In den Fußball-Ligen 1-3 laufen die Vorbereitungen für Geisterspiele auf Hochtouren weiter – die Bild-Zeitung meldet unterdessen, dass die Überlegungen, die Saison ohne Absteiger fertig zu spielen vom Tisch seien. Ein Verzicht auf Abstiege in den besagten drei Ligen war von einigen Fußballfunktionären gefordert worden,  unter anderem aus Angst davor, dass die Vereine für die es sportlich um nichts mehr geht, vermutlich „die Füße hochlegen würden“.

Wenn die Saison wirklich zu Ende gespielt wird, dann muss das Ganze auch so realistisch wie möglich sein, da gehören Auf- und Abstieg dazu. Allerdings gibt es in Zeiten der Corona-Krise keine Lösungen, die nicht neue Problemstellungen und Fragen aufwerfen:

Wenn die Saison mit Geisterspielen zu Ende gespielt werden kann, die Sponsoren- und Fernsehgelder fließen und sich das Sicherheitskonzept bewährt, dann spricht vermutlich nichts dagegen, auch die neue Saison 2020/21 entsprechend zu starten. Die nächsten Terminschwierigkeiten würden ja ansonsten mit der bevorstehenden Europameisterschaft schon vor der Türe stehen.

Die Problematik beginnt jedoch schon eine Klasse tiefer: Der Bayerische Fußballverband und andere regionale Verbände haben bereits angekündigt, bis mindestens 31. August zu pausieren und danach die abgebrochene Saison zu Ende spielen zu wollen – sofern möglich. Das wirft natürlich die Frage auf, woher dann die Aufsteiger aus den Regionalligen für die 3. Liga kommen sollen:

Die einzige Lösung für diese Problemstellung wäre ein vorzeitiges Ende in den vierten Ligen. Mag die sportliche Lage in Bayern im Hinblick auf einen möglichen Aufsteiger Türkgücü  München bei deren neun Punkten Vorsprung eindeutig erscheinen, so schaut es bei den Absteigern schon nicht mehr so eindeutig aus – und für jede denkbare Lösung verlagert sich  das Problem Liga für Liga nach unten.

Vielen erscheint ein „einfrieren“ der aktuellen Situation und dann regulär weiterzuspielen, sobald es die Situation zulässt, am vernünftigsten. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass dann die Stadien – wie vor der Krise – von tausenden Fußballfreunden bevölkert werden können, sondern dass die Profiligen 1 bis 3 eben erst dann weiterspielen, wenn der Kick 11 vs. 11 ohne unzählige behördliche Ausnahmegenehmigungen möglich ist.

Dass viele Mannschaften wegen auslaufender Verträge zum 30.06. dann aber ein komplett anderes Gesicht hätten und einige Vereine diesen Zeitpunkt vermutlich gar nicht mehr erleben würden, lässt  auch diese Option unrealistisch erscheinen.

Viele Probleme und keine Lösungen ohne neue Probleme. Der Fußball ist in der Corona-Zeit zumindest in diesem Punkt wieder in der Mitte der Gesellschaft bzw. auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

Wie würdet ihr die Problematik lösen?

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