Nachdem das Löwenmagazin in den vergangenen Tagen bereits darüber berichtet hatte, dass sich Athanasios “Saki” Stimoniaris diverser Vorwürfe erwehren muss, steht nun auch im Raum, dass der ehemalige MAN-Betriebsratsvorsitzende geheime Absprachen mit dem Vorstand des Unternehmens getroffen habe. Bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ist Stimoniaris (noch) Aufsichtsratsvorsitzender. Als Vertrauensmann von Mehrheitseigentümer Hasan Ismaik strebte Saki vor einigen Jahren auch das Präsidentenamt im e.V. an.

Löwenmagazin thematisiert zwei Vorwürfe

Einer der Vorwürfe des Business Insider bezog sich darauf, dass Saki Stimoniaris die Firmenrichtlinien umgangen habe, um an einen zweiten Dienstwagen für sich und seine Ehefrau zu kommen. Das Blatt attestiert Stimoniaris ein “zweifelhaftes Moralverständnis”, um Entscheidungen zu seinen eigenen Gunsten zu erwirken.

Darüber hinaus deutet vieles darauf hin, dass Stimoniaris auch an systematischer Steuerhinterziehung mittels manipulierter Fahrtenbücher beteiligt sein soll. Laut Business Insider soll sogar die Staatsanwaltschaft ermitteln.

Geheime Absprachen mit dem Vorstand?

In einem weiteren Artikel des Business Insider heißt es nun, der ehemalige MAN-Betriebsratsvorsitzende Saki Stimoniaris habe geheime Absprachen mit dem Vorstand des Unternehmens getroffen.

Nachdem MAN seit Jahren in der Krise steckte, baute es für eine Restrukturierung Tausende Arbeitsplätze ab und kündigte im September 2020 als Druckmittel die bestehende “Standort- und Beschäftigungssicherung”. Infolge dessen setzte sich die Arbeitnehmervertretung öffentlichkeitswirksam für die Belegschaft ein.

“Saki Stimoniaris hat zwei Gesichter”

Dem Business Insider liegen jedoch Aufzeichnungen vor, die belegen, dass der langjährige Betriebsratsvorsitzende Athanasios “Saki” Stimoniaris die Kündigung der Jobgarantien vom Vorstand gefordert haben soll, um vor der Augen der Belegschaft unter Druck zu geraten und Zugeständnisse machen zu können.

MAN-Produktionsvorstand Michael Kobriger wird aus einer internen Aufzeichnung zitiert:

“Der Saki hat zwei Gesichter, der weiß genau, wenn wir die Dinge nicht tun, die wir jetzt eigentlich vorschlagen, vielleicht nicht ganz so radikal, dann hat die MAN keine Zukunft.

Nach außen gesehen, muss er aber den Terz dieser Welt aufführen, um seine starke Betriebsratsrolle zu spielen, um seinen Wählern das Gefühl zu geben, der kämpft für uns.

Wenn der Saki mir als Aufsichtsrat gegenüber sitzt, wird er sagen, na klar müssen wir etwas verändern. Wenn er mir aber als Betriebsrat gegenübersitzt – alles nur Dreck, was du hier vorschlägst.

Am Schluss will er, dass wir ihn über bestimmte Verfahren in die Knie zwingen, er aber so dasteht, dass er A schlimmeres Verhindert hat, aber B keinen Ausweg hatte. Wir haben Betriebsvereinbarungen und Standortverträge gekündigt, glaub mal nicht, dass der Saki nicht gesagt hätte, wenn ihr das nicht macht, dann kriegt ihr mich nirgendwo hin. Warum soll ich einem Kompromiss zustimmen, wenn der Druck auf mir und den Arbeitnehmern zum Totalverlust, weil ihr mit betriebsbedingten Kündigungen droht, wenn der in der Öffentlichkeit nicht da ist.”

Keine Stellungnahme des Beschuldigten

Es folgt die entscheidende Passage:

“Das heißt: Er hat von uns gefordert, dass wir das tun. Um uns gleichzeitig hinterher politisch dafür einen Kopf kürzer zu machen. So, das ist genau dieses Spiel, was natürlich so schwer ist und wo du dann in der Öffentlichkeit ein ganz anderes Spiel spielst, als das, was wirklich Interessenlandschaft ist.”

Saki Stimoniaris war diesbezüglich zu keiner Stellungnahme gegenüber dem Business Insider bereit. Auch MAN antwortete neutral, wollte die Vorgänge weder bestätigen noch dementieren.

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Das klingt nach viel Interpretationsspielraum. Wenn das alles so klar war, warum hat dann der MAN-Vorstand das Spiel mitgespielt? Da scheint sich ja kaum einer mit Ruhm zu bekleckern.

Weil das genau die Sorte Arbeitnehmervertreter ist, die sich ein Konzern wünscht.