Patrick Lindner ist glühender Fan des TSV 1860 und macht aus seiner Liebe zu den Löwen keinen Hehl. Das zeigt sich nicht nur bei der Beflaggung seines Balkons bei Heimspielen der Löwen, sondern auch in zahlreichen Postings in den sozialen Netzwerken. Wir haben den Schlagerstar interviewt und blicken dabei auch über den Löwen-Tellerrand.

Patrick Lindner im Interview

sechzger.de: Sehr geehrter Herr Lindner, zunächst mal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview mit sechzger.de nehmen. Wie geht es Ihnen? Wie kommen Sie mit dem Lockdown zurecht?

Patrick Lindner: So wie viele versuche auch ich, das Beste daraus zu machen. Trotzdem fällt es einem nach einem Jahr der Pandemie schon immer schwerer, gebe ich zu. Wir gehen sehr viel mit unserem Hund spazieren und was super ist: Wir entdecken ganz Giesing dabei.

sechzger.de: Sie als Künstler leiden ja auch beruflich besonders unter der aktuellen Situation. Keine Auftritte, keine Tourneen – wie sehr nagt das an Ihnen?

Patrick Lindner: Mein Beruf, die Bühne und das Publikum fehlen mir schon sehr. Es macht ja doch seit über 30 Jahren einen großen Teil meines Lebens aus, das kratzt in letzter Zeit schon ein wenig an der Psyche. Aber da müssen wir durch…
Was mir am meisten fehlt, können die Spieler wohl am besten nachvollziehen: Publikum!

sechzger.de: Wenn man etwas Positives aus der Corona-Zeit ziehen möchte, dann wohl am ehesten, dass Sie so die Möglichkeit haben, die Heimspiele der Löwen von Ihrem Balkon aus zu verfolgen, oder?

Patrick Lindner: Das ist vollkommen richtig, darüber freu ich mich auch immer sehr. Das fängt schon an, wenn wir vorher die Fahnen raushängen… Da beginnt das Fiebern.
Seit einem Jahr genieße ich das, da ich ja sonst gerade an den Wochenenden auch meistens beruflich unterwegs bin.

sechzger.de: Sie machen uns Löwenfans ja regelmäßig neidisch mit Ihren Fotos auf Instagram, wenn Sie von zuhause aus ins Grünwalder Stadion schauen können. Hand aufs Herz: War dieser Blick ein wichtiges Kaufkriterium, was die Wohnung betrifft?

Patrick Lindner: Ich weiß das zwar sehr zu schätzen, muss aber zugeben, dass das nicht unbedingt ein Argument war, diese Wohnung zu beziehen. Es war einfach ein glücklicher Zufall oder Fügung.
Was ich aber sehr bedauern werde, ist, wenn der Blick einmal zugebaut sein wird. Die Pläne gibt es ja schon.

sechzger.de: Wie oft gehen Sie trotz dieser Traum-Aussicht denn tatsächlich ins Stadion, wenn die Löwen spielen?

Patrick Lindner: Leider viel zu selten. Im Moment ist es ja gar nicht möglich, aber wenn sich das Ganze dann hoffentlich bald wieder dreht, hoffe ich natürlich auch, wieder meiner Berufung nachgehen zu können. Dann werde ich halt zu den Wochenendspielen wieder nicht dabei sein können.

sechzger.de: Seit ihrem Geburtstag im vergangenen September sind Sie auch diesbezüglich ein echter Sechzger. Wie aber kamen Sie zu den Löwen? Elterliche Prägung oder haben Sie sich erst später für die Löwen begeistert?

Patrick Lindner: Ich bin ja Jahrgang 60, somit kann ich mich gut an die Glanzzeiten des Vereins in dieser Zeit erinnern. Auch weil mein Vater ein großer Sechzgerfan war. Ich seh immer noch den Wimpel in unserem VW Käfer hängen, der uns überall hin begleitete.
Es gibt ja in Deutschland nur zwei wirkliche Kultvereine: 1860 München und den FC St. Pauli.
Den Unterschied macht es zum Beispiel, wenn du morgens mal am Trainingsgelände vorbei gehst und die Spieler mit dem Fahrrad oder der Tram ankommen. Total bodenständig und das macht ja die ganze Mannschaft aus. Das überträgt sich auch auf die Fans.

Wann kommt Lindners Hymne für den TSV 1860?

sechzger.de: Da Sie als Musiker sehr erfolgreich sind, ist die Frage unvermeidbar: Wann kommt endlich Ihr Song für die Löwen? Oder kommt das für Sie nicht in Frage?

Patrick Lindner: Da hab ich schon einige Male drüber nachgedacht! Es gibt ja doch schon den einen oder anderen Kultsong, den man so im Ohr hat und das find ich auch gut so. Aber wer weiß: Eventuell gibts einen guten Einfall für einen weiteren…
Auf jeden Fall möchte ich aber bald mal bei einem Adventssingen im vollen Sechzgerstadion dabei sein

sechzger.de: Beim Heimspiel gegen Unterhaching hatten Sie den Schauspieler Florian Odendahl zu Gast, um das Match vom Balkon aus zu verfolgen. Gibt es noch weitere prominente Löwenfans in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis?

Patrick Lindner: Florian hatte für dieses Spiel ein 12. Mann-Ticket gekauft und mich mit auf die Liste gesetzt. Darauf hin hatten wir die Idee, das Spiel gemeinsam von zuhause aus anzuschauen und hatten viel Spaß. So mancher in meinem Freundeskreis ist ein Sechzger, darunter sind auch Prominente.

sechzger.de: Krasser Themenwechsel: Mehr als 800 Spielerinnen, Spieler und Funktionäre unterstützen mittlerweile die Kampagne „Ihr könnt auf uns zählen!“, die sich gegen Homophobie im Fußball einsetzt. Von Seiten des TSV 1860 beteiligt sich Vereinspräsident Robert Reisinger an der Aktion. Sie selber haben Ihr Coming Out ja schon lange hinter sich und bekennen sich offen zu Ihrer Homosexualität. Können Sie es nachvollziehen, wieso es im Sport- und speziell im Fußballbereich so viel schwieriger ist, diesen Schritt zu wagen? Wo sehen Sie diesbezüglich die Hauptunterschiede zwischen Kunst/Kultur und Sport?

Patrick Lindner: Ich finde es sehr gut und bin sehr dankbar, dass dieses Thema mittlerweile mit viel mehr Offenheit behandelt wird. Auch danke ich denen, die sich dafür stark machen und Zivilcourage zeigen.
Dennoch sind wir bei weitem nicht da, wo wir hinwollen. In Kunst und Kultur ist es doch oft ein wenig anders als im Sport, wo es gerade in den Spitzen um hohe Sponsoren- und Werbegelder geht. Das schüchtert dann wohl doch wieder ein, diesen Schritt zu wagen, was natürlich sehr bedauerlich ist.
Das Hauptproblem dabei ist, dass man befürchten muss, dass das ganze Stadion “Du schwule Sau!” ruft, wenn ein homosexueller Spieler einen Fehler macht. Da fehlt es an Toleranz, Achtung und Fairness von Seiten der Fans.

sechzger.de: Nochmal zurück zum Sport: Wie lautet Ihr Saisonfazit nach 27 Saisonspielen? Sind Sie zufrieden mit Trainer und Mannschaft? Was bzw. wer imponiert Ihnen bei der aktuellen Truppe am meisten?

Patrick Lindner: Richtig zufrieden kann man – denke ich – nicht sein, da oft wirklich wichtige Spiele verspielt werden.
Die größte Hochachtung gilt sicher dem Trainer Michael Köllner, der meiner Meinung die Mannschaft sehr gut im Griff hat. Es gibt noch Luft nach oben, aber mit den besten Fans in der deutschen Fußballwelt können wir weiter zuversichtlich sein.
Ich hoffe, dass wir irgendwann in die 2. Bundesliga aufsteigen. Mehr muss nicht sein, da wir sonst keine Spiele mehr im Grünwalder mit den Löwen haben werden. Das wäre für Giesing fürchterlich… Hier gehört die Mannschaft hin und das Stadion ist ein Herzstück für uns alle hier.

sechzger.de: Herr Lindner, vielen Dank für dieses Interview und Ihre offenen Worte. Ihnen alles Gute und viel Glück, dass Sie schon bald wieder auf der Bühne stehen dürfen.

Patrick Lindner: Ich bedanke mich auch und wünsche allen weiterhin viel Gesundheit und viel Freude mit den Sechzgern.

4 KOMMENTARE

  1. frage und Vorschlag: vielleicht könnte herr Lindner ja auch zukünftig dem TSV 1860 München helfen? es ist immer gut wenn jemand prominent ist, dadurch wieder viele Menschen kennt. usw.

    • Inwiefern Herr Lindner den Löwen tatsächlich “helfen” kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Durch sein sympathisches Auftreten und sein Bekenntnis zum TSV 1860 ist er aber auf jeden Fall ein toller Botschafter für Sechzig.

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