BR24 – Clubhouse – Talk über den TSV 1860, Teil II

Über die Vorgeschichte zum Clubhouse-Talk rund um den TSV 1860 hatten wir ja im ersten Teil berichtet sowie einen Teil der Teilnehmer vorgestellt. Nachträglich war ich von Franz Hell für „eine andere Meinung“ vorgeschlagen worden, wusste aber dass ich mich zum Zeitpunkt des Talks auf der Heimfahrt aus Halle befinden würde.

Aus diesem Grund bat ich Christian Jung für sechzger.de teilzunehmen. Christian nimmt ja u.a. auch für sechzger.de an (fast) jeder Löwenrunde mit Michael Köllner teil.

Ob Oliver Griss nicht nach Halle gefahren ist, um bei dem Clubhouse-Talk mit bestem Empfang daheim sein zu können, entzieht sich meiner Kenntnis.

Der Clubhouse-Talk zum TSV 1860

Vorneweg: Auch auf der A9 zwischen Münchberg und Ingolstadt funktionierte die App und der Empfang in den rund 90 Minuten Clubhouse-Talk einwandfrei. Als ich die App startete, waren bereits Werner Lorant und Olaf Bodden am ratschen, noch bevor der Moderator in Erscheinung trat. Durch eine technische Panne wurde Franz Hell zum Moderator dieser Runde gemacht, aber auch das bekamen sie wieder in den Griff.

Clubhouse lebt vom mitmachen – Stärke und Schwäche zugleich

Das besondere an Clubhouse ist ja, dass die App die Teilnehmer in „Bühne“ und „Zuschauer“ unterteilt. Auf der Bühne diskutieren die dafür vorgesehenen Akteure und der Moderator kann die Zuschauer die sich melden, auf die virtuelle Bühne holen, damit diese ihre Frage stellen oder ein Statement abgeben.

Das ist natürlich eine Stärke für diese App, weil das die Leute animiert zum zuhören und evtl. mitmachen. Das ist allerdings nur relevant, solange es sich um einen überschaubaren Teilnehmerkreis handelt. Gestern waren es meistens so um die 60 Leute.

Das ist natürlich nicht viel, aber das Format steht ja noch ganz am Anfang. Je größer die Zahl der Zuhörer ist, um so geringer ist allerdings auch die Chance für den einzelnen, auf die Bühne geholt zu werden um dort mit den Akteuren zu interagieren. Ob der Reiz des aktiven mitgestaltens dann noch für den einzelnen erhalten bleibt, bleibt abzuwarten.

Der gestrige Clubhouse-Talk über den TSV 1860

Das gestern hatte in großen Zügen Stammtischcharakter. Das ist allerdings nicht abwertend gemeint. Es klang einfach so, als würden sich einige alteingesessene Löwen über ihren Herzensverein unterhalten und würden hin- und wieder die Fragen eines neu dazugekommenen bereitwillig beantworten.

Entsprechend fielen auch einige Antworten aus, die wenn man sie wortwörtlich wiedergeben würde in einem komplett anderen Kontext erscheinen würden, als sie eigentlich gemeint waren. Wenn Lorant in seiner gewohnten Art Oliver Griss begrüßt oder die Unterschiede zwischen ihm und Michael Köllner erklärt, dann muss man auch dazu seinen Tonfall hören. Beides war nett gemeint. Niedergeschrieben würde es anders klingen. Aus diesem Grunde belassen wir es bei „war nett gemeint“.

Interessant war, wie gut – größtenteils – die Gesprächskultur funktioniert hat. Ein Beispiel: Olaf Bodden meinte, dass man durch den nachlassenden sportlichen Erfolg größte Probleme hätte, junge Leute als Löwenfans zu begeistern. Christian Jung entgegnete dem, dass sich seit der Rückkehr nach Giesing und der Besinnung auf den eigenen Markenkern wieder viel mehr junge Löwenfans für Sechzig begeistern würde, als noch in der Arena. Olaf Bodden sagte daraufhin, dass es gut sein kann, dass er sich diesbezüglich irre. Er würde sich sogar freuen, wenn das tatsächlich so sei.

Überhaupt kam Bodden sehr sympathisch rüber. Auch er spricht immer noch von „wir“, wenn es um den TSV 1860 geht. Meiner Meinung nach haben im übrigen sowohl Bodden als auch Jung recht. Ganz ohne sportlichen Erfolg wird es nicht funktionieren, aber natürlich begeistern sich junge Menschen eher für ein volles Haus in Giesing als für eine zu einem Viertel gefüllte Arena. Unabhängig von der Liga.

Lebhafte Diskussion am virtuellen 1860-Clubhouse-Stammtisch

Natürlich wurde am Stammtisch auch mal lebhaft diskutiert. Beispielsweise, als es ums Stadion ging. Die Positionen sind diesbezüglich seit vielen Jahren klar. „Im Sechzgerstadion verdient man zu wenig Geld und es ist zu klein“, sagen die einen. „Sag uns halt eine realistische und finanzierbare Alternative“, sagen die anderen. Eine Antwort darauf gab es auch gestern nicht.

Franz Hell erzählte von vergangenen Zeiten, genau wie Olaf Bodden oder Werner Lorant. Es war schön, den alten Haudegen zuzuhören.

Hin- und wieder setzte sich jemand kurzfristig oder auch etwas länger an den virtuellen Stammtisch, mancher klang dabei als wäre er schon etwas länger im Wirtshaus gewesen.

„Werner, kannst Du Dir vorstellen der nächste Bundestrainer zu werden?“, fragte ein bekannter Allesfahrer. Mehrere Zugeschaltete kritisierten einen der beiden Pressevertreter am Stammtisch. Als dies so weit ging, dass beharrlich nachgebohrt wurde, ob dieser Geld von Ismaik bekommen hätte, wurde der Gast kurzfristig vor die Tür gesetzt.

Stocknüchtern – wie immer – im Wirtshaus war der Trachtn-Bäda. Dieser blieb etwas länger am Tisch sitzen und hatte durchaus einiges substantielles beizutragen.

Wegen technischer Probleme hatte Karsten Wettberg erst kurz vor Schluß den Weg ins virtuelle Wirtshaus gefunden. Trotz mehrmaligem Hinweis, dass man schon am Ende angelangt wäre, hielt er einen flammenden Monolog. Der Wirt forderte jedoch unbarmherzig alle zum gehen auf. Die Sperrstunde war schon etwas überschritten.

Was bleibt?

Das Fazit, dass das ein neues, spannendes Format ist und das gestern eine nette Runde war. Die Zukunft des TSV 1860 wird in diesen Runden nicht entschieden. Aber es wäre besser, wenn es mehrere solche „Stammtische“ geben würde. Der Informationsfluss, aber auch das gegenseitige Verständnis würde sich signifikant erhöhen.

Terminvorschläge für einen Corona-konformen virtuellen sechzger.de-Löwenstammtisch via Zoom oder auch Clubhouse-App werden gerne entgegengenommen.

2 KOMMENTARE

  1. vorschlag oder eine frage: warum führt 1860 nicht reale Veranstaltungen (viertel oder halb jährlich) mit verschiedenen interessannten Gästen regelmäßig ein? natürlich wenn das wieder möglich ist.

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