 jahren erster Liga. das ist bei mir auch noch oft so. spiele in dortmund, Gladbach oder Leverkusen. oder auch gern zu hause. das wird man aber immer haben. natürlich weiss ich auch wo wir jetzt sind.

  4. stefan okay. vollkommen respektiert was Du geschrieben hast. das ist von mir jetzt aber schon etwas weiter gedacht was ich jetzt schreibe den ist-zustand im Kopf: Frage: brauchen wir nicht Ziele? Ziele die jetzt noch etwas weiter entfernt sind? ich denke da an keinerlei Luftschlösser. ich denk an die Zukunft und stelle mir die frage was ist? aber auch was sein wird und was sein könnte in allen Bereichen. für die nähere und weitere Zukunft. natürlich muss man sich sportlich qualifizieren vollkommen klar. und die Strukturen dafür müssten auch geschaffen werden. Ist-Zustand ist dritte Liga auf Platz 4. zukunftswunsch nummer 1: von mir ist sportlich zweite Liga. ich hoffe von euch auch. nur wie können wir dort hin kommen? wirtschaftlich auf der einen Seite Gewinnung weiterer Sponsoren. durch weiteren sportlichen Erfolg.

  5. Servus Andi,

    ich erachte die abschließenden Sätze nicht als überflüssig. Vielmehr sollen sie Lauths Aussage, 1860 müsse sich eigentlich mit Dortmund statt mit Uerdingen in Relation setzen. Und genau das sehe ich nicht so! Vielmehr erachte ich diese Denkweise als sehr gefährlich und einen der Gründe dafür, warum bei den Löwen eine Erwartungshaltung vorherrscht, die mit der Realität wenig zu tun hat.

    Sechzig “gehört” nicht in irgendeine Liga, sondern muss sich sportlich und wirtschaftlich dafür qualifizieren. Unter den gegebenen Umständen ist nicht mehr drin als das, was man derzeit erreicht.

    Ich gebe Dir (und Benny) aber insofern Recht, dass ein Ausbau des GWS auf 25.000 Plätze sicher besser und adäquater wäre. Das stelle ich aber auch nicht infrage. Allerdings hat die Politik dem zum jetzigen Zeitpunkt einen Riegel vorgeschoben. Allerdings hieß es vor Jahren auch schon, Sechzig würde nie wieder in Giesing spielen…

  6. warum möchte benny Luftschlösser bauen? Benny hat sehr viel Ahnung vom Fußball. er kennt 60 verfolgt 60 klar kann man eine andere Sicht haben. aber warum sich nicht mal mit ihm unterhalten?

  7. erstmal nicht nur, weil ich benny persönlich sehr mag. seine aussagen haben aus meiner Sicht schon sehr sehr viel Wahrheit. Stefan ich will das jetzt nicht als Angriff verstanden wissen: aber waren Deine letzten Zeilen wirklich notwendig, oder doch eher überflüssig? ich finde schon überflüssig. für mich und ich hoffe, dass mir hier einige zustimmen. ist ein Ausbau auf 18.000 oder etwas mehr nicht akzeptabel. ich würde eher zunächst auf 23.000 + eine erweiterungsobtion für 25.000 gehen wollen. von mir aus dann auch für alle liegen. ich fände benny lauth bei 1860 sehr wichtig. natürlich hat er eine andere sicht auf 60. logisch. ohne mit ihm selbst gesprochen zu haben, seine Aussagen decken sich aber auch mit meiner sicht auf 60.

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