München: Wie der TSV 1860 gestern mitteilte, startet der Verkauf der Jahreskarten am kommenden Freitag – die Löwen-Fans haben zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

(Anmerkung in eigener Sache: “Sechzig um Sieben” fällt heute diesem Beitrag zum Opfer – aber seit “Sechzig@18:60” von gestern hat sich ohnehin nichts getan)

Variante „Löwenkopf“: Zu den üblichen Vorteilen einer Dauerkarte –  man hat  z.B. auch im nächsten Jahr das Vorkaufsrecht für eine Dauerkarte, ebenso wie für Relegationsspiele – hat man bei dieser Variante einen anteiligen Rückerstattungsanspruch für Spiele, die wegen Corona nicht besucht werden konnten.

Variante „Löwenherz“: Hier verzichtet der Löwen-Fan automatisch auf eine evtl. Rückerstattung, bekommt dafür im Gegenzug aber den Gutschein für ein exklusives Sondertrikot. Zitat von tsv1860.de: „In diesem Trikot wird die Mannschaft in der Saison 20/211 in einem Ligaspiel auflaufen, vielleicht ja sogar dann, wenn ihr endlich wieder alle ins Stadion dürft und 15.000 Zuschauer in München-Giesing sind. Ganz bestimmt aber zu letzten Spieltag der Saison.“

Eine Variante also, die in so ähnlicher Form mit leicht unterschiedlichen Modellen bei mehreren Vereinen angeboten wird, in der Kombination mit dem Trikot erinnert sie am ehesten an die Variante von Hansa Rostock, die wir vor 6 Tagen vorgestellt hatten:

Dauerkarten-Modelle bei Hansa-Rostock mit Sondertrikot

Allerdings mit einem – nicht ganz unerheblichen – Unterschied: Die Jahreskarte bei Hansa garantiert bei möglichen Kapazitätsbegrenzungen unter anderem ein Zutritts-Vorrecht zum Ostseestadion und als besonderes Dankeschön ein Sondertrikot (für Vollzahler), das an die letzte DDR-Meisterschaft 1990/91 erinnert beziehungsweise einen Retro-Schal (für ermäßigte Karten).

Wer also von vornherein bereit ist auf Geld zu verzichten, darf eher ins Stadion. Ein Modell, welches nicht nur in Rostock, sondern auch beim 1. FC Köln so praktiziert wird – und dort sorgte es für einen Shitstorm:

1. FC Köln – ein unlösbares Dauerkartenproblem

So einen wollte man beim TSV 1860 vermeiden und verzichtete aus diesem Grunde auf eine entsprechende Klausel: Löwenfans, die es sich nicht leisten können (oder wollen) auf dieses Geld zu verzichten, sollen nicht benachteiligt werden.

So ganz klar ist das offensichtlich nicht jedem Löwen-Fan: In den sozialen Netzwerken findet man einige Postings von Fans des TSV 1860, die davon ausgehen dass bei einer Corona-bedingten Kapazitätsbegrenzung die mit der Variante „Herz“ bei der Ticketvergabe bevorzugt werden. Auch einige Whats-App mit ähnlichen Gedanken erreichten uns zu diesem Thema.

Freilich, geschrieben hatte der TSV 1860 auf der offiziellen Homepage nichts dergleichen. Wie kommen die Fans also darauf?

Vermutlich weil sie es so von Nachrichten aus Köln oder Rostock kennen, oder/und aber weil es ihnen logisch erscheint. Der TSV 1860 sollte hier dringend klar kommunizieren, dass – unseren Informationen nach – kein vorrangiges Zutrittsrecht für die „Herz-Variante“ vorgesehen ist.

Reduziertes MVV-Angebot?

Fast untergegangen in dem langen Text auf der Homepage wäre dann beinahe folgender Satz:

„die Dauerkarten gibt es weiterhin zum gleichen Preis, allerdings eventuell mit leicht eingeschränkten MVV-Tarifzonen“. Soweit tsv1860.de.

Aus Kreisen des MVV hört man, dass die Löwen am überlegen sind zukünftig nur noch den M-Bereich in die Dauerkarte zu integrieren und zu bezahlen um sich so eine ordentliche Summe Geld zu sparen. Was dem Giesinger oder Münchner herzlich egal sein kann, bedeutet für Löwenfans im Umland eine saftige Preiserhöhung: Von z.B. Zorneding, Fürstenfeldbruck oder Esting die drei Stationen in den M-Bereich? Das sind mal eben 3,30 Euro – je einfach Fahrt, also 6,60 Euro je Heimspiel. Wenige Stationen weiter sind es 5,- Euro je einfach Fahrt – je Spiel 10,- Euro – und weit draußen im bisherigen inkludierten MVV-Bereich in Wasserburg sind es 8,30 Euro je Fahrt – ein Heimspiel wird da mal eben 16,60 Euro teurer. Pro Person versteht sich. Ein Extrembeispiel sicherlich, aber die Züge aus Wasserburg nach München sind immer gut gefüllt mit Löwenfans. Ob sie das auch noch sind wenn eine Saison für sie mal eben rund 300,- Euro teurer wird?

Wie immer gibt es für alles ein Pro- und Contra – und auch in der sechzger.de-Redaktion gibt es höchst unterschiedliche Ansichten, ob der geplante Dauerkartenverkauf nach dem jetzigen Stand sinnvoll ist: Heute mittag werden wir euch Pro & Contra von Christian & Stephan vorstellen, bis dahin interessiert uns – und sicherlich auch die Verantwortlichen beim TSV 1860 –  eure Meinung:

Wie findet ihr die Varianten, welche die Löwen anbieten?
Was hättet ihr anders gemacht?
Eure Meinung zum reduzierten MVV?

2 KOMMENTARE

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